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  1. #1
    EB
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    Lutz Bromgauer - Fußknecht, Men-at-Arms, Söldner

    Guten Tag allerseits!


    Ich spiele nun schon seit ein paar Cons einen hochmittelalterlich angehauchten Fußknecht ohne Rang und Namen. Noch jedenfalls. Er tritt immer mit seinem treuen Kameraden auf. Jener ist allerdings Armbrustschütze. Zusammen verdingen sie sich als Knechte/Söldner/Leibwächter oder Hirten und machen übrigens für ein halbes Kupferstück fast alles.
    Sie stammen aus einer kleinen Baronie am Rande der Ostlande. Rawald. (Manch einer wird vom Rawalder Haufen schon gehört haben, weshalb ich auf großartige Erklärungen verzichte, ansonsten hier der Artikel aus dem Ostlande-Wiki)

    Nun zu meinem Knechte…
    Sein Name ist Lutz Bromgauer, 20 Jahre jung und Sohn eines Scherenschleifers. Insgesamt ist seine Familie recht normal, der Vater ist den größten Teil des Jahres unterwegs. Die Mutter kümmert sich um den Haushalt und seine zwei jüngeren Brüder arbeiten in seinem Heimatdorf als Tagelöhner, Holzfäller oder weiß der Geier was. Ach ja, da wäre noch der Großvater, die wichtigste Person (zumindest für Lutze!). Er kämpfte im Rawalder Befreiungskrieg gegen die Silbermark und war, eigenen Angaben zufolge, mindestens der Anführer oder ein anderes hohes Tier in einem der berüchtigten Rawalder Haufen. (vgl. mit Lützower Freikorps u.ä.). Er hat schon hunderte Geschichten darüber erzählt.. Vor allem an kalten Wintertagen oder auf Festen ist auf seine Unterhaltung Verlass. Als Beweis seiner Heldentaten deutete er dann immer auf die alte Halmbarte und den Eisenhut, die an der Wand der gemeinsamen Hütte hängen. Zwar alt, aber stets gut gepflegt und in tadellosem Zustand. Lutz wuchs also in diesem mehr oder weniger prägendem Umfeld auf. Und als seine Zeit gekommen war und auch er sich als Tagelöhner oder Lehrling verdingen sollte, traf er eine schicksalhafte Entscheidung. Eines Abends kehrte er sturzbetrunken und sternhagelvoll aus dem Wirtshaus nach Hause zurück. Die Familie schlief und an der Wand hingen die Halmbarte und der Helm des Großvaters. Das Feuer der Herdstelle brannte noch sacht und die Flammen spiegelten sich im Metall. In diesem Moment sackte Lutz zusammen und erbrach sich. Während er nun da lag, träumte er von einer großen Schlacht, aus der er als Sieger hervorging! Als er erwachte, stand sein Entschluss fest. Er nahm was er kriegen konnte, unter anderem auch den Helm und die Halmbarte, aber auch eine Decke und etwas Proviant, und verließ das elterliche Haus für unbestimmte Zeit. Er rannte die ganze Nacht hindurch, bis er irgendwann besinnungslos zu Boden stürzte. Als er wieder aufwachte, befand er sich auf einem Karren im Tross irgendeines Adligen. Hier traf er auch seinen alten Freund Hasso Veit. Sie wuchsen im selben Dorf auf, allerdings konnten sich ihre Mütter nicht leiden. Daher durften die beiden Knaben nie miteinander spielen. Natürlich taten sie es dennoch. Als sie dann dem Knabenalter entwachsen waren, spielten sie dem Dorfgreisen und dem Priester so manch denkwürdigen Streich. Auch in der Taverne sah man sie immer am selben Tisch sitzen, egal ob sie sich die Krüge um die Ohren hauten, oder den Würfelbecher schwangen. Dieser Hasso Veit wurde ebenfalls von der Truppe aufgelesen. Den Abend zuvor hatte er übrigens auch mit Lutz in der Taverne verbracht... Wie auch immer, man hielt den beiden nun einen lebenslänglichen Kontrakt unter die Nase, den sie angeblich im Suff unterzeichnet hätten und damit ihre Seelen als Kanonenfutter verkauft hatten. Für ein paar Münzen, die sie nicht mal mehr finden konnten… Kurz gesagt, sie wurden betrogen und man wollte die beiden zu irgendeinem entlegenen Kriegsschauplatz verschiffen und sie verheizen. Nun, man kann sich vorstellen, dass sie davon nicht allzu begeistert waren. Daher ergriffen sie die erstbeste Möglichkeit und flohen. Nun streifen sie als arme Fußknechte umher, auf der steten Suche nach Geld, Ruhm und Ehre!


