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  1. #1
    Srontgor
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    Was kosten Söldner?

    Hallo zusammen,

    wir starten nächstes Wochenende ein neues Gruppenkonzept in Form eines Freiherrn nebst Anhang. Wir haben aber zu wenig Leute für ein volles Gefolge, und wollen darum kleine Söldnergruppen, einzelne Söldner, Mietklingen und schlicht andere SCs mit Fähigkeiten die wir gebrauchen können unter Vertrag nehmen, also nicht nur Krieger.
    Wie weit wir damit gehen wollen müssen wir noch ausprobieren, und hängt auch von der IT-Finanzierbarkeit ab.
    Artikelbrief, Vertrag und Werber mit Werbepatent haben wir schon, bleibt die Frage, was welche Art Söldner üblicherweise auf Cons in NRW kostet. Nicht das wir unsere Kandidaten mit viel zu niedrigen Preisvorstellungen vor den Kopf stoßen, oder zu viel bezahlen.

  2. #2
    stephan_harald
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    Kommt auf den Con und die Mitspieler an. Wenn Du nun eine Preistabelle erwartest muss man dich enttäuschen. Die gibt es einfach nicht. Das ist von Person und Con total unterschiedlich. Ich würde einfach eine ausreichende Anzahl von vor allem Kupfermünzen mitnehmen und dann verhandeln. Du wirst auch Cons erleben wo es zwar Söldner im Überfluss gibt, aber keiner sich bei euch verdingen will, weil alle angeblich andere Aufträge haben etc.

    Ich mache das mit meinen Charakter immer so:

    Söldner in entsprechender Rüstung und Bewaffnung: bis zu 10 Kupfer den Tag (Münzen sind OT Wertvoller je höher die Anzahlt weil eben alle gleich viel kosten in der Beschaffung) dazu ggf. Lager und Verpflegung.

    Was ich nicht nehme: Irgendwelche Typen die sich groß aufspielen dann aber im Lederlappen und mit 10 Waffen glänzen wollen. Sorry das wird IT wie OT nix.

    Immer dran denken, Ihr seit der Soldherr und Ihr macht den Vertrag. Wenn einer eurer Söldner 1 Goldmünze pro Tag fordert (und es nicht eine total große Gruppe mit toller Ausstattung ist) dann vergesst es. Der Spieler hat weder Sinn noch Ahnung.. das wird nur Stress geben. Gute Söldner werden einen Soldbrief fordern, und sich mit euch auf einen Handel einlassen, wenn das Gefühl des OT kann es stimmen und IT wird es stimmend gemacht passt.

    Das Problem ist beim Söldner anwerben nämlich nicht der Preis... den findet ihr ja schnell raus... einfach eine kleine Kiste mit Münzen (vor allem Kupfer) mitnehmen und Gut. Das Problem ist nämlich gute Söldner die auch das genau spielen wollen, zu finden. Die meisten Larp Söldner mögen es nämlich gar nicht sich einem Herrn zu unterstellen und Befehle zu bekommen und dann auch noch zu befolgen.

    Stephan

  3. #3
    Cartefius
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    Mein Eindruck ist auch, dass es da keine übersichtlichen Tarife gibt, und irgendwie auch nicht geben kann, weil das ganze Larp-Währungssystem sowieso nicht in sich konsistent ist.

    Nehmen wir mal ein einfaches Rechenbeispiel: Wenn ein Krug Bier 1 Kupfer kostet (was recht üblich ist), ist ein Kupferstück so etwa in heutiger Währung 2 Euro wert. Jemand der heutzutage 8 Stunden in einer Bäckerei zum Mindestlohn arbeitet, würde 68 Euro bekommen, also umgerechnet 34 Kupfer oder 3 Silber, 4 Kupfer. Vor diesem Hintergrund scheint plötzlich ein Goldstück am Tag für eine Tätigkeit, bei der man täglich sein Leben aufs Spiel setzt, gar nicht mehr so hoch, auf der anderen Seite gibt es auch viele Leute, die Goldstücke extrem hoch einstufen, nach dem Motto "Wenn ich mal eine Goldmünze finde, setze ich mich zur Ruhe!"...
    Ich würde wahrscheinlich als relativ willkürlich gesetzten Startpunkt Söldnern irgendwas gemischtes unterhalb von 4 Silber am Tag anbieten, also z.B. 2 Silber 5 Kupfer, weil Kupfermünzen allgemein beliebter sind als Silber.

