So, ich bin zurück und will gleich mal meine Meinung zum besten geben. Klar, hier aus dem Forum wird kaum einer mal nach Norddeutschland fahren wegen eines Cons (obwohl...Karlruher waren dabei). Allerdings gab es da einige Dinge, bei denen sich so manche Orga eine Scheibe abschneiden kann.

[Location]: Gruppenzeltpaltz bei Gross Wittfeizen. Das Gelände ist in 2 Ebenen aufgeteilt, was durchaus sehr parktisch ist, da der Spielerplatz (Richtung Wald) und der NSC Platz (Richtung "Strasse") zwar nur knapp 30m auseinander liegen, aber es nicht ohne weiteres möglich ist von dem einen auf den anderen PLatz zu schauen. Es gibt feste, sanitäre Einrichtungen und Duschen, jeweils für Männlein und Weiblein getrennt. Im Gleichen Gebäude ist eine "Grossküche mit Kipppfanne und mehreren Hockerkochern (Erdgeschoss, vom NSC Lager aus zugänglich). Im 1. Stock (vom Spielerlager aus zugänglich) gibt es einen Aufenthaltsraum mit offenem Kamin und dahinter eine Schlafkammer mit 14 Liegen. Der Platz selbst ist mit Bäumen bewachsen, also keine offene Wiese. Ein bischen blöd ist dabei nur, das man beim Kämpfen leicht über hervorstehende Wurzeln stolpern kann. Der NSC Platz ist wesentlich kleiner und geht vom Gebäude in den Wald rein (was je nach Wetterverhältnissen nicht so toll ist und größere Zelte haben da auch nur bedingt Platz). 4/5 Punkten

Zeltplatz

[Organisation]: Gleich mal vorweg: Da hat sich jemand gedanken gemacht! Das Essen wurde von der Trutzhafener Feldküche zubereitet, also hatte die Orga keinen Kopf damit. Es gab eine Orga, die sich nur mit Fundusausgabe und Wiedervereinnahmung beschäftigt hat, ebenso ist mir positiv aufgefallen, das die Toiletten auch mal sauber gemacht wurden. Für kleinere Reparaturen und Zwischenfälle war der Fundus optimal ausgerüstet mit Werkzeugen. Auch das mit den Sanitätern hat tadellos geklappt (die wurden öfter gebraucht). Es wurde sehr viel Wert auf der Erscheinungsbild der NSC gelegt. Ich dachte erst nicht, das "einfach nur Schwarze Klamotte" ausreicht - hat es aber! Es gab für alle NSC passende Kleidung (damit ist nicht irgendwelcher Flohmarktplunder gemeint, sondern Wollumhänge oder Walkgewänder sowie Hemden, Gürtel, Gugeln für das einfache Volk / für 25 Orks Vollplatte und Masken / für die gleiche Anzahl "edle" Platte / ca. 40 Graubannerkostüme, 5 Nekromantenkostüme mit Zubehör, Schattenkostüm [waren wirklich gut und mit viel Detailarbeit gemacht], 3,50m hohes Biestkostüm, Schwarzer Ritter mit brennendem, meterhohen "Kragen", usw...). positiv ist mir auch die Detailverleibtheit aufgefallen - ein Ork hat keine "normalen" Hände, also gab es für alle NSC entsprechende Handschuhe. Witzig sind dann auch so kleine Details wie die Kühlakkus beim Schatten...der hat den Leuten damit in den Nacken gegriffen...die wußten sofort, das da etwas passiert.

[SL]: Die SL verstand es extrem gut auf die Spieler einzugehen und Feedbacks zu geben. Was für Süddeutschland allerdings unüblich wäre - es wurde mit voller Härte durchgezogen. Als knapp die hälfte der Spieler die Orks auf dem Hügel angegriffen hat wurden diese komplett ausradiert (und es gab einige IT Tote). Ganz einfache Begründung: Greife unüberlegt den Feind an und du verlierst...ohne wenn und aber [Grund hierfür war u.a. das die SC eine Schlachtreihe gebildet hatten und wenige Orks diese in Schach gehalten haben während der Rest in Partisanenmanier dahinter aufgeräumt hat]. Beschwert hat sich von den Spielern übrigens keiner...die fanden es toll, ein richtig "ernstes" Bedrohungsszenario zu haben. Was allerdings nicht optimal war, war das einwirken der SL damit die Kämpfe sicherer werden. Es gab auch etliche Verletzte. Mir hat zum Beispiel ein Spieler mit einem 2-Händer voll auf den Schädel gezimmert. Anstatt den Spieler raus zu ziehen und Kampfverbot zu geben oder mit Ihm zu reden wurde er "unter Beobachtung" gestellt. Das ist meiner Meinung nach ein NoGo. Ebenso wurden Kämpfe auch auf ziemlich unsicherem Gelände durchgeführt. Hier würde ich dringend Handlungsbedarf sehen - erstens dabei Spieler gezielt anzusprechen, dass sie ihr Verhalten ändern und zweitens darin von vorneherein auf die Sicherheit der Kämpfe zu achten. Die SL an sich war gut und fair, ist gut auf Situationen eingegangen...allerdings ist das Thema Sicherheit zu gravierend. 3/5 Punkten

