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  1. #1
    Orse
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    Grünschnabel Avatar von Orse

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    Reale Glaubenssymbole im LARP ?

    Hallo,

    meine Frage bezieht sich auf reale Glaubenssymbole und LARP. Darf man z.B. das Kreuz tragen?

    Im LH stelle ich einen Ritterbruder des Hospitaliter/Johanniterordens aus dem 11 Jhr. dar und jetzt frage ich mich ob ich diese Gewandung auch im LARP verwenden kann? Die Gewandung besteht aus verschiedenen Teilen (je nach dem: Kutte, Cappa, Cote, etc) schwarz mit weissem Kreuz...

    Anbei ein Bild (Ist ein Freund von mir, ich sehe aber genau so aus )

    IMG-20131011-WA0005.jpg

    Auf der einen Seite liest man ja das reale Religionen im LARP nichts zu suchen haben, auf der anderen halten sich ja dennoch viele an die geschichtlichen Vorlagen. Und dazu gehören ja auch die Ritterorden. Wie ist das nun im LARP, kann ich meine alte Gewandung weiter benutzen?
    devide et impera

  2. #2
    Kelmon
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    Generell: Ein "darf" oder "darf nicht" gibt es nicht. Die Frage ist eher: Finden das Deine Mitspieler vorwiegend doof?

    Meine Einschätzung wäre, daß solange Du das Christentum nicht zum aktiven Spielelement machst (Du also irgendeinen IT-Glauben stattdessen verwendest), Du das Tatzenkreuz auch noch irgendwie wegerklären kannst, solange Du dem irgendeinen Sinn verpasst. Dein persönliches Wappen? Das Zeichen Deiner Soldatenkompanie? Etc. Völlig unmöglich ist die Verwendung nicht. Es ist ja immerhin kein lateinisches Kreuz.

    Andererseits könntest Du genausogut einfach für die Verwendung im LARP auch temporär irgendein anderes Zeichen darübernähen. Aus Filz ausschneiden, mit ein paar Handstichen dranheften, fertig. So umgehst Du das Problem komplett, und es wundert sich niemand: Moment, ist das jetzt etwa ein Johanniter?


    Daß man sich mitunter geschichtlicher Vorlagen bedient, heißt nicht, daß man alles übernimmt. Den Stil, die Gesellschaftsordnung, den Alltag - klar. Daraus bedient man sich. Aber eben keine Orte, Organisationen, Ereignisse, Persönlichkeiten oder eben Glauben. Hier schafft man entweder ganz Neues oder man denkt sich Entsprechungen aus. Es gibt vermutlich unzählige Ritterorden, und das Ceridentum ist z.B. Stil ein phantastisches Christentum mit buntgestreuten Anleihen aus diversen anderen realweltlichen Religionen (z.B. Wägung der Seele (altägyptischer Glaube), der Gebetsteppich (Islam), Widergeburt, Karma und "Nirvana" (Buddhismus)).
    Geändert von Kelmon (06.12.2013 um 22:10 Uhr)
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  3. #3
    Gerwin
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    Die Diskussion ist ungefähr so alt wie Larp selbst. Um es kurz zu machen, ein "darf" gibt es im Larp eigentlich nicht. Es gibt Menschen die real existierende Religionen im Larp eher ablehnen, es gibt Menschen die Religionen verdammt nah an real existierenden bespielen und sich auch die entsprechende Optik stehlen und es gibt einen Haufen Menschen die sich denken "mir egal, ich will nur spielen".

