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  1. #11
    Cartefius
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    Ganz grundsätzlich würde ich erstmal sagen: Es gibt keinen generellen "Historienzwang" im Fantasy-Larp, im Gegenteil, wirklich vorlagengetreu umgesetzte Charaktere sind im Larp die große Ausnahme. Was es gibt, sind einzelne Spieler oder Spielergruppen, die sich bestimmte Stilrichtungen aussuchen und dementsprechende selbstauferlegte Beschränkungen und Vorlagen aufstellen, welche auch historische Elemente enthalten können (z.B. die Anleihen an frühmittelalterliche Skandinavier beim Großen Heer, oder and spätmittelalterliche Infanterieregimenter bei der UF-Knochengarde), diese gelten aber erstmal primär nur für die eigenen Leute. Was es ebenfalls gibt, aber vergleichsweise selten ist, sind entsprechende "Themenveranstaltungen", in denen eine solche Stilrichtung für das gesamte Setting gilt, hier sind die Vorgaben aber meist noch weiter gefasst und Abweichungen werden weniger streng gesehen.

    Die Diskussionen über "historische Korrektheit", die man in Larpforen öfter mal findet und die anscheinend für viele Spieler das Schreckensbild des "Reenactment-Larpnazis" prägt, ergeben sich meiner Erfahrung nach eigentlich fast immer, wenn die Leute selber historische Ansprüche formulieren ("Ich möchte einen hochmittelalterlichen Ritter spielen!"), und denen dann aber nicht gerecht werden ("Wie, das Mytholon-Schulterset Blutgemetzel 2000 passt da nicht? Wieso das denn!?").

    Ich stimme auch mit Nount überein, dass im typischen weitgefassten, offenen Fantasylarp es sogar kontraproduktiv sein kann, wenn der Charakter allzu eindeutig einem geschlossenen Setting zuzuordnen ist, und realhistorische Epochen sind ein solches geschlossenes Setting. Einen römischen Auxiliar finde ich hier aber z.B. weniger problematisch als den allgemein bekannten und sehr charakteristischen "klassischen" Legionärsdress, wie ihn jeder Laie aus dem Asterix-Comic kennt. Eine Fantasy-Abwandlung einer solchen Klamotte kann da eine interessante Lösung darstellen, wobei für mich da das Ideal wäre, wenn das ganze trotzdem einem erkennbaren Stil und einem klaren Thema folgen würde, und man nicht einfach um des Klischeebruchs willen zufällige Dinge "drantackert".

    Was bestehende Länder angeht, so gibt es ein paar bestehende Larp-Römertruppen, ich würde da mal nach "Legio" und Larp googlen, da müsste einiges auftauchen.

  2. #12
    Orse
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    Danke für deine ausgiebige Antwort. Jetzt ist mir so einiges klarer

    Ich weiss ich mache mir auch das Leben umsonst schwerer, da ich ja schon eine gute Mittelalterausrüstung habe die ich nehmen könnte. Frage mich nur op ich mir jetzt einen Subarmalis kaufen, oder einen kurzärmeligen Gambeson nehmen soll, den ich notfalls auch mit MA-Rüstung gebrauchen könnte... Denn es spricht ja nichts gegen Kurzarm-Gambi, Gladius und Römi-Helm

    Der Subarmalis
    http://www.kultofathena.com/product.asp?item=DS27&name=Roman+Linen+Subarmalis
    Geändert von Orse (04.05.2014 um 20:15 Uhr)
    devide et impera

  3. #13
    Cartefius
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    Mir fällt es noch ein bisschen schwer, das Gesamtbild einzuschätzen, die Subarmalis finde ich so für sich genommen nicht störend, aber schon recht eindeutig "antik".

    Aber es kommt mir auch fast ein bisschen vor, als ob du das ganze irgendwie von der falschen Seite her aufzäumst. Du schreibst, dich reizt der Gedanke des "Grenzsoldaten", und dir gefallen bestimmte ausrüstungstechnische Aspekte der römischen Auxiliare. Ich persönlich fände es jetzt sinnvoll, von diesen Startpunkten ausgehend zu überlegen, was da eigentlich genau für dich die "coolen" Aspekte sind, wie sie sich von denen anderer Krieger- oder Waldläufercharaktere unterscheiden. Hier kann man ja einfach mal ganz frei ein Brainstorming betreiben, Dinge aus ganz verschiedenen Vorlagen sammeln, und dann gemeinsam überlegen, wie man das ganze in einer (Fantasy-)Darstellung aufgreifen und umsetzen könnte.

    Das ist doch erfolgsversprechender (und auch darstellerisch viel reizvoller) als irgendwie den Auxiliar jetzt irgendwie ohne klares Ziel zu verbasteln, um irgendwelchen gedachten Larp-Standards zu genügen, die es dann auch vielleicht so gar nicht gibt.

  4. #14
    Chevalier
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    Es gibt sie im Pen&Ppaper-Universum DSA-Aventurien die Antike mit der bosparanischen Legion.
    Es gibt sie im Computerspiel Elder Scrolls mit dem Kaiserreich (1) , (2)
    Es gibt z.B. die Bücher von Steven Ericson "Spiel der Götter" die malazanische Legion

    Und worauf ich bei einem Auxiliar achten würde: setze dich ab vom Legionär. Die Auxiliartruppen z.B. des 2. Jahrhunderts sahen im Prinzip so aus wie Legionäre des 1. Jahrhunderts ausge4sehen hatten. Für ein paar Geschichtsinteressierte würde da nicht so recht erkennbar sein, dass du ein Auxiliar bist und kein Legionär aus einem bestimmten Zeitfenster. So wie du deinen Auxiliar bisher beschreribst würde ich eben da einen Legionär drin erkennen und keinen Auxiliar. Versuche doch mal z.B. einen legions-untypischeren Helm zu wählen, wie hier auf dem Bild rechts bspw.: http://www.deviantart.com/art/Pax-Romanum-298187142
    ...

    Bardengauer Fest, 14.-16.10.2016 (Chevalier Victor Henri de Nemour)
    Der Spalt unter der Tür (Cthulhu-Horror), 18.-20.11.2016 (Wilhelm Friedrich Richter, Reiseautor)

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