Kurz zu den Fakten:
Veranstalter:Eiblande-Orga http://www.eibland.de
Kosten 50 Euro SC; 30 Euro NSC (weit überwiegend Festrollen-NSC bzw Gesetzte Charakter) Teilverpflegung ohne Limo und Bier. Diese Teilverpflegung war allerdings so üppig, dass es faktisch Vollverpflegung war.
0,5 Bier 1,50 Euro, 0,5 Limo 1 Euro.

Spielgebiet bei Tiefenbach/Oberpfalz... mitten im Bayerischen Wald. Ein sehr schönes, allerdings recht welliges Areal. Kleines Selbstversorgerhaus mit kleinem Zeltplatz nebendran Platz für ca 8 Standard-Alex, große Bespielbare Scheune, Porzellanene Wasserspiele vorhanden.
Teilnehmer: ca 40.

TimeIn: Angekündigt 14:00, führte dazu, dass TimeIn tatsächlich noch vor Eintritt der Dunkelheit war
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Plot: Im Gasthaus am Wegesrand treffen sich eine ganze Anzahl Leute auf der mehr oder weniger Durchreise, und auch der Lokale Ritter zu Dennberg war da, um zu Jagen....

Auf den Ritter wurde ein Attentat verübt, verwundet durch vergiftete Pfeile und auch noch mit einem Feenfluch belegt... Da scheint jemand ernsthaft sauer auf ihn gewesen zu sein, was schwer erklärlich war, denn eigentlich ist der Ritter zu Dennberg nicht wirklich helle, auch nicht ehrgeizig, aber eine gute Seele
Daneben spukte es auf einer nahegelegenen Ruine, der Geist einer ehemaligen ziemlich ekeligen und geizigen Burgherring ging um und musste erlöst werden...
Und die Orkschamanin (--> Landeshintergrund: kein "Kill on sight" bei Orks in den Eiblanden) wollte eine Steintafel zusammengesetzt haben, um einen Steinkreis usw usw...

Ausserdem war das lokale Unternehmertum in den Wäldern etwas zu rührig geworden.

also stürzten sich die Leute auf die verschiedenen Probleme, es gab Leute zum zusammenflicken und zu behandeln, Schriften zu entziffern, Rätsel zu lösen, Verdeckt Kontakt mit "Waldbewohnern" aufzunehmen, einen ausgekochten Killer zu fangen, durch den Wald zu latschen und Dinge zu suchen, einen Schatz zu suchen, eine Seele zu erlösen und einen Fluch zu brechen, eine Gerichtsverhandlung* durchzuführen.... und anscheinend noch ein bissle mehr,

*Ich durfte die Angeklagte, die den Ritter angeschossen, vergiftet und verflucht hatte, dann verteidigen: Wenn die Verteidigermethode Nr 1: "alles leugnen, alles leugnen, alles leugnen" nicht mehr geht wg Offensichtlichkeit und renitentem Mandanten, dann gibt es ja noch Verteidigermethode Nr 2: "Dem Opfer die Schuld zuschieben"...
Tja, da hätte der Ritter halt dieses Einhorn nicht umlegen und vor allem sich nicht die Trophäe übers Bett hängen sollen... FREVEL!!!!!
Urteilsspruch: Verbannung! Mann, was war ich gut....

jedenfalls: Ende gut, alles gut, Ritter lebt noch, Fluch gebrochen, Einhorn ist begraben, Geist erlöst, Steinplatte zusammengesetzt...
danach gab es noch eine Verlobungsfeier, kleine Feuershow, und dann tröpfelte das Spiel in der Nacht von Sa auf So so langsam ins OT.
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Schön fand ich die weitgehend selbständig agierenden NSC/Gesetzten Charakter. Irgendwann ging der Unterschied zwischen den NSC und den SC dann verloren. Kampfelemente gab es kaum. Die "Räuber" waren eher Hotzenplotzig als Badassmäßig und haben sich dann auch selber ein wenig reduziert (Und für die Toten Räuber dann selber das Kopfgeld kassiert auch eine Möglichkeit, sich mit Geld zu versorgen)

Rel. kleine, aber schöne Aufbauten, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet waren. Eine gravierte Steinplatte, die tatsächlich aus Stein bestand (Solnhofener Plattenkalk) Hübsche Aufbauten im Wald (zum die, die ich gesehen habe)
Die Lokalen Zeitungen mit tatsächlich plotwichtigen Infos, die auch zum Spiel und Landeshintergrund stark beigetragen haben.

Sehr anständiges und schmackhaftes Essen, passend zu Gegend Handfestes für einfache Gemüter
Gewandunsstandard für meine Begriffe ziemlich hoch, insbesondere wenn man die hohe Anzahl von Anfängern in Betracht zieht.

Die Entwicklung der Geschichte war auch von der zeitlichen Einteilung recht gut, es kam zum bei mir keine Langeweile auf... aber die Ereignisse stürzten auch nicht derartig herein, dass alle wie Hummeln auf Koks rumgerast wären.

Für mich einziger Kritikpunkt
Die Krüge und Tassen in der Taverne waren ein bissle arg modern. Aber sowas kostet halt alles auch Geld... und dass kann man besser in andere Sachen stecken!
Ein anderer meinte, dass ein 24 h bespieltes Räuberlager auch nicht schlecht gewesen wäre, hätte aber dann wahrscheinlich Probleme wg. nicht vorhandenen Sanitäranlagen gegeben. (oder so ähnlich)

Fazit: Sehr ansprechendes Rätsel-Abenteuer Con, mit genug Plot, um alle zu beschäftigen. Auch Anfänger- und Kindertauglich, aber für erfahrenere Spieler nicht langweilig.
Polsterwaffensportler, MächtigtolleKrieger und MächtigmystischeMagier wären vermutlich nicht auf ihre Kosten gekommen, aber dank der sehr klaren Ausschreibung wurden solche Chars auch nicht gesichtet. Es gab halt keine Welt zu retten, keine tollen Portale zu öffnen und keine Ork- Untoten- Sonstwashorden zu schnetzeln.

Die Orga hat bewiesen, dass man auch mit einem minimalen Etat bei großer Eigenleistung und mit viel Einfallsreichtum sowohl einen intressanten Plot als auch ansprechende Artefakte und Aufbauten realisieren kann. (Da könnten sich so manche andere Orgas mal ein paar Scheiben abschneiden...)

SL gut, Orga gut, NSC gut (gab es NSC? mal scharf nachdenken) Spieler gut.
Alles gut...

Nächtstes Mal gerne wieder!

Mike
aka
Lo Mai