Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
    Tippelhut
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    Stahlkanne lebensmittelecht pflegen

    Hallo Schwarmintelligenz!

    Weil's gut aus sah habe ich mir für das Lager mal "so eben" eine Stahlkanne besorgt, dummerweise fiel mir zu spät auf dass das Ding nicht rostfrei ist - war also bei Lieferung entsprechend eingeölt und müsste vor Verwendung erstmal ordentlich gespült werden. Öl im Tee oder Kaffee fände ich dann doch eher nicht so lecker.
    Die Frage die sich mir allerdings danach stellt ist: Wie kriege ich es am besten hin dass ich die Kanne mehrfach verwenden kann, ohne dass ich mich entweder vergifte oder die Kanne nach zwei Verwendungen inklusive Abspülen weg rostet?
    Schonmal im Vorraus danke für Tipps.

    Nachtrag für diejenigen die es interessiert: http://www.ritterladen.de/Tafeln-Lag...aus-Stahl.html die ist es
    - Fürst in Lumpen und Loden -

  2. #2
    Kamikaze
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    Die realhistorische Variante dürfte sein: scheuern, scheuern, scheuern.
    Ich persönlich würde allerdings einen hitzebeständigen Lack besorgen und das Teil damit ausschwenken. (Großzügig Lack einfüllen und das Teil dann so lange schütteln und wenden, bis überall Lack angekommen ist. Den Rest Lack dann auskippen.)
    Damit das ordendlich hält muss die Kanne allerdings absolut Fett- und ölfrei sein. Also am besten vorher mal mit Nitroverdünnung füllen und ein paar Minuten gut schütteln.
    Evtl. kannst du das Ganze auch mit Zinkspray großteils Grundieren - dann rostet nichts - auch wenn sich mal ein Stückchen Lack löst.
    Ob das allerdings auch dann lange hält, wenn das Teil direkt in die Glut gestellt wird kann ich nicht sagen. Die Temperatur- und mechanische Belastung (verbeulen, Wärmeausdehnung, etc.) sind dabei ja nicht von schlechten Eltern...

    Zudem wird eine Stahlkanne immer nach Stahl schmecken (also den Geschmack von Wasser und anderen Getränken verändern). Manche Leute mögen das, Andere nicht. Lack sollte das Ganze allerdings mindern.
    Für die Zukunft empfehle ich auf eine Emaillebeschichtung zu achten (mindestens innen) - das hält den Pflegeaufwand in Grenzen und das Teil rostet auch bei starker Beanspruchung nicht. Für LARP sollten auch schöne Emaillekannen (also komplett emailliert) vom Flohmarkt gute Dienste tun. Ist zwar nicht historisch korrekt, funktioniert aber sehr gut und ist nach ein paar Cons (durch eingebrannten Ruß) auch ziemlich ambientig.
    Monster und Persönlichkeiten aller Art...

    Meine Charaktere, Bastelanleitungen und mich findet ihr auch im LARP-Wiki

  3. #3
    Besserwisserboy
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    Bei lacken wäre ich vorsichtig und würde mich informieren ob die lebensmittelecht sind und was die so aushalten. Ich hatte mal einen Pokal innen lackiert. O-Saft und Cola konnte der nicht so toll ab. Die Säure hat den Lack gelöst...
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  4. #4
    Naramag
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    Öl kriegst du normalerweise mit Alkohol weg. Ansonsten hilft tatsächlich nur schrubben. Lackieren würde ich die Kanne allerdings nicht. Du kannst natürlich noch gucken, ob du Emaillepaste kriegst und die Kanne irgendwo in einem Brennofen auf die nötige Temperatur bringen kannst.

    Der Großvater meiner Frau hat früher für Bekannte Töpfe und so emailliert... allerdings hat er im Stahlwerk gearbeitet, da war das schwierigste immer nur, die Emaillepaste zu kriegen.

