Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
    Schneemann (Archiv)
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    Alter Hase Avatar von Schneemann (Archiv)

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    Suchten - Wie gerät man in eine hinein ... wie kommt man wieder hinaus

    Aus aktuellem Anlass möchte ich hier einmal die Diskussion um "Suchten" eröffnen.
    Suchten gibt es viele. Waren früher Suchten wie "Rauchen" das Top-Thema sind es heute immer mehr und mehr die Computer-Spiele

    Die Reportagen häufen sich, in denen von Leuten berichtet werden die zig Stunden am Tag im
    Second-Life / Call of Duty 4 / World of Warcraft / Silk-Road / usw. verbringen.

    Diese Leute runinieren sich teilweise ihr ganzes Leben. Das Abitur wird vergeigt, weil man im WOW unbedingt am RAID auf Berg Hyal teilnehmen muß.
    Die Abschlußprüfung der Lehre wird versemmelt, weil man lieber im Second Life als DJ arbeitet.
    Man wird aus dem Job geworfen, weil man zuviel Fehlzeiten hatte => Man mußte ja schließlich für das Clan-Treffen und die anstehende Deutsche Meisterschaft im Counter-Strike trainieren.

    Die Sucht nach Computer-Spielen ist mittlerweile von den Krankenkassen anerkannt, und es gibt bereits Entzugskliniken, die sich einzig diesem Thema widmen.

    Was meint Ihr zum Thema?
    Wieviele Stunden spielt ihr Computer Spiele?
    Findet ihr es gerecht, daß diese Leute aus dem Job geworfen werden, Hartz IV kassieren, und den ganzen Tag WOW spielen?
    ---------
    Anmerkung: Man kann ja nicht nur nach Computer-Spielen süchtig sein!
    Eventuell seid ihr ja süchtig nach LARP, geht jedes Wochenende auf einen, habt mittlerweile schon Kredite aufgenommen, um die Voll-Platte zu finanzieren, und jedes WE die CON-Gebühren
    usw.

  2. #2
    Schneemann (Archiv)
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    Gleich mal meine persönlichen fünf Groschen dazu:

    Ich denke (speziell für die heutige Jugend) die Computer-Spiele eine enorme Gefahr darstellen können.
    Zum einen sind die heutigen Computer-Spiele schon recht faszinierend. Tolle, bunte Grafik. Riesige Spielwelten, und eine Spieltiefe, die eine unbegrenzte Spielzeit zulässt.
    Wer mehr Zeit in ein Spiel steckt, wird dementsprechend belohnt: Er erhält dann mehr Gold, mehr und bessere Items, ist besser ausgerüstet als die anderen Spieler, und kann dadurch triumphieren.
    Besonders für Leute, die es im RL schwer haben ist dies eine riesen falle.

    1. Szenario
    Der 16 jährige, der aus einem schlechten sozialen Umfeld kommt, Übergewicht hat, und mal wieder wegen Mathematik sitzen geblieben ist hat keine Erfolgserlebnisse im RL. Also sucht er sich ein Spiel, und findet (Nur als Beispiel) im WOW das, wonach er gesucht hat.
    Er kann nahezu unabhängig von seinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten viel erreichen. Jeden Tag erlebt er ein Erfolgserlebnis durch
    - Den nächst höheren Level
    - Ein neues, besseres Item
    - Belohnungen durch gelöste Quests
    - Außerdem erhält er Anerkennung im Spiel durch seine Mitspieler in der Gilde.
    - Er wird gebraucht, denn er spielt einen Heiler. Ohne ihn kann die Gruppe nicht die Instanz meister.
    - Er hat sich im Internet auf zahlreichen Seiten ein enormes Wissen über WOW angelsen, und kann fast alle Fragen im Gilden-Channel beantworten
    - Er erhält den Respekt durch seine Gildenmitglieder, weil er als Alchemist die super seltenen Tränke herstellen kann, die man aber unbedingt zum Raiden braucht
    - usw.

    Er hat als im WOW all das, was er im RL nicht hat, aber auch nie erreichen wird.
    Es ist wesentlich leichter für ihn sich im Spiel zu verwirklichen, als im RL mühsam Mathematik zu lernen, Sport zu treiben, oder etwas zu erarbeiten.

