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  1. #1
    Quin
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    Der Taktiker - eine Charakteridee

    Nach langem hin und her überlegen habe ich für einen neuen Charakter folgende Idee entwickelt und würde gerne eure Meinungen und Anregungen dazu hören:

    Es soll ein Taktiker bzw. Taktiklehrer werden, der selbst keine Schlachten schlägt oder Leute anführt, sondern nur planend und beratend tätig ist.
    Als Charakterhintergrund soll unser Land Trestrem dienen, in dem der Charakter als Berater am Hof eines Herzogs und/oder als Lehrer an einer Kriegsakademie für adlige Offiziere arbeitet oder gearbeitet hat. Er hat selbst keinen militärischen Hintergrund sondern ist Akademiker und "Militärforscher" und beschäftigt sich dabei mit der Kriegskunst (d.h. Taktik und Strategie). In Friedenszeiten unterrichtet er Offiziere in Taktik und überprüft bzw. entwickelt die Verteidigungsstrategien des Herzogtums weiter. Zusätzlich schreibt er Bücher und Aufsätze und arbeitet damit akademisch. In Krisen- und Kriegszeiten plant er Feldzüge und berät die obersten Truppenführer im Gefecht.

    Er ist schon etwas älter (sagen wir ca. 40-50 Jahre, je nachdem was ich gut darstellen kann) und dementsprechend erfahren, allerdings beschränken sich seine Erfahrungen hauptsächlich auf die akademische Welt. Als Berater des Herzogs bzw. Taktiklehrer wird er durchaus als Autorität auf seinem Gebiet anerkannt und hat damit ein gutes Einkommen und das entsprechende Ansehen. Er ist adlig (allerdings nur jüngster Sohn eines einfachen Landadligen, sonst wäre er wahrscheinlich selbst Offizier geworden) und hat mittlerweile eine Familie samt Kindern (ist nur für mich persönlich wichtig, für die Mitspieler auf nem Con wohl eher weniger ;-) ). Jetzt braucht er nur noch nen guten Grund, dieses geordnete Leben zu verlassen und in fremden Ländern unterwegs zu sein. Es gäbe die Möglichkeit, dies in einer homogenen Gruppe aus dem gleichen Herzogtum zu tun und sowas wie eine Delegation zu spielen. Bin mir dabei aber noch nicht sicher. Für Anregungen wäre ich daher dankbar.

    Zur Spielbarkeit auf nem Con und zur Interaktion mit anderen Spielern:
    Ich habe leider immer wieder festgestellt, dass die "Hauptleute" und "Anführer", die auf nem Con rumlaufen keinerlei Ahnung von grundlegender Truppenführung (oder auch nur Menschenführung) haben. Da wird geschrieen und rumbefohlen, ohne jeden Plan. Hinterhalt - Was ist das? Flankenangriff - Häh? Aufklärung - jaja, die gehen dann schon in den Wald... Kurzum, es ist teilweise erbärmlich was sich da als Anführer präsentiert. Ich habe jedoch auch erlebt, dass manche Spieler von Soldaten oder Söldnern oder sonstigen Kriegercharakteren äusserst dankbar und lernwillig sind, wenn man ihnen anbietet etwas beizubringen. Da geht es los bei: Wie stelle ich meine Schlachtreihe auf, Was ist ein Vorbefehl, Wie setze ich Melder und Signalgeber sinnvoll ein, usw... Und da soll dieser Charakter ansetzen. Er soll auf nem Con (keine Großcons!) sein Wissen weitergeben und entsprechend interessierte Charaktere in Taktik und Kampfführung schulen können. Er soll auch den "Lagerkommandanten" beraten können und ihm helfen sinnvolle und zielführende Entscheidungen zu treffen, bzw. generell sein Lager besser zu führen. Dies soll hauptsächlich theoretisch erfolgen, an Hand von Karten, Plänen, Skizzen und auch Schriftstücken. Nur ein kleiner Teil davon soll praktisch, d.h. vor Truppe, geübt werden. (Bevor die ersten Einwände dazu kommen: ja, auch auf nem kleinen bis mittleren Con ist Taktik wichtig und kann entsprechend ausgespielt werden. Falls dies jedoch nicht möglich ist, soll der Charakter nur als Lehrer auftreten.)

    Zur Ausrüstung habe ich mir bisher wenige Gedanken gemacht. Der Charakter ist kein Krieger, daher keine Waffen (ausser vielleicht einem Rapier oder einem Stockdegen) und keine Rüstung (maximal ein leichtes, elegantes Lederwams für die Reise). Stattdessen elegante, standesgemäße Kleidung, viele Bücher, Karten, Pläne, etc... (Davon habe ich bereits einiges, auch IT-taugliche Bücher über Kriegskunst, teilweise selbst geschrieben). Sinnvoll für eine solche Darstellung wären sicherlich 2-3 "Diener" bzw. Leibwächter, die das Zeug tragen und auch mal als Bote dienen können. Vielleicht auch ein junger Schüler, wenn ich einen finde.

