Seite 6 von 6 ErsteErste ... 456
Ergebnis 51 bis 60 von 60
  1. #51
    Besserwisserboy
    Besserwisserboy ist gerade online
    Alter Hase Avatar von Besserwisserboy

    Beiträge
    1.153
    Manche Sachen sehen von einem fernen Betrachtungswinkel eben viel bescheuerter aus als es dem Spieler selber vorkommt. Da werden Rituale direkt neben einer Schaukel unter einem Basketballkorb abgehalten und auch die meisten Larp-Kämpfe sehen nicht so cool wie im Film aus. Eher ein wildes Rumgehacke und Schildwallgeschiebe. Wenn man mittendrinnen steht fällt einem selber das nicht so auf. wenn man sich dann aber Larpfilme auf You tube anschaut, wirkt es teilweise doch schon etwas lächerlich...
    Auf Larp gibt es einige sehr schöne Spielmomente, die Super viel Spaß machen und man fast eine Gänsehaut bekommt und dann eben auch die Spielszenen, wo man am liebsten das Hobby nicht mehr betreiben möchte. So ist das Halt ein Wechselbad der Gefühle.
    Schön wenn man sich über sich, seinen Charakter und die Wirkung auf andere Gedanken macht. Gibt auch sehr viele Alt-Larper, die das noch nie gemacht haben (oder eben eine etwas seltsame Wahrnehmung von sich haben). Aber letztendlich ist im Larp so viel improvisiert und weit weg von einer perfekten Illusion, daß man auch über kleine Ungereimtheiten und Unzulänglichkeiten bei sich hinwegsehen sollte.
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  2. #52
    oliverp
    oliverp ist offline
    Forenjunkie Avatar von oliverp

    Ort
    Berlin
    Alter
    38
    Beiträge
    3.479
    Zitat Zitat von Neri Beitrag anzeigen
    Ich habe schon oft gelesen dass sich Mühe zu geben nicht alles ist. Leute werden dazu angehalten, über sich selber zu reflektieren und als 5 Klässler vielleicht nicht den Weisen Mann zu spielen oder mit 2m keinen Zwerg.
    Das gehört zum "Mühe geben" dazu Das ist an sich ein sehr reduzierter Hinweis, der auch "sich informieren, reflektieren und damit zu einem Ergebnis kommen, in dem man die Mühe auch erkennen kann" beinhaltet und soll Anfängern eher die Angst nehmen, gleich alles perfekt machen müssen; Diese machen sich nämlich entweder einen Riesenkopf um unwichtige Kleinigkeiten, oder gar keinen. Dieser Ausspruch soll auf einen gesunden Mittelweg hindeuten.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  3. #53
    Neri
    Neri ist offline
    Grünschnabel Avatar von Neri

    Beiträge
    21
    Ich muss immer wieder eine einen D&D-Abend denken, bei dem mein kurzhaariger, "gemütlicher" Kumpel einen einen gerüsteten Hünen mit schwarzer Mähne gespielt hat. Als wir die Begegnung fertig hatten, war ich kurz total verwirrt dass er aussah wie er halt war und nicht wie sein Charakter. Daher denke ich mal wenn DAS möglich ist, wird es auch im Larp gehen, mir das eine oder andere passend hinzuphantasieren.

    Im Übrigen hab ich leider noch diese blöde gesellschaftliche Vorstellung im Kopf, dass "Erwachsene sowas Lächerliches nicht tun". Obwohl ich mir sonst keine Gedanken um Konventionen mache, kriege ich das einfach nicht weg. Ganz seltsam. Meine Bekannten helfen mir aber dabei, es zu überwinden.

