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  1. #1
    RealChenzo
    RealChenzo ist offline
    Grünschnabel

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    2

    Cool Ein Hallo und ein paar Fragen :)

    Hallo zusammen!


    Letztes Wochenende war ich mit meiner Verlobten auf dem MPS in Karlsruhe und war hin und weg von der Atmosphäre, der Musik und den Kostümen (und dem Essen). Uns hat dieses Wochenende auf dem MPS super gefallen und wir warn schon davor ein Fan des Mittelalters (oder Fantasy a la "Lied von Eis und Feuer"). Wir würden auf jeden Fall gerne weitere Mittelaltermärkte und Feste besuchen, dabei allerdings etwas weniger Aufmerksamkeit durch unsere futuristische Kleidung auf uns ziehen.

    Bin heute durch Zufall über dieses Forum gestolpert und hab gesehen, dass man sich hier mit Gleichgesinnten austauschen kann.

    Mein Anliegen ist es nun ein angemessenens mittelalterliches Kostüm zusammenzustellen. Dazu bräuchte ich ein paar Tips um Anfängefehler zu vermeiden:

    Um's mal langsam anzugehen dachte ich erstmal an einen durchschnittlichen 08/15 Bauern/ bzw Dame.
    Dann später, wenn die Begeisterung uns das Interesse anhalten eventuell ein Schwert und Rüstzeug dazukaufen. Dabei sollte es einem durchschnittlich ausgerüsteten Ritter zu Fuße entsprechen wie man ihn um 1300 hätte sehen können. (Gambeson/Kettenhemd/1-2 Rüstungsteile und Helm etc).
    Budget: vorhanden aber erstmal vernünftig. (Also keinen hyperdüper Paladin des Lichts mit +15 Zweihänder und Goldenen Sporen)
    Zweck: erstmal nur angemessen aussehen, dann gut aussehen und wenn die Begeisterung wie gesagt hält eventuell mal in den Larp bereich oder Schaukampf reinschnuppern.

    Nach kurzer Internetsuche bin ich natürlich auf viele Anbieter für Kleidung, Rüstungen und Waffen gestoßen - so viele, dass es leicht verwirrend für mich wurde.

    Um nicht die Katze im Sack zu kaufen, oder wie ein kompletter Narr auszusehen, möchte ich folgender Fragen an die Veteranen richten:

    Mit welchem Anbieter habt ihr die besten Erfahrungen gemacht? Wovon ratet ihr ab?
    Worauf muss ich beim Kauf von Rüstzeug achten? (Qualität? Preis? Glaubwürdigkeit der Zusammenstellung etc?)
    Welche Möglichkeiten gibt es im Raum Karlsruhe um mehr oder weniger authentischen Schwertkampf und Bogenschiessen zu betreiben?
    Wo und wie finde ich Anschluss zu Larp Gruppen in dieser Region

    Ich möcht mich für Antworten im Vorraus bedanken und hoffe ihr verzeiht mir, dass ich euch mit Fragen bombardiert habe!
    Sollte es einen post geben, der alle meine Fragen beantwortet, oder ein Forum, dass diese Fragen besser beantworten kann, dürft ihr mich gerne in die richtige Richtung weisen.


    Gruß,
    Chenzo

  2. #2
    beko
    beko ist offline
    Gelegenheitsschreiber Avatar von beko

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    Karlsruhe ist das Gebiet der Aturianer.
    Soweit ich weiß machen die auch Blankwaffen-Training.

  3. #3
    Langer
    Langer ist offline
    Erfahrener User Avatar von Langer

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    345
    Hallo Chenzo,

    Wenn du eine schöne Gewandung für Mittelaltermärkte suchst, kann man ähnliche Prinzipien wie bei der Larp-Gewandung anwenden, hat aber etwas mehr Spielraum. Damit meine ich ins besondere, dass Kleidung, die man nur einen Nachmittag lang und idR. bei schönen Wetter auf einem Marktplatz trägt weder so wetterfest, praktisch noch resistent sein muss wie Larp-Gewandung. Allerdings wirkt Gewandung oft besser und "echter", wenn sie diese Merkmale trotzdem erfüllt.