    Soweit meine ersten, groben Überlegungen. Wie ihr seht ist das Konzept noch nicht ausgereift, da ich gerne erstmal Feedback von euch hätte und dann an die Feinplaung gehen werde (Oder das Konzept wieder in die Schublade stecke). Also her mit euren Meinungen und Verbesserungsvorschlägen. Vielen Dank schonmal :-)

  2. #2
    Sosthenes
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    Bist du dir da sicher dass sich die Leute helfen lassen wollen, noch dazu von einem Adeligen & Akademiker? Meiner Erfahrung nach herrscht hier eher dieser Drill Sergeant Dreck vor. Da hat man dann mitunter Probleme rein zukommen, ausser man hat noch einen übergeordneten Fürsten, Priester etc. der einem Verfügungsgewalt gegenüber den Uffzen gibt.

    Sonst muss ich da jetzt irgendwie an eine Macchiavelli-Variante denken.

  3. #3
    Gerwin
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    Ernstgemeinte Frage: was qualifiziert dich OT für dieses Konzept. Hast du einen militärischen Hintergrund in Personalführung oder etwas ähnliches? Ich halte zwar das Konzept an sich für gut, am Ende vergrößert es aber das Problem eher. Es gibt eben z viele Fuehrungspersonen im Larp. Und da stellt sich regelmäßig die Frage: auf wessen Taktik soll ich nun hören? Personalführung und Kriegstaktik sind nun einmal Otfertigkeiten. Wenn es dir gelingt ein Con zu finden bei dem du der einzige Taktiker bist oder Strategen zusammen arbeiten finde ich es gut. Ansonsten geht es halt unter...und am Ende gewinnt eh die Taktik Schildwall.

    Einen derartigen Alterssprung halte ich übrigens für herausfordernd.

  4. #4
    Quin
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    Das Ganze soll ja ein freiwilliges Angebot sein. Ich will meine "Weiterbildung" bzw. meinen Rat niemandem aufzwängen. Einige werden daran sicherlich kein Interesse haben (wobei das meistens die sind, die es am nötigsten hätten). Aber ich habe eben schon erlebt, dass es auch etliche Spieler gibt, die sowas gerne annehmen (noch dazu umsonst!) Mein Charakter soll dabei ja eben kein Vorgesetzter sein, sondern neben dem jeweiligen Hauptmann stehen und sagen: "Du solltest jetzt dies machen" oder "Bedenke jenes" oder "Was haben wir vor 2 Stunden über das Gesetz von Lakarnos gelernt? Wende das jetzt an!". So ungefähr zumindest... ;-)

    @Gerwin: Ich bin mal so arrogant und behaupte, dass ich das nötige Wissen dafür erworben habe ;-) Dafür hat die Bundeswehr sogar Schulen ;-) Und den historischen Bezug kann man ganz gut nachlesen (Clausewitz wäre z.B. ein Anfang). Die Larp-Erfahrung als "Hauptmann" in diversen Rollen habe ich ebenfalls.
    Und Kriegskunst ist keine OT-Fertigkeit. Ich finde, wer nen militärischen Anführer im LARP darstellt, der sollte das auch können. Und noch ein "Nein" ;-) : Es gewinnt eben nicht immer der Schildwall, wenn man andere Optionen hat.

    Noch ein Edit: Das gelehrte Wissen soll übrigens nicht nur LARP-Gewinnoptimierend sein. Es soll wirklich nen Hintergrund über mittelalterliche Kriegskunst vermitteln, auch über Taktiken die auf dem LARP gar nicht angewandt werden (Reiterei, Gevierthaufen, etc...) Ich halte wenig davon, einen Charakter immer nur nach LARP-logik zu konzipieren. Es gibt für den Charakter ja auch ein Leben vor und nach dem Con.
    Geändert von Quin (06.11.2013 um 15:37 Uhr)

  5. #5
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    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Ernstgemeinte Frage: was qualifiziert dich OT für dieses Konzept. Hast du einen militärischen Hintergrund in Personalführung oder etwas ähnliches? Ich halte zwar das Konzept an sich für gut, am Ende vergrößert es aber das Problem eher.
    Meiner Erfahrung nach braucht es echt nicht viel, um da mehr zu können als die üblichen Kommandanten ... die meisten, die ich bisher so erlebt habe, haben die komplette Schlacht nur in der ersten Reihe gestanden und "Schilde nach vorn" gebrüllt Traurig, aber wahr ... die Frage ist, ob sich die Leute was von einem Taktiker erzählen lassen - das müsste man wohl einfach ausprobieren.

    Den Alterssprung auf 40-50 finde ich nebenbei aber auch schwierig - zwischen 30 und 40/50 liegen im Gesicht nur Nuancen, die Haut wird schlaffer, faltiger, aber hat noch nicht so krasse Falten, die man maskenbildnerisch gut machen kann. Da kann man eigentlich nur die Haare weißer machen und ggfs. mit einem Bart arbeiten, Bärte machen viele Männer (nicht alle - kommt aufs Gesicht an) optisch älter.
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
    Liverollenspiel im Münsterland: http://www.danglar.de

  6. #6
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    Graue Schläfen. Wenn's gut genug für Reed Richards und Nick Fury ist...

