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  1. #1
    Naramag
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    Larp mit Kind (?)

    Nabend!
    Für meine Frau und mich ist das Hobby Larp erstmal etwas eingeschränkt. Ende letzten Jahres haben wir Nachwuchs bekommen. Mit so einem kleinen Kind fällt das Thema erstmal flach... zumindest für meine Frau. Ich werde zum Glück nicht immer benötigt, ich darf noch spielen gehen.
    Irgendwann wollen wir aber natürlich wieder zusammen losziehen. Nun hab ich lustigerweise passend dazu in der Larpzeit einen Artikel über Larp mit Kind gelesen. Nur irgendwie... fehlt da was, fand ich.
    Quintessenz des Textes für mich war: Larp mit Kind ist gar kein Problem, aber viele Orgas und noch viel mehr Spieler lehnen das ab, können sich gar nicht damit arrangieren und haben ganz viel Angst.
    Gut, dass war nun etwas überzogen ausgedrückt, aber so kam es schon für mich rüber. Ich würde gerne mal wissen, wie ihr das so seht? Für mich ist natürlich klar, ich schnall mir nicht mein Kind vor den Brustpanzer und stehe vorne in der Schlachtreihe... und wenn ich mein Kind irgendwo mit hinnehme, bin in erster Linie ich für mein Kind verantwortlich und nicht die Orga oder andere Spieler. Vorbehalte und Sorgen kann ich verstehen, darüber kann man auch reden. Aber gibt es wirklich so grundsätzliche, pauschale Ablehnung?

  2. #2
    Cartefius
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    Ich habe nicht den Eindruck, dass eine grundsätzliche pauschale Ablehnung herrscht, im Gegenteil: Ich begegne auf recht vielen Cons Eltern mit Kindern.
    Ich halte auch den Versuch, eine Art "deutschlandweise pauschale Einstellung von Larpern zu Kindern" herauszuspüren, für unsinnig: Je nach Con und Beteiligten gibt es meist sehr konkrete Sachargumente, die für oder gegen das Mitbringen von Kindern bestimmter Altersgruppen sprechen, und die sollte man in Erfahrung bringen.

  3. #3
    Naramag
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    Ja, so sehe, bzw. dachte ich auch. Sicher, man muss sich vorher informieren... Freunde waren mit ihrer 6jährigen Tochter auf einer Con, die eher ein Gruselthema und recht bedrückend war, da hat die Kleine sich natürlich nicht so wohl gefühlt und hat dann für die Mutter die Spielmöglichkeiten stark eingeschränkt. Ich selbst war nicht auf der Con, aber ich wußte durchaus, dass es ein eher gruseliges Thema hatte und habe mich da schon gewundert, warum sie ausgerechnet diese Con gewählt hatten. Stellte sich raus, dass sie aus den Informationen, beispielsweise im Larpkalender nicht die Schlüsse gezogen haben wie ich.

    Ich denke auch, wenn ein Gespräch mit der Orga im Vorfeld möglich ist, sollte man eigentlich immer genug Cons finden, die nicht nur reine Ambientecons sind und wo Kinder dennoch kein Problem sind.

  4. #4
    oliverp
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    Hallo,

    eine grundsätzliche Ablehnung sehe ich auch nicht. Es hängt von zwei Dingen ab: 1. Szenario, 2. den Eltern.

    1. Auf den heute fast allgegenwärtigen Ambiente-Cons ist es mit Kindern für alle Seiten deutlich leichter als auf einem klassischen Abenteuercon. Dort sind Kinder bereits meistens nah am NoGo, auf Horror- und Schlachtencons sind sies mMn immer.

    2. Den Eltern sollte immer klar sein, dass mindestens ein Elternteil permanent raus ist aus dem Spiel, um sich zu kümmern. Was ich gar nicht ausstehen kann, ist, wenn Eltern Kinder von 6-Pubertät unbeaufsichtigt rumlaufen lassen und sie ihre kindliche Spielformen auf die Mitspieler übertragen lassen. Die sind meistens nämlich so nett, durchaus auf das Kind einzugehen - dieses interpretiert dies eben kindlich als "Spielfreunde für MEIN Spiel" gefunden und die Mitspieler leisten auf einmal unfreiwillig Beschäftigung für das Kind.
    Ausnahmen für die Alterklasse: Gruppenbeschäftigung für die Kinder, dann aber bitte abseits vom sonstigen Spiel.