    Um das ganze abzukürzen: Gegen den Einsatzvon realreligösen Symbolen spricht die (meist theoretische) Möglichkeit dass sich jemand beleidigt fühlt sowie der Umstand, dass mit dem Symbol oft auch ein gewisser Glaube verbunden ist. Und dass es einige Larper geben wird die sich sicher nicht freuen wenn ihr Johanniter spielt.
    Für den Einsatz von realen Glaubenssymbolen spricht, dass diese meist eindeutiger zuordnenbar sind als irgendein Fantasygegenstück (welches sich eh nur begrenzt durchsetzten wird).
    Noch eines vielleicht. Larper halten sich zwar von der Optik her manchmal (oft ist zuviel gesagt) an geschichtliche Vorlagen, biegen sich dann aber insbesondere bei Religionen, Sozialverhalten und Co die Geschichte so zurecht, dass sie passt. Das merkst du alleine schon daran, dass unsere Geschichte (völlig egal ob nun bei Römern, Wikingern, Rittern oder "Barbarenvölkern") von "Geschlechterdifferenzierung" (auch "Sexismus" genannt) nur so überläuft, während Larper dazu neigen diesen Bestandteil einfach mal komplett aussen vor zu lassen (ausser natürlich er passt ins Bild, siehe weibliche Drow).

    Generell würde ich dir persönlich dazu raten zunächst den "Weg des geringsten Widerstands" zu wählen. Höchstwahrscheinlich stört ein Kreuz auf der Kutte bis auf ein paar Forenschreiber und eine kleine Minderheit auf Con niemanden. Ebenso wenig wie sich nun der Normallarper über Thorshämmer oder verschleierte Frauen aufregt. Da es aber doch bei einigen Personen für OT-Konfliktpotenzial sorgt halte ich es für geschickter sich einfach einer der bestehenden Klein(st)religionen auf Con anzuschließen und die Gewandung an diesem Punkt abzuändern. Oder dir eben ein Conumfeld zu suchen bei dem Johanniter eher verbreitet sind. Was aber die Conauswahl erheblich einschränkt.

  4. #4
    Sosthenes
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    Fingerwundschreiber Avatar von Sosthenes

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    Monotheistische Realreligionen harmonieren meines Erachtens wenig mit Larp, weil sie eben fast gar nicht integrierbar sind, noch mehr als die Larp-Religionen die sich als alleine wirklich sehen. Und es gibt auch noch ein paar andere Gründe. Zum einen gibt es den ganzen Christen-Bashern ein Ventil das die nicht wirklich brauchen, zum anderen importiert das zwangsweise ganze Kulturen und Länder, die -- wie auch immer -- in einer Larp-Fantasy-Welt so erwachsen sind. Ja, schon die historischen Bezüge bei Gewandung, Bewaffnung usw. sind natürlich auch nicht gerade logisch, aber das gehört nun mal zum Grundtenor der Fantasy.

    Arthurische Fantasy hat auch Christentum, aber wir operieren ja meist nicht in einem bestimmten Sub-Genre, sondern in einem ziemlichen Mischmasch, und da bezweifle ich den Sinn der Sache. Ausser wir reden von deplazierten echt-historischen Charakteren (a la GURPS Banestorm). Aber dann können wir auch gleich blaue Polizeinotrufzellen aufbauen.

    Mal von der spezifischen Sache abgesehen gibt es einige realreligiöse Symbole, und zwar diverse europäische Pantheons (keltisch, nordisch, germanisch, griechisch, römisch...). Häufig passen die aber besser zum Larp-üblichen Brimborium, auch die Kulturen integrieren sich besser. Naja, gut, römisches Imperium ist so eine Sache...
    Wobei halt auch gilt, dass sich fast niemand darum schert evtl. ein paar Asatru auf den Schniepel zu treten.

    Wieso nicht einen kleinen Schritt gehen und eine Beinahe-Entsprechung machen? Fantasy und Larp ist voll davon. Wenn ich einen tatsächlichen "Kreuzritter" sehe (d.h. keinen der sonst üblichen Klerikalfanatiker), denke ich meist dass da entweder jemand sein Reenactment Zeugs dabei hat oder einfach bei ebay usw. billige Kreuzritter-Mäntelchen gekauft hat...

