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  1. #1
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    Mittelpunkt 2017 - 24.-26.Nov. 2017

    Es ist wieder soweit!
    Der Termin für den nächsten Mittelpunkt ist raus. Und anmelden kann man sich auch schon.
    Die grööööößte LARP-Konferenz in Deutschland.
    Mit Vorträgen, Diskussionen, Workshops, Mini-LARPs und Parties.
    Mehr Infos uunter dem folgenden Link.
    Grävenwiesbach liegt übrigens im Taunus/Hessen.

    LG
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    13.04.-16.04. Yorkfeuer
    5.05.-7.05. Thing
    23.06.-25.06. Midsommar
    28.10.-31.10. Herbstthing
    24.11.-26.11. Mittelpunkt


  2. #2
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    Mittelpunkt 2017-1001 Nacht


    Tag 1
    Anreise, Check-In,Goodie-Bag einsacken, Location erforschen, Getränkekarte kaufen.Abendessen (Burger basteln).


    Mein erster Vortrag war „Sexualität im LARP“. So richtig schlau wurde man aus dem Text nicht. Ging es nun um OT-Sexualität oder um IT-Sexualität?Werden für letzteres Methoden vorgestellt? Oder aufgezeigt, wofür es sich lohnt Sexualität im LARP als Spielelement einzusetzen? Egal,der Titel war spannend genug um mich zu dem Vortrag zu setzen. Schlußendlich ging es darum, Orgas zu sensibilisieren, daß sie sich darüber Gedanken machen sollen, wie sie damit umgehen, wenn es auf ihren Cons zu sexuellen Übergriffen kommt. Besonders solche, die LARPs für Kinder und Jugendliche organisieren. Rein rechtlich sollte man dazu wissen, sollte ein Vorfall vor Gericht landen, wird man seltenst als gemeinnütziger Verein in Regress genommen, weil man davon ausgeht, daß die Orga dort rein ehrenamtlich arbeitet und nicht immer überall sein kann (grob formuliert). Eine Orga, die kein rechtliches Konstrukt ist, wird vor Gericht als GbR gesehen und kriegt auf die Finger. Sind aber alles Grauzonen. Trotzdem sollte jede Orga in ihren AGBs stehen haben, daß sie für die Folgen von sexuellen Akten auf ihrem Con keine Haftung übernimmt. Dabei sei erwähnt, daß man für unerlaubtes Hintern begrabschen bis zu 5 Jahre bekommen kann (was defacto selten passiert, aber es ist möglich), das ist so viel als würde man ein Polizeiauto demolieren.Nur mal um zu zeigen, wie ernst das genommen wird. Im Vortrag wurde ein Fall erzählt und wie man damit umgegangen ist. Es gab laute Einwürfe, es entstand eine hitzige Diskussion, die der Redner schon erwartet hatte, weil es eben ein Tabu-Thema ist. Es war also eher ein Streit, in dem jeder meinte, er hätte die einzig wahre Lösung dazu.Das war traurig, weil nicht mehr so richtig zugehört wurde.Jedenfalls führte dieser Vortrag dazu, daß Samstag und Sonntag zwei Slots im Zeitplan ebenfalls mit dem Thema gefüllt wurden, denn anscheinend war der Gesprächsbedarf hoch. Vorschläge gleich die Polizei zu rufen, schließlich gebe es ja Gesetze, wurde entgegengestellt, daß man so (in dem Fall) Kinder traumatisiere. Genauso wie mit einem Ausschluß von der Veranstaltung, zumal dem Jugendlichen sein Fehlverhalten nachvollziehbar nicht bewußt war. Nur, wie oben erwähnt, jede Orga sollte sich vor Beginn der Veranstaltung Gedanken zu ihrem Umgang damit machen, denn vor sowas ist man einfach nicht sicher.


