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  1. #1
    Gerwin
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    Wieviel sollte ein Mensch verdienen?

    Als kleine Einführung:

    Ich sitze hier gerade vor einer Aufgabe zum Thema "Mindestlohn" und dachte mir dass ich das ultimative Inlarpwissen vielleicht mal mobilisiere. Die Frage ist "wie viel soll ein Mensch verdienen". Gemeint ist dass ganze nach unten und nach oben.

    Meiner Meinung nach sollte es einen Mindestlohn für jede Art Arbeit geben. Wenn ich teilweise sehe für wie wenig Geld sich Menschen den Arsch aufreißen um überhaupt ihrer Familie etwas bieten zu können wird mir manchmal ganz anders. Erst letztens habe ich ein Gespräch mit einen ausgebildeten Dachdecker der 4-5 Euro die Stunde reinbekommt.

    Am anderen Ende der Skala stehen die Gehälter die manch ein Studienkollege von mir inzwischen abkassiert (erlebt: Jahresgehalt von 100.000 Euro vor Steuern) sowie die Herren Sportler, Schauspieler und Politiker. Irgendwie finde ich es ungerecht wie weit die Gehaltsspanne inzwischen auseinander klafft. Gerade in einer Welt die einen die Luxusgüter gerade vor die Nase hält (bei uns im Einkaufszentrum wird gerade ein superschöner SLK ausgestellt) ist diese Spanne fast wie ein Hohn gegenüber denjenigen die weniger Gehalt haben. Auch Kinder brauchen immer mehr Spielzeug, Markenkleidung und Co. um in der Schule und unter gleichaltrigen mithalten zu können.

    So zumindest meine Wahrnehmung. Wie seht ihr dass?

    Gruß

    Gerwin

    *der mit Absicht den Chatthread freihält*

  2. #2
    Cartefius
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    Puh, ich denke, das ist eine wirklich schwierige Frage. Ganz abgesehen von ganz banalen Unterschieden, was die Kaufkraft in unterschiedlichen Bundesländern angeht, gibt es natürlich auch noch andere Faktoren, die die Lebensqualität beeinflussen, die man als Angestellter hat, wie soziale Absicherung, die Art der Arbeit, Frei- und Ferienzeiten, das Arbeitsumfeld und so weiter. Wie sicher ist der Job, wieviel Zeit und Geld musste ich in die Ausbildung investieren, um dahinzukommen?

    Um mal eine grobe Zahl zu nennen, halte ich ein Nettogehalt von ca. 1000 Euro für einen "normalen" Job (40-Stunden-Woche, keine Knochenarbeit, normale Arbeitszeiten) für nicht üppig, aber man kann davon ganz passabel leben. Allerdings ist das schon eine Stufe, wo es mit der Kindererziehung echt knapp werden würde, wenn beide Elternteile arbeiten bleibt nicht genug Geld für Kita etc, wenn einer ausfällt ist es zu wenig.

    In die andere Richtung empfinde ich Gehälter von bis ca. 100,000 brutto im Jahr noch als im Rahmen und recht "normal", wenn die Tätigkeit dem einigermaßen entspricht. Ab 250,000 wird es dann aber meiner Meinung nach tendenziell unmäßig, das ist dann der Punkt, an dem ich mich zunehmend frage, ob da Gehalt und Arbeits-Gegenwert noch in sinnvollem Verhältniss stehen oder ob das nicht doch nur ein "mal sehen, wie viel ich rausquetschen kann!" ist.

  3. #3
    Schlachtross
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    Ohhh Gerwin, wenn du damit mal nicht Büchse der Pandora geöffnet hast.
    Es gibt wenige Themen über die ich mich derart echauffieren kann wie über Mindestlöhne und Gehaltsunterschiede.

    Wenn es nach mir ginge bräuchten wir SOFORT FLÄCHENDECKENDE Mindeslöhne. Die Gehälter die momentan in der Industrie und um Handwerk bei den Fachkräften gezahlt werden sind teilweiße unter aller Sau.

    Ein Bekannter von mir ist gelernter Koch - inzwischen mit Meisterbrief - und Arbeitet bei einem namhaften dt. Unternehmen etwa 40h/Woche. Er hat am Monatsanfang weniger Geld auf dem Konto als ein Hartz IV Empfänger.
    Da kommt mir das kalte Kotzen!!!!!

    Meiner Meinung nach müsste man einen Mindestlohn zumindest so festlegen das die Arbeitende Bevölkerung finanziell besser dasteht als Sozialhilfeempfänger.

