Ergebnis 1 bis 6 von 6
  1. #1
    Schmerzfrei
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    ein etwas anderer Elf

    So, es ist passiert.
    Ich wurde überredet in eine Elfen-Gruppe ein zu steigen.

    Um meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden muss ich den "Elf" mit etwas kreativem, ungewöhnlichem kombinieren und gleichzeitig zumindest einige der gägigen Klischees einhalten.

    Jetzt bin ich über die Idee gestolpert, den Gedanken der Aufklärung(http://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung) und/oder den Liberalismus(http://de.wikipedia.org/wiki/Liberalismus) als Ausgangspunkt für den Charackter zu nehmen.

    Also ein junger Elf aus dem Bürgertum, der auf der einen Seite, den Sieg der Vernunft über den Glauben vorranzutreiben sucht, der die Freiheit des Individuums verteidigt und sich sogar radikalisiert um dem Trott des alltäglichen zu entkommen.

    Aber ich bin mir nicht sicher wie die LARP-Welt auf einen solchen Charakter reagiert.
    Ich weiß nicht mal wie ich auf einen solchen Charackter reagieren würde.....
    Und welche "elfischen Klischees" kann man mit diesem Charackter am besten verbinden? klar er wäre ein wenig Weltfremd und wahrscheinlich auch Arrogant, aber reicht das?



    grübelnde Grüße
    Schmerzfrei
    das schönste an Bremen ist die Autobahn nach Hamburg.

  2. #2
    Kelmon
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    LARP lebt von Klischees, nicht von "ungewöhnlichem". In der Literatur funktioniert es, wenn Du einen atypischen Charakter (üblicherweise als Held) hast, der dann vor dem Hintergrund des Normalen seine andersartigkeit thematisieren kann.
    De facto gibt es aber im LARP schon so viele Leute, die "besonders" sein wollen, so daß diese nur noch blöd wirken, selbst wenn sie in einer Gruppe von "Normalos" auftreten.

    Zusätzlich klingt die Kombination "Elf" und "Liberaler Aufklärer" für mich dabei ungefähr so stimmig wie "Orkpoet". Genauergesagt passt Gedankengut der Aufklärung für mich zu überhaupt keinem Fantasy-LARP-Charakter.

    Von daher kann ich nur sagen: Lass es.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  3. #3
    Turis
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    Wir sind OT schon so extrem von den modernen Vorstellungen geprägt, dass es eine hohe Kunst ist im Larp diese eben nicht darzustellen, sondern alte, für uns heute ungewöhnliche Moralvorstellungen.
    Um so weniger du dich modern benimmst und moderne Vorstellungen ins Spiel einfließen lässt und dabei am besten noch typische Klischees ein wenig miteinfließen lässt, desto mehr stichst du aus der Masse der "Ich will was besonderes und gaaaanz individuelles sein"-Spieler hervor.
    Die Klischees dienen dabei in erster Linie dazu, dass Mitspieler erkennen können, was du eigentlich darstellst und dich auch so anspielen können. Ein König im Piratenhemd wird genauso wenig als solcher erkannt wie ein Heiler mit Schmiedeausrüstung...

    Leider muss ich mich also Kelmon anschließen und dir davon abraten, auch wenn ich deinen Wunsch und deinen Antrieb nachvollziehen kann.

  4. #4
    Gerwin
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    Also ein junger Elf aus dem Bürgertum, der auf der einen Seite, den Sieg der Vernunft über den Glauben vorranzutreiben sucht,
    Ob Vernunft und Glauben im realen Gegensätze sind lasse ich mal (mit kurzen Hinweis auf diverse promovierte gläubige Menschen in allen Fachrichtungen) undiskutiert.

    In einer Larpwelt ist es definitiv dumm Glauben abzulehnen. Priester wirken Wunder. Diese sind ganz offen sichtbar. Jeder kann sie wahrnehmen. Wenn wir alle gesehen hätten wie Jesus über das Wasser läuft, die wenigsten würden sagen "nein, das glaube ich nicht".