    Im einzelnen:

    Mit welchem Anbieter habt ihr die besten Erfahrungen gemacht? Wovon ratet ihr ab?
    Das lässt sich so schwer sagen. Es gibt sehr, sehr viele Larp-Shops die einfach ein immer ähnliches Sortiment bestimmter Massenhersteller (zB. Leonardo Carbone) weiterverkaufen. Die Stücke sind an sich nichts besonderes, können sich aber je nach Gewandung auch gut in diese einfügen, wenn man weiß, was man macht. Aber viele kaufen sich da "irgendwas" zusammen und das sieht dann meist so billig aus, wie es auch ist. Außerdem sollte man sich vorher einen "Look" überlegen, den man anstrebt (bzw. im Larp einen Charakter) und nicht einfach alles an "mittelalterlichen" Sachen durcheinander werfen.
    Beachten sollte man, dass man Kleidung immer eine höhere Priorität einräumt als Rüstung. Außerdem ist die Stoffauswahl von Bedeutung. Wolle und Leinen wirken meist besser als Baumwolle oder gar Kunstfaster und haben zudem gute klimatische Eigenschaften (Leinen bei Hitze und als Innenfutter, Wolle bei schlechten Wetter und für äußere Kleidungsstücke). Die wirklich hochwertigen Kleidungsstücke werden meist selbst geschneidert oder bei Schneidern geordert, von der Stange bekommt man eben nur so viel, und gerade spätmittelalterliche Stücke sind sehr körperbetont. Falls du einen ordentlichen Shop für brauchbare Stangenware im früh- bis hochmittelalterlichen Stil suchst, würde ich https://burgschneider.de/ empfehlen.

    Worauf muss ich beim Kauf von Rüstzeug achten? (Qualität? Preis? Glaubwürdigkeit der Zusammenstellung etc?)
    Uh, vieles. Das wichtigste: Langsam angehen! Kaum irgendwo kann man sich so schnell vertun wie beim Kauf von Rüstungen. Mit Platte muss man vorsichtig sein, da die ordentlich passen muss. Verschiedene Teile müssen aufeinander abgestimmt sein, um zu funktionieren und tragbar zu sein. Im Zweifelsfall klappen ein paar einzelne, wichtige Teile besser als viel zusammengewürfeltes drum herum. Die wichtigsten Teile, die man zu erst rüsten sollte, sind der Kopf, gefolgt von der Brust und danach evtl. Hände. Sowas wie Armschienen ganz hinten anstellen, weil es meist albern aussieht, wenn man unwichtige Körpterteile rüstet während die wichtigen vernachlässigt werden. Allgemein würde ich aber sagen, dass Kettenrüstungen anfängerfreundlicher sind, weil diese nicht so passgenau sein müssen, leichter an- und ausgezogen werden können, sich leichter verstauen und pflegen lassen. Aber auch hier gibt es viel billig-Ware. Bei Kettenrüstungen sollte man auf jeden Fall darauf schielen, dass die Ringe vernietet sind und nicht nur "zugedrückt", weil letzteres nicht nur unhistorisch ist, sondern einfach zu schnell auseinander fällt. Von Lederrüstungen oder gar Nietenleder würde ich erstmal abraten. Diese Art von Rüstungen sind von Hollywood sehr inflationär gebracht worden, obwohl die allermeisten Designs kaum brauchbaren Schutz bieten würden. Es gibt auch tolle Lederrüstungen, aber gerade da muss man sehr genau wissen, wo nach man schaut.
    Interessanterweise ist ein populär sehr unterrerpäsentiertes Rüstungsstück eines der historisch und im Larp wichtigsten: Der Gambeson. Das ist eine Art dicke Polsterjacke, die je nach Ausführung ein eigenständiges Rüstteil für den Torso dar stellt oder als Fundament für Ketten- und Plattenrüstungen dient. Ein ordentlicher Gambeson bringt schon einiges an Schutz mit sich, und ist, obwohl er nur aus Stoff besteht, ein wirklich zähes Rüstungsteil, das man nur schwer durchdringen kann.


    Wo und wie finde ich Anschluss zu Larp Gruppen in dieser Region?
    In diesem Forum wohl eher nicht, weil die Userbase zu klein ist. Zu empfehlen sind entweder http://larper.ning.com/ oder entsprechende Larp-Facebook-Gruppen.



    Das waren jetzt hauptsächlich Tipps zur Gewandung allgemein. Für das Hobby Larp in seiner Gänze am besten mal das LarpWiki studieren. Da gibt es auch nochmal Tipps für Gewandungen, wie zB. hier. Falls du dich aber für Mittelaltermärkte auf eine historische Gewandung beschränken willst, muss man wieder andere Dinge beachten. Vergiss eben auch nicht, dass " verkleidet auf einen Mittelaltermarkt gehen" ein anderes Hobby ist als "Live-Rollenspiel", also auch andere Anforderungen mit sich bringt.
    Geändert von Langer (26.07.2016 um 17:41 Uhr)
    Dummheit wird mein Henker sein.

  4. #4
    Dutch
    Dutch ist offline
    Alter Hase Avatar von Dutch

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    Es ist sicher einfacher auf deine Ideen einzugehen, wenn du hier noch etwas konkreter vorstellst, was dir bisher vorschwebt. Zum Beispiel könnte ich dir wenig bis gar keine Empfehlungen für Kleidungs-Bezugsquellen aussprechen, weil ich die letzten Gewandungen alle selbst genäht habe. Es gab das, was ich wollte, nicht fertig zu kaufen. Falls du bereits konkrete Bezugsquellen entdeckt hast und jetzt wissen möchtest, was andere davon halten, könntest du die Bezugsquellen hier kurz nennen. Es gibt bestimmt den einen oder anderen, der etwas dazu sagen kann.

    Das Forum hat auch eine Suchfunktion, mit der du Threads mit ähnlicher Ausrichtung finden kannst. Wenn sie nicht zu alt sind, dann sollten die Erkenntnisse immer noch zutreffen.

    Da du dich im ersten Schritt auf eine "einfache Rolle" fokussieren wolltest, würde ich auch genau das tun. Damit würden Fragen nach Rüstungen, Waffen, etc. erst einmal wegfallen, denn ein Bauer braucht so etwas nicht.

    Generell denke ich, dass ein "Bauer" nicht dadurch entsteht, dass man einem "Ritter" die Rüstung auszieht und die Waffen entfernt. Um einen einigermaßen historisierend glaubwürdigen "Bauern" darzustellen, würde ich daher erst alles daran setzen, einen solchen Bauern auszustatten. Der Ritter kann zu einem späteren Zeitpunkt ein neues, unabhängiges Projekt werden.

    Ein Ansatzpunkt wäre zu schauen, wie ein solcher Bauer in der realen Geschichte ausgesehen haben könnte. Was z.B. auch die Wahl eines konkreten Zeitpunkts in der realen Geschichte voraussetzt. Mode und Ausrüstung haben sich über die Jahrhunderte immer wieder geändert. Auch wenn einfache Handwerker und Landbevölkerung nicht jede modische Strömung kurzfristig mitgemacht haben, gibt es doch einen Unterschied zwischen Bekleidung um 1200 und Mode um 1450.
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

    Cons, Orgas, Aktuelle Infos: Facebook-Gruppe "Western LARP Bayern"
    Gone, but not forgotten: Buffalo Hill 1888

  5. #5
    Tine
    Tine ist offline
    Fingerwundschreiber Avatar von Tine

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    Du kannst dich auch bei den Allerländern melden: www.badische-schwertspieler.de


    Im Verein sind viele liebe Leute, die Neulingen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Schwertspieler sind direkt aus Karlsruhe und haben ein eigenes Vereinsheim (Hardtstr 37a 76185 Karlsruhe - Kulturtempel (ehemalige Schanapsfabrik)) mit Werkstatt und allem Pipapo. Mittwochs ab 18.00 Uhr ist in der Regel das Vereinsheim offen. Einfach mal vorbeischneien.
    Geändert von Tine (26.07.2016 um 20:03 Uhr)
    SEMPER PROBUS

  6. #6
    Tee
    Tee ist offline
    Alter Hase Avatar von Tee

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    Auf dem MPs fällt man nicht auf wenn man "nur" Stangenware trägt. Die durchschnitliche Standard"uniform" für Herren besteht aus einem naturfarbenen Schnürhemd ( oft aus Baumwollcrincle) und einer Hose die je nach Geschmack unterhalb der Knie geschnürt oder als mäßig weite Pluderhose getragen wird. Oft in Schwarz und ebenfalls aus jenem Baumwollcrincle gelegentlich auch aus einem etwas festeren Stoff gewebt.
    Der deutlich gehobene Standard trägt dazu passendes Schuhwerk - alle anderen laufen in modernen Schuhen herum. (ich war auch dort und habe mir Zeit gelassen viele Leute anzugucken )

    Zum sich angepasst fühlen würde das ausreichen.
    Da du aber schreibst dass du dich gerne näher mit der Materie auseinandersetzen möchtest:
    Schau dir Bilder an. Viele. z.B. Altarbilder, Porträits ( meist erst ab der Renaissance).
    Finde die Unterschiede heraus und schau ob du dir vorstellen kannst, das was du siehst selber zu tragen.
    Manches ist für heute Augen gewöhnungsbedürftig ( Helden in Strumpfhosen, Männer mit eng geschnürter Taille etc. )

    Und:
    Was für Larp gilt ist nicht unbedingt fürs Kostümern richtig. Im Larp ist ein einfacherer Charakter für den Einstieg sinnvoll, da man dann weniger Augenmerk auf Ausrüstung und Kleidung legt. Wenn es dir darum geht ein historisch korrektes Outfit zu erstellen ist oft für den Einstieg eine gehobenere Klamotte einfacher als eine niedrigere. Grund: Es gibt wesentlich mehr Bildbeispiele und gelegentlich sogar erhaltene Originale. Die meisten die ich in diesem Bereich kenne tasten sich über Jahre an eine "einfache" Klamotte heran. Unter anderem weil dafür viel Recherche notwendig ist

    Ach ja, noch etwas: Auch wenn alle Mittelalter sagen: Vieles was herumläuft (nicht nur auf dem MPS) und sich so nennt ist eher Renaissance bis Barock. (Schnürhemden, Kniebundhosen, Piratenjacken, Dreispitze). Unter Kostümern wird darüber oft gewitzelt, da man selbst wenn man in Kleidung des 19. Jhds unterwegs ist, meistens von Passanten gefragt wird ob irgendwo ein Mittelalterfest ist. Deshalb überleg dir gut welche Epoche dich wirklich anspricht Und lass dich nicht von den vielen verschiedenen Meinungen und Vorschlägen verunsichern. Das wichtigste ist das du dich in deinem Kostüm wohl fühlst. Alles andere kommt mit der Zeit.

  7. #7
    RealChenzo
    RealChenzo ist offline
    Grünschnabel

    Alter
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    Beiträge
    2
    Vielen Dank für die lieben Antworten und vielen Ratschläge! Da schau ich doch gleich mal bei den empfohlenen Links vorbei. Wenn ich konkretere Vorstellungen bezüglich Gewandung habe melde ich mich wieder mit ein paar Fragen.

    Lg,
    Chenzo

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