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  1. #1
    Calum MacDaragh
    Calum MacDaragh ist offline
    Alter Hase

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    Ausrufezeichen Eure perfekte Con

    Ahoi liebes Forum,

    wir planen gerade an einer neuen Con, nach über 50 Veranstaltungen in verschiedenen Nischensettings (vor allem Elben und Kelten) wollen wir endlich eine Feld-Wald-und-Wiesen-Fantasycon machen. Also ganz klassisches Abenteuersetting mit einer Hintergrundwelt voller Geheimnisse, Rätsel und Gegner, von denen man letzteren wenn nicht mit Diplomatie dann eben im Kampf begegnen kann. Wir lieben vor allem knackigen Plot und haben einen Fundus, mit dem wir auch aufwendige Plots bestreiten können.

    Aber Plot und Ausstattung sind nicht alles. Oft sind es ganz kleine Momente, die eine Con für den Spieler von "gut" zu einem echten Erlebnis werden lassen.

    Was war das bei Euch? An welches Ereignis, welchen Plot erinnert Ihr Euch heute noch mit einem Lächeln im Gesicht?

    Und was würdet Ihr gerne mal auf einer Con erleben?

    Mal ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung:
    2005, eine Fantasy-Con mit Zeltplatz mitten im Wald. Vollverpflegung für Spieler, Conbeitrag: 25 Euro. Ja, das gabs. Die Con ist ein bisschen komisch, der Plot ist ziemlich eindeutig auf die Spielergruppe ausgerichtet, deren Anführer *zufällig* mit der Ober-SL liiert ist. Wir kapern den aber mit Leichtigkeit, da die ganze Truppe konsequent vor dem Zelt chillt und grillt. Unter den NSCs gibt es einen Impro-Theaterprofi, der mehrere Rollen darstellt (darunter den Oberwerwolf), was aber erst nach der Con rauskommt, so verschieden waren die angelegt. Der Plot ist ziemlich wirr, was vor allem daran liegt, dass er die Hintergründe der Gewandungsgriller aufgreift, die aber nicht aus dem Liegestuhl kommen, um sich damit zu beschäftigen.
    Samstagabend: Werwolfangriff aufs Lager. Wir platzieren einen Spieler als Späher im Wäldchen vor dem Lager: Mich. Es wird langsam dunkel und es gibt Geräusche im Wald. Aber gesehen habe ich noch niemanden. Dann ein Schrei, aus dem Wald stürmen ein Dutzend Werwölfe, direkt an mir vorbei, ohne mich zu sehen. Ich verkrieche mich so gut wie irgendmöglich unter meiner kleinen Tanne, was auch gelingt. Mittlerweile ist es echt dunkel und ich muss dringend irgendwie zu meinen Leuten zurück. Ich fasse mir ein Herz und renne wie wild über die Wiese, zwischen mir und den restlichen Spielern eine Horde Werwölfe, die ich die ganze Zeit im Auge behalte. Dumm nur, dass der Oberwerwolf in diesem Moment auch über die Wiese rennt, wir prallen ziemlich unsanft zusammen. Zum Glück habe ich soviel Panik, dass ich nach dem ersten Schreck wie von der Tarantel gestochen in das Brombeergebüsch direkt vor mir springe. Der Oberwerwolf versucht mich noch zu erwischen und belauert mich in meinem Dornengebüsch. Ich krieche im Hardcore-Waldläufermodus durch die Dornenranken und schaffe es hinter der Spielerreihe aus dem Gebüsch zu fallen. Meine Mitspieler erschrecken sich zu Tode und sind schon drauf und dran, mich als Werwolf abzustechen, ein Charakter aus meiner Gruppe schreitet aber noch rechtzeitig ein. Mit meiner Hilfe wird der Oberwerwolf identifiziert und kann besiegt werden - mein Stunt hat sich also doch gelohnt.

    Was war daran besonders gut?
    Die Orga konnte da jetzt eigentlich nicht soviel für, schön war die Möglichkeit, als Späher hinter den feindlichen Linien zu lauern. Das ging, weil der Angriff angekündigt war, dadurch konnten sich die Spieler drauf vorbereiten - das hat eine nette A-Team-artige Phase ergeben, in der alle Spieler sehr unter Spannung standen.

