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  1. #1
    Alex
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    Wehrpflichtvideo


    Rausgezogen aus dem Web-Fundstücke-Thread aufgrund der Diskussion.
    ------

    Zitat Zitat von Pirat_fred
    http://www.youtube.com/watch?v=YDqvteNkteI&feature=related
    Geil
    was denn fürn Krieg??? Es ist ja kein Krieg, wenn Krieg ist, denn könn wa dem Feind zeigen wie wir nen Spind aufräumen können! -
    Leider ein schönes Beispiel dafür, dass leider auch die öffentlich-rechtlichen Sender nicht so objektiv sind, wie man sich das wünscht. Jeder hat während seiner Wehrdienstzeit mal Unsinn gemacht, vor allem nach Dienst. In dem Bericht kommt das so rüber, als langweilen sich die Rekruten während des Dienstes regelmäßig und robben deswegen in Schlafsäcken über die Flure. Datt sind junge Leute, die man zusammengepfercht hat. Natürlich machen die nur Mist nach Dienst. Der Rest bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. "Wofür noch einen Wehrdienst, wenn Deutschland ist von Freunden umgeben ist?" Joa, klar und wenn die angegriffen werden, kann uns das egal sein, ist ja schön, dass die als Puffer da sind. Und wenn die mal überrannt werden sollten, können wir denen das noch vorhalten (Ich weiß, unwahrscheinlich, aber nur als Beispiel). Bzw. und wenn irgendwo von ein deutscher Luxusdampfer vor irgendeinem afrikanischen Landstrich, wo gerade wieder Bürgerkrieg herrscht, als Geisel genommen wird, können wir ja bei unseren Freunden betteln gehen. Usw. Das die Wehrpflichtigen da auf direktem Wege nichts mit zu tun haben ist klar. Die sind wirklich nur für den Fall, dass Deutschland angegriffen wird. Was im Zeitalter von Langstreckenraketen auch unmittelbar passieren kann, wenn wir von Freunden umgeben sind. Ich kann ja nur für mich sprechen: Aber ich hab auch während meiner Wehrpflichtzeit nicht nur "Dummfick" mitgemacht. Gab Leute, denen das passiert ist. Das waren aber auffälligerweise die, mit denen eh nichts anzufangen war. Die haben sich um nichts gekümmert, haben halt gesagt, alles wäre Mist und sind dann nicht auf die interessanten Funktionsstellen und auf die entsprechenden Lehrgänge gekommen. War aber kein Wunder.

    @ Benutzer
    Daaaaanke! Das ist so gut!

    Grüße,
    Alex

  2. #2
    Kelmon
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    @Alex: Die Wehrpflicht erfüllte schon lange keinen anderen Zweck als als Grund dafür zu dienen, Leute für Zivildienst zu haben. Bloß weil Du eine andere Meinung hast, heißt nicht, daß der Bericht nicht recht hatte: Die freiheitsberaubten Deutschen, die da ihren Zwangsdienst verrichteten, waren für die Sicherheit des Deutschen Staates ungefähr so nötig wie ein Kropf. Wäre meine Wehrdienstverweigerung nicht durchgegangen kannst Du Gift drauf nehmen, daß ich mich so nutzlos und Betriebsbehindernd wie irgend möglich gegeben hätte, ohne in den Knast zu wandern.

    Daß Deutschland selbst irgendeine Gefahr droht, einfach mal eben so von einem anderen Staat angegriffen zu werden, ist aktuell mehr als nur unwahrscheinlich. Welcher andere Staat würde es riskieren, im Wesentlichen den kombinierten Streitkräften Europas und den USA zu trotzden?

    Außerdem scheinst Du die Aussage der Sendung - daß Wehrpflicht unnötig ist - damit zu verwechseln, daß die Bundeswehr abgeschafft werden sollte. Von daher verstehe ich nicht, was Du hier mit "Was, wenn wir doch Soldaten brauchen?" argumentierst. Werden Wehrdienstleistende Geiseln in Somalia befreien? Nein. Ich sehe durchaus die Notwendigkeit dafür, ein Heer zu besitzen. Und zwar ein Freiwilligenheer.

    Und das hat der Bericht meiner Erachtens nach auch nicht angezweifelt.
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  3. #3
    Calum MacDaragh
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    Das Blöde dabei ist halt, dass wir mit einem "Freiwilligenheer", was lediglich eine nette Umschreibung für eine Berufsarmee ist, in diesem Land keine so guten Erfahrungen gemacht haben. Aber das ist natürlich über sechzig Jahre her und kann deshalb nie wieder so passieren.