  5. #5
    Tee
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    Ich persönlich würde nicht mit Lacken und Lösemitteln in Kochgeschirr rumhantieren.
    z.B. in Japan werden traditionell gusseiserne Kessel ohne Beschichtung verwendet.
    Dasselbe Vorgehen müsste bei deiner Stahlkanne auch funktionieren.

    Wichtig ist sich ein paar Verhaltensweisen anzugewöhnen, die auf das Material eingehen.
    - nur kalkfreies Wasser in der Kanne erhitzten, Kaffee/Tee in einer separaten Kanne überbrühen
    - nach Gebrauch vollständig leeren und über der Feuerstelle vollständig trocknen lassen
    - wenn die Kanne ganz trocken und ausgekühlt ist, in ein trockenes Leinentuch wickeln und in einem dicht schließenden Holzkasten aufbewahren (Schutz vor Luftfeuchtigkeit und Tau.
    Dann solltest du schon einige Zeit, Freude an der Kanne haben.

    Das Öl würde ich vor Benutzung restlos entfernen. Ob du da mit Lösemittel ranwillst oder Spülmittel nimmst, ist dir überlassen.
    Ich würde allerdings die Spülmittel Variante empfehlen.
    Danach auch nochmal mit Wasser auskochen und wie zuvor beschrieben trocknen und verstauen...
    Geändert von Tee (30.05.2016 um 12:27 Uhr) Grund: Rechtschreibung

  6. #6
    Marclee
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    Gusseiserne Pfannen, Töpfe und Dutch Ovens werden ja eingebrannt. Das kann man auch mit Stahl machen und hat den gleichen effekt, dass weniger anbrennt und es nicht mehr rostet solange man es gut pflegt (trocken lagern und gelegentlich erneut einbrennen).

    Beim einbrennen wird im Prinzip ╓Öl oder Fett in die Oberfläche gerieben und dann etwa unter Feuer oder im Ofen eingebrannt. Das mehrere Male bis sich ein Schutzfilm bildete.

    Oder noch besser...kauf einfach eine Aluminium- oder Edelstahlkanne. Beide Materialien lassen sich sehr leicht modifizieren, sodass es aussieht wie ein anderes Metall. Hier zum Beispiel ein guide: http://www.seriouseats.com/2008/02/i...teel-pans.html

  7. #7
    oliverp
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    Ich glaube Tee meint Wasserkessel, im konkreten Fall zur namensgleichen Getränkezubereitung. Da wird nichts eingebrannt.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  8. #8
    Dutch
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    Ich halte das Einbrennen mit Speiseöl im heimischen Backofen auch für ein probates Mittel, um zumindest einen gewissen Basisschutz gegen Rost zu erhalten. Anleitungen dazu sollten im Internet leicht zu finden sein.
    Nach dem Einbrennen wäre dann Kontakt mit Spülmitteln tabu, bzw. es wäre eine Wiederholung des Einbrennens angesagt.

    Alternativ halte ich aber auch ein Verzinnen mit lebensmittelechtem Zinn für möglich. Ich habe damit aber keine eigenen Erfahrungen.

    Wenn es um eine kurzfristige lebensmitteltaugliche Rostverzögerung bei unbehandeltem Metall geht, z.B. beim zwischenzeitlichen Einlagern, würde ich persönlich zu Ballistol greifen. Das ist ursrpünglich als Multufunktionsmittel auch für die Wundversorgung konzipiert worden. Vor dem Benutzen würde ich die Kanne dann mit heißem Wasser durchspülen, um die Ballistolrückstände zu entfernen.
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

    Cons, Orgas, Aktuelle Infos: Facebook-Gruppe "Western LARP Bayern"
    Gone, but not forgotten: Buffalo Hill 1888

  9. #9
    Tippelhut
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    Grünschnabel Avatar von Tippelhut

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    Vielen Dank für die Antworten! Ich werde es wohl erstmal mit der klassischen Variante probieren und das Teil gut trocknen lassen, sowie ordentlich schrubben
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