    => Für diese Leute ist es eine extreme Gefahr.

    Die Reportagen häufen sich, in denen genau über Solche Fälle berichtet wird.
    Mein Beispiel ist nur ein Szenario von vielen verschiedenen.

    Ich habe selber Fälle in meiner alten Gilde mitbekommen, in denen Sich Leute ihr RL-Leben regelrecht ruiniert haben.
    1) Als ich noch studiert habe, hat unser Gildenleiter bei der Bundeswehr "Fachinformatiker" gelernt.
    Er war zusammen mit ca. 15 anderen Leuten jeden Tag im Hörsaal und hätte eigentlich Zeit gehabt, um seine Aufgaben zu programmieren, zu lernen, und sich auf die Prüfung vorzubereiten.
    Er hat die 6 Monate aber lieber genutzt, um quasi den ganzen TAG WOW zu spielen.
    Das Ende vom Lied: Durchgefallen! => Lehrgang wiederholen.

    2) Ein Gildenmitglied war damals mit 3 Charakteren T3 equipt (Damals bestmögliche Ausrüstung)
    Er würde durch den Konkurs seiner Firma Arbeitslos, und hat in der Freizeit angefangen WOW zu spielen. Leider so intensiv, daß er sich nicht mehr um das RL (Bewerbungen) gekümmert hat.
    Nach einem Jahr Arbeitslos und den Referenzen "Professioneller WOW-Spieler" wird es dann natürlich schwer.
    Vorteil: Er war der KILLER im Spiel
    Nachteil: Ich darf mit meinen Steuern seine Arbeitslosigkeit bezahlen.
    Ich arbeite, damit er den ganzen Tag daddeln kann, und wenn ich Abends 1-2 Stunden meine Freizeit genieße keine Chance gegen seine Ausrüstung habe.

    Beispiele wie diese gibt es viele.

    Aber nicht alle 10 Millionen WOW-Spieler sind süchtig. der größte Teil schafft es im RL erfolgreich zu sein, sein Leben zu meistern, und WOW als Hobby / Freizeitbeschäftigung zu betreiben.

    Ebenso sieht es mit den vielen vielen anderen Spielen aus.


    Mich stört nur, daß ich diese Leute finanzieren muss / darf.

  3. #3
    Encanto (Archiv)
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    Fingerwundschreiber Avatar von Encanto (Archiv)

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    Gibt es Zahlen, welche die Höhe der "WOW-Arbeitslosen" bzw. Spielsüchtigen-Arbeitslosen belegen?
    Nicht jeder ohne Job hat selbigen verdaddelt, es gibt auch noch äh, ehrenhaftere Gründe.
    - Hier steht demnächste eine ganz-ganz tolle Signatur -

  4. #4
    Schneemann (Archiv)
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    Alter Hase Avatar von Schneemann (Archiv)

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    Diese Zahlen habe ich noch nicht gesehen.
    Lediglich einen Bericht des Heise-Verlages (C't) gibt es, in dem von 400.000 Leuten die Rede ist, die mit "Gold-Farmen" Geld verdienen.
    >> klick mich <<

    Es hängt also eine riesige industrie dahinter.
    Mittlerweile wird weitaus mehr Geld von dritten (Goldfarmern) erwirtschaftet, als Blizzard mit dem Verkauf und Betrieb des Spieles verdient.

  5. #5
    Schneemann (Archiv)
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    Alter Hase Avatar von Schneemann (Archiv)

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    >> hier << eine TV-Reportage über Spiesüchtige Menschen.

  6. #6
    corimaniac (Archiv)
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    Grünschnabel Avatar von corimaniac (Archiv)

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    Diese Reportage ist ganz interessant. Was ich allderings nicht verstehe: Was sind denn das für Eltern.
    Ich weiß noch (als ich klein war) hatte mein Bruder eine C24 (laaaaaaaange her) und er zockte auch ständig (kann man jetzt nicht mit WOW oder sonstigen Onlinegames vergleichen aber damals gabs auch Ballerspiele oder so wo das Ziel war zum nächsten Level mit vielen Punkten). Meine Eltern haben dann allerdings eine Riegel davor geschoben und dafür gesorgt, dass Schule/Ausbildung nicht zu kurz kommen. Dann wurde das ding halt mal weggeschlossen oder so wenn es ganz drastisch wurde. Sind die Eltern heute nicht mehr so??
    Das versteh ich nicht so ganz, oder scheint mein Eltern/Kind/Bild nicht dem heutigen zu entsprechen??