  4. #54
    Maria
    Maria ist offline
    Alter Hase Avatar von Maria

    Ort
    Aachen und Nordeifel
    Beiträge
    1.262
    Um das mal zusammenzufassen: Meiner Meinung nach haben Geschlecht/Größe/Gewicht erstmal nix mit der Eignung für "kämpfende oder nicht-kämpfende Rolle" zu tun.
    Sondern Larpanfänger sollten dann keine primär kämpfenden Charaktere spielen, wenn
    * sie schwerwiegende gesundheitliche Probleme haben (Glasknochen, Hüft-OP, starke Atemprobleme, so starke Unsportlichkeit/Übergewicht, dass sie nicht mal im vollem Lauf eine Treppe von zwei Stockwerken hochkommen - letzteres ist eine komplett willkürliche Festlegung, aber Larp ist manchmal echt sportlich...)
    * sie ihren eigenen Körper und sich selbst nicht kontrollieren können und die eigenen körperlichen Fähigkeiten nicht realistisch einschätzen können (also zu einer Gefahr für sich und andere werden)
    * sie nicht in Kauf nehmen, auch mal blaue Flecken einzustecken und auch mal mit dem Gesicht im Dreck zu landen (alles darüber hinaus SOLLTE nicht passieren)
    * sie nicht bereit sind, sich an Sicherheitsregeln zu halten, gesunden Menschenverstand einzuschalten und auch den Umgang mit der gewählten Waffe mal zu üben (da reichen ein paar Stunden, aber man sollte Gewicht, Wucht, Reichweite, Geschwindigkeit einschätzen können)
    * sie nur die Art Kämpfercharakter spielen sollen, die ihrem Typ, Darstellungsvermögen und OT-Erfahrung entspricht (wer also unbedingt den Schwertmeister vor dem Herrn spielen will, sollte entweder gut schauspielern/posen können oder Schwertkampf mit Larpwaffen tatsächlich können und als kleine zierliche Frau sollte man nicht unbedingt den mega-riesigen Barbaren-Steinhammer führen)

    Daher empfiehlt es sich, als Anfänger auch mit einem IT-Laien-Kämpfer anzufangen, eine Rekrutin, eine Knappin am Anfang der Ausbildung, eine Jägerin, die zum ersten Mal den heimatlichen Wald verlässt, eine Händlerin, die sich für eine Fahrt den Kampf mit Buckler und Kolben beibringen lässt etc...

    P.S: Dieses Gefühl habe ich auch nach 10 Jahren nicht weg bekommen, da bleibt so ein kleines Knäuel Restscham in der hintersten Ecke - aber man kann das einfach mit soviel Spaß überhäufen, dass es sich nur noch bei seltenen Anlässen wie den Besuchen bei entfernten Verwandten meldet, die lieber über produktive oder respektable Hobbies reden wollen. Aber da man das Hobby ja nicht jedem auf die Nase binden muss (Cons sind nicht-öffentliche Veranstaltungen), fahre ich damit sehr gut, es nur WIRKLICH interessierten Menschen zu erklären. Und auf einem Larp hält dieses Gefühl auch nur bis zum Auto-Auspacken. Danach sind nämlich alle um dich herum genauso "lächerlich". Und man muss sich immer vor Augen halten, dass Larp zwar nicht unbedingt das weltverbessernste Hobby ist, aber doch genial. Ich zumindest habe meiner Mutter nach 15 Jahren immer noch nicht den Gefallen getan, wieder mit dem "komischen Kram" aufzuhören. *lach*

    Und weißt du was: Ich würde sogar behaupten, Larp ist "more wholesome" (gna, dafür gibt es keine deutsche Entsprechung) als viele andere Hobbies: sozial, kommunikativ, abwechslungsreich, bietet unendliche kreative Entfaltungsmöglichkeiten, vereint Theater/Selbst-Präsentationbühne, evtl. sportlich und in der freien Natur, für jeden eine Nische (alleine durch die ganzen Genres) und Gegenprogramm zum Alltag.

  5. #55
    Calum MacDaragh
    Calum MacDaragh ist offline
    Alter Hase

    Ort
    Frankfurt am Main
    Beiträge
    1.043
    Und vor allem: Auch wenn man es nach sechs Seiten Diskussion eigentlich nicht denken sollte, Larp ist viel einfacher, als man denkt. Ich stimme Nount absolut zu, man kann sich das nicht erlesen sondern muss es ausprobieren, damit man wirklich versteht, worum es geht. Ansonsten ist es aber echt nicht schwierig, wenn man ein Mindestmaß an Begeisterung für die Darstellung einer Rolle mitbringen kann.

