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  1. #1
    Naramag
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    Nur für sich larpen?

    Ich hoffe mal, der Titel hat genug Aufmerksamkeit gezogen ;-)

    Ich wollte mal ein Thema ansprechen, was ich als Spielleiter im Vampire-Live vielen Spielern nahegelegt habe und wollte mal wissen, wie ihr das so seht, beziehungsweise, was ihr da so macht.

    Und zwar habe ich dazu geraten, immer etwas zu haben, was der Charakter machen kann, eine typische Beschäftigung oder ähnliches. Der Grundsatz war im Prinzip "Finde etwas, womit du IC bleibst, selbst wenn du die einzige Person im Raum bist." Hintergrund war, dass wir sehr oft Anfänger dabei hatten, die im Endeffekt überwältigt, eingeschüchtert oder einfach nur überfordert mit dem Spiel waren.
    Ich finde das generell eine gute Sache, denn seinen Charaker spielt man ja eigentlich nicht nur, wenn jemand zusieht oder wenn man mit jemandem spricht oder kämpft. Und sehr wahrscheinlich machen viele Spieler auch so etwas, ohne bewusst darüber nachgedacht zu haben. Aber gerade für Anfänger ist es denke ich ein guter Hinweis.

    Für einige Charaktere ist so etwas nun einfacher als für andere, daher würde ich gerne mal hören, was ihr so macht.

    Mit meinem Heiler ist es sehr einfach, ich wasche beispielsweise Bandagen aus (ich habe extra ein paar sehr blutige dafür im Gepäck) und hänge sie auf oder prüfe mein Werkzeug. Da ich nebenbei auch Alchemist bin, habe ich es noch einfacher, da ich nebenbei mit meinen alchemistischen Zutaten hantieren kann, abwiegen, Tränke brauen und so weiter.

    Für einen Kämpfer habe ich mir ein kleinen Quader Schaumstoff grau gelatext, als Wetz- und Schleifstein. Dazu eine kleine Flasche Silikonöl und ich kann am Wegesrand meine Waffe schärfen. Außerdem habe ich eine Würfelbecher und einen Kohlestift. Wenn ich also nichts weiter zu tun habe, würfelt mein Charakter und führt eine Strichliste über die Ergebnisse.

    Auf meiner letzten Con hatten wir auch einen Schreiber und Kartographen, der sich zwar kaum zu Wort gemeldet hat, aber fleißig jedes Detail notiert hat und eben Karten angefertigt hat.

    Wie seht ihr das? Habt ihr gezielte Tätigkeiten, mit denen sich eure Charaktere die Wartezeit vertreiben oder kommt ihr gar nicht in so eine Verlegenheit?

  2. #2
    Levold
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    Gezielt Gedanken habe ich mir dazu nie gemacht. Klar, meine üblichen Hobbies, neben Larpen ;-), kann ich natürlich nicht ausführen (z.B. laufen), Lesen würde aber z.B. für meinen Heiler funktionieren (Dann müsste ich mir noch einen IT-tauglichen Umschlag für meine Bücher machen. Gute Idee eigentlich.)
    Bisher bin ich noch nie in die Bedrängnis geraten: Du musst jetzt was machen, sonst wird es blöd oder langweilig.
    Für meinen Heiler habe ich keine echte Beschäftigung. Der geht schonmal Kräuter sammeln, wenn es ihm zu langweilig wird. Oder räumt seinen Karren auf, füllt Flaschen nach usw.
    Mein Schmied hat sich meist mit Lederbasteleien beschäftigt. Meist gab es tatsächlich auch IT sowie OT was zu tun: Nieten austauschen usw. Außerdem habe ich auch einen OT-Wetzstein für mein Beil und mein Messer. Im Zweifelsfall würde der seine "Esse" anfeuern und ein bisschen "schmieden".
    Aber wie gesagt: ein echtes Problem war das noch nie.

  3. #3
    Naramag
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    Ne, war auch nicht so gemeint, dass es ein Problem ist. Ich denke nur, es ist ein Aspekt, den Anfänger nicht im Blick haben. Ein Anfänger macht sich Gedanken um Hintergrund und Klamotten (meist ja mehr um Rüstung und Waffen), aber nicht um Tätigkeiten.
    Und sicher, Kräuter sammeln ist als Heiler durchaus ein logischer Zeitvertreib, ich selbst würde das nicht einmal selbst als etwas wahrnehmen, womit ich mir die Zeit vertreibe, weil es sonst nix zu tun gibt. Aber sieh es aus Sicht eines blutigen Anfängers. Ich glaube beispielsweise nicht, dass ein Anfänger, der einen Waldläufer oder Späher spielen will, auf die Idee kommt, sein Charakter könnte nebenbei Kräuter sammeln.