    Danach gab es die Eröffnungszeremonie und dann das Eröffnungsspiel. Im Goodie-Bag befanden sich Halstücher in verschiedenen Farben. Diese sollten sich zu Gruppen zusammen finden. Jeder Spieler erhielt eine Laufkarte mit5 Punkten. So sollte ein Spieler gesucht werden, mit einer bestimmten Farbe, der mal in einem bestimmten Land war oder eine bestimmte Rolle verkörpert hat. Von diesem sollte man sich eine Unterschrift holen.Ich hatte mich schon letztes Jahr aus dem Eröffnungsspiel rausgehalten, so auch diesmal.


    Danach fand dieParty statt. Dann Bett.


    Tag 2
    Hier begann ich mit dem Vortrag über Konfliktspiel im LARP. Ich bin mehr das Harmoniebärchen, aber für euch bin ich hin. Dort wurde erklärt,wie man zu Konflikten kommt und wie man damit umgeht. Zuerst braucht man für seinen Charakter Ziele, allerdings welche mit Hindernissen.Also, eine Statusänderung (durch Hocharbeiten, Hochzeit,Aus-dem-Wegräumen), bestimmten Beruf erlernen, usw. Sollte das Ziel erreicht sein – auf längere Zeit, muß man dem Charakter neue Ziele setzen. Konflikten, die auf dem Weg liegen, nicht links liegenlassen, sondern darauf eingehen. Und vorher überlegen, wie der Charakter den Konflikt lösen könnte, damit man zumindest theoretisch eine Lösung hat. Zum Beispiel kann man sich überlegen einen Countdown zu setzen, wenn man in der Szene der Mächtigere ist.Dann weiß der Ohnmächtige, daß die Szene jetzt ein Ende finden soll.
    („Ich zähle bis zehn, dann verrätst Du mir, wo ihr xy habt.“, wenn der Ohnmächtige sich hat vorher foltern/verprügeln/verhört hat lassen und das Spiel eigentlich cool fand.) Beim Design seines Charakters sollte man bedenken, daß man nicht der einzige Protagonist ist, sondern alle.Auf Con wird sich nicht alles um Dich drehen. In jedem Film haben Charaktere eine „Introduction Szene“. Man sollte sich auch eine für seinen überlegen. Die nicht unbedingt ausspielen, aber so findet man für sich Kernelemente zum Charakter und wie er wahrgenommen werden soll. Freunde machen einen IT erpressbar, also bitte nicht allein rumschlurfen. Wenn man mit jemandem oder einer Gruppe im Streit liegt, dann diesen schon am ersten Abend auf Con anspielen. Nicht gleich durchziehen, aber dem Gegner ins Gedächtnis rufen, daß man immer noch sauer ist. Für Taten nicht rechtfertigen.(„Er hat Vater und Onkel ermordet und Ihr macht in zum Lord?“ -„Ja.“) Der Charakter soll von seinen Plänen erzählen, halblaut in der Taverne, damit es andere mitbekommen können oder in Bierseliger Laune. Nur so können andere ihm zu Hilfe kommen oder ihm den Plan durchkreuzen. Zu Hilfe bei der Konfliktsuche kann die Maslow'sche Bedürfnispyramide helfen. Und ganz wichtig: Einfach mal was Dummes tun! Nicht unbedingt den Plot sprengen oder andere Charaktere töten, aber etwas, was eben zu Konflikt führt. Als Toolbox für Konflikte wurde angeboten: Liebe (evtl. unereichbar),Gegner suchen oder werden, Macht, Hobby, Ziel fürs einzelne Con (Ichwill die Brosche von Charakter xy).


    Danach folgte der Vortrag über den Magiecode, wie er seit 2006 auf dem Yorkfeuer existiert und erprobt wurde. Der arbeitet mit UV-Farbe und UV-Lampen für magisch Begabte. Den Code an sich kann man auf der Yorkfeuer-Seite ansehen. Es wurden Vor- und Nachteile von UV-Farben genannt, Möglichkeiten aufgezeigt und schließlich selber Artefakte erstellt und analysiert. Als der Vortrag auf FB bekannt gegebenwurde, meldeten sich Stimmen, daß es ähnliches in der Kesselgasse auf dem Epic und noch irgendwas gibt. Wenn ihr da näheres wisst,gern den Tillman Haak kontaktieren, der sucht Austausch darüber.


