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  1. #1
    Kelmon
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    Legion - Siberian Story (12th run / 9. - 12.02.2017)

    So, bin von meinem LARP-Wochenende zurück und wollte das mal mit Euch teilen.

    Es ging zu einem der internationalen Runs von "Legion - Siberian Story" in Tschechien. Wenn ich es richtig verstanden habe, war dies das 12. Mal, daß dieses Spiel stattfand, und zum 2. oder 3. Mal in Englisch statt Tschechisch.

    Das Spiel erzählt die Geschichte der Tschechischen Legion zur Zeit des Russischen Bürgerkrieges in Sibirien, und deren Versuch, wieder nach Hause zu gelangen. Dabei werden thematisch die "Grauen des Krieges" stark bedient, und welche Auswirkungen es auf diejenigen hat, die sie durchleben. Das LARP ist sowohl physisch als auch psychisch sehr anstrengend - neben der emotionalen Anstrengung kommt noch hinzu, daß innerhalb von etwa 36 Stunden 25 km marschiert wird, und je nach Wetterlage durch nicht kooperatives Terrain - in unserem Fall komplett verschneit, mit festgetretener, rutschiger Eisdecke.

    Das Spiel kommt in zwei Varianten, "Standard" und "Relentless". Erstere erlaubt Gender-Swapping (Frauen spielen IT männliche Soldaten), und erfordert nicht das Tragen des Schlafgepäcks. Letztere versucht, im Rahmen des Möglichen historisch rüberzukommen - verwundete müssen teilweise auf Tragen mitgeführt werden, und auch der Marsch ist etwas länger. Aus logistischen Gründen war ich im Standard-Run, und es waren geschätzt fünf Frauen als (männliche) Soldaten bzw. Unteroffiziere dabei, zusätzlich zu den (ich glaube) zwei IT weiblichen Soldatinnen, die auch thematisch als IT-Sonderfall behandelt werden. Im Relentless-Run stehen Frauen ansonsten nur noch die IT weiblichen Rollen zur Verfügung - also entweder eine der begleitenden Rotkreuz-Krankenschwestern, oder eine der begleitenden Zivilistinnen, z.B. Ehefrauen von Soldaten.

    Der Plot und alle Charaktere sind in jedem Run die gleichen. Man bekommt beim Einschreiben einen Fragebogen, in dem man angeben kann, was man thematisch gerne erleben will (z.B. wenig oder viel Spiel mit Liebe, wenig oder viel Kampf, etc.), und die Orga wählt dann drei mögliche Charaktere aus, die man, knapp beschrieben, zugesandt bekommt. Aus diesen wählt man dann seinen Charakter, der dann mit einer großen Mengen an Hintergründen und Verknüpfungen mit anderen Personen daherkommt.

    Für das Spiel werden allen Charakteren neben diverser anderer Ausrüstung (Uniformjacken, -hosen und -pullover, Waffen, Hüte, Feldflaschen, etc.) auch Tagebücher ausgehändigt, die für jede Station des Weges beschreiben, was der jeweilige Charakter dort erreichen will - gelegentlich auch, was dieser tun muß. Diese Information wird dann von allen entweder an der vorherigen Location oder auf dem Weg gelesen. Ebenso enthalten sind Informationen darüber, was dem Spieler bei einem möglichen Kampf dort widerfahren wird - unverletzt, leicht verletzt, schwer verletzt, tot - oder freie Wahl.

    Die Con war eine Erfahrung, die ich definitiv nicht missen wollen würde, auch wenn ich keinen "Spaß" im üblichen Sinn hatte. Ich habe streckenweise wirklich gefühlt, was in diesen Menschen, die all das durchgemacht haben, gefühlt haben müssen - oder zumindest vermute ich das. Ich werde unter keinen Umständen einen Teil des Plots spoilern, aber als jemand, der einen Offizier spielte, hatte ich teilweise Entscheidungen treffen müssen, die mich OT haben erschaudern lassen. Es war mir leider nicht möglich, meinen Charakter voll und ganz so zu bespielen, wie er wohl gedacht war - ein durch und durch verabscheuenswertes Wesen - auch, da ich teils mit Ausrüstungsproblemen kämpfte, und einige Teilplots nicht anstoßen konnte. Aber auch das ist Teil des Spiels - (fast) nichts ist bei den Charakteren in Stein gemeisselt, und daß sich diese durch die Ereignisse ändern, und damit von den Angaben in den Tagebüchern abweichen, ist normal und gewollt.

    Neben dem Spiel an sich war für mich der historische Aspekt hochinteressant. Die Geschichte der Tschechischen Legion ist ein faszinierendes Stück Geschichte, von dem man in der Regel noch nie etwas gehört hat. Aber im Laufe der Vorbereitungen habe ich mich zumindest etwas eingelesen, dabei auch in das Tagebuch des Tschechischen Offiziers Otto Feldmann, dessen Weg nach Hause viele Jahre dauerte und ihn einmal um die ganze Welt führte.

    Link zur Homepage des LARPs

    Wort des Veranstalter ist, daß es wohl vermutlich noch mehr Runs nach dem "Relentless"-Run am nächsten Wochenende geben wird, wer also ebenfalls die "Siberian Story" durchleben will kann dies vermutlich nächstes Jahr wieder tun.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  2. #2
    Benutzer755
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    Krasser Scheiß!

    LG
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  3. #3
    oliverp
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