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  1. #11
    Rakin (Archiv)
    Rakin (Archiv) ist offline
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    Rakin:

    Ein dumpfes klatschen war zu hören, als er zum unzähligen mal mit dem Gesicht voran in den Schnee fiel. Selbst Yria, die ihn begleitete konnte nicht mal mehr ein ordentliches lächeln zum besten geben. Er rappelte auf und klopfte den Schnee von seiner ohnehin nassen kleideung, zupfte sein Barett zurecht, nahm die Lederriemen wieder über die Schultern und begann weiter mit dem Aufstieg.

    Bald mussten sie das Ende des Berges erreicht haben, doch der Wind und der Schnee taten ihr übriges zum Steilen hang. Es scheint sich sogar das Wetter gegen ihr hirnrissiges Unterfangen gestellt zu haben. Seine Rüstung musste er zurücklassen, denn er hatten schon genug zu schleppen und die Plattenrüstung würde ihn nur hindern.

    Ein lächeln umspielte seine Lippen, als sein Blick den Lederriemen folgte, die um seine Schultern lagen und mit denen er den Schlitten hinter sich herzog.
    Sie waren jetzt einen Tagesmarsch von der Grenze von Heligonia entfernt und er war doch Glücklich, da er seinen immer wieder auftauchenden unfreiwilligen Gefährten noch nie so schweigsam erlebt hatte. Er vergewisserte sich nochmal, dass er auch immernoch so darlag, wie er es vor einigen Minuten auch getan hatte und richtete den Blick wieder nach vorne, jedoch nicht ohne nocheinmal breit zu grinsen, da es ihm wirklich gut tat, dass er auch mal den Mund hielt.

    Im stillen dachte er an die letzten tage, die er auf Burg Weisenfels verbracht hatte und die ihn geprägt hatten wie noch nie ein Ereignis zuvor ihn seinen jungen jahren. Nicht nur das seine Rüstung vollkommen nutzlos war und es ihm eigentlich nicht wirklich wehtat sie zurück gelassen zu haben, er fühlte sich sogar wohler ohne ihr Gewicht. Er dachte an die Aufträge die er dort erhalten hat...schleichen...einbrechen...stehlen sowas hatte er nie in betracht gezogen, aber es hat ihm spass gemacht und er war dabei sogar erfolgreicher als er es je mit anderen Söldneraufgaben war.

    Aber das war nicht das einzige, das ihn verändert hatte, da sind zum einen Calandryll ein Magier, dessen wissen nur von seiner Redseligkeit und seinem Humor übertroffen wird. Ihm wollte er als dank ein teil, zugegeben ein sehr geringer Teil seines Verdienstes geben, da er ihn gerettet hat, aber er nahm es nicht an. Er wurde nicht schlau aus dem Magier, was ihn nicht daran hinderte ihn zu schätzen.

    Die andere Person war Krystan, ein lauter ungestühmer und sich in jede noch so sinnlose situation werfender Krieger und Abenteurer. Er war die erste Person, die er in diesem neuen und fremden Land mit den vielen Wesen kennengelernt hatte. Allerdings nahm ihre angefangene Wohlgesonnenheit irgendwo in der Baronie von Falkenhain ein jähes Ende, da er Krystans Pläne an den Dorfvorsteher verraten hatte um einen Auftrag zu bekommen.

    Seit diesem Tag stritten sie wo sie sich trafen, obwohl sie zwangsweise immer mal wieder auf der selben Seite und sogar unter dem selben Auftraggeber standen. Irgendwie tat es ihm leid, die erste Person, die er in diesen Landen kennengelernt hatte vor den Kopf zu stossen, aber er würde es ihm gegenüber nie zugeben und so gab er sich auch mit der Feindschaft zufrieden, da er ihn als Kämpfer schätzte und sie im Grundgenommen das selbe taten nur aus anderen Gründen.

    Auch an diesen zweifelte er mittlerweile, da jetzt wo er einen ordentlichen Betrag abgegriffen hatte, er einfach nicht Glücklich damit werden konnte. Er verstand auch nicht warum das so war, denn bisher hatte ihm Geld alles bedeutet. Die Ereignisse Nagten an ihm und an eines dachte er die ganze Zeit besonders Krystans tot.

    Er stand neben Krystan und blutete bereits aus mehreren Wunden, die ihm diese unheimlichen Amaryllkrieger verpasst haben. Der Schwindel nahm ihm allmählich die Sicht und er musste sich den Schweis aus den Augen Wischen um klar sehen zu können. Aber aufgeben durfte er nicht, denn es war seine Aufgabe. Er war so wie immer war wenn er einen Auftrag erhielt... aber er merkte bald, dass sie diesen Kampf gegen diese Übermacht nicht gewinnen konnte und so versuchte er eine Möglichkeit zu finden alle anderen zum Rückzug zu bewegen. Dann fing es an Calandryll begann seine unheimlichen fähigkeiten zu entfesseln, eine derartige Wirkung hatte er noch nie erlebt.