    Designers Hour: Ein Konzept, das vom Knutepunkt übernommen wurde. In kurzen Vorträgen wird ein Spielelement vorgestellt und auch gleich in seinen Wirkweise bewertet.
    Dabei ging es um Hacking in einem Sci-Fi-LARP, in dem man neben den Anzeigen der Geräte, Laptops/Pads mit einem IRC-Chat aufbaute. Dort konnte jeder sich einloggen und mit Beschreibungen, was gemacht werden sollte, die Programme der Geräte hacken. Am anderen Ende des Chats saß die Spielleitung und änderte die Anzeigen. So konnten auch OT-Technik-Dummies auch hacken. Sehr zeitintensiv und eben weil Technik auch anfällig.
    Das nächste war ein Arduino-Dings. Ein Kelch mit RFID-Chip wurde von einem Lesegerät(großer Stein) erkannt und durch ein Infrarot-Lämpchen wurde eine Melodie/Licht abgespielt. Tutorials und Programme finden sich dazu im Netz. Sieht cool aus, ist leider aber sehr Strom intensiv und Wetteranfällig.
    Es folgte eine Lösung für das leidige Problem, daß wir alle Lesen können, viele Charaktere aber nicht. Dazu gibt es im Netz Anleitungen, um Texte mit weiteren Texten in anderen Farben zu überdrucken, so daß auf dem ersten Blick nix zu lesen ist. Erst mit einer Folie in der gewählten Farbe wird der Reintext wieder sichtbar. Nur die Charaktere, die lesen konnten, bekamen eine Lupe oder einen Zwicker mit der richtigen Folie. Wichtig ist, daß man eine Druckerpatrone der erwählten Farbe extra braucht, die Schrift sorgsam zu wählen ist (Größe und Lesbarkeit) und man „mal eben“ was nachdrucken kann.
    Bei „Hörspiel im LARP“ konnte ich mir erst nix vorstellen, aber dann erklangen aus den Boxen mehrere Stimmen, die Sterbelisten vortrugen. Namen und Alter. Lange. Dann ein Störgeräusch und dann hörte man jeweils eine Person, die eine Szenerie beschrieb. Eine Journalistin, die eine stinkende Meute beobachtete. „So können keine Menschen stinken“.Sie traut sich näher. Oh, wurde sie gesehen?. Störgeräusch.Sterbelisten. Ein weiteres Störgeräusch. Jemand auf einem Posten.Der letzte. Er hat sich verschanzt, doch „sie“ kommen näher.Letzte Grüße und Gedanken. Dann wieder ein Störgeräusch und die Sterbelisten gehen weiter. Auf der Folie zu dem Vortrag stand „Was ihr hört, hörten die Spieler für 11 Stunden in einem Bunker.“ Definitiv nicht meine Art von LARP, aber es wurde sehr deutlich, was man damit alles machen kann.
    Zur Auflockerung wurde kurz die „Oh, Mutter!“-Regel vorgestellt. Dabei geht es darum, daß ein OT-Problem IT gelöst werden kann. Beispiel: eine Prügelei. Einer „Oh, Mutter, Du hast aber nen festen Schlag drauf.“ Darauf kann der Gegner eingehen und es ruhiger angehen lassen oder Umstehende können eingreifen und den Gegner maßregeln/wegziehen...
    Dann gab es einen Kurzvortrag zu Entlastung von SL-Arbeit. Die sieht zB vor, daß nicht alle in der SL alle Plots kennen. Zudem gibt es nur kleinere Plots und so braucht man nur eine kurze Besprechung, ob sich diese nicht in die Quere kommen. Jede SL ist auf Con dann nur für seine Plots zuständig, was den einzelnen entlastet. Statt den Tag vorher zustrukturieren (Samstag, 17 Uhr Endschlacht?), treffen sich die Charaktere am Abend, stellen vor, was sie gemacht haben und was sie am nächsten Tag vorhaben. Setting war eine Akademie, in der es beim/nach dem Abendessen eine „akademische Rederunde“ gab, in der eben der nächste Tag geplant wurde. So muß die SL keine Dinge vorbereiten, die evtl. gar nicht auf den Plan kommen, sondern kann sich und die NSCs so koordinieren, wie die Charaktere es gern hätten.Diese neue Struktur führte dazu, daß Familienleben, Arbeit und Orgatätigkeiten wieder für einzelne möglich wurde und diese nicht den Spaß am Hobby verloren.
    Wieder was für auf die Ohren. Auf einem Con wurden mehrere Räume verkabelt und Hintergrundgeräusche (Rauschen/Atmen/Rascheln..) zuerst leise, dann immer lauter. Über mehrere Tage verteilt. Erst so leise, daß man es nur hörte, wenn man allein im Raum stand und die Luft angehalten hat. Später eigentlich sehr deutlich, doch vielen Spielern fiel der Geräuschpegel erst auf, als das Con vorbei war und es abgeschaltet wurde. Plötzlich atmeten alle auf. Ohne daß sie wußten warum. Hier unterstütze das Hintergrundgeräusch die wachsende Spannung über das Con.