    Nun noch ein paar Worte zu Lutze…
    Seine Ausrüstung besteht neben Tunika, Beinlingen, Socken, Schuhen, Unterhemd, Gürtel, Mantel… aus einem Helm, einer Halmbarte und einem etwas längeren Messer. Man merkt, dass ist nicht besonders viel. Ich habe vor, ihn für das kommende Jahr ein wenig aufzupeppen (IT passt das auch sehr gut, da er bei seiner letzten Verwendung eine Handvoll Gold verdient hat). Meine Gedanken gehen in Richtung Stoffrüstung (Aketon), etwas für die Beine sowie einem Falchion. In den erlebten Gefechten hat sich gezeigt, dass der Helm alleine nicht ausreicht (Vor allem da das bewährte (Spieß-) Haufenprinzip aufgrund mangelnder Kämpfer/Kriegerschar nicht umzusetzen war...). Sicherlich mag ein Aketon nicht besonders viele Rüstpunkte geben, darauf möchte ich aber bewusst verzichten. Irgendwann werde ich mir vielleicht mal ein Kettenhemd mit allem Pipapo zulegen, aber dafür ist auch einfach der Charakter noch nicht weit genug. Eine Stoffrüstung bietet hierfür in jedem Fall eine gute Grundlage!
    Eine Ausnahme stellte das letzte Con dar, da trug ich als Leibwächter eines Junkers ein Kettenhemd, da ich sonst überhaupt keine Rüstung gehabt hätte. Und das ist als Söldner immer ein wenig… doof. Das Falchion ist vielleicht nicht unbedingt notwendig, aber dennoch ein Accessoire welches mein Charakter auch in „zivil“ tragen könnte.

    Nun, ich denke darüber nach einen Aketon bei aketon.pl zu bestellen. Kundenberichte/-meinungen scheinen ja ganz okay zu sein. Auch die Bilder und natürlich der Preis sprechen für sich. Mein Interesse bezieht sich auf das Aketonmodell 12, allerdings mit Handschuhen wie in der Maciejowski-Bibel. (unten links) Bei der Farbe bin ich mir ebenfalls noch sehr unsicher. Natur scheint mir ein bisschen zu langweilig, ich hätte es gern bunter. Also grün, braun oder so…
    Zu den Beinen: Ich schwanke zwischen kompletten Diechlingen wie hier und wie auf diesem Bild zu sehen, eine Mischung aus kurzen Diechlingen und Beinschienen.
    Und zum Schluss vielleicht noch eine Unterziehhaube dazu…
    Wichtig wäre mir auf jeden Fall, dass es am Ende auch farblich zusammen passt…


    Ich bin mir sehr unsicher was die Authentizität angeht, wobei ich kein Reenactment machen will! Ich möchte meinen Charakter nur am Bild des Hochmittelalters orientieren. Es soll praktisch und funktionell sein und auch ein bisschen danach aussehen.
    So, jetzt interessieren mich eure Ratschläge, Meinungen und Kritiken zu meinem Konzept!!

    Nur noch ein paar Bilder zum Schluss:







  2. #2
    oliverp
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    Wie du sicherlich weisst, gefällt mir der Stil und ich finde, du hast ihn super umgesetzt.

    Vll noch ne Zinnflasche oder so, alles andere wäre übertrieben. 5/5
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
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  3. #3
    Dutch
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    Gefällt mir von der Optik her sehr gut. Auch die Kombination mit dem Kettenhemd finde ich gelungen. Da eine gute Textilrüstung nicht auf Bäumen wächst, Kettenhemden dagegen vergeichsweise gut zu bekommen und erschwinglich sind, wäre ein vernietetes Kettenhemd meiner Ansicht nach eine gute Alternative zum Aketon. Beinschienen braucht es meiner Meinung nach nicht. Ein Fußsoldat wie Lutz Bromgauer marschiert leichter ohne sie, und auch Ritter sollen bei abgesessenem Kampf eher darauf verzichtet haben.