    Mein Ansatz, das ganze im Spiel umzusetzen, wäre ansonsten aber auch, den Fokus in der Praxis möglichst weit weg vom Besitzwechsel von Spielgeldmünzen zu legen, weil das für Auftraggeber schnell OT teuer und für Söldnerspieler unbefriedigend werden kann, und nach Alternativen zu suchen. Möglichkeiten wären hier relativ langfristige Soldverträge, die direkt mit dem Soldmeister einer jeweiligen Gruppe abgesprochen werden, der dann (aus OT eigener Kasse) Sold an die eigenen Leute ausgibt, und dafür z.B. Wechsel oder Schuldverschreibungen vorzubereiten, oder auch das Ausspielen des Empfangs von Verpflegung, Getränken oder neuer Ausrüstung "auf Kosten des Auftraggebers". All das funktioniert natürlich besser mit organisierten Gruppen statt mit Einzelspielern (und die Idee, sich sein eigenes Spielgeld für solche Transaktionen OT selber mitzubringen, wird von vielen Spielern abgelehnt), aber vielleicht lohnt es sich auch, hier die Söldner auch ein wenig zu einer solchen Organisation zu animieren, damit die auch mal mehr mit ihrer Rolle zu spielen haben als nur Münzen in die Hand zu nehmen.

  4. #4
    Dutch
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    Zusätzlich ist noch eines zu bedenken: Ein echtes Gefolge-Gefühl wird sich mit einer größeren Anzahl an "gemieteten" Gefolge-Charakteren voraussichtlich nicht vollständig einstellen. Der Grund liegt in den OT-Gegebenheiten.
    Im wirklichen Leben würde der Freiherr die benötigten Spezialisten ergänzend für sein Gefolge anwerben, und diese würden dann typischerweise auch ins Lager des Freiherrn übersiedeln, dort leben und ihren Auftrag erledigen.

    Im LARP haben die Leute ihr Zelt irgendwo stehen, werden dort schlafen, kochen und essen, soweit ihr dies im Spiel nicht anders regeln könnt. Es ist dadurch tendenziell unwahrscheinlich, dass sich die Leute im Lager des Freiherrn aufhalten und es beleben, oder sich wortwörtlich als sein Gefolge stets mit ihm an den Ort des Geschehens begeben.

    Das Gefolge-Gefühl, dass man wirklich zusammengehört, zusammensteht und wie eine Familie miteinander lebt und sich unterstützt, braucht mehr als nur eine erfolgreich gespielte Anwerbeszene und die grundsätzliche Bereitschaft, für die Dauer des Cons eine bezahlte Zweckgemeinschaft zu bilden.

    In soweit wünsche ich euch weiter viel Erfolg, einen dauerhaften kleinen Tross um euren Freiherrn aufzustellen.

    Tschüs
    Michael
    Geändert von Dutch (27.04.2015 um 15:32 Uhr)
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

    Cons, Orgas, Aktuelle Infos: Facebook-Gruppe "Western LARP Bayern"
    Gone, but not forgotten: Buffalo Hill 1888

  5. #5
    Cartefius
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    Wobei auch gerade Einzelspieler ohne Gruppenanschluss auf Zeltcons oft dankbar sind, wenn sie die Gelegenheit bekommen, Anschluss an einen ausgebauten Lagerplatz mit Feuer, Tischen, Sitzgelegenheiten und ähnlichem zu bekommen, wo sie sich dann aufhalten und spielen können.

  6. #6
    Chevalier
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    Ich poste einfach mal den Artikelbrief der Vexiner Spießer (vom cerdiischen Fähnlein angeleitet):

    Artikelbrief:

    "Artikelbrief, wie er jegwelchem verlesen werden soll, der sich entscheide die Spießer unter Sold zu nehmen.

    Folgendes gilt für jeden Kämpen der Spießer, nicht aber für etwaigen Tross.

    Die Söldner sollen ihrem Auftraggeber und ihrem Capitaine treulich dienen, den Schaden wenden und ihr Frommen zu fördern.

    Sie sollen nicht meutern, sondern sich gebrauchen lassen auf dem Marsch zu oder von den Feinden, auf Zügen oder Wachten, zu Wasser und zu Lande, bei Tag und bei Nacht, je nachdem es notwendig sei.

    Sie sollten sich enthalten, der heiligen Sophie zu lästern, sich auch verpflichten, Frauen, alte Leute, Kinder und Geistliche nicht zu schädigen, und auch auf den Märschen nicht die Kirchen und Tempel zu plündern.

    Sie sind verpflichtet, sieben Tage zu dienen bei einem Sold von vier vexinischen Centime pro kämpfendem Kopf wovon die Hälfte zur Anstellung gezahlt wird. Sie sollen auch Geduld haben, wenn sich die Auszahlung des Restsoldes bis zu einem halben Monat verzögert, und daraus kein Recht herleiten, Wach- oder Kriegsdienst zu verweigern. Der Capitaine erhält für die Dauer seines Dienstes den doppelten Sold.

    Wer ohne seinen Sold abgedient zu haben und ohne Erlaubnis des Capitaine die Spießer verläßt, soll ehrlos sein und an Leib und Leben gestraft werden.

    Nach einer gewonnenen Feldschlacht wird der laufende 7-Tag als voll angesehen, und mit dem nächsten Tag beginnt ein neuer 7-Tag.

    Bei Todesstrafe dürfe niemand in einer durch Vertrag eingenommenen Ortschaft plündern.

    Wer bei den Zügen ohne ernstlichen Grund aus der Reihe trete und sich weigere, den Anordnungen der Vorgesetzten zu gehorchen, dürfe ohne weiteres niedergestoßen werden.