    Lunch – Es gab Spinat. Mit Rührei und Kartoffeln. Ihr hättet die armen Leute sehen müssen, die verzweifelt ein Schnitzel gesucht haben. (Nope, ich esse auch Fleisch, aber ich muß das nicht immer haben.)


    Es folgte für mich eine Diskussion über „German LARP – wie eine Veröffentlichung aussehen sollte“. In Polen gibt es eine Sammlung von Berichten mit Fotos über stattgefundene Cons seit den 90ern. Das gibt einen Einblick in das polnische LARP. Nun war die Überlegen, einfach kopieren oder muß eine Veröffentlichung über deutsches LARP anders aussehen. Dabei waren die Überlegungen von Bildband, Praxisberichte, Statistiken oder Jahrbücher wie im Fußball dabei. Für welche Zielgruppe es sein sollte. Ob es sich fördern ließe. Und, was beidem polnischen Beispiel aufgefallen war, daß sich die Orgas untereinander kannten. Hier in Deutschland gibt es viele kleine Bubbles von Orgas und wenn man Gesamtdeutschland abbilden möchte,muß man sich überlegen, wie man jene Bubbles anspricht und vielleicht auch generell aufbricht.


    „How to become a better LARPer“ war ein Vortrag, der erst einmal auflistete, von welchen Bereichen man Techniken übernehmen könnte. So zB: vom Improtheater, der Blackbox, Method acting, aus der Therapie (um seinen Charakter zu analysieren). Zudem hilft ein Netzwerk. Dort kann man Spieler, die man bewundert, befragen, was sie tun und wie und es versuchen nachzumachen. Man sollte seinen Körper kennenlernen und wissen, zu was er fähig ist. Dasselbe gilt für die Stimme. Man sollte sich darüber bewußt sein, wie der Charakter Entscheidungen trifft um ihn glaubhafter zu machen. Spielangeboten gegenüber sollte man offen sein. Auch eine mündliche Ablehnung ist ok, solange man das Angebot überhaupt wahrnimmt und reagiert. Gern kann man einige Phrasen auswendig lernen, die man öfters gebrauchen kann. Die Zeit,in der man sie aufsagt, kann man für die Suche nach der richtigen Antwort nutzen. Man sollte selbst analysieren, wie man LARP um besser damit umzugehen oder sich zu ändern. Eine Selbstreflektion am Ende des Cons kann helfen. Dabei kann man die erlebte Geschichte auf Con niederschreiben oder gar weiterschreiben. Hilft zudem auch bei der Lösung vom Con und wieder Einfinden ins reale Leben. Außerdem kann man bei der Tschüß-Runde auch mal nach Feedback fragen. „Welche Szene mit mir fandest Du am besten?“, „welche nicht?“, „was fiel Dir auf?“ usw.