    Dazu kommen halt evtl üble Einzelerlebnisse wie zB "mal kurz aufpassen bin nur was holen" und dann 2 Stunden verschwunden sein, ein schreiender Säugling allein im Zelt über längere Zeit, Zimmer/Zelt mitten im Handlungsgeschehen und dann Beschwerde führen über Störung durch diese, etc. Sowas macht einfach skeptisch, auch wenn es sich um anekdotische Einzelerlebnisse handelt und keineswegs um die Regel.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  5. #5
    Hana
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    Der Hauptpunkt ist einfach: Es gibt Cons, die für Kinder geeignet sind, und solche, die es nicht sind. Bei Abenteuer und Schlachten- oder Horror-Cons ist die Frage einfach zu beantworten, aber klassische Abenteuercons liegen oft auf der Grenze.

    Gründe, Kinder abzulehnen:
    Auf Ambientecons sind Kinder natürlich an sich eine Bereicherung, aber Kinder können nicht richtig "mitspielen". Wer etwas anderes als die liebe Tante von nebenan spielt, wird für Kinder immer den Charakter verbiegen und aus dem Spiel fallen (und das ist auch auf Ambiente-Cons ein Problem) - Kinder stören also die Immersion. Nicht nur als Eltern, sondern auch als Mitspieler wird man sich in Gegenwart von Kindern immer Gedanken machen müssen: Ist mein Spiel gerade Kinder-geeignet?
    Grundsätzliche Ablehnung ist daher durchaus gerechtfertigt, es gibt gute, nachvollziehbare Gründe für die Ablehnung, das ist nicht nur "irgendwie ganz viel Angst".

    Dennoch, ich persönlich habe noch keine schlechte Erfahrungen mit Kindern auf Cons gemacht* und hatte auch schon Kinder auf Veranstaltungen, die ich organisiert habe, ohne dass es Schwierigkeiten gab. Das A und O ist natürlich, wie gesagt, die richtige Conauswahl.

    *Was die Nachteile aber dennoch nicht ausschaltet: In Gegenwart von Kindern spiele ich nicht meine Rolle, sondern bin eben die nette Annkathrin. Mit Kindern habe ich also weniger "Spiel" als ohne. Das wird natürlich besser, je älter die Kinder werden.
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  6. #6
    Maria
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    Was meine Vorredner sagen: Je mehr die Kinder beschäftigt sind, sei es durch Eltern, Kinder-Beaufsichtigung, getrennte Kinder-Plots etc. oder einfach Leute, die sich gerne um die Kleinen (freiwillig!!) kümmern, desto weniger Probleme. Ich mag Kinder als lebendigen Hintergrund, als logischen Teil einer Welt - ähnlich wie NSC-Dorfbevölkerung - aber "angespielt" werden von ihnen selbst will ich nur, wenn sie tatsächlich geistig so reif sind, Larp tatsächlich zu begreifen und Rollenspiel auch für andere (also mit dem OT-Bewusstsein dahinter, eine Szene zu schaffen) betreiben können. Und das können die meisten Kinder erst ab etwa 12 Jahren, bei manchen dauert es auch bis nach der Pubertät.
    Bei kleineren "freilaufenden" Kindern ohne Regulierungsinstanz ist man dagegen automatisch zu Rücksicht gezwungen, man pöbelt sie z.B. nicht an, man kann sie als Außenstehende schlecht davon abhalten, durch eine Szene zu latschen, die eigentlich ernsthaft, bedrohlich, feierlich oder sonstwie mit Gravitas sein soll, man nimmt sich als fieser Charakter zurück und ist auf einmal out-of-character freundlich etc.

    Das hat also nichts mit Angst zu tun, sondern mit langjähriger Erfahrung. Manche Cons sind toll, weil sie Kinder haben (z.B. als fähnchenschwenkende Fans bei Turnieren oder Blümchen-Streu-Kinder bei IT-Hochzeiten), die auch tatsächlich SICH SELBST spielen können - bei anderen Cons (ja, auch Ambientecons) passen sie nicht in die Szenen oder Stimmung, die aufgebaut werden soll.

  7. #7
    Cartefius
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    Dazu kommt ja auch aus Orgaperspektive ein weiterer Aspekt: Die meisten Cons finden unter eher einfachen Komfortverhältnissen statt. Kalte Zelte, brütende Hitze ohne Schatten, durchgelegene Herbergsbetten, randvolle Gruppenzimmer, spärliche sanitäre Anlagen, Dixieklos, sporadische und einseitige Verpflegung, nächtlicher Lärm... all das sind Bedingungen, die die meisten Menschen sich auf einer normalen Urlaubsreise nicht unbedingt bieten lassen wollen, die man aber als Erwachsener (oder auch Jugendlicher) oft gerne als Teil des Gesamtpakets "Larp" in Kauf nimmt.

