Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 12
  1. #1
    Luana Arcus
    Luana Arcus ist offline
    Grünschnabel Avatar von Luana Arcus

    Beiträge
    8

    Kelten im Larp (suche Erfahrungsberichte)

    Ich grüße euch lieb,

    ich suche Erfahrungsberichte oder gar mögliche Kontakt, die mir bei dem Thema Kelten im LARP weiterhelfen können. Um das Thema weiter einzugrenzen, suche ich ganz genau Beschreibungen oder gar bisher bestehende Konzepte in der Umsetzung von Filid oder (keltischen) Barden.
    Bei meiner bisherigen Recherche bin ich leider bisher immer nur auf knappe und sehr sehr kurzen Erläuterungen über die Rangordnung der Filid gestoßen.

    Bisher habe ich meinen Charakter eines Filid soweit versucht auszuspielen, wie ich es aus den Büchern entnehmen kann - doch mein Wissensdurst ist nicht gestillt

    Wenn jemand mir bei meiner vertieften Suche weiterhelfen kann, würde ich mich sehr freuen Drum bitte ich um Mithilfe

    Liebe Grüße

    Luana

  2. #2
    Gerwin
    Gerwin ist offline
    Forenlegende Avatar von Gerwin

    Beiträge
    16.931
    Was suchst du genau? Möglichkeiten einen keltischen Barden (historisch relativ korrekt) zu spielen?
    Eine Gruppe die das bereits im Larp umsetzt? (Kelten im Larp gibt es viele, historisch korrekt sind wenige)
    Oder gar das gründen einer neuen Keltengruppe zum Erfahrungs/Gedankenaustausch?

    Letzteres wäre interessant.

  3. #3
    Justav
    Justav ist offline
    Alter Hase

    Ort
    Berlin
    Beiträge
    1.559
    Naja, wenn man unbedingt Geld in Bücher stecken will, kann man sich die Wiki-Seite dazu ansehen und die unter "Literatur" genannten Bücher kaufen, so es die noch gibt (oder halt antiquarisch suchen).

    Gespielt habe ich noch nie einen Kelten (und die letzten erklärten Kelten, die ich auf Con getroffen haben, waren direkt von Asterix insperiert, was eine... lustige, aber auch alberne Erfahrung war...). Abseits von LARP finde ich das Thema durchaus spannend. Das erste, was ich von einem Filid erwarten würde, ist das Erzählen (oder vorsingen, wenn gekonnt) von Geschichten, vielen Geschichten. Da ich aber selber einen Geschichtenerzähler spiele weiß ich, wie schwer es mitunter ist, das einzubringen. Deswegen vielleicht: Sich möglichst oft auf irgendwelche Geschichten beziehen, wenn man spricht (oder zumindest wenn man was wichtiges zu sagen hat).

    Bliebe das Problem, welche Geschichten. Da können vermutlich echte Keltenspieler mehr zu sagen. Mich würde es aber nicht stören, sich da reichhaltig aus der irischen oder walisischen Sagenwelt zu bedienen. Andere (passende) Geschichten aus der keltischen Geschichte oder der davon inspirierten Fantasy-Literatur können andere Quelle sein. Inwieweit man das adaptiert muss man sehen.

    Sehr nett fand ich zu lesen "Die vier Zweige des Mabinogion" von Evangeline Walton. Das ist eine "phantastische Nacherzählung" der walisischen Sagen, aber schon Jahrzehnte alt; kA, ob und wie man das heute noch bekommt. Auch nett fand ich auch das "Lexikon der keltischen Mythologie" von Sylvia & Paul F. Botheroyd; könnte aber auch vergriffen sein.
    Geändert von Justav (18.10.2014 um 21:12 Uhr)
    So long

    Justav

  4. #4
    Calum MacDaragh
    Calum MacDaragh ist offline
    Alter Hase

    Ort
    Frankfurt am Main
    Beiträge
    1.072
    Das ist ein weites Feld... und hängt ziemlich davon ab, was Du willst. In einem beliebigen Setting kannst Du Dich problemlos als Filidh bezeichnen, da wird kaum einer widersprechen - wie auch, die allermeisten werden keine Ahnung davon haben. Da kannst Du doch einfach machen, was Du willst. Wenn Du Geschichten erzählen willst: Lady Gregory "Of Gods and Fightin Men". Das ist so alt, dass die Rechte daran frei sind, gibt's also für umsonst im Netz.