  4. #4
    Levold
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    Levold, mein Heiler, ist sogar mein Anfängercharakter. Und der hat das von Anfang an gemacht. Ich bin jemand, der sowieso nur schlecht rumsitzen und nichts tun kann. Auf dem CoM 2005, meiner ersten Con und dem ersten Einsatz von Levold, bin ich immer wieder zwischendurch einfach losgegangen. IT suche ich dann Kräuter, OT latsche ich durch die Gegend und schau mich um (gehe quasi spazieren). Wenn eine SL in der Nähe war, habe ich die informiert und die konnten dann entscheiden, ob irgendwas passiert oder nicht.
    Für mich hat sich diese Problematik also nie ergeben. Könnte daran liegen, dass ich erst recht spät zum LARP gekommen bin (mit 29) und ich andererseits über 10 Jahre P&P-Erfahrung hatte (Rollenspiel mir also alles andere als fremd war).
    Kann aber auch sein, dass ich einfach so "ticke" und andere halt nicht ;-)

  5. #5
    Dutch
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    Zitat Zitat von Naramag Beitrag anzeigen
    Und zwar habe ich dazu geraten, immer etwas zu haben, was der Charakter machen kann, eine typische Beschäftigung oder ähnliches. Der Grundsatz war im Prinzip "Finde etwas, womit du IC bleibst, selbst wenn du die einzige Person im Raum bist."
    Eigentlich ist das ein Aspekt, der hier in den meisten Charakter-Beratungen für Einsteiger auftaucht. Entweder unmittelbar, oder vermittelt durch Fragen, die z.B. nach dem IT-Beruf des Charakters fragen. Gerade ein konkreter IT-Beruf kann ein guter Ideenlieferant für typische und praktikable IT-Beschätigungen für einen Charakter sein. Denen kann man sich mit seinem Charakter dann in "Ruhephasen" auf dem Con hingeben. Als Nebeneffekt steht dabei vielleicht sogar Spiel für andere Teilnehmer.

    Alternativ kann der Charakter ein paar charaktertypische Eigenheiten haben, z.B. Geschichten sammeln, Karten anfertigen, Stickarbeiten machen, ...
    Oder vielleicht will man auf Con einfach Gelegenheit haben, zeitbedürftigen Lastern zu frönen, die gut ins Ambiente passen, z.B. Pfeife rauchen., eine Weinprobe abhalten, Likörkriege spielen, ...

    Generell ist das Thema nicht neu und wird hier und in anderen Foren mit einer gewissen Regelmäßigkeit besprochen. Neue Ideen und Vorschläge sind immer willkommen.

    Ich persönlich denke, für ein gelungenes, LARP-taugliches Charakterkonzept allgemein ist es ganz typisch, dass es auch dann Spaß und Spiel bietet, wenn Plot- und Orga-getriebene Spielhandlungen zum Erliegen kommen. Deshalb versuche ich meine Charaktere tendenziell um solche selbstgetriebenen Spielmöglichkeiten herum zu entwickeln. Die Einsatzfähigkeit in Plot-getriebenen Zusammenhängen ergibt sich dann meist von selbst (z.B. durch Kampf-Fertigkeiten, Heiler-Fertigkeiten, Wissenschafts-Fähigkeiten, Schnüffler-Fertigkeiten, ...).

    Mein bisheriger Gipfel war die Entwicklung der Wells-Fargo Station für die Buffalo Hill Western-Cons. Eigentlich als Spielträger für 2 Personen gedacht, waren wir in der Spitze ein Konzept, das rund ein Dutzend Personen direkt, und wahrscheinlich ein Vielfaches an Mitspielern indirekt Spielmöglichkeiten gegeben hat.
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

    Cons, Orgas, Aktuelle Infos: Facebook-Gruppe "Western LARP Bayern"
    Gone, but not forgotten: Buffalo Hill 1888

  6. #6
    Calum MacDaragh
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    Ich glaube, die Idee hängt am Punkt "selbst wenn du die einzige Person im Raum bist."

    Ich larpe ja nicht für mich alleine, sondern fahre auf Cons um da mit anderen Menschen zu interagieren. Wenn man das kritisch sehen möchte, dann könnte man auch sagen: Spiel, was niemand mitbekommt, findet eigentlich gar nicht statt. Das muss man nicht so sehen, wenn man aber mal ein bisschen über den Begriff der Darstellung nachdenkt, dann muss da eigentlich auch immer jemand involviert sein, der die Darstellung auch sieht.

    Das heißt jetzt nicht, dass man sich nicht schön selbstbeschäftigen kann, ich würde da aber immer nach einer Idee Ausschau halten, die die Interaktion mit den Mitspielern fördert. Also eine Dienstleistung anbieten, von der andere Mitspieler im Spiel profitieren. Intime-Unterhaltung für Mitspieler anbieten. Das kann auch etwas sein, was andere nur angucken können, ohne Interkation, gerade handwerkliche Sachen sorgen oft für eine authentische Stimmung. Sowas wird aber immer weniger Spiel kreieren als eine Tätigkeit, die Interaktion voraussetzt.
    Na diobair caraid's a charraid!
    www.daracha.de

  7. #7
    Chevalier
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    Es gibt schon Situationen, wo man sich anderen nicht aufdrängen möchte oder auch gar keine Lust hat aktiv mit anderen Spielern zu interagieren. Nur weil niemand sieht, was ich mache, muss das nicht sinnlos sein. Und man mujss auch nicht sofort davon profitieren.