    Der Vortrag „WHO AM I?“ ist als Text in der Aufsatzsammlung vorhanden. Es ging um Studien zum Thema „LARP und Familie“, „LARP und Beruf“ und„LARP und Cosplay“, die durchgeführt wurden und dementsprechend wurden Statistiken und Korrelationen vorgestellt, die müsig wären hier aufzuschreiben. Wichtig für mich war, daß es überhaupt wieder Studien gibt (und nicht nur die von Section31. ) Ich fand es sehr informativ.

    - to be continued -

    LG
    Benutzer755
    Geändert von Benutzer755 (27.11.2017 um 13:46 Uhr)
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  3. #3
    Kelmon
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    Danke schonmal an Benutzer für's Zusammenfassen! War ja auch da, aber meine Notizen sind eher knapp und ich tue mich schwer mit solchen Berichten.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  4. #4
    Gerwin
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    Lass mich raten. Der erste Teil wurde nicht durch einen im Strafrecht tätigen Juristen oder Polizisten gehalten?
    Alleine der Ausschluss über AGB. Putzeligst. Ob ich das auch in meine AnwaltsAGB schreiben soll? Für Schäden durch sexuelle Handlungen hafte ich nicht?

    An solchen Punkten überlege ich mir echt immer, gemeinsam mit einen Polizeibeamten, Rechtsfortbildungen zu betreiben. Aber das würde evtl. den finanziellen Umfang sprengen.

    Gruß

    Gerwin

  5. #5
    Hana
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    Zitat Zitat von Benutzer755 Beitrag anzeigen
    Trotzdem sollte jede Orga in ihren AGBs stehen haben, daß sie für die Folgen von sexuellen Akten auf ihrem Con keine Haftung übernimmt.
    Ich bin ja oft anderer Meinung als Gerwin, aber hier rollen sich auch mir die Zehennägel auf - welche juristische Qualifikation oder Beratung hatte der Redner, der diese Aussage getroffen hat, also wo hatte er diese "Info" her? Dass die zitierte Aussage Unsinn ist, sollte jeder Jurastudent im 2. Semester wissen ...

    Ansonsten danke für den Bericht, ich hoffe, dass ich es mal zum Mittelpunkt schaffe - im November ist leider immer so viel los ...
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
    Liverollenspiel im Münsterland: http://www.danglar.de

  6. #6
    Gerwin
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    Nö, das weiß nicht jeder Jurastudent im zweiten Semester. Aber, nur am Rande: Ich kann durchaus verstehen wenn wir an vielen Punkten nicht einer Meinung sind. Das ist sogar beabsichtigt. Bei rechtlichen Überlegungen sollte es anders aussehen .

    Gerade Jurastudent*innen und solche die "irgendwann mal was mit Jura" gemacht haben sind an diesen Punkt gefährlich. Natürlich kann ich mich ohne Probleme hinsetzen und ein abendfüllendes Programm mit Pflichten für Orgas, Versicherungsfallstricken, WaffG-Lücken und AGB Klauseln präsentieren. Danach organisiert niemand der mich erst nimmt mehr ein Larp.

    Bei einer offiziellen Veranstaltung sollte ich aber auf dem Teppich bleiben. Und, auch wenn ich nur im Strafrecht tätig bin, auch wenn unser Sexualstrafrecht sich sicherlich verschärft, jemand der auf "Klaps auf den Hintern" auch nur annähernd eine Freiheitsstrafe bekommen hätte, auch nur in die Nähe gekommen ist wäre mir nicht bekannt.
    Aber das passiert dann eben wenn Menschen Halbwahrheiten dreimal durch den Fleischwolf drehen.

    Gruß

    Gerwin

    Btw.: Hat der wirklich "unerlaubtes begrabschen" gesagt oder ist das deine Interpration Benutzer? Da liegt nämlich doch ein deutlicher Unterschied. Den wir aber gerne im "Beziehungsthread" ausdiskutieren können. Irgendwann kommt dann noch das Thema "wie flirte ich auf Larps, ohne mit einen Bein im Gefängnis zu stehen".