    Wenn Du innerhalb der Keltenkampagne spielen willst, dann ist das ein bisschen anders. Dort wird Filidh einfach für den ersten Druidenrang verwendet. Das kann ein Barde sein, muss aber nicht. Druidenspiel ist ziemlich komplex und voraussetzungsreich, da wäre eine etwas genauere Frage sinnvoll.
    Na diobair caraid's a charraid!
    www.daracha.de

  5. #5
    Tala_Pran
    Tala_Pran ist offline
    Alter Hase Avatar von Tala_Pran

    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.868
    Luana, vielleicht gefällt dir dieser Zugang zum historisch inspiriertem, Fantasylarp rund um die Inselkelten:
    http://dalriada.larp.at/regelwerk.html

    Zitat: Die Filid stellen die Gruppe der Gelehrten im weitesten Sinn, im engeren Sinn die Gruppe der Barden, Historiker und Rechtsgelehrten dar. Wie die kleriker sind alle Mitglieder der Gruppe der Filid ‘nemed’, genießen also einen besonderen Stand vor dem Gesetz. Sie gelten jedoch generell als‘dóernemed’ (was soviel bedeutet wie abhängige Privilegierte), da sie im Normalfall als‘Angestellte’ von Königen oder Klerikern arbeiten, also nicht ganz ‘ihre eigenen Herrn’ sind. Auch bei den Filid gibt es eine ganze Reihe von Unterscheidungen, auf die wir in Folge eingehen wollen.Nach dem frühirischen Recht hat der Poet einen Sonderstatus – er wird unter der Bezeichnung„fili“ als Zugehöriger zum „nemed“, zum Adelstand, anerkannt. Normalerweise bezeichnet das Wort „ollam“ die höchste Stufe der Filid, sein Ehrenpreis kommt dem eines Königs eines Stammes gleich. Die niedrigste Stufe wäre die des „fochloch“. (Siehe Dalriada-File)
    Die Aufgabe eines Fili liegt im Bereich der Wissensbewahrung: Geschichte, Genealogie, Ortsnamenkunde und Legendenkunde sind die Wirkungsbereiche der gelehrten Filid. Von besonderer Bedeutung war jedoch ihre quasi-mystische Fähigkeit, das Enech, also die Ehre einer Person, mit ihrer Kunst zu beeinflussen.
    Reine Musikanten, also Sänger, Harfen-, Flötenspieler etc., haben KEINEN „Nemed-Status“! Sie fallen unter die Kategorie Handwerker und ihr Ehrenpreis ist auch dementsprechend deutlich niedriger als der eines Fili.
    Die Rechtstexte spiegeln sehr eindrucksvoll wieder, wie wichtig der Status eines Fili war, eben weil es ihnen möglich war, Preislieder zu singen/dichten – und damit das Prestige einer Person zu erhöhen, oder Satiren zu dichten – und damit das Ansehen einer Person zu schmälern. Natürlich steht dieser Glaube in einem engen Zusammenhang mit dem Ehrempfinden, das das ganze System des Rechts als einer der wichtigsten Faktoren durchdringt. Die Filid hatten einen direkten Einfluss auf die Ehre einer Person, indem sie durch ihre Lieder und Geschichten das Ansehen eines Menschen schmälern oder vergrößern konnten – der Respekt und die Furcht vor Filid, die einem in den literarischen Texten häufig begegnet, wird hierdurch deutlich besser verständlich. Natürlich befassen sich die Rechtstexte auch mit dem Missbrauch dieser quasi-mystischen Fähigkeiten. Nach dem Recht konnten Poeten mithilfe ihrer Kunst sogar Menschen (und Tiere) zu Tode bringen; ihr Gesang konnte wirken wie ein Fluch. Aus diesem Grund kennt das irische Recht Strafen für unrechtmäßige Satire – der Poet muss in solchen Fällen den Ehrenpreis der geschädigten Person zahlen. Noch öfter aber verliert der Fili durch solche kriminellen Satiren seinen Status und somit seine rechtlichen Ansprüche (zum Beispiel auf die Eskorte, die ihm zusteht oder die Krankenbehandlung, die seiner Position eigentlich entspräche).
    Für Dalriada gilt: Der Poet muss den Ehrenpreis der geschädigten Person zahlen; aber er verliert auch gleichzeitig Enech durch seine Untat: Der Enechverlust kann dann zur Folge haben, dass er die mit seinem Status verbundenen Privilegien nicht mehr zur Verfügung hat, wenn der Ehrverlust stark genug ist.