    Die Didaktik ist allerdings eine Sache, zu sehr wird man da zu modern, noch dazu braucht man IT-historische Referenzen. Was bei der üblichen Hintergrundsarmut meist heisst man muss seine Sachen selbst erfinden, was dann meist in mehr oder weniger paraphrasierte OT-Zitate ausartet. "Wie schon Uterus Pessar sagte..."

    Na, gut, solange kein Sun Tzu kommt...

  7. #7
    Justav
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    Ich bespiele ein Konzept, dass in diese Richtung geht: Einen Magier/Gelehrten, der der Berater eines adligen Heerführers ist. Idee: Der ist der Praktiker (und kanns für LARP-Verhältnisse auch recht gut), ich der Theoretiker, der zwar nie auf nem Schlachtfeld stand, aber alle alten Berichte, Bücher etc. und für (fast) jede Situation ein Beispiel kennt... in der Theorie.

    Bevor Gerwin fragt: Ich kann das wirklich; welche antike Schlacht willst Du analysiert haben? Antike, weil die durch die fehlenden Panzerreiter näher an LARP-Gefechten sind; und natürlich werden die dann oberflächlich verLARPt, auch wenn jeder mit ein bischen Ahnung immer noch merken wird, ob ich gearde die Schlacht bei Cannae oder die im Teuteburger Wald am Wickel habe.

    Aber: Es macht wenig Sinn, bzw ist in der Con-Praxis nur ein winziger Teil der Rolle, obwohl ich den Aspekt gern stärker bespielen würde, dabei hab ich ja einen Dienstherren, der in "unserem Spielumfeld" auch als General anerkannt ist (ebenso wie ich als jemand, der genug Ahnung von militärhistorik für ein solches Konzept hat).

    Was ich gerne hätte, aber mir zu teuer bzw fürs LARP auch etwas zu gefährlich ist: Genug bemalte Zinnfiguren, um taktische Erläuterungen auch demonstrieren zu können. Ich kann mir vorstellen, dass das das Auftreten eines solchen Charakters gut unterstreichen könnte... aber leider wollen die Dinger nicht umsonst vom himmel fallen...

    EDITZ & P.S.
    Das Hauptproblem ist, dass man das, was man auf dem typischen kleinen Abentuer-Con macht, auch am besten dort lernt; die großen Schlachten der geschichte sind dafür genau genommen eher ungeeignete Vorbilder, und über kleine Scharmützel aus Zeiten, die technisch mit Fantasy-LARP vergleichbar sind, weiß man so gut wie nichts.
    Geändert von Justav (06.11.2013 um 16:03 Uhr)
    So long

    Justav

  8. #8
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    Ja, das Alter war mal ein Schuss ins Blaue. Ob oder wie das darstellbar ist, muss ich mir noch genauer überlegen, wenn es soweit ist.
    Bei den Begrifflichkeiten und generell bei der "Philosophie" muss man natürlich aufpassen. Moderne Menschenführung hat im LARP nichts verloren (das würde einfach blöd wirken), dennoch muss man gerade als Anführer im LARP den Spagat schaffen, seine Untergebenen sowohl OT als auch IT zu motivieren. Nur mit Gebrüll funktioniert das nicht, Kompetenz hilft hier sehr viel weiter. Sowas könnte man z.B. auch vermitteln. Und vom "Gefecht verbunder Waffen" oder "Aufklärung" zu sprechen ist natürlich ebenfalls fehl am Platz. Hier muss man sich schon an historischen Begriffen orientieren.
    Was die Akzeptanz betrifft, so muss man halt schauen was an potentiellen "Kunden" da ist. Wenn der große Ritter XY als Lagerobermotz sich nicht beraten lassen will, dann kann man sich genauso gut mit ein paar Interessierten in die Taverne setzen und denen was erzählen und das Führungsverhalten des Anführers und seine Kampftatktik analysieren. Das kann ich mir genauso witzig vorstellen :-)

  9. #9
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    Zitat Zitat von Justav Beitrag anzeigen
    Was ich gerne hätte, aber mir zu teuer bzw fürs LARP auch etwas zu gefährlich ist: Genug bemalte Zinnfiguren, um taktische Erläuterungen auch demonstrieren zu können. Ich kann mir vorstellen, dass das das Auftreten eines solchen Charakters gut unterstreichen könnte... aber leider wollen die Dinger nicht umsonst vom himmel fallen...
    Wofür brauchst du denn da Zinnfiguren? Man kann taktische Erläuterungen doch auch mit allen anderen Gegenständen demonstrieren ...
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

  10. #10
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    Ausserdem kann man den dazugehörigen Sandkasten nicht mitschleppen...
    (Sonst gehen Zinnfiguren eigentlich wenn es viele gleichartige sind, einfach Form abgießen.)

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