    Und jetzt Ihr!
    Na diobair caraid's a charraid!
    www.daracha.de

  2. #2
    Edgemaen
    Edgemaen ist offline
    Fingerwundschreiber Avatar von Edgemaen

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    Mh, also ich versuche mal meinen Beitrag zu leisten, kann aber nicht garantieren, dass ich dein Anliegen genau verstanden habe

    Das Problem, das ich mit den meisten "Wald-und-Wiesen-Cons" habe ist, dass meist zu viel gewollt wird. Die Orgas denken scheinbar, sie müssen ganz besondere Storys und Plots auftischen um die Spieler zu begeistern. Oftmals kommt dabei aber einfach nicht so viel rum. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich eher ein Low-Fantasy/Power-Fan bin. Ich brauche keine Dämonen, Ghule und Höllentore für eine schöne Con. Lieber eine gute Banditentruppe, die im Wald herumlungert und die Spieler behakt und das ständig, sowas macht erfahrungsgemäß den NSC auch mehr Spaß. Man ist halt nicht nur zum Prügeln da, sondern kann auch etwas Charakterspiel betreiben. Als Zombie oder Werwolf wird das schon etwas schwieriger. Und somit kann man sicherlich auch Probleme mit den Anmeldezahlen auf NSC-Seite vermeiden. Trotzdem bitte auch fantastische Elemente/Plots einstreuen, aber gezielt und rar. Ansonsten mehr Ambiente-NSC und "Bauernplots", der Schmied hat keinen Stahl mehr, weil der Händler von den Banditen überfallen wurde, und dem wiederum wurde seine Brosche gestohlen etc pp.

    Auf Spielerseite will ich ebenfalls mehr bodenständige Charaktere, keine Paladintrupps mit Wappenlappen und Zweihänder. Generell wäre es schön, wenn die NSC ebenbürtig oder sogar überlegen wären.

    Ja, eben so in diese Richtung.

  3. #3
    Dutch
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    Alter Hase Avatar von Dutch

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    Wenn ich unter "Feld-Wald-und-Wiesen-Fantasycon" vor allem all jene Cons verstehe, die in erster Linie ausgefeilte Orga-gesteuerte Handlungsangebote ("Plots") in den Vordergrund stellen, welche aber meist nur funktionieren, wenn die Orga immer wieder Erfüllungsgehilfen mit gezielten Handlungsvorgaben und in wechselnden Aufgaben (NSC) ins Spiel schickt, was die meisten Spieler in der Regel dazu bringt, ihre Charaktere in erster Linie als "Träger von Fertigkkeiten die zum Bewältigen der Handlungsangebote nützlich sein könnten" zu betrachten und einzusetzen ...

    Das war jetzt natürlich ein gewaltig langer Schachtelsatz. Die Schlussfolgerung ist dafür umso kürzer:
    Als tolle Cons habe ich alle LARP-Veranstaltungen erlebt, die genau diese Punkte weitgehend vermieden haben.

    In der Regel war es dort toll, weil ein Löwenanteil des Spiels aus den Teilnehmern selbst entstand, und man dabei viel stärker mit dem eigentlichen Charakter und weniger als "Fertigkeiten-Träger" gesehen und angespielt wurde. Das Ergebnis war eine sehr aktive Spielwelt, die sich unheimlich lebendig anfühlte und aus der man bei Spielende richtig satt und bis in die Poren mit guter Laune aufgetankt zurückkehrte.
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

    Cons, Orgas, Aktuelle Infos: Facebook-Gruppe "Western LARP Bayern"
    Gone, but not forgotten: Buffalo Hill 1888

  4. #4
    Justav
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    Der eigentlich beste Plot, den ich je auf einem Abenteuer-/Wald&Wiesen-Con erlebt habe, hat es geschafft, eine Bedrohung aufzubauen (naja, Wellenangriffe halt), hat einen sehr einfachen Mechanismus geboten, diese Gefahr für eine Weile zu besänftigen. Leider führte das nur dazu, dass die Gefahr wiederkam, und immer bedrohlicher wurde. Vorteil war ua die Meinungsverschiedenheiten, die das in der Spielerschaft hervorrief: Heute Ruhe, aber morgen umso schlimmer? Oder doch leiber durchstehen? Das war allerdings ein Fünf-Tage-Con, man hatte also recht viel Zeit, das ganze Bedrohungsszenario langsam aufzubauen. Weitere Details auf Wunsch.

    Das wir es dann nicht schafften, das Problem endgültig zu erledigen, sondern am Ende mit Schimpf und Schande vom Feld respekive aus der Burg geprügelt wurden, hat dem Erlebnis keinen Abbruch getan.

    Ansonsten sind Nebenplots für verschiedene "Berufszweige" eine nette Sache. Ob die nun mit dem Hauptplot verknüpft sind, oder alleine stehen, ist dabei nicht von Bedeutung. Wobei es natürlich schwierig sein kann, in einem fordernden Szenario (großer Bedrohungsfaktor etc) Nebenplots von geringer Bedeutung zu haben. Wenn Mordor vor der Tür steht, kümmert man sich eben evtl nicht um Omas geklaute Kaffeemühle...
    So long

    Justav

  5. #5
    Chevalier
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    Eine sehr gute Con wird für mich aus vielen kleinen Details gezimmert.