    Und bei den Top-Gehältern....tja da muss ich sagen, wenn ein Unternehmen vernünftig läuft und Gewinn schreibt darf die Führungsebene gerne viel verdienen. Nur sollte die Schere zwischen Belegschaft und Unternehmensführung nicht zu groß werden, und VOR ALLEM kann es NICHT sein das in schwierigen Zeiten nur an der Belegschaft gespart wird und nicht in den Führungsentagen.
    Denn zumindest in der Industrie und im Handwerk wird das Geld "unten" verdient....übrigens etwas das ganz wenige Führungskräfte wissen.


    Vom Gehalt abgesehen müssen aber wie Cartefius schon erwähnte auch alle anderen Umstände in Betracht gezogen werden. Z.b Was bringt mir ein im Branchenvergleich höheres Gehalt das ich bei einer Zeitarbeitsfirma bekomme die mich dafür innerhalb von Tagen an das andere Ende der Welt versetzten kann bzw innerhalb kürzester Zeit kündigen kann?
    Anbetracht der Tatsache das man so kein Leben aufbauen kann müsste man da fürstlich verdienen - tut man aber nicht. Aber Zeitarbeitsfirmen stellen inzwischen den Größtenteil der freien Stellen.
    Frechheit....


    Grüße
    Philipp - in der Industrie und überzeugter Gewerkschaftler.
    "Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen." (Goethe)
    Zitat Zitat von Kelmon
    Lustige Tatsache:
    Die eigene Gruppe macht immer "ernsthaftes Reenactment".
    Leute mit höherem Anspruch sind immer "nervige Nörgler".
    Leute mit geringerem Anspruch sind immer "Gewandungsversager"

  4. #4
    Gerwin
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    Trotz Büchse der Pandora:

    Können wir versuchen einen Punkt etwas auszuklammern. Dass ist dieser "Arbeiter sollten generell mehr verdienen als Arbeitslose" Punkt. Da rege ich mich nämlich immer etwas drüber auf. Ich denke dass viele Arbeitslose einfach keine Möglichkeit haben Arbeit zu finden. Andere sind einfach durch das Netz unserer Gesellschaft gefallen (ich kenne mehrere Frührentner die so ungefähr 25 Jahre alt sind). Dass ist schlimm. Aber auch ein Arbeitsloser hat in meinen Augen ein Recht auf genug Geld um würdevoll zu leben. Und dafür langt der momentane Harz 4 Satz kaum aus (damit kann man nicht einmal einen Führerschein machen..und der ist heute extrem wichtig um anständig zu leben).

    Von daher gesehen halte ich weniger von der "Ach was, Harz 4 ler sind alles Assos" Spaltung durch die Gewerkschaft/arbeitende Bevölkerung.

    Wir können ja gerne das Thema erweitern...wie viel sollten zwei arbeitslose Eltern mit einen Kind bekommen?

    Grüße

    Gerwin

  5. #5
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    Zitat Zitat von Schlachtross

    Ein Bekannter von mir ist gelernter Koch - inzwischen mit Meisterbrief - und Arbeitet bei einem namhaften dt. Unternehmen etwa 40h/Woche. Er hat am Monatsanfang weniger Geld auf dem Konto als ein Hartz IV Empfänger.
    Da kommt mir das kalte Kotzen!!!!!
    Immer wieder aufgewärmter Schmarrn. Wäre dem so wäre er Aufstocker.

    http://www.sozialticker.com/ich-habe..._20070903.html

    Aber ich lass mich natürlich gern eines Besseren belehren.

    Mindestlohn halte ich allerdings ebenfalls für erforderlich. Ne direkte Höhe möchte ich nicht nennen, aber er muss schon so hoch liegen, das aufstocken nicht mehr nötig ist. Arbeitsplätze subventionieren kann nicht Sinn der Sache sein.

    Ne Obergrenze gibts für mich auch, aber die ist ähnlich schwer zu definieren. Gehälter die so hoch sind das sie in kurzer Zeit eine volle Absicherung bedeuten halte ich für nicht akzeptabel. Wer Millionen verdient hat das eben nur verdient wenn er mit seinem gesamten Vermögen haftet wenn er ne Firma an die Wand fährt.
    So wie es derzeit läuft sind grad Topmanager diejenigen die im Betrieb am wenigsten Verantwortung tragen, weil sie wenn sie den Laden in die Pleite führen von ihrem Vermögen leben können. Ohne persönliches Risiko keine Verantwortung.

    Zeitarbeit ist so ne Sache. Als Instrument zur Flexibilisierung halte ichs schon für sinnvoll. Aber da liegt auch der Knackpunkt, genau dafür ist Zeitarbeit da, für nichts anderes. Das kann man nur gewährleisten wenn der Zeitarbeiter deutlich teurer fürs Unternehmen ist als der Festangestellte.
    Bei uns in der Firma klappt das zumindest teilweise, wir haben zwar einen deutlich zu hohen Anteil an Zeitarbeitern, aber immerhin verdient da ein Zeitarbeiter gleich viel wie ein Festangestellter.
    Zum Thema gehören natürlich auch befristete Verträge.
    Denn sowohl Befristung als auch Zeitarbeit führen zu Unsicherheit. Mal wer versucht nen größeren Kredit zu bekommen mit so nem Vertrag?