    Und wir sind eh schon alle ziemlich modern geprägt im Larp. Es gibt völlig selbstverständlich Gleichberechtigung. Der Ritter tut sich extrem schwer seine Dienstleute mal wirklich rumzuscheuchen, und ein Sklave lebt meist besser als ein freier Mann in der vergleichbaren Zeit. Da dem ganzen noch durch den Einfluss der Aufklärung oder des Liberalismus die Krone aufzusetzen funktioniert nicht.

    Wie ich reagieren würde? Höchstwahrscheinlich gar nicht. Man darf ja heute nicht mehr entsprechend auf Gesellschaftsfeinde reagieren (wäre destruktives Konfliktspiel), so dass ich diesen Aspekt einfach ausblenden würde.

  5. #5
    Schmerzfrei
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    25
    Das Fazit lautet also: schöne Idee aber schwer bis gar nicht in die LArP-Realität umzusetzen......
    Schade, auch wenn ich es irgendwie geahnt habe.
    Danke Leute, ich setz mich zurück an die Blaupausen und überleg mir was neues.
    das schönste an Bremen ist die Autobahn nach Hamburg.

  6. #6
    Nount
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    Re: ein etwas anderer Elf

    Edit: Oh, jetzt hatte ich den kurzen Beitrag übersehen, in dem das Konzept schon verworfen wurde ... egal, ich lasse den jetzt (abgetrennt durch einen formschönen Strich) stehen, für den Fall, dass wieder jemand so eine Idee hat

    Ich würde dir generell raten: Versuch bei der Elfendarstellung nicht, etwas Originelles reinzubringen, das nichts mit Elfen zu tun hat. Versuche, innerhalb der Elfendarstellung interessant zu sein. Konzentriere deine Energie darauf, elfisch zu sein, das ist schon schwierig genug und wird dich von vielen vielen Fehlversuchen elfischer Darstellung abheben.

    ----------------------------------------------------------------------------------------
    Ursprungsbeitrag zum Konzept:

    So leid es mir tut, das halte ich für ein schlechtes Konzept

    Erstens passt das überhaupt nicht zu einem Elf (auf dem EE gibt es dieses Jahr eine Handvoll Leute, die "den Widerstand" bespielen, ein ähnliches Konzept - mit Menschen finde ich das schon schlimm genug und so ziemlich alle, die davon gehört haben, haben sehr viel Ablehnung geäußert).

    Zweitens fehlt der Kontrast zu anderen Charakteren:

    Zitat Zitat von Schmerzfrei
    Also ein junger Elf aus dem Bürgertum, der auf der einen Seite, den Sieg der Vernunft über den Glauben vorranzutreiben sucht, der die Freiheit des Individuums verteidigt und sich sogar radikalisiert um dem Trott des alltäglichen zu entkommen.
    Das Problem ist: Die Inhalte der Aufklärung ergeben in der Larpwelt keinen Sinn. Die sind untrennbar an die Realität gekoppelt und man bräuchte einen Realwelthintergrund, um das sinnvoll zu bespielen.
    Der Glaube ist in der Larp-Fantasywelt kein unsichtbares Konstrukt, sondern sichtbar: Es gibt definitiv höhere Mächte, es gibt Götter, es gibt Magie! Das kann keiner leugnen; es wäre unvernünftig, das zu tun, denn es kann ja jeder sehen.
    Die Freiheit des Individuums braucht im Larp nicht verteidigt zu werden - sie ist Alltag! Im Gegenteil, viele Leute geben sich viel Mühe, eine Welt darzustellen, in der es Hierarchien und Ungleichheit gibt. Allerdings gibt es noch viele Leute, deren Charaktere einfach ihre modernen Gedanken von Gleichheit und Freiheit in sich tragen, d.h. es fehlt dort an Schauspiel und Anpassung an die Fantasywelt; die Leute spielen in dieser Hinsicht einfach sich selbst.

    So ein Konzept ergibt Sinn in einem Buch oder Film, wo bereits ein komplettes Setting der Unfreiheit und Unterdrückung vorhanden ist. Im Larp, wo oft nur Ansätze davon zu sehen sind und Freiheit und Gleichberechtigung vorherrscht, ist das nicht nur sinnlos, sondern sogar kontraproduktiv und zerstört die Spielansätze, die mühsam aufgebaut wurden.
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

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