    - Fängt damit an, dass die Gewandungen der Teilnehmer stimmen (sowohl SC als auch NSC, wobei eine Orga nur die NSC gut koordinieren kann),
    - wenn ich eine echte Motivation habe mich am Plot zu beteiligen (also sowohl Adel, Knechte, Gelehrte und Handwerker alle einen Grund haben etwas zu tun und das muss nicht derselbe Grund sein),
    - die Kämpfe mit den NSC Spaß machen selbst wenn man nur nicht-kämpfender Zuschauer ist (also keine wilden Kloppereien mit Turmschilden und Bein-Treffer-Stakkato),
    - wenn es eine gewisse Bedrohungslage gibt, wenn ich der SL die Gelegnheit gegeben habe auf meine Herkunft oder meinen Charakter einzugehen und sie dies auch nutzen (Charstory; wenn sowas schon erfragt wird dann freut mich auch, wenn die genutzt wird),
    - wenn ich sehen kann, worin mein Con-Beitrag geflossen ist (mich können schön gemachte Steelen, Grabsteine oder Ritualorte und solche Dinge immer noch begeistern)
    - Natürlich wenn gutes Rollenspiel und Arbeit echt belohnt wird (z.B. gab es da eine magische Wand hinter der ein Edelstein war. Ein Kumpel hat wirklich dann in realer, stundenlanger Arbeit einen Weg hinter die Wand gegraben, wo er durch passte; die Orga hätte dann sagen können "Ja, die unsichtbare Wand geht auch in die Erde runter" oder so, aber sie fanden sowas gehört durchaus belohnt und haben ihm den Stein überlassen).

    usw. usf.

    Nicht ein einziges davon reicht alleine, aber es muss auch nicht ALLES sein damit ich sage, dass ich etwas gut finde. Und eine Orga kann alles noch so gut machen, wenn Wetter nicht stimmt, doofe Mitspieler dabei sind o.ä., damit es eben als nicht so gut wahrgenommen wird.
    ...

    Bardengauer Fest, 14.-16.10.2016 (Chevalier Victor Henri de Nemour)
    Der Spalt unter der Tür (Cthulhu-Horror), 18.-20.11.2016 (Wilhelm Friedrich Richter, Reiseautor)

  6. #6
    Tornax
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    Zitat Zitat von Calum MacDaragh Beitrag anzeigen
    Was war das bei Euch? An welches Ereignis, welchen Plot erinnert Ihr Euch heute noch mit einem Lächeln im Gesicht?

    Und was würdet Ihr gerne mal auf einer Con erleben?
    Zur ersten Frage:

    Eines meiner schönsten Erlebnisse habe ich als NSC auf dem Con Deathtrap gegen Ende der 90er gehabt. Die Spieler hatten 2 Tage am Stück versucht, Burg Bilstein gegen eine Armee untoter burgundischer Soldaten zu verteidigen und konnten diesen Plan auch umsetzen, indem sie die Herzen der gefallenen untoten Soldaten in einer Messe bestatteten. Während die SCs dieses Ritual im Wald durchführten, haben alle NSCs in Wappenröcken mit Standarten und voller Rüstung auf dem Burghof Aufstellung genommen. Als die Spieler zurückkehrten, standen wir in Reih und Glied auf dem Hof und wurden, dank des erfolgreichen Rituals, von unserem untoten Dasein erlöst.

    Als wir dann alle nocheinmal vor dem Kommandanten der Spielerseite salutiert haben, stürzten sich als Geister geschminkte NSC-Damen in die Arme ihrer jetzt endlich erlösten Partner.

    Als Kirsche obendrauf hat einer der Spieler dann auch noch angefangen, ein "Ave Maria" zu singen.

    Nach dem danach folgenden "Time-Out" durch die SL habe ich es zum ersten mal mitbekommen, dass die Spieler für NSCs applaudiert haben.



    Zur zweiten Frage:

    Ich würde gerne mal auf einem Con eine Bedrohung durch "gute" NSCs erleben; zb wenn die Spieler einem Dorf im Wald zur Hilfe kommen, dass nächtlichen Angriffen ausgesetzt ist, nur um festzustellen, dass es sich bei den Angreifern um Waldelfen handelt, die versuchen, die Menschen aus ihrem Wald zu vertreiben und eher nicht zu Verhandlungen bereit sind. Die Spieler müssen sich erst in den Augen der Elfen zu "rehabilitieren". Schaffen sie das nicht, eskaliert die Situation.

  7. #7
    Hana
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    Das perfekte Con hat eine klare Zielgruppe und bietet nicht "für jeden etwas".
    Es ist definiert, ob die Stimmung düster sein soll (dann wird auf eine klassische Taverne und lustige Barden verzichtet), oder fröhlich. Es ist vorher ausgeschrieben, was geboten und von den Spielern erwartet wird - es gibt eine klare Ansage, was