    "WINDSTOSS" hallte es durch den Raum und die stummen Krieger mit ihrer stoischen Entschlossenheit wurden nach hinten gerissen. Er musste sich zusammenreissen und die Gelegenheit nutzen und er deckte Krystan und den ihm unbekannten neben ihm mit seinem Schild so gut er konnte. Dann viel sein Blick auf Krystan, der aus noch mehr Wunden zu Bluten schien.

    Das nächste was er Wahrnahm war sein eigenes Schreien, als sich das Schwert eines Amaryllkrieger in seinen Arm Bohrte. Den zweiten Schrei, den er hörte war der von Krystan, doch es war kein schmerzensschrei. Es war ein Schrei voller Wut und verzweiflung und noch während des Schreiens rammte Krystan die Schilder der Feinde und riss 6 oder 7 mit sich nach hinten. Dann prasselten die Schwerter auf ihn ein und Krystans schrei erstarb.

    Er fühlte einen Ruck an seinem Arm, es war Calandryll, der ihm auf die Füße half. Er hatte nicht einmal gemerkt, das einer der Amaryllkrieger in am Bein verletzte und er zu boden gegangen war. Mit einem weiteren Ruck wurde er von dem Magier auf die Füße gerissen und aus dem Raum gestossen, dir Kampf war verloren und sie konnten alle Fliehen... bis auf Krystan.

    Die nachricht von seinem Tot hatte ihn schockiert und er verstand jetzt zwar warum Krystan diesen Weg gewählt hatte, konnte aber mit sicherheit sagen, dass er sich so ein unterfangen nie trauen würde, denn Tote Söldner bekommen kein Geld. Aber auch daran zweifelte er mittlerweile.

    Der nächste sturz riss ihn aus seinen Gedanken und er blickte nach hinten um zu schauen, ob mit der Steinernen Figur alles in Ordnung war. Er lächelte Beruhigt, blickte zu Yria, die ihm aufhalf und sagte leise vor sich hin: " Keine Sorge Krystan wir werden jemanden finden, jemand der dass vermag, wozu ich nicht im Stande bin. Dein Hitzkopf wird dir diesmal nicht zum Verhängnis. Ich bin dir das Schuldig...Bis bald"

  2. #12
    Yuki (Archiv)
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    Wie so oft in den letzten Tagen, betrachtete Yria die winzigen Schneeflocken, die schon den ganzen Tag über vom Himmel riesselten. Das kühle, aber zugleich sanfte Gefühl, wenn sie auf ihrer Wange schmolzen beruhigte sie. Die Nächte über waren nur Tränen darüber geflossen und die Kälte war ein willkommenes Geschenk für ihre gereizte Haut.

    Ein dumpfer Ton ließ sie nieder blicken. Als sie sah, das Rakin ein weiteres Mal im Schnee ausgerutscht war, fand ein müdes Lächeln den Weg auf ihre Lippen. Wie es ihm wohl gehen mochte? Er hatte sie meiste Zeit der Reise geschwiegen und so konnte die Heilerin nur erahnen was hinter seinen wachen Augen vor sich ging.
    Wie auch sie, konnte er die letzten Tage nicht als sonderlich angenehm empfunden haben.
    Krystan war tot ... gestorben durch die Hände der Ameryllwächter auf Burg Weisenfels.

    Schon als sich an jenem Abend eine Gruppe von Menschen zusammengefunden hatte um das Geheimnis der Minitaurburg zu enthüllen, hatte Yria ein merkwürdiges Gefühl gehabt. Zwar bot sie ihre Hilfe an, die Gruppe zu begleiten und gegebenenfalls die Heilung verwundeter Kämpfer zu übernehmen, doch man hatte ihr Angebot nicht angenommen. Als sie an jenem Abend vor Rakin stand, welcher ihr erklärte, dass man ihr Hilfe brauchen würde, sobald die Gruppe zurückkehren würde, hatte sie dem Söldner zugestimmt. War sie damals zu
    einsichtig? Hätte sie nicht eher auf ihrer Meinung beharren sollen und die Gruppe begleiten?
    Die Selbstzweifel plagten sie nun schon seit dem Tag der Abreise.
    Vielleicht wäre Krystan noch am Leben, wenn du bei ihnen geblieben wärst.
    Ein Gedanke, der immer und immer wieder an ihrem Verstand zerrte und drohte sie noch tiefer in den dunklen Sumpf der Trauer zu ziehen.