  7. #7
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    Gerwin, Du darfst gern zum Mittelpunkt kommen und Vorträge halten, statt Dich nur hier im Forum zu beschweren, daß das ja alles nicht so stimmt.
    Nein, ich bin kein Jurist und achte deshalb nicht auf jedes Wort, wie das nötig wäre. Und nein, der Vortragende war auch kein Jurist, hat aber versucht sich ernsthaft zu informieren, sich sogar von einem Richter unterweisen zu lassen, damit er für den Fall der Fälle das nächste Mal gerüstet ist. Und ja, ich bin der Meinung, daß ich den Passus mal in irgendwelchen AGB gelesen habe. Mag eine Urban Legend sein, aber dann scheint das "Legend" noch nicht überall angekommen zu sein.

    Ich schreibe den Bericht hier um euch über Themen zu informieren und eventuell Diskussionen in anderen Threads anzustoßen. Vielleicht bekommen einige durchs Lesen Lust auch auf den Mittelpunkt zu kommen.

    Save the date: 23-25.11.2018.

    LG
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    - muß ich jetzt ernsthaft unter den Bericht "Angaben ohne Gewähr" schreiben?
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  8. #8
    Gerwin
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    - muß ich jetzt ernsthaft unter den Bericht "Angaben ohne Gewähr" schreiben?
    Es würde dir nichts helfen.

    Gerwin, Du darfst gern zum Mittelpunkt kommen und Vorträge halten, statt Dich nur hier im Forum zu beschweren, daß das ja alles nicht so stimmt.
    Du Benutzer, ich habe diverse Male, beispielsweise hier im Forum, auf Rechtsauffassungen im Larp hingewiesen die so aus juristischer Sicht nicht haltbar sind (Stichwort: Geschlossene Veranstaltung, "Diebstahl" von Münzen usw.) Die Ressonanz ermutigt mich nun nicht gerade das auszubauen.

    Mal ganz davon ab...dass ist mein Job. Anders als "irgendjemand der da eventuell irgendeinen Richter gefragt hat, irgendwann" bin ich, wenn einen Fehler machen sollte, voll in der Haftung. Selbst wenn ich kein Geld dafür bekommen würde. Kennst du einen Profi der mir, im Gegenzug, ein einfaches Geand meiner Wahl näht? Umsonst? Dann denk ich tatsächlich noch intensiver drüber nach.

    Mal ganz davon ab: Jura, gerade Vereins und AGB-Recht ist ne ziemliche trockene Materie. Das würde sich erfahrungsgemäß kaum eine Orga freiwillig anhören. Ich fände es nur putzelig wie man jetzt schon auf "bis zu 5 Jahre" kommt. Theoretisch (!) mag das sogar richtig sein. Gefährlich (!) wird so etwas aber für mich an diesen Punkt

    Vorschläge gleich die Polizei zu rufen, schließlich gebe es ja Gesetze, wurde entgegengestellt, daß man so (in dem Fall) Kinder traumatisiere.
    Ich bin von Berufswegen nun tatsächlich kein Freund von "immer gleich die Polizei rufen". Sollte es sich aber um einen Fall handeln der tatsächlich strafbar ist (nur dann hilft die Polizei) liebe Orgas, Spieler und sonstige Menschen, bitte tut genau dieses...zumindest wenn Kinder betroffen sind. Die wissen für gewöhnlich schon mit so etwas umzugehen.

    Ansonsten..wie gesagt. Wenn man mich zu einen bestimmten Thema einlädt komme ich auch. Ich will nur Getränke und vielleicht eine Tunika .

    Gruß

    Gerwin

    P.S.: Den Rest des Berichts habe ich nur überflogen, der klingt ja schon "netter".