    Es gibt aber schon Dinge, die man für sich alleine tun kann und wenn dann eine weitere Person den Raum betritt und einen sieht erkennt, dass man gerade etwas tut, was zur Rolle passt. Mein Novize zum Beispiel liest in seiner heiligen Schrift und lernt Passagen auswendig oder schreibt in seinem Notizbuch bemerkenswerte Ereignisse oder Fakten aus seiner Sichtweise auf, wie einen Reisebericht für das klösterliche Archiv in der Heimat. Mein Ritter schreibt Briefe an die Familie. Und vielleicht kann man erst drei Cons später die getätigten Notizen des Novizen irgendwie im Spiel anbringen.
    ...

    Bardengauer Fest, 14.-16.10.2016 (Chevalier Victor Henri de Nemour)
    Der Spalt unter der Tür (Cthulhu-Horror), 18.-20.11.2016 (Wilhelm Friedrich Richter, Reiseautor)

  8. #8
    Naramag
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    Es geht dabei ja auch weniger um konstante Selbstbeschäftigung, sondern mehr darum, nicht ins OOC zu fallen (weil grad nix los ist) und anderen vielleicht einen Anreiz zu geben, sich anzuspielen. Also ja, man sollte etwas finden, was man tun kann um dann wiederum andere damit anzuspielen oder angespielt werden.
    Ein Neuling, der mit seinem Charakter Kräuter sammeln geht ist schon gut... natürlich ist er dann super, wenn er seine Kräuter dem Alchemisten zum Kauf anbietet.

  9. #9
    Cartefius
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    Es geht dabei ja auch weniger um konstante Selbstbeschäftigung, sondern mehr darum, nicht ins OOC zu fallen (weil grad nix los ist) und anderen vielleicht einen Anreiz zu geben, sich anzuspielen.
    Ich finde, das ist ein wichtiger Punkt. Wenn ich mich mit IT-Dingen beschäftige, bin ich sichtbar anspielbar, und selbst wenn ich anders als bei kommunikativeren Beschäftigungen nicht aktiv Spielanstöße gebe, störe ich auch nicht und ziehe andere nicht ins OT. Das gilt selbst für total passive Sachen: Selbst wenn ich mich mit dem Strohhut auf dem Gesicht in die Sonne lege, ist das Teil der Spielsituation, solange das für meinen Charakter plausibel ist.

    Auch wenn das ganze recht natürlich klingt, ist es das nicht unbedingt, das Gegenteil erlebt man nämlich z.B. bei vielen extremen und exotischen Charakteren. Der normale Gardist oder Zauberlehrling ist auch plausibel, wenn er in der Suppe rührt, in der Sonne döst oder sich die Schuhe einfettet, aber das Elementarwesen, der Halbdämon oder der finsterböse Messerstecher hingegen im Selbstbild ihrer Spieler hingegen nicht. Viele Spieler sind meiner Erfahrung nach mit solchem Alltagsspiel niedriger Intensität auch überfordert, die können nur großes Drama und Weltuntergang, und wenn das nicht stattfindet, landen sie sofort im OT.

  10. #10
    Langer
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    Ich habe mir da für meinen Charakter schon im Laufe der Zeit ein paar Sachen ausgesucht. Da fallen auch Dinge hinein, die auch OT gemacht werden müssen, zB Rüstungspflege (wobei man das auch ins IT einbinden kann - wenn ich an meiner Rüstung einen IT-Schaden feststelle, kann ich die ja auch zum IT-Schmied bringen. Ansonsten poliere ich die aber gleichzeitig IT und OT). Außerdem führt mein Charakter das Soldbuch seiner Truppe, welches auf dem neuesten Stand gehalten werden muss und zählt vielleicht mal die Soldkasse. Und, quasi als taktische Fortbildung, habe ich mir eine Zeichenmappe zugelegt, in der mein Charakter beispielsweise Verteidigungsanlagen, Waffen, Rüstungen, Schlachtaufstellungen oder ähnliches skizziert. Das macht Spaß, beschäftigt, ist IT durchaus passend und man hat später ein schönes Souvenier an die Con. Darüber hinaus ist mein Charakter ja auch Musiker, kann also auch einfach mal wo sitzen und Flöte oder Hümmelchen spielen, wenn sonst nichts zu tun ist.

    Dinge, die ansonsten auch fast immer gehen, sind zB. Waffenübungen: Also verschiedene Stellungen und Abläufe ausprobieren wie beim Schattenboxen, oder Zielübungen mit Fernwaffen. Oder Briefe schreiben an die IT-Familie. Lauter Dinge, die man auch alleine IT tun kann.

    Es hilft auf jeden Fall, wenn man versucht, auch "für sich" im Charakter zu bleiben. Mit ein bisschen Kreativität ist da auch immer was zu finden. Tendenziell wird es allerdings schwerer, je exotischer die Rolle ist: Also je weniger ein "normaler" Alltag für diese Rolle Sinn machen würde, desto mehr Gedanken muss man sich machen.
    Dummheit wird mein Henker sein.

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