  6. #6
    Luana Arcus
    Luana Arcus ist offline
    Grünschnabel Avatar von Luana Arcus

    Beiträge
    8
    Guten Morgen,

    ich danke euch für eure Rückmeldungen

    @ Gerwin: ich bin in meiner Suche sehr offen, da ich nichts übersehen möchte. Allerdings bin ich deinem ersten (historisch genau gespielte Barden) und dritten (Aufbau einer Gruppe für den Austausch) überhaupt nicht abgeneigt und finde dies sogar sehr sehr spannend. Als ich das Thema hier im Forum erstellt habe, war ich auf der Suche nach Erfahrungsberichten von LARP- Gruppen, die Erfahrungen und Ratschläge für das Ausspielen mir mitteilen könnten

    @ Justav: das Geld wurde shcon lange in diese Literatur investiert (ist kein spontaner Gedankensprung seit 48 h) - das Problem bei der bestehenden Literatur ist häufig, dass man leider genau zu diesem Thema der Filid/ Filidh sehr sehr sehr wenig erfährt. Das war ich weiß, setzte ich soweit nach meinem guten Gewissen um: mir fällt es leicht Gedichte zu erstellen, je nach Konzentration schaffe ich es, ganze Gespräche in Reimform zu sprechen (manchmal ein Fluch wieder auf zu hören ), meinem LArp-Charakter sitzt der Schalk im Nakcen, dass bedeutet, sie sucht die satirische Konversation: schreibt Lobgedichte oder -baladen ihrem Herren (Lagerherr) und andersherum für feindlich gesinnte. Ein bisschen versteht sie sich in der Kräuterkunde und weiß einen Verband anzulegen, aber es bleibt bei den Basics. Des Weiteren zeichnet sie Situationen, um diese für die Ewigkeit fest zu halten. (Huch nun war es doch eine kurze Charakterbeschreibung)
    -> Aber ich danke dir für den Tipp, sich auf mögliche Geschichten zu berufen und diese mit einzubeziehen, leider klappte es bei der letzten groß Con nicht, da war dies nicht erwünscht - so der Wortlaut

    @ Calum McDaragh : du hast Recht, bisher wo ich meinen Charakter als solche vorgestellt habe (IT), gab es nur Fragezeichen zurück. Und wie ich sie ausspiele, habe ich grob einen Absatz über dir kurz geschildert. Mir ist bewusst, dass Filidh für den ersten Druidenrang verwendet wird. Mir liegt es fern, einen Druiden als solchen darstellen zu wollen. Es ist die Kunst andere Spieler mit Gedichten zu verblüffen oder gar zu erfreuen, welche ich über das Ausspielen darstellen möchte. Hier die Abgrenzung zum eigentlichen BArden oder Narr: ich kann nicht singen und kein Instrument spielen, ebenso finde ich den ausgesprochenen Respekt gegen über Filidh deutlicher als bei Barden/ Narren. (Das mich keiner falsch versteht, ich bin von historischen Gauklern, Spielmanssliedern und weiteren sehr angetan, nur die alten Kelten und die grünen Inseln in unserer heutigen Zeit verfolge ich mit großer Interesse und habe schon einige Reisen danach ausgerichtet )

    @ Tala Pran: ich danke auch dir für deinen Beitrag. Deine darauf hingewiesene Homepage kenne ich bereits. Ich habe schon mehrere Email an das Kontaktformular und angegebene Email Adresse versendet (im April und über den Sommer immer mal wieder). Leider habe ich bis heute noch keine Antwort erhalten. Deshalb habe ich mich mit meiner Frage an das Forum inlarp gewendet

    Lieben Gruß

    Luana

  7. #7
    Justav
    Justav ist offline
    Alter Hase

    Ort
    Berlin
    Beiträge
    1.559
    Zitat Zitat von Luana Arcus Beitrag anzeigen
    mir fällt es leicht Gedichte zu erstellen, je nach Konzentration schaffe ich es, ganze Gespräche in Reimform zu sprechen (manchmal ein Fluch wieder auf zu hören ) (...)
    Respekt, das ist die hohe Kunst; damit steht der Position als ollam ja langfristig nichts mehr im Wege.

