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  1. #1
    Ultor
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    adopt a revolution ...den syrischen Frühling unterstützen

    Guten Abend werte Forengemeinde,

    ich möchte die Gelegenheit nutzen, euch folgende Initiative nahe zu legen:

    https://www.adoptrevolution.org/

    Die homepage ist selbsterklärend, dennoch von mir auch ein paar Worte dazu: Was im Augenblick - und seit Jahren in Syrien passiert ist nach internationalem Konsens die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit. Selbst kenne ich Menschen aus Damaskus und habe bedingt durch mein Studium und verschiedene Initiativen und Veranstaltungen inzwischen einen recht guten Draht zu der Thematik.

    Die zivil motivierte Bewegung des syrischen Volkes braucht dringend Unterstützung. Sei es durch direkte Spenden, oder dadurch, dass auf ihre Lage aufmerksam gemacht wird. Neben dem Regime Bashar Al-Assads machen sich Fundamentalisten und andere internationale Kriegstreiber die Situation zum Vorteil (rund 200 Deutsche "Mudschaheddin" kämpfen zur Zeit im anarchistischen Schlachtenchaos in der Region).

    Viele vergessen, oder wissen nicht, dass das syrische Volk nie unter der Flagge einer Konfession oder bestimmten Strömung auf die Straße gegangen ist.

    Bitte nehmt euch die Zeit und lest, was "adopt a revolution" zu bieten hat.

    Viele Grüße,
    Ultor
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  2. #2
    Gerwin
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    Du solltest vielleicht noch anmerken, dass der Verein kurz davor ist seine Gemeinnützigkeit zu verlieren. Das macht spenden im Moment vielleicht sogar noch sinnvoller.

    P.S.: Das Problem liegt eben bei jeder "Revolution" vor. Irgendwelche radikalen (oder auch Personen die einfach nur ihrer aufgestauten Wut Luft machen wollen) findet man immer. Und "säkular" kann eben auch "offen religionsfeindlich" bedeuten. Die konkrete Initiative erscheint mir dennoch sinnvoll. Dafür muss man sich eben die konkreten Projekte einmal ansehen. Ist ja nicht so, dass die Aufständige mit Waffen versorgen.
    Geändert von Gerwin (28.04.2014 um 07:10 Uhr)

  3. #3
    Jeremias
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    Syrien... War das nicht das, wo orthodoxe Bischöfe von den Aufständischen entführt werden?

    Ich hatte vergangenes Jahr die Möglichkeit, mit einem Flüchtling und seiner Familie zu reden, als ich im syrischen Kloster in Warburg war. Er meinte dazu nur: "Assad war schlecht, aber für uns Christen sind die Neuen noch schlechter."

  4. #4
    Ultor
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    @Gerwin: Genau, um Waffen zu kaufen würde das Geld auch gar nicht reichen.

    Zudem gibt es auf der homepage eine pdf datei in der genau eigesehen kann, wofür im letzten Jahr Gelder ausgegeben wurden. Wichtig ist eben funktionierendes Internet z.B., das in Syrien scheinbar nur sehr teuer zu bekommen ist.

    @Jeremias: Bashar Al-Assad hat sich nach Außen tatsächlich immer sehr tolerant gegenüber Minderheiten gegeben. So besuchte er zum Beispiel regelmäßig die Karfreitagsprozession der syrischen Christen o.ä. Das hat verschiedene Gründe. Nicht zuletzt gehört er ja selbst der alawitischen Minderheit an. Auf der anderen Seite erfuhr der Assad Clan wohl finanzielle Hilfe durch reiche Christliche Familien. Daniel Gerlach, der Chefredakteur des zenith ( http://www.zenithonline.de/deutsch/home/ ) sagte letzte Woche auf einer Debatte sinngemäß die Christen hätten sich in einer Art Geiselhaft befunden. Weiteres dazu weiß ich auch nicht.

    Fakt ist wohl, dass für ihn der Zulauf internationaler fundamentalistischer Kräfte, die zwischen Christen, Alawiten und selbst sunnitischen Glaubensbrüder nicht unterscheiden und alle gleichsam abschlachten ein willkommenes Phänomen darstellt. Da es die Situation gesamt destabilisiert und das Bild vermittelt, ohne ihn gäbe es gar keine Ordnung.

    Viele Grüße,
    Ultor
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  5. #5
    Gerwin
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    Wenn man schon immer von "internationalen Kriegstreibern" redet, sollte man bedenken, dass ein Großteil der islamistischen Fußtruppen in Syrien doch sehr "national" sind. Nur das Geld kommt eben aus anderen Quellen.

    Letzten Endes ist die Situation wohl erstens für uns Europäer schwer zu überblicken (für Ultor vielleicht ein wenig besser) und zweitens eben ein langfristiges Problem. Ein säkularer Staat nach westlichen Verständnis (sprich, ohne religiöse Parteien) dürfte in Syrien auf demokratischen Weg kaum möglich sein. Das soll natürlich niemanden daran hindern Geld zu spenden. Ich werde ja auch versuchen, meinen Teil beizutragen. Obwohl die ganze Aufmachung mir doch schon wieder sehr "islamfeindlich" vorkommt.

    Man darf halt nicht vergessen, wer alles an der "Revolution" beteiligt ist. Hier ein zufällig gewähltes Beispiel.

  6. #6
    Ultor
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    Gerade in Nordsyrien ist die Zahl der ausländischen Kämpfer wohl sehr hoch. Die al-nusra Front oder Djabhat al-nusra agiert dort neben anderen zahlreichen fundamentalistisch motivierten Gruppierungen. Geld kommt, wie du gesagt hast aus dem Ausland, z.B. von privaten "Investoren" aus Qatar oder Saudi-Arabien.