[SC]: Waren an sich sehr toll. Schöne Ausstattung, viel Ambiente und eigentlich IMMER It (zumindest was ich so mitbekommen habe). Es wurde auch sehr konsequent gespielt, was sicherlich auch an dem absolut konsequenten Handeln der Orga lag. Sie hatten sich überlegt wie Sie agieren, tatsächlich 24h Wachen am Tor aufgestellt und die Teilung in eine feiernde / spielende Fraktion gab es nicht - Sie haben ALLE gespielt! Das Thema "sicheres Kämpfen" hatten wir ja schon...bei den meisten waren die Schläge gut und theatralisch ausgeführt...aber bei einem winzigen Anteil sollte man das Schwert durch die Feder ersetzten (witziger Weise hatten gerade diese Herren die größten Schwerter).

[NSC]: Fand ich eigentlich sehr OK...klar, ab und zu ein wenig gemurre, das ist aber normal und sicherlich zu einem gewissen Teil der Wetterlage geschuldet gewesen. Auf jeden Fall waren Sie sehr motiviert...da wurde bis um 7:00 Uhr morgends gerockt um die Spieler zu bespaßen (Nachtwache ist ja langweilig wenn nichts passiert). Echt eine gute Truppe, die man auch ohne größere Aufsicht auf die Menschheit loslassen könnte. {hier nochmal...die SL sollte Motiavationskurse geben...die haben das Super gemacht}.

[Essen]: Wie schon erwähnt hat die Trutzhavener Feldküche gekocht. Kurz dazu: Die machen das schon seit Jahren und verpflegen für einen gewissen Satz die Leute (wohl so um die 11,00 Euro pro vollen Tag, je nachdem was man will). Das Essen war gut und reichtlich, auf Allergiker wurde geachtet und auf Sonderwünsche eingegangen. Mir hat es jedenfalls geschmeckt - und wenn man bedenkt, das es eigentlich 19 Stunden am Tag Verpflegung gab bei weit über 100 Leuten ist das mal eine Leistung. Sie sind das ganze auch sehr relaxt angegangen. Was mir auch gefallen hat war die Ausstattung...wie bei einem Buffet im Hotel standen vor dem Essen kleine Schiefertäfelchen mit dem Essenensnamen und Warnungen für Allergiker.

[Plot]:
Erster Tag: Die Schutztruppe wurde per Erlass an die Front verlegt womit Kerrenfels schutzlos da lag - diese Aufgabe haben dann die Spieler übernommen
Zweiter Tag: Abmarsch der Besatztung und auslöschen der Orks auf dem Hügel (na ja, wer hat da wen ausgelöscht...), Nachts öffnen des Tempelportals mit eintreten der Nekromanten und Graubanner in diese Welt
Dritter Tag: Finden der Nekromantensteine und Nachts abwehren der Untoten
Vierter Tag: Fordern der Nekromanten, diese besiegen und Nachts während der großen Endschlacht schließen des Portals mit Hilfe der Nekromantendiamanten
Fünfter Tag: Abreise

Der Con hieß Dunkle Bedrohung und genau das war es auch...für reine Rollenspieler vielleicht nicht so viel dabei, aber es war nach vergleich mit dem Larpkalender genau das was versprochen wurde und nichts anderes, also 4/5 Punkten

[Fazit]: Gleich mal vorweg, ich würde wieder hingehen. Obwohl ich eigentlich kein sooo Kämpfer bin hat es mir sehr viel Spaß gemacht. Das lag einerseits daran, das die Orga nicht nach "weniger ist mehr" gewirtschaftet hat sondern ordentlich aufgefahren hat (einige Dinge wurden ja schon erwähnt, das Tor mit Wachtürmen sowie der mit Fackeln beleuchtete Tempel mit Reliefwänden in dem 50 Mann Platz gefunden haben allerdings nicht). Die Dreilande Orga hat sich auf jeden Fall viel Mühe gegeben und da hat einiges an Herzblut dringesteckt (fehlt mir mitlerweile bei sehr vielen Cons). Man merkt auch die Erfahrung, die in dem Team steckt und das Alpia-Grundkonzept. Der wirklich einzige Wermutstropfen ist die Sache mit der Sciherheit gewesen, aber vlt. bekommen die Jungs und Mädels das in den Griff. Ich vergebe mal 4,5/5 Punkten