    Zitat Zitat von Luana Arcus Beitrag anzeigen
    (...), meinem LArp-Charakter sitzt der Schalk im Nakcen, dass bedeutet, sie sucht die satirische Konversation:
    Mit der Satire muss man allerdings vorsichtig sein, dass kann zur tödlichen Waffe werden...
    So long

    Justav

  8. #8
    Gerwin
    Gerwin ist offline
    Forenlegende Avatar von Gerwin

    Beiträge
    16.931
    Ich möchte hier n ur noch anmerken, dass Barden (auch keltische) wohl kaum ganze Gespräche in Reimform geführt haben dürften (das wäre auch extrem geschwollen gewesen) noch diese Angelegenheit unbedingt im Larp besonders gut ankommen muss. Insbesondere bei einen historischen Ansatz würde ich mich davon eher irritiert (bis irgendwann genervt) fühlen. Dazu kommt dass eben die wenigsten Personen geniale Dichter sind die mal eben sowas spontan hinbekommen.

    Ansonsten dauert leider die Kontaktaufnahme manchmal etwas. Großcons haben aber oft eigene Keltenlager, vielleicht kannst du dich da nochmal umhören (die haben sicher auch eigene HPs, da das Keltenthema für mich gerade nicht so aktuell ist hab ich die aber nicht im Kopf).

    Satire finde ich im Regelfall eher anmaßend.

  9. #9
    Justav
    Justav ist offline
    Alter Hase

    Ort
    Berlin
    Beiträge
    1.559
    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Ich möchte hier n ur noch anmerken, dass Barden (auch keltische) wohl kaum ganze Gespräche in Reimform geführt haben dürften (das wäre auch extrem geschwollen gewesen) noch diese Angelegenheit unbedingt im Larp besonders gut ankommen muss. Insbesondere bei einen historischen Ansatz würde ich mich davon eher irritiert (bis irgendwann genervt) fühlen. Dazu kommt dass eben die wenigsten Personen geniale Dichter sind die mal eben sowas spontan hinbekommen.
    Äh, aber von voll ausgebildeten filids wuirde genau das erwartet: Das sie aus dem Stand ein Lob- oder Spottgedicht zu verfassen in der Lage sind.

    Ein keltischer Dichter traf verspätet ein und begegnete Louernius; sofort komponierte er ein Lied, das dessen Größe verherrlichte und seine eigene verspätete Ankunft beklagte. Louernius war sehr erfreut und ließ sich einen Beutel Gold geben, den er dem neben dem Wagen laufenden Dichter zuwarf. Dieser fing denSack auf und sang ein weiteres Lied, in dem er beang, daß die bloßen Spuren, die der Wagen des Häuptlings auf der Erde hinterließ, der Menschenheit Gold und Großzügigkeit schenkte.
    müsste ein Zitat Poseidonius sein, zitiert nach die "Druiden" von P. B. Ellis

    Würd ich natürlich nicht von nem LARP-Charakter erwarten, aber wenn man's kann...

    EDIT

    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Satire finde ich im Regelfall eher anmaßend.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%A1m_d%C3%ADcenn
    So long

    Justav

  10. #10
    Gerwin
    Gerwin ist offline
    Forenlegende Avatar von Gerwin

    Beiträge
    16.931
    Ein Gesang ist etwas anderes als ein Gespräch. Ein Gespräch beinhaltet de facto Rede und Gegenrede. Ein Lied aus dem Stand zu verfassen ist relativ einfach da ich schon 2 Strophen weiter denken kann. Ein Gespräch ermöglicht mir diesen Umstand nicht, da ich auf die Worte meines gegenübers schnell reagieren muss. Bei ausgebildeten Menschen mit extremen Talent kann das auch noch funktionieren. Das sind aber Ausnahmen.

    Kurz gesagt: Im Regelfall würden sich diese Gespräche sehr lange hinziehen da der Gesprächspartner eben viel Zeit zum überlegen brauchen würde. Das mag jetzt in einer wichtigen Situation noch super funktionieren "Ihr wollt meinen Rat zu XYZ? Kommt in einer Stunde wieder". Bei normalen Gesprächen funktioniert es eben eher nicht.

    Um dein Zitat nun historisch korrekt ist oder nicht viel eher einer mystifizierung entspricht....aber das ist ein anderes Thema.
    Geändert von Gerwin (19.10.2014 um 11:24 Uhr)

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
  • BB-Code ist an.
  • Smileys sind an.
  • [IMG] Code ist an.
  • [VIDEO] Code ist an.
  • HTML-Code ist an.
(c) mit Unterstützung von Trollfelsen.de