    Die Spießer-Ehre verbietet die Verhandlungen mit dem Feinde und die Bildung von Gemeinden. Solch Verrat werde mit dem Tod bestraft.

    Wer Verrat eines anderen anzeigt, bekommt dafür mindestens einen doppelten 7-Tag-Sold und großen Dank, der Verräter aber wird dem Gericht übergeben.

    Wenn es zu Schlägereien kommt, sollen die Umstehenden dreimal Frieden gebieten. Wer dem nicht nachkomme, dürfe straflos niedergestoßen werden. Der Todesstrafe verfalle, wer nach gebotenem Frieden einen anderen verwunde.

    Im Freundesland dürfe niemand etwas mit Gewalt und ohne Bezahlung wegnehmen oder beschädigen. Bei Proviantzuführung dürfe niemand davon etwas erwerben, bevor nicht der Preis festgesetzt sei.

    Keiner dürfe sich bei zwei Soldherren oder Capitaines einschreiben oder doppelt mustern lassen oder einem anderen seine Waffen und seinen Harnisch leihen, damit dieser sich damit mustern lasse. Wer das tue, verfalle der Todesstrafe.

    Verboten wird das Brandschatzen, Brennen oder Lageranzünden ohne Befehl, das Alarmieren ohne Anlaß, die Zerstörung von Mühlen oder Mühlwerken, sowie jeder Eingriff in die Rechte und Freiheiten der Scharfrichter.

    Es darf nicht weiter gespielt werden, als der Gegner mit barem Geld zahlen kann, Spielschulden über die Höhe des Solds hinaus sind überhaupt ungültig. Ein jeder soll sich des Zutrinkens und anderer Laster enthalten. Mißhandlungen in Volltrunkenheit sollen an Leib und Leben gestraft werden und die Trunkenheit kein Entschuldigungs- oder Milderungsgrund sein.

    Der Eid ist auf die Dauer des Auftrages oder der Soldnahme zu leisten. Was einer vom Feind erbeute, gehöre ihm.

    Wer die verlesenen Artikel nicht halte, solle als eidbrüchig vom Capitaine gestraft werden, und an die Artikel sind auch die im Trupp Dienenden gebunden, die bei der Eidleistung zufällig nicht anwesend waren. "
    So, danach wären den Leuten 2 Centime (1 Centime entspricht etwa einem Kupfer) zu Beginn zu zahlen, dem Capitaine 4. Wenn es keine Schlacht (unwahrscheinlich bei normalen Feld- und Wiesencons wo ja häufig ne Endschlacht geboten wird) gibt kann das also auch heißen, dass wir die restlichen Kupfer gar nicht mehr erwarten, weil die nächsten Tage ja schon nach dem Con wären. Das soll genauso wie das "...Auszahlung des Restsoldes bis zu einem halben Monat verzögert...", verhindern, dass Soldherren exorbitante Summe ausgeben müssen an die Spießer (von denen meist so 5 bis 10 anwesend sind).
    ...
    Liebensteiner Mohnfest 2019 - 15.-17.11.2019 (Spießknecht Olivier Bulain)

  7. #7
    Turis
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    Wer sollte eigentlich möglichst einen vorgefertigten Soldvertrag dabei haben? Derjenige, der Söldner anheuern will, oder eher die Söldnergruppe? Ich weiß, dass man die Inhalte eigentlich aushandelt, aber ein gewisser Vordruck kann ja auch ganz nützlich sein, damit man nicht zu viel Zeit auf einer kurzen Con mit der Schreiberei verbringen muss, oder?

  8. #8
    Tala_Pran
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    Aus dem Bauch heraus würde ich auf die Frage "Was kosten Söldner?", "Soviel wie jemand bereit ist, zu bezahlen" antworten.

  9. #9
    Srontgor
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    Erstmal vielen Dank für die Antworten. Wir werden dann wohl ähnliche Preise wie die der Vexiner Spießer als Verhandlungsbasis nehmen, oder einfach fragen was der Kandidat für Vorstellungen hat.
    Wir wollen insbesondere allein Reisenden eine Möglichkeit geben, sich einem überdachten Lager anzuschließen und etwas Kupfer zu verdienen. Vielleicht ergibt sich ja etwas längerfristiges. Ob wir auch ganze Söldnergruppen anheuern kommt vor allem auf die Notwendigkeit und die Möglichkeiten vor Ort an.

    Und wir wollen nötigenfalls finanzielle Anreize dafür schaffen, das die Mehrheit der Krieger in der Schlacht auf Kommandos hört, anstatt mitten im Gefecht die Befehlskompetenz zu diskutieren.

  10. #10
    Nount
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    Zitat Zitat von Srontgor Beitrag anzeigen
    Und wir wollen nötigenfalls finanzielle Anreize dafür schaffen, das die Mehrheit der Krieger in der Schlacht auf Kommandos hört, anstatt mitten im Gefecht die Befehlskompetenz zu diskutieren.
    Das erreicht man nicht mit Geld, sondern mit Kompetenz
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

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