    Und da ich zumindest Sympathie dafür habe, auch wenn ich nicht sicher bin ob mans bezahlen kann, werf ich hier auch mal das BGE in den Raum.

  6. #6
    Tala_Pran
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    Mindesteinkommen wäre für mich das, was ein Politiker verdienen darf. Dann hätte die Regierung wohl ein grösseres Interesse daran, die heimische Wirtschaft aufzuwerten. :-)

  7. #7
    Gerwin
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    Naja..dass mit den Politikern finde ich jetzt übertrieben. Man muss mal bedenken dass viele Politiker wirklich topausgebildete Menschen sind...die in der freien Marktwirtschaft wesentlich mehr verdienen würden. Der Staat zahlt im allgemeinen keine immensen Gehälter, zumindest in Deutschland nicht. Dafür gibt der Staat eben viel Sicherheit

    Aufstocker: Sollte der Koch mit einer 40 Stunden Woche tatsächlich ein Aufstocker sein..läuft aber etwas schief.

    edit: ich bin übrigens anstelle eines Grundgehaltes für Grundkonsumgutscheine..mit denen man einige Waren bekommt..andere aber nicht. So etwas fände ich auch bei Arbeitslosen interessant. Ihr glaubt nicht wie viel Arbeitslose teilweise rauchen..einfach weil sie frustriert sind.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Tala_Pran
    Mindesteinkommen wäre für mich das, was ein Politiker verdienen darf. Dann hätte die Regierung wohl ein grösseres Interesse daran, die heimische Wirtschaft aufzuwerten. :-)
    Gähn, na das ist sicher ne dolle Idee. Weil man in der Politk schon jetzt im Vergleich zur Wirtschaft so doll verdient das sich die guten Leute um den Job als Politiker förmlich reißen...
    Mal ganz davon ab das Politker dauerhaft befristete Arbeitsverhältnisse haben...

    Weniger BILD mehr bilden bitte...

  9. #9
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    Zitat Zitat von Gerwin
    Aufstocker: Sollte der Koch mit einer 40 Stunden Woche tatsächlich ein Aufstocker sein..läuft aber etwas schief.
    Na eher nicht, trotz Ausbildung Aufstocker sein gibts recht häufig.
    Zitat Zitat von Gerwin
    edit: ich bin übrigens anstelle eines Grundgehaltes für Grundkonsumgutscheine..mit denen man einige Waren bekommt..andere aber nicht. So etwas fände ich auch bei Arbeitslosen interessant.
    Halt ich gar nichts von. Entspricht nicht die Bohne meiner Vorstellung davon wie weit sich der Staat in das Leben seiner Bürger einmischen sollte. Ein deutlich zu weiter Eingriff in Persönlichkeitsrechte.
    Will sagen, wenn ein Hartz 4 ler sein Geld gern verrauchen und versaufen möchte, dann soll er das meiner Meinung nach auch tun können. Sein Leben, seine Entscheidung.

  10. #10
    Gerwin
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    Ich sehe diese Gutscheine ja eher als "Zusatz". Ich denke dass im Moment (wie oben geschrieben) Harz 4 nicht immer ausreicht. Warum sollte der Staat nicht zusätzlich zum Beispiel Gutscheine für lokale Produkte verteilen...anstelle zum Beispiel den Satz um 100 Euro zu erhöhen. Für "Niedriglohnjobs" gibt es dann auch zusätzlich Gutscheine. Ich wäre froh ich hätte solche Gutscheine. Dann könnte ich morgen auf dem Markt schön einkaufen gehen. So kann ich es leider nicht da ich Geld für ein Auto spare.

    Ich denke übrigens nicht dass der Staat zusehen muss wie sich Menschen (auf seine Kosten) Zigaretten und Alkohol kaufen. Gerade Zigaretten sind eine schlimme Sache wenn man nichts zu tun hat. Hier muss Mensch durchaus auch vor sich selbst geschützt werden...aber da unterscheidet sich unser Staatsbild einfach.

    edit: Sooo schlecht verdienen Politiker übrigens auch nicht. Abzüglich aller Ausgaben (Miete, Dienstreisen, Essen usw) bleiben im Monat noch mindestens 2500 auf Bundesebene stehen. Und wenn man geht..bekommt man meist eine Rente. Dennoch finde ich unsere Politikergehälter durchaus gerechtfertigt. Man sollte nur dafür sorgen dass schlechte Beispiele (wie Herr Gutenberg) entfernt werden können. Vielleicht über einen "Volksgerichtshof" .

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