    Natürlich kann es im Larp-Ideenhimmel passieren, dass ein 1,90m Hühne nicht mit einer 1,50m Streunerin kämpfen mag. In der Larp-Realität regelt sich das aber in 99% der Fälle ganz von selbst (indem man zum Beispiel dem schwergerüsteten Ritter unauffällig den Vortritt lässt, der kann sich dann mit dem 1,90m-Hühnen beschäftigen).

    Gerwins "Beispiele" gehen da meistens von Extremsituationen aus, die so praktisch kaum passieren. In etwa so, wie Du jedes Mal, wenn Du mit Deinem Kleinwagen unterwegs bist, zwangsläufig von einem dieser agressiven SUV-Fahrer zu Klump gefahren wirst, weil die Kleinwagen ja nicht ernst nehmen und einfach platt machen...
    Na diobair caraid's a charraid!
    www.daracha.de

  6. #56
    Neri
    Neri ist offline
    Grünschnabel Avatar von Neri

    Beiträge
    21
    Das viele Lesen hat sich dadurch ergeben, dass es so viele Jahre nicht mit dem Larp geklappt hat. Irgendwann dachte ich "wenn ich es nicht machen kann dann lese ich wenigstens darüber" ohne die Idee, es dadurch zu lernen. Die Richtung für meinen praktischen Anfängercharakter hat sich recht schnell ergeben und die vielen neuen Seiten Diskussion...ich finde es sehr interessant was ihr schreibt, Vieles wird unter "gut zu wissen" abgespeichert. Anfangen kann ich im Moment sowieso nicht, weil meine Werkstatt mit einem Auftrag voll steht. Auf die Art ist es für mich persönlich schön, mit euch über die Theorie zu diskutieren weil die Praxis eh noch ein wenig warten muss. Verkürzt die Wartezeit. Erhöht die Vorfreude. Ich lerne nebenher interessante Menschen kennen.

  7. #57
    Maria
    Maria ist offline
    Alter Hase Avatar von Maria

    Ort
    Aachen und Nordeifel
    Beiträge
    1.262
    Larper reden gerne über Larp...
    Was auf jeden Fall immer zur Vorfreude beiträgt, ist das Planen von Ausstattung, also Klamottendesign, Inspirationssuche etc.
    Dadurch bin ich damals übrigens überhaupt erst auf den Geschmack gekommen - meine Schwester wollte mich mitschleppen, aber ich hatte nicht nur ein Knäuel, sondern einen Wollberg von "Wie peinlich ist das denn? Als erwachsene Menschen mit Gummischwertern durch den Wald rennen?". Erst das Planen und Basteln meiner ersten Ausrüstung haben dafür gesorgt, dass ich mit mehr freudiger als bauchgrimmender Erwartung meinem ersten Con entgegensah.

  8. #58
    Jeremias
    Jeremias ist offline
    Fingerwundschreiber

    Beiträge
    591
    Zitat Zitat von Maria Beitrag anzeigen
    Larp ist "more wholesome" (gna, dafür gibt es keine deutsche Entsprechung)
    "Ganzheitlicher"?


    @Neri

    Aus aktueller Erfahrung kann ich sagen, was übrigens wichtig ist als Kämpferin: Der Wille zu kämpfen. Meine Freundin versucht sich gerade an einer Ordensnovizinnen-Darstellung und ihr grösstes Problem ist eigentlich die Bereitschaft, jemanden anderen zu hauen und von dem gehauen zu werden. Dank dickem Gambeson, Helm und Plattenpanzer ist das Getroffenwerden eigentlich da nicht das Problem. Aber dieser Kampfeswillen, der ist nicht einfach mit einem Fingerschnippen zu erlangen.
    Wichtig ist, dass du dir ein Umfeld sucht, wo man auch keinen unterschwelligen Sexismus ("Du wärst bestimmt als Heilerin besser bedient") pflegt, sondern deine Charakterwahl genauso akzeptiert wie die des nichtkämpfenden männlichen Magiers. Schau dir im Zweifelsfall die Charaktere der Leute an. Wenn es signifikant mehr weibliche Nichtkämpfer gibt, sollte man zumindestens genauer hinschauen.
    Geändert von Jeremias (29.12.2014 um 00:08 Uhr)