  9. #9
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    ---Fortsetzung des Berichts -

    Weiter ging es mit einem Vortrag über die Möglichkeit Bedrohung trotz wenig NSCs aufzubauen. Da war ich doch interessiert, was für neue Aufgaben auf mich als NSC zukommen. Tatsächlich ging es um ein Harry Potter Con, das nur 4 NSCs für 65 Spieler hatte, aber auch diverse GSCs. Diese waren die Lehrer, NSCs waren tatsächlich nur „kurze“ Einsätze als „Monster“ oder als Nebenfigur. Bedrohung wurde über Zeitungen und Briefe von Verwandten aufgebaut, die auch zwischen den Spielen erschienen. So daß die NSCs schußendlich nur die Entladung der Bedrohung waren. Dabei wurden nur einzelne Spieler bedroht oder kleine Spielergruppen. Durch den Hintergrund war auch von vornherein klar, wie gefährlich diverse „Monster“ sind. Auch wurde sehr auf den Charakterhintergrund eingegangen, so daß auch eine persönliche Bedrohung dargestellt werden konnte. Für mich konnte ich da leider nichts mitnehmen, da in meinem Sandkasten gilt „Gespielt wird auf Con“. Forenspiele oder Briefe zwischendurch gibt es defacto nicht.

    Es folgte das Abendessen.

    Met Tasting war danach angesagt. Die Metwabe war da. Ich habe zwar nicht mit probiert, aber der Veranstaltung beigewohnt. Es gibt jetzt Magic Mead mit Glitzerpartikeln drin. ��
    Es gab die Vorstellung einer „Metwabe Botschaft“, bei der Spieler etwas von der Metwabe bestellen und der eigene Con als Abholstätte dient. Durch eine solche „Sammelbestellung“ fallen die Versandkosten weg. Interessant fande ich aber, daß man zusammen mit der Metwabe eigene Label für deren Met erarbeiten kann für besondere Veranstaltungen (Hochzeit/Geburtstag…), was selbst mit Kontourschnitt gut erschwinglich ist. Und auch, wenn man selbst einen bestimmten Geschmack haben möchte, dann setzt die Metwabe alles in Gang, den zu erarbeiten. Dauert aber auch etwas, also sollte man die rechtzeitig vorher kontaktieren. Mindestens 2-3 Monate vorher. Als neue Biersorte gibt es „Sünde“ ein Kirsch-Honig-Bier. Fand gut Anklang. Der Reißer war aber der Kirsch-Marzipan-Met.

    Nun endlich sollte der FRED verliehen werden. Also flugs in die Motto-Klamotte geworfen und Platz gesucht. (Die Gewinner werde ich hier nicht auflisten. :P ) Normalerweise stehen zwei Moderatoren/innen auf der Bühne. Diesmal nur eine. Da wir ja bei 1001 Nacht waren, mußte ein Gefäß her, kräftig gerubbelt und sich ein Helferlein gewünscht. Einziges Gefäß war eine Weinflasche, zwei Personen aus dem Publikum wurden zum Rubbeln ausgewählt und nach ein bisschen Show tauchte eine Drag-Queen-Dschinnie auf. „Huch, wer bist Du den?“ – „Wer an einer Chardonnay-Flasche rubbelt, der kriegt auch Chardonnay. Mich, Chardonnay von Taine!“ (Wenn ihr euch jetzt fragt „Drag Queen, warum?“, es gab diverse Vorträge zu Perücken, Make-up, Rassendarstellung oder auch Inklusion im LARP, also es passte rein und die Drag Queen war richtig gut.) Es machte unheimlich viel Spaß den Moderatorinnen zu zu schauen, die Nominierten waren leider gefühlt immer dieselben, weshalb ich hier auch nochmal aufrufen möchte REICHT EURE CONS EIN! Selbstbeweihräucherung ist nicht so cool, geht aber nicht anders, wenn sich immer nur dieselben melden und ich denke mir, daß es da draußen bestimmt richtig coole LARPs gibt, die es bloß nicht wissen oder hinkriegen, sich richtig anzumelden.