  5. #5
    Cartefius
    Cartefius ist offline
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    Meiner Meinung nach liegt das Hauptproblem auch ein bisschen anders:
    Die Klamotte stellt einen ganz spezifischen, realweltlichen Bezug her, nämlich den eines Kreuzritterordens. In den meisten Larpwelten macht die Existienz eines solchen Ordens aber kaum Sinn, weil die Gegebenheiten völlig andere sind, weswegen die Spielansätze mit einem solchen Charakter um so mehr die Chance haben, ins Leere zu laufen, je konkreter sie sind. Kommt der jetzt aus Deutschland und ist nach Jerusalem gezogen, um für Papst und Christus die Moslems zu bekämpfen, in einer Welt, in der es eigentlich keins dieser Dinge gibt? Oder spielt der nur Teile davon, oder gar nichts, und das Kreuz ist nur bedeutungsloser Zierrat?

    Eine gute Gewandung ist für mich eine, die etwas über den Charakter erzählt, und dabei hilft es nicht, wenn all die typischen Konnotationen, die ich empfinde, dem zuwiderlaufen, was ich über die aktuell bespielte Welt kenne. Das ist alles kein Problem, solange eine gewisse Offenheit und Abstraktion erhalten bleibt: Ritter, Rebellen und Zauberer gibt es in fast jeder Fantasywelt in irgendeiner Form, und die typischen Aspekte einer solchen Figure kann man auch gerne in Elementen der Kleidung wiederspiegeln, aber wenn die Ritter ein hochmittelalterliches Johanniterkreuz, die Rebellen die französische Tricolore und die Zauberer die Insignien von Hogwarts tragen, dann passt das ganze einfach nicht mehr reibungslos zusammen.

    Aus diesem Grund würde ich grundsätzlich von solchen klar erkennbaren Symbolen aus "geschlossenen" Welten, wozu auch die Realhistorie gehört, außerhalb von diesen Kampagnen abraten, und stattdessen eine Alternative suchen, die sich in die bespielte Welt eingliedern, aber trotzdem ähnliche Assoziationen wecken.

  6. #6
    Orse
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    Danke!
    devide et impera

  7. #7
    Ifrim
    Ifrim ist offline
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    Wie verbreitet sind denn die Fantasyreligionen?
    Wenn ich z.Bsp. Symbole des Ceridentum sichtbar trage, werde ich dann als Gläubiger, rechtschaffend guter erkannt?

    Weitere Frage, die zwar nicht zur Symbolik passt, ich mir als Anfänger in diesem Zusammenhang aber dennoch stelle:
    Wie schauts denn mit Latein als Sprache aus? Als Schriftzug etc. Auch eher ungern gesehen?

  8. #8
    Sebastiano
    Sebastiano ist offline
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    Ds Ceridentum gibts relativ häufig auf Con, du solltest dir nur bewusst sein, das wenn du eine
    Larpreligion ausspielst auch darauf gefasst sein musst, das es"Gegner" besagter Religio gibt, bzw manche Spieler die Ceriden nicht mögen

    Latein ? Klar, warum nicht ?
    Machen viele andere auch
    Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler,
    aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.

    - Winston Churchil l-

  9. #9
    Jeremias
    Jeremias ist offline
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    Latein ist super. Nur einigermassen korrekt sollte es sein.

    Und wenn man rechtschaffend gut spielen will, dann eignen sich andere Symbole besser als das Ceridenauge. Klassische Symbole wären Sonnen oder spezielle Tiere wie Adler, Greifen. Bestimmte Farben (Gold, Weiß, etc.) erzeugen auch ein klassisches gutes Bild.

  10. #10
    Besserwisserboy
    Besserwisserboy ist offline
    Alter Hase Avatar von Besserwisserboy

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    Wobei man sich auch ein wenig über eine bereits bestehende Larp-Religion informieren sollte, bevor man sie bespielt. Wäre ja etwas peinlich, wenn dich ein anderer Gläubiger deiner Religion darüber aufklärt, daß du gerade eine Todsünde begangen hast weil du XY getan hast.

    Es empfiehlt sich immer sich bei den "Erfindern" der Religion etwas schlau zu machen und sie darauf hinzuweisen, daß man auch nach ihrer Religion spielen möchte.
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

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