    Die Langwehr würde ich in jedem Fall mit dem angesprochenen Falchion oder einen vergleichbaren Kurzschwert ergänzen. Dazu vielleicht noch ein Buckler. Damit bist du dann auch für den Nahkampf bestens ausgestattet.

    Tschüs
    Michael
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  4. #4
    EB
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    Also erstmal danke für die positive Resonanz!

    @oliverp: Inwiefern Zinnflasche? Gab es dergleichen schon im "finsteren Mittelalter"?

    @Dutch: Gegen ein Kettenhemd spricht ja eigentlich nur, dass mein Charakter sich das eigentlich gar nicht leisten könnte. Er ist ja nur ein armer Drops... Und zu dem Aketon: Trägt man sowas nicht unter einem Kettenhemd? Also entweder Gambeson oder Aketon? Und auf der besagten Seite, aketon.pl, kann man Aketons für ~100€ erstehen. Vernietete Hauberken finde ich nur ab ~450€. Ja, die Beinschienen... Ich weiß nicht woher ich die Idee hab, aber deine Meinung bestätigt, dass sie doch eher schlecht war. Isenhosen sehen auch einfach... besser aus! Das Falchion ist bereits in Arbeit, über einen Schild habe ich auch schon nachgedacht. Aber der wäre erst etwas für später, wenn der Charakter ein wenig mehr "gereift" ist. Ein Buckler wäre mir persönlich zu wenig. Ich kann ihn mir im Gefecht nicht besonders zweckmäßig vorstellen. Zu klein. Vielleicht eher fürs fechten... Mir würde ein Rundschild besser gefallen. Vielleicht auch ein kleinerer Dreiecksschild, da bin ich mir noch unschlüssig... Hier mal zwei Beispiele von Wyvern: Rundschild und Dreiecksschild.

  5. #5
    oliverp
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    Zinnflachen gabs schon in der Antike und aus dem Mittelalter ist mir mindestens ein prunkvoller Fund bekannt. Für mein Larp leite ich nur ab;-). Wenn ich zusammenrechne wieviel Geld ich schon für Tonflaschen und Kallebassen ausgegeben habe, die dann zu Bruch gingen, dann könte ich eine Vergoldete nehmen.

    Bei der Schildform such ich schon ewig (mal wieder) ein Bild aus dem frühen 14ten Jahrhundert, dort sind zwei (klösterliche?) Blosfechter zu sehen, die jeweils einen Schild tragen, der eine Raute mit Halbkreis bildet (also quasi ein abgerundeter Dreieckschild), aber einen Faustgriff aufweisen. Die Höhe dürfte so etwa 65cm betragen, die breite knapp 50.
    So Einen werde ich mir noch zulegen, da man damit sehr variabel spielen kann, er aber aufgrund der durchschnittlichen Größe (in verbindung mit leichter Rüstung) nicht spaßtötend wird.
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  6. #6
    EB
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    Also mit meiner Lederflasche hat ich bisher keine Probleme. Mit ein wenig Pflege erhoff ich mir auch eine lange Lebensdauer.

    Das mit dem Schild hört sich interessant an. Ist natürlich auch stark vom Charakter abhängig, wobei ein gerüsteter Kämpfer mit einem 1, 5m hohen Schild sehr Spiel- und Spaßtötend sein kann.
    Das Problem hierbei ist, dass mein Charakter ja einmal mit einem Hauberk und einem Schild ausgestattet sein soll. Ein Buckler wäre mir allerdings zu klein und passt auch nicht so recht ins Bild. Daher wäre ein Schild wie auf dieser Abbildung optimal.
    http://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei...estminster.gif

  7. #7
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    Ich finde Darstellung und Hintergrundgeschichte ganz toll. Seh keinen Grund da was zu "verbessern". Verändern kann man sicher immer irgendwas. Die Idee mit der Zinnflasche ist übrigens sehr gut, schau mal ob du eine gestempelte bei Ebay, Flohmark oder Trödler bekommst. Ich hatte letztes Jahr bei ebay Glück und hab einen passenden Boxbeutel für 20 € geschossen. Das hätte man für den üblichen 08/15 LARP-Westernlook-Lederschlauch auch bezahlt.

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