  9. #59
    Maria
    Maria ist offline
    Alter Hase Avatar von Maria

    Ort
    Aachen und Nordeifel
    Beiträge
    1.262
    offtopic @Jerry: Ne, das ist nur eine Bedeutung, die anderen wie "wohltuend", "erbaulich" oder "einfach zu konsumieren" fehlen - und "ganzheitlich" hört sich so esoterisch an, alle anderen deutschen Übersetzung auch oder altmodisch

    Der Punkt stimmt. Ohne eine gewissen Grund-Agressivität und Unerschrockenheit bedeutet sogar Larpkampf, was ja Schauspiel ist, für manche Leute eine echte Überwindung normaler Verhaltensweisen und Einstellungen - meine Schwester konnte das auch nicht, absolut nicht. Man muss sich halt auch trauen, ernsthaft (also mit ernstem Gesicht, ohne Kichern - damit ist jetzt nicht "im Ernst" gemeint) zuzuschlagen und geschlagen zu werden, also pömpelige Gegenstände auf sich zufliegen zu sehen. Und dann Verletzungen, Brüllen oder andere Kampflaute ausspielen...

  10. #60
    Nount
    Nount ist offline
    Moderator Avatar von Nount

    Ort
    Osnabrück und Beckum
    Alter
    33
    Beiträge
    3.428
    Zitat Zitat von Neri Beitrag anzeigen
    Im Übrigen hab ich leider noch diese blöde gesellschaftliche Vorstellung im Kopf, dass "Erwachsene sowas Lächerliches nicht tun". Obwohl ich mir sonst keine Gedanken um Konventionen mache, kriege ich das einfach nicht weg. Ganz seltsam. Meine Bekannten helfen mir aber dabei, es zu überwinden.
    Stelle es dir wie einen/als Filmdreh vor. Da tun haufenweise Erwachsene genau das gleiche, nur, dass sie dabei auch noch gefilmt werden. Und öfter mal - dank Greenscreen - deutlich mehr "so tun als ob" als Larper
    Und ist gesellschaftlich total anerkannt und wird von niemandem als lächerlich empfunden! Im Prinzip ist unser Hobby das verbreitetste auf der Welt (wie Fernsehen), nur von der anderen Seite her

    Larp ist ja auch wie ein Film. Nämlich wie ein Film für die Mitspieler.

    Längere Zeit mitlesen ist übrigens durchaus eine sehr gute Sache - danach kennt man die meisten "heiklen" Konzepte und viele Probleme beim Larp und kann ganz viele Klippen umschiffen

    P.S.:
    Zitat Zitat von Maria
    Ich zumindest habe meiner Mutter nach 15 Jahren immer noch nicht den Gefallen getan, wieder mit dem "komischen Kram" aufzuhören. *lach*
    Hurra, meine Mutter ist nicht die einzige, die das Hobby seltsam findet die fragt nämlich immer mal wieder, ob ich nicht zu alt dafür bin ... und ich sage immer noch mit Begeisterung: "Nö!"
    (wobei meine Mutter viel glücklicher damit wäre, wenn ich "Burgfräulein" spielen würde statt "Kämpferin" - bei der Zwergin damals fand sie es immerhin niedlich )
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

Seite 6 von 6 ErsteErste ... 456

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
  • BB-Code ist an.
  • Smileys sind an.
  • [IMG] Code ist an.
  • [VIDEO] Code ist an.
  • HTML-Code ist an.
(c) mit Unterstützung von Trollfelsen.de