    So wie Krieg in Deutschland. Gab's ja auch über sechzig Jahre keinen mehr, und da es bekanntlich noch niemals so lange keinen Krieg hier gegeben hat, kann man guten Gewissens davon ausgehen, dass das nie mehr der Fall sein wird.
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  4. #4
    Kelmon
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    Zitat Zitat von Calum MacDaragh
    Das Blöde dabei ist halt, dass wir mit einem "Freiwilligenheer", was lediglich eine nette Umschreibung für eine Berufsarmee ist, in diesem Land keine so guten Erfahrungen gemacht haben. Aber das ist natürlich über sechzig Jahre her und kann deshalb nie wieder so passieren.
    1. Ja, eine Berufsarmee. Soll das was schlechtes sein? Wenn ja, warum bitteschön? Weil wir mit einer Berufsarmee zwangsläufig in Polen einfallen?
    2. Godwin. Du hast damit die Diskussion verloren. Und "Aber die Nazis!"-Argumente sind an der Stelle wirklich absolut albern.
    3. Die Wehrmacht hatte eine Wehrpflicht, und war damit eben keine reine Berufsarmee.

    So wie Krieg in Deutschland. Gab's ja auch über sechzig Jahre keinen mehr, und da es bekanntlich noch niemals so lange keinen Krieg hier gegeben hat, kann man guten Gewissens davon ausgehen, dass das nie mehr der Fall sein wird.
    Ein gegen Deutschland geführter Invasionskrieg ist derzeit und wird auf lange Sicht Selbstmord für jeden angreifenden Staat sein. Willst Du etwa etwas anderes behaupten?
    Niemand hat behauptet, daß es nie Krieg geben könnte, also leg das auch niemandem in den Mund.
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  5. #5
    Calum MacDaragh
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    Es spricht ja durchaus für das Sicherheitsgefühl, das die Bundeswehr und die politische Ordnung in Dir erzeugt, dass Du einen bewaffneten Konflikt auf deutschem Boden für so unwahrscheinlich hältst. Auf eine Armee willst Du ja anscheinend trotzdem nicht verzichten. Die Geschichte strotzt nur so von Beispielen, in denen sich vermeintlich sichere Situationen blitzschnell (oh-oh, hoffentlich gibt's dafür nicht auch gleich wieder einen Godwin von Dir) geändert haben. Deshalb halte ich das für etwas naiv und kurzsichtig.

    So oder so läuft dieses Argument ins Leere, da hier ja noch niemand ganz auf eine Armee verzichten will. Womit wir wieder bei der Wehrpflicht- versus der Berufsarmee wären.

    Du kannst die Argumente gegen eine Berufsarmee so albern finden und auch so laut Godwin schreien, wie Du möchtest, es ändert aber nichts daran, dass das die Gründe waren, die zunächst ganz gegen eine westdeutsche Armee und später zu der Wehrpflichtarmee mit dem überstrapazierten Idealbild des "Staatsbürgers in Uniform" führten. Und an diesen Gründen hat sich meiner Meinung nach auch heute nicht viel geändert.

    Die Verteidigung des Gemeinwesens sollte auch von diesem selbst organisiert werden. Das gehört für mich genauso zu einer Demokratie, wie selbst zu wählen und sich selbst eine Meinung zu bilden. Nichts davon will ich an irgendwelche bezahlten Vertreter abgeben.

    Ja, es gab auch schon vor der Bundeswehr eine Wehrpflicht in Deutschland. Aber gerade die Wehrmacht in der Zeit der Weimarer Republik war keine Wehrpflichtarmee, sonder eine reine Berufsarmee. Wie sehr so eine Berufsarmee als Staat im Staate eine Demokratie gefährden kann, kann man an diesem Beispiel geradezu exemplarisch sehen.
    Dass die Bundeswehr sich aber ganz wesentlich von ihren Vorläufern unterscheidet, ist so eindeutig - das nehme ich als gegeben hin und spare mir die Erklärung. Der Unterschied besteht vor allem auch darin, welchen Status die Wehrpflichtigen in der Armee haben und wie sie dort gesehen werden. Kann gut sein, dass das nicht immer und überall so umgesetzt wird, dann ist das aber ein Problem der Umsetzung und nicht des Selbstverständnisses. Lustige YouTube-Videos ändern nichts daran.
    Die Bundeswehr ist unter demokratischen Gesichtspunkten ein Erfolgsmodell. Die Berufarmee der Weimarer Republik war unter den gleichen Gesichtspunkten eine Katastrophe.
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  6. #6
    Cartefius
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    @Alex: Die Wehrpflicht erfüllte schon lange keinen anderen Zweck als als Grund dafür zu dienen, Leute für Zivildienst zu haben.
    Ich denke, die Wehrpflicht erfüllte eher den Zweck, gescheite Leute für die Armee zu bekommen. Selbst wenn die wichtigen Posten nicht von Wehrpflichtigen besetzt sind, war das schon ein wichtiger Rekrutierungsweg, weil natürlich eine freiwillie Karriere als Berufssoldat für die meisten fähigen und gebildeten Leute nicht gerade die Traumkarriere darstellt, der Wehrdienst für solche Leute aber einen Einstieg darstellen kann.
    Sowohl aus politischen als auch aus Kompetenzgründen ist es durchaus sinnvoll, die Landesverteidigung nicht nur der perspektivlosen Unterschicht zu überlassen, die man alleine mit der Aussicht auf eine Waffe in der Hand und eine kündigungssichere Stelle ködern kann.