    Die Gruppe war wahrlich zurückgekehrt. Rakin war der Erste, den Yria zu Gesicht bekommen hatte, doch auch er wusste ihr nicht viel über das Geschehene zu berichten. Kleine und größere Schnittwunden überzogen seine Arme und auch sein linkes Bein wurde durch die Klingen der Wächter verletzt. Mit der Hilfe von Shimada jedoch, gelang es Yria schnell seine Wunden zu behandeln. Kurz darauf erschienen weitere Krieger und Mitglieder der Gruppe und so begann Yria sich nach weitern Verletzten umzusehen. Als sie Calandryll entdeckte, musste sie feststellen, dass auch er am Bein verletzt war, wenn auch nicht so schlimm wie Rakin. Während sie mit der Behandlung der Wunde beschäftigt war, berichtete Calandryll einem Gefährten von der Erkundschaftung des gefundenen Raumes und dem Kampf mit den Ameryllwächtern. Dann sprach er jäh die ernsten Worte: "Krystan ist gefallen. Er ist zurückgeblieben um uns die Flucht zu ermöglichen".
    Entsetzt sah Yria zu ihm auf, gewiss, dass seine Worte nicht der Wahrheit entsprachen. Doch als sie die ernsten Züge seines Gesichtes sah, wusste sie, dass er nicht log. Tränen schossen ihr in die Augen, verzweifelt versuchte sie, sich auf den Verband zu konzentrieren, den sie soeben um Calandrylls Bein gewickelt hatte, doch ihre Finger zitterten so sehr, dass ihr die Schlaufe einfach nicht gelingen wollte und sie den Verband von neuem anbringen musste.

    Als sie später erfuhr, dass man Krystans Leiche geborgen hatte, wusste sie, dass es gewiss war. Rakin jedoch wollte den Leichnam des Kriegers versteinern und zurück in dessen Heimat bringen. Mit verzweifelter Entschlossenheit, Krystan wenigstens einen letzten, kleinen Dienst zu erweisen, willigte die Heilerin ein, sich um die Wunden des Toten zu kümmern und Rakin auf der anstrengend anmutenden Reise zu begleiten.

    Am nächsten Morgen begann der Zug gen der Grenze des Reiches Heligonia und dort angekommen, sah Yria mit Tränen in den Augen, wie sich der Körper des toten Helden langsam in den stummen, grauen Stein verwandelte. Ein taubes Gefühl durchzog ihren Körper während sie dieser Verwandlung beiwohnte und die tiefe Trauer war allgegenwärtig.

    Wieso hatte sie der Tod des Kriegers so sehr getroffen?
    Zwar kannte sie ihn, doch so gut wie Rakin ihn kannte, tat sie es noch lange nicht. Das erste Treffen mit Krystan hatte in einem dunklen Wald stattgefunden, mitten in der Nacht und ohne jegliche Vorhersehung. Doch schon damals empfand sie Sympathie für ihn. Er, wie auch Rakin und die anderen, hatten ihr damals gezeigt, dass sie keine Angst haben müsse ...

    Die Erkenntnis kam so plötzlich, dass sie aufpassen musste nicht, wie zuvor Rakin, auf dem matschigen Boden das Gleichgewicht zu verlieren. Sie trauerte um einen Gefährten, doch ihr war eine Möglichkeit gegeben, dafür zu Sorgen, dass man Krystan und seine Heldentat nicht vergessen würde. Teile der Geschichte, von der sie wusste, dass sie sie erzählen würde, entstanden in ihren Gedanken, doch bevor sie diese weiter vertiefen konnte, nahm sie einen weiteren dumpfen Schlag war ...
    Mit einigen schnellen Schritten erreichte sie Rakin und half ihm wieder auf die Beine. Zu ihrer Überraschung lächelte er beruhigt und sagte dann leise:
    "Keine Sorge Krystan wir werden jemanden finden, jemand der dass vermag, wozu ich nicht im Stande bin. Dein Hitzkopf wird dir diesmal nicht zum Verhängnis. Ich bin dir das schuldig...Bis bald"

    Auch auf Yrias Zügen zeichnete sich nun ein Lächeln. Es war nicht müde wie zuvor, sondern bestimmt und sie schenkte es dem Himmel, als sie aufblickte, schenkte es Krystan, dem toten Helden ...

    Ich habe meine Aufgabe gefunden. Ich werde weiterreisen, in Gedanken an dich und werde dafür sorgen, dass deine Geschichte den Weg in die Welt hinaus findet. Dort wo du nun nicht mehr vermagst hinzugehen, dort wird man deinen Namen kennen, dort wird deine Geschihcte bekannt sein und vielleicht, wenn es die große Mutter so will ... sehen wir uns wieder.
    Hoffnung
    Obwohl ich weiß, dass ich dir
    nie begegnen werde auf diesem Weg,
    gehe ich ihn immer wieder und hoffe
    es möge dennoch geschehen.
    - Unbekannter Verfasser

    "Jeden Tag habe ich auf dich gewartet ...
    Warum erzählen sie mir gerade von heute ...
    Heute, heute!
    ... dass du zusammen mit den Muscheln, dich sanft
    im Blau des Ishi-Flusses wiegst?
    Liebe ... Liebe ist nur ein Klagelied, das ich den Wolken singe ...
    während sie sanft über das Blau des Ishi-Flusses ziehen."

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