    Bei "uns" Erwachsenen ist so ein "Spielverhalten" glaub schwieriger zu kontrollieren. Man wohnt nicht mehr bei den Eltern und ist "ausser Kontrolle", man verdient sein eigenes Geld und hat somit die Möglichkeit sich PC und spieletechnisch auszustatten (kostenpflichte Onlinespiele usw.)
    Wenn von 10 Leuten im Freundeskreis 9 Leute das selbe Spiel zocken fällt es ja nie auf, dass man ständig vor dem Rechner hängt. Man "sieht" sich ja in der virituellen Welt.

    Mit solchen Onlinespielen kann ich nichts anfangen. Früher dachte ich immer, das sei eh was für Jungs/Männer... von wegen.... WOW wird auch von Frauen gespielt und irgendwie versteh ich da Faszination nicht.

    Ich finde es aber gut, das Krankenkassen Spielsucht als Krankheit anerkennen und das es Therapien gibt...
    Wichtig ist wohl nur, dass das Umfeld früh erkennt, wenn jemand süchtig danach ist.

    Was HarzIV Empfänger und das Zocken angeht: dann müsste man sich über alles aufregen. Wenn ein HarzIV Empfänger ein besseres Handy hat, eine supertollen REchner, einen Super Flachbildschirm TV. Drum sag ich zu dem Thema auch nichts.
    Draußen vom Walde da komm ich her....

  7. #7
    Nightlight (Archiv)
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    Erst mal, ich spiele keine Onlinerollenspiele und habe es auch noch nie. Es reizt mich nämlich nicht ein Spiel ohne Ziel und Ende zu spielen.
    Zitat Zitat von 'corimaniac',index.php?page=Thread&postID=23608#post23608
    Bei "uns" Erwachsenen ist so ein "Spielverhalten" glaub schwieriger zu kontrollieren. Man wohnt nicht mehr bei den Eltern und ist "ausser Kontrolle", man verdient sein eigenes Geld und hat somit die Möglichkeit sich PC und spieletechnisch auszustatten (kostenpflichte Onlinespiele usw.)
    Das sehe ich auch. Sucht nach Onlinespielen ist beileibe nicht nur Problem von Jugendlichen, ich kenne einige Menschen jenseits der 30/ 40, die WoW der realen Welt vorziehen. Meistens klappt da einiges in der echten Welt nicht (sei es eine langwierige Krankheit, das zu schwierige Studium, Eheprobleme, Arbeitslosigkeit etc.) Psychologisch gesehen ist das Onlinespiel einfach 'schöner', weil man gewinnt dort ja, bzw. versagt nicht wie man es in der Realität tut.
    Sehr schlimm empfinde ich das Wegbrechen von realen Kontakten. Man kann sich nicht mit seinen Freunden treffen, weil man ständig spielt. Ist man in einer Gilde ist es scheinbar schwierig nein zu sagen. Ersetzt werden diese Freunde nach und nach durch die Onlinebekanntschaften. Ich höre immer wieder: die reden doch mit mir und helfen mir bei meinen Problemen. Haben solche Freundschaften die gleiche Qualität? Ich kann es nicht beurteilen.
    Sollte jetzt der Aufschrei 'Propagandistischer Müll' kommen, nein ist es nicht. Das sind Beobachtungen, die ich direkt an meinem Freundeskreis machen kann.