    Danach fing die obligatorische Party an. Für mich eher Gespräche. Und ein kurzer Einblick in das „Rock-Paper-Scissors-Tournament“. Eigentlich wird tatsächlich nur Schere-Stein-Papier gespielt, aber das Drumherum war eher ein Underground-Wrestlingkampf. Mit abstrusen Ansagen, aufgeheiztem Publikum, übergriffig, gewaltigen Gegnern, die noch auf ihren Einsatz warteten, aber schon auf der Bühne standen. Security gab es natürlich auch. Andere hatten daran viel Spaß, meins wars nicht, auch wenn die Idee lustig war.

    Tag 3
    Packen, Frühstück.

    Nun endlich sollte es um Techniken der Darstellung von Sex im LARP gehen. Ich hatte mein Frühstück etwas spät begonnen und kam so auch zu spät zum Workshop, was aber nicht schlimm war, denn es war immer noch keine Technik vorgestellt worden. Es ging immer noch um die unberechtigte „Schuld“, die Frauen eingeredet wird, wenn sie „mittendrin“ abbrechen. (O-Ton: „Dem tun dann die Eier weh, das kannst Du nicht machen.) Es wurde noch weitergeredet, bis es schließlich zu einer Technik kam, wie man in einem Workshop vor einem Con rausarbeiten kann, welche Berührung erlaubt ist. Du dann wurde kurz „Ars Amandi“ vorgestellt, aber zum Ausprobieren kam es schon nicht mehr, da war die Zeit um. Da hatte ich mir mehr von versprochen. (Kurz angerissen: Statt dem Körper, wird der Arm berührt. Möglich ist Schulter=Kopf, Ellenbogen=Hintern, Finger=Zehen. Vorher stellt man Augenkontakt her und fragt leise „Ars Amandi“ und der andere nicht als Zustimmung.)

    Cast4Art wollten dann in einem Vortrag Perücken, Make-Up und Worbla im LARP präsentieren, leider bestand die Zuhörerschaft nur aus einer weiteren Person nebst mir. Dabei wollten die Redner mit dem Vortrag die Mauer zwischen Cosplay und LARP einreißen und deutlich machen, was man alles voneinander lernen könnte.

    Beim Lunch wurde Hühner-Frikassee serviert. Als Nachtisch Vanillepudding und Schokoküsse. Davon blieben – zu meiner Überraschung – sogar einige übrig. Schon beim Essen reisten einige Gäste ab und es wurden immer mehr. Dabei sollte nach dem Essen noch Programm sein. Es kursierte wohl das Gerücht, daß die Punkte ausfielen, weil keiner mehr da war.

    Gern hätte ich „LARP & Steuern“ besucht, aber aufgrund der geringen Teilnehmerzahl fand das nicht statt, sondern es wurde auf einen kommenden Artikel in der LarpZeit verwiesen.

    Die Zeit bis zur Schlußzeremonie füllte ich wiederum mit Gesprächen. Selbige war dann sehr kurz.
    Danksagung an Organisatoren, Unterstützer, Helfer, Ankündigung des nächsten Mittelpunkts plus Erkenntnisse der diesmaligen Orga. Es muß nämlich mehr Werbung gemacht werden, damit mehr Einreichungen zum FRED reinkommen. Also sollen alle, die beim jetztigen Mittelpunkt waren auf den kommenden Cons Werbung machen.

    (Mir sind vorher schon einige Problemchen zu Ohren gekommen, weshalb ich dafür wäre, daß jede Orga ihre Probleme aufschreibt, damit die nächste Orga die nicht mehr macht und man einen Ablaufplan zur Organisation eines Mittelpunkts erstellen kann.)

    Abreise
    (Danke an Kelmon fürs Mitnehmen!)

    LG
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  10. #10
    Gerwin
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    Ich schlage vor das wir "Liebesspiel" "Dicke Eier" und "Ars Armandi" (irgendwie klingt das....sonderbar) im Beziehungsthread diskutieren. Sonst hier zu viel quer.

    Gruß

    Gerwin

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