    @Gerwin: Auf welche Aufmachung beziehst du dich?

    Grüße,
    Ultor
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  7. #7
    Gerwin
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    Beispielsweise ist immer wieder von "säkularen Staat" die Rede. Du kannst nicht einfach in Syrien einen säkularen Staat nach westlichen Verständnis etablieren. Zumindest glaube ich das persönlich nicht. Bei uns gibt es inzwischen tatsächlich einen gänzlich säkularen Staat. Selbst das Parteiprogramm der CDU hat, vorsichtig ausgedrückt, mit der Bibel oder christlichen Werten nicht mehr viel zu tun. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass in Syrien (bei freien Wahlen) ein nicht unbedeutender Teil der Bevölkerung eine moslemische Partei wählen würde. Höchstwahrscheinlich auch eine Partei, die nicht unbedingt unseren westlichen Demokratieverständnis entspricht. Man nehme hier als Beispiel mal das (etwas anders gelagerte) Ägypten. Man darf nicht vergessen, dass der erste (demokratisch gewählte) Präsident Ägyptiens ein Muslembruder war. Auch das ist Demokratie. Selbst wenn "westliche Personen" die Wahlentscheidung nur schwer verstehen. Bis ein Staat ein säkulares System wie wir es verstehen erreicht hat, dauert es lange. Und bei weiten nicht jeder "friedliche Protestler" in Syrien wird für ein säkulares System kämpfen.

    Auch das ist halt Demokratie. Und ich wäre da mit jeglicher westlicher Einmischung vorsichtig. Persönlich denke ich, dass eine Verbesserung der Wirtschaftssituation (beispielsweise nach dem Ende des Bürgerkriegs) auch langsam zum Abbau eines radikalen Islamverständnis führen wird. Aber das ist ein langer Weg.

  8. #8
    bradley
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    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Bei uns gibt es inzwischen tatsächlich einen gänzlich säkularen Staat. Selbst das Parteiprogramm der CDU hat, vorsichtig ausgedrückt, mit der Bibel oder christlichen Werten nicht mehr viel zu tun.
    Deswegen zieht der auch noch die Kirchensteuer ein, priviligiert Tendenzbetriebe, erlässt Verbote an kirchlichen Feiertagen (Tanzverbot Karfreitag), bezahlt Bischöfe aus der Staatskasse und sorgt für Religionsunterricht an staatlichen Schulen.

    PS: Christliche Werte stehen bei der CDU bereits im Vorwort ihres Parteiprogrammes. Ob du die nun anders definierst als die CDU, ist eine andere Frage, aber auch völlig unerheblich.

    Insofern brauchen sich grade die Deutschen garnicht so weit aus dem Fenster zu lehnen, was Säkularisierung angeht.

  9. #9
    Ultor
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    @Gerwin: Das ist richtig. Ich sehe da aber auch mit einen Grund, weshalb sich der Westen, jetzt nachdem die Angelegenheit mit den Chemiewaffen scheinbar geklärt ist nicht weiter und dringlicher gegen das humanitäre Elend einsetzt. Wäre die Situation anders - z.B. wenn eine christliche Mehrheit von muslimischer Minderheit bedroht wäre - würden Reaktionen und Aktionen seitens westlicher Bündnisse möglicherweise (sehr sicher*) anders aussehen (*Das denke ich zumindest). Allein der Begriff "Bürgerkrieg", der zur zeit in den Medien kursiert suggeriert doch, dass der Konflikt nunmehr nur die Bürger des Landes etwas angeht. Gut, aber das ist Spekulation.

    Ich denke auch nicht, dass die syrische Revolution eine Regierungsform nach unseren Maßstäben anstrebt. Keiner der Beteiligten.

    Ich sehe das so: Mursi wurde zwar demokratisch gewählt, aber dass die Muslimbrüder ihren Einfluss wieder eingebüßt haben ist meiner Meinung nach doch positiv zu bewerten. Hier mal ein Video zum Thema: Wer hat eigentlich Interesse am Erstarken der Bruderschaft?
    http://www.youtube.com/watch?v=xSMovgHTr0g
    Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass Qatar und auch Saudi-Arabien schlicht kein Interesse an einer Säkularisierung ihrer Nachbarstaaten haben. Was nachvollziehbar ist.

    In meinen Augen rechtfertigt allerdings nichts die Todesurteile die in naher Vergangenheit in Ägypten gegen Anhänger der Muslimbruderschaft gesprochen wurden und wieder gesprochen werden.

    (Zum Thema "Demokratie im Islam" empfehle ich das gleichnamige Buch der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb))
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  10. #10
    oliverp
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    Hallo Ultor,

    ich respektiere deinen Wunsch eines humanitären Engagement und würde diesen auch unterstützen, wenn ich sicher sein könnte, dass nichts davon an "islamischer Staat in Iran und Syrien" (=al quaida) geht.

    So schlimm ich auch Streubombenattetate auf Zivilbevölkerung finde, kann ich aktiv nichts unterstützen, von dem ich ich nicht sicher weiß, dass solche nachhaltig schlimmeren Auswüchse nicht damit direkt oder indirekt unterstützt werden.

    Ich persönlich bin politisch bei einer extrem erhöhten Hilfe für Anliegerstaaten um die Flüchtlinge aufzunehmen und zu versorgen, gern auch im zweistelligen Milliardenbereich allein durch DE. So lange es ankommt.
    In das Land selbst, möchte ich allerdings aus o.g. Gründen nichts spenden.

    Falls du also eine transparente Organisation kennst, die Spenden zweckgebunden für die zivilen Flüchtlinge in diesen Ländern aufwendet, dann sag bitte bescheid, dann beteilige ich mich gern in ernstzunehmenden Ausmaß nach meinen Möglichkeiten.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

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