  8. #8
    Faith von Gutekunst (Archiv)
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    Zitat Zitat von 'Nightlight',index.php?page=Thread&postID=23610#post23610
    ...Sehr schlimm empfinde ich das Wegbrechen von realen Kontakten. Man kann sich nicht mit seinen Freunden treffen, weil man ständig spielt. Ist man in einer Gilde ist es scheinbar schwierig nein zu sagen. Ersetzt werden diese Freunde nach und nach durch die Onlinebekanntschaften. Ich höre immer wieder: die reden doch mit mir und helfen mir bei meinen Problemen. Haben solche Freundschaften die gleiche Qualität?...
    Hallo,
    so ich hab doch grad bissele zeit und dacht ich schmeiß mal mein würstle in topf,..
    öhm geb mein senf dazu.
    Ich denk und empfand es so, das das wegbrechen sozialer kontakte nicht ganz zutrifft, denn die sozialen kontakte verlagern sich nur vom RL in die Onlinewelt.
    Das was wegfällt ist das man bei der PErson / Personen die Gesten, Verhalten in bestimmten situationen also das non-verbale nicht wahrnimmt und dementsprechend neutraler und vllt bissele unberechenbarer abläuft.
    Als positives könnte man ja anfügen, das sich hier aber auch neue soziale Kontakte / Bindungen erschließen.
    Wenn ich so an meine frühen Counter-Strike Jahre erinnere kam es doch des öfteren zu besuchen, kleinen lan partys bis hin zu 4000 mann lanpartys.
    Klar wurde da viel gespielt, aber auch viel so unterhalten und RL sachen gemacht. ( z.B. Dark Breed - Unreal in Hanau wo es nen CPU Breaking contest, "überdimensional großes tischfußball" wo die "online-zocker in ner übergroßen Hüpfburg gespielt haben und diverse andere sachen.)

    Das Problem ist aber, das die schwelle von "ich spiel häufig und hab spaß dabei" zu "ich zieh mir immer was warmes an weil's im Altarac immer kalt ist" sehr dünn ist.

    Nen ziel beim MMORPG a la WOW gibts ja schon,...
    die rettung azeroth. Nur immer wenn jemand kurz davor ist wird blizzard ne neue Fraktion wo man schier endlos Ruf farmen muß bzw ne komplett neue Erweiterung in Ring... :aetsch:

    die richtigen ruler meistern net nur das pathbare onlineleben sondern auch noch ihr RL
    ööhm jo, jetzt fällt mir grad nix mehr ein..... *überleg*
    ne, bin fertig....

    so long,....
    NicoN
    Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen,
    und mein Schwert soll Fleisch fressen,
    mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen,
    von den Köpfen streitbarer Feinde!
    (Deuteronomy 32.42)

  9. #9
    Trunkenfaun (Archiv)
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    Ich spiele sehr gerne Onlinerollenspiele, und auch Computerrollenspiele.
    Allerdings gab es in letzter Zeit einige Situationen in unserer Onlinerollenspielgruppe,

    bei denen ich dachte: "Gehts noch gut bei euch? Habt ihr sonst nichts zu tun?"

    Ausschlaggebend war folgende Szene:

    Unsere Gruppe macht täglich 2-mal "Angriffe" bzw. Abenteuerreisen. Wir haben schon bei 8 Mitspielern 3-4 Operatoren und nun beschwerte sich ein Gruppenmitglied es sei zu wenig los, man würde zu wenig machen.

    Viele aus unserer Gruppe sind Vollzeitbeschäftigte, haben Familie zuhause und nehmen sehr häufig Urlaub vom Rollenspiel. Ich persönlich finde das zum Beispiel eine sehr gute Art Spiele zu spielen, wobei ich dazu sagen muss dass das ja nicht vergleichbar mit WOW-Online ist.

    Aber selbst wenn DORT schon jemand sich so in ein Browser-RPG Hinein"süchtelt" krieg ich Angst



    Gut finde ich, dass die Anzahl der Larper und TableTop-Rpgler stetig steigt, was zur Folge hat, dass diese nicht in dem Sinne süchtig werden, dass sie sich sozial völlig ausgrenzen, usw.

    Soviel dazu, und ich muss auch sagen, es gab eine Zeit, in der ich auch zunehmend mich mit Computerrollenspielen beschäftigte, wg. zu wenig sozialen Kontakten (geht auch schlecht wenn man in nem Kaff ohne viele Jugendlichen lebt=) , aber letztendlich versteh ich nicht recht, wie ein Stadtkind in so ein Netz verschwinden kann, das so derart irreal ist.....
    So heb den Kopf und geh
    in des Königs Reihen steh
    und lass Azadons flagge wehn!!!

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