    Gerade bei einigen Eltern mit ihrem ersten Kleinkind habe ich aber häufig den Eindruck, dass sich hier die Perspektive sehr drastisch ändert, und nur weil man sich selbst vielleicht damit arrangieren könnte, in einem unbeheizten Dachboden auf einer Holzpalette zu schlafen und sich von Dosenravioli zu ernähren, muss das noch lange nicht auch für das Kind angemessen sein. Das ist auch in gewissem Maße verständlich, bedeutet aber häufig für Orgas ein deutliches Maß an Mehraufwand: Einzelzimmer, Zugang zu Bad und Küche, Essenszeiten, Essensangebot, Lärmschutz sowohl für das als auch vor dem Kind, größere Mengen an Gepäck, praktische Parkmöglichkeiten, alles Dinge, um die man sich für Eltern mit Kindern häufig besonders kümmern muss. Natürlich sind viele Eltern da auch sehr umsichtig und pflegeleicht, aber ich kann auch Orgas verstehen, die sagen: "Wir haben mit dem Con genug zu tun, wir möchten uns eigentlich nicht noch um Kinder- und Elternbetreuuung kümmern."

  8. #8
    Benutzer755
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    Hallo! Hier mal aus Sicht von Mutti mit Kind auf Con:
    Groß-Cons hab ich bisher nicht getestet, was aber daran liegt, daß Kind bisher nicht an das eigene Bett gewöhnt war. Familienbett mitnehmen geht nicht bzw. im Hotel übernachten und dann ständig zum Con pendeln, muß nicht. Besuchte Cons waren gruppenintern bzw. nicht größer als 70 Personen und Unterbringung im Haus. Das ging bisher super. Zugang zur Küche ist wegen den Brei- bzw. Milchmahlzeiten unabdingbar. Da die Cons jeweils von Freunden ausgerichtet waren und dort Kinder normal sind bzw. sogar Extra-Plot haben, war das bisher kein Problem. Wie schon erwähnt, machen Kinder die LARP-Welt irgendwie runder. "Als logischer Teil der Welt". Erstes Con war Kind 7 Monate alt. Funktioniert. War eh meist im Tragetuch. Wird halt schwieriger, wenn der Bewegungsdrang zunimmt. Dann allerdings beschäftigen sich Kinder auch mit anderen Kindern. Sicher, so richtig ins Spiel kommt man dann erst, wenn Kind schläft, aber ein Con besteht ja nicht nur aus Schlachten. Rätsel lösen kann man auch beim Stillen. ;o) Kommt aber auch aufs Kind an, wie umgänglich das ist. Ob es sowas mit macht. Daher haben wir mit kleinen Cons angefangen. Wann wir Groß-Cons testen...mal sehen.
    Inwiefern Spieler sich zurücknehmen, weil Spielszenen nicht kindertauglich sind, weiß ich nicht. Ist mir bisher nicht aufgefallen. Aber Danke für den Denkanstoß. Und klar, die Orga sollte nicht dafür verantwortlich sein ein Con kinderfreundlich zu machen. Da sind die Eltern für verantwortlich, und die müssen halt den richtigen Event raussuchen. Zombie-Con mach ich bestimmt nicht mit Kind, mit 24/7 IT. Und auf dem Tanzball wäre ein Kind auch unpassend. MMn...
    Eine Ablehnung von Spielern hab ich noch nicht erfahren. Wer Kinder nicht mag, der spielt halt woanders. Gibt ja nicht nur die Taverne.

    LG
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  9. #9
    Naramag
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    Wobei ich sagen muss, die Eltern sind nicht nur bei der Wahl der Con verantwortlich, sondern auch auf der Con. In manchen Antworten hier wird den Eltern sehr großzügig diese Verantwortung abgenommen.
    Das man je nach Kindesalter eine Küche benötigt, kann ich nachvollziehen... und das man als Orga dadurch SCs eventuell hinter den Kulissen hat und es auch generell einen unerwünschten Störfaktor, kann ich auch verstehen.
    Die Unterbringung kann allerdings kein Argument gegen die Mitnahme eines Kindes sein. Den das liegt ganz in der Verantwortung der Eltern. Wobei ich mit Kind eigentlich immer Zeltcons mit Selbstverpflegung anvisieren würde. Da ist dann alles ganz allein mein Problem und meine Verantwortung.

  10. #10
    Hana
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    Zitat Zitat von Naramag Beitrag anzeigen
    Wobei ich sagen muss, die Eltern sind nicht nur bei der Wahl der Con verantwortlich, sondern auch auf der Con. In manchen Antworten hier wird den Eltern sehr großzügig diese Verantwortung abgenommen.
    Ich denke, das wird eher als selbstverständlich vorausgesetzt und darum nicht extra betont?
    Ich lese hier nirgendwo, dass Eltern auf dem Con keine (oder weniger) Verantwortung haben (sollten) ...
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