    Ob man deswegen die Leute gegen ihren Willen zum staatlichen Zwangsdienst einziehen sollte ist natürlich eine schwierige Frage. Ich persönlich fände das akzeptabel, wenn erstens tatsächlich jeder grundsätzlich arbeitsfähige Mensch gleichermaßen eingezogen würde, und man sich zweitens frei zwischen einem militärischen und zivilen Dienst entscheiden könnte. Die Praxis der letzten Jahre, bei dem man quasi als junger Mann für gute körperliche Verfassung mit einem Jahr Zwangsarbeit bestraft wird, hielt ich hingegen für untragbar.

  7. #7
    Lorenz
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    gehört die Diskussion nicht eher in die Politikspielwiese?

  8. #8
    Alex
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    Ich bin weitestgehend der Meinung wie Cartefius, würde aber noch einen Schritt weiter gehen, weil sich meiner Meinung nach die Prioritäten geändert haben: Sinnvoll wäre eine Zivildienstpflicht für alle und alternativ Wehrdienst auf ausdrücklichen Wunsch. Also genau umgekehrt zum vorherigen Verhältnis.

    @ Kelmon
    Bloß weil Du eine andere Meinung hast, heißt nicht, daß der Bericht nicht recht hatte
    Der Bericht mag in irgendeiner Aussage sogar Recht haben. Die "Beweisführung" dahin ist aber völliger Unsinn, da falsche Verhältnisse dargestellt werden.

    Welcher andere Staat würde es riskieren, im Wesentlichen den kombinierten Streitkräften Europas und den USA zu trotzden?
    Oh ja, Deutschland gehört zu Europa und die Bundeswehr zu den europäischen Streitkräften. Entsprechend erschließt sich mir hier nicht die Gegenaussage. Oder um es klarer zu machen: Wenn jetzt jedes europäische Land mit "Wir sind von Freunden umgeben" argumentieren würde, gäbe es keine europäischen Streitkräfte mehr.

    Außerdem scheinst Du die Aussage der Sendung - daß Wehrpflicht unnötig ist - damit zu verwechseln, daß die Bundeswehr abgeschafft werden sollte. Von daher verstehe ich nicht, was Du hier mit "Was, wenn wir doch Soldaten brauchen?" argumentierst.
    Hier hast Du Recht, ich bin etwas über das Ziel hinaus geschossen. Eigentlich ging es eher darum, das Deutschland nicht unangreifbar ist, auch wenn wir von Freunden umgeben sind und ein V-Fall nicht unmöglich ist. Wenn auch aufgrund der derzeitigen Situation glücklicherweise unwahrscheinlich. Die Aussagen mit den überrannten Nachbarn und den Langstreckenraketen sollten das klar machen.

    Grüße,
    Alex

  9. #9
    Gerwin
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    Sinnvoll wäre eine Zivildienstpflicht für alle und alternativ Wehrdienst auf ausdrücklichen Wunsch. Also genau umgekehrt zum vorherigen Verhältnis.
    Wäre heute wohl rechtlich nicht mehr möglich. Und ganz ehrlich, junge Idioten wie teilweise im Video zu sehen gibts in jeder größeren Organisation, egal ob das nun die Bundeswehr, die Polizei, eine größere Parteiund das Inlarpforum ist . Ich würde es sogar für sinnvoll halten einen gewissen Staatsdienst gerade für besser ausgebildete beizubehalten (schließlich hat die Ausbildung eines Akkademikers die Allgemeinheit am Ende recht viel gekostet, und die Topverdiener schieben dann oft ihr Geld in andere Länder).

    Aber wie gesagt....derzeit wohl nicht möglich.

  10. #10
    Chevalier
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    Ist aber irgendwie lustig: 1848 haben sich alle darum gerissen eine Wehrpflicht für alle Bürger statt der Berufsarmeen der Herrscher einzuführen als eines der stärksten Symbole der Demokratisierung, heute will kaum noch ein junger Bursche zur Armee und es werden gerade von den jungen Leuten wieder berufsarmeen eingefordert, weil es ungerecht sei vom Staat zur Wehrpflicht gezwungen zu werden.

    Warten wir mal ab wann wieder die wehrpflciht gefordert wird..oder das Gegenteil: Privatisierung der Armeen und Konzerngarden wie in Shadowrun die Mobile Eingreiftruppe 2000 (MET2000). *g*
    ...
    Liebensteiner Mohnfest 2019 - 15.-17.11.2019 (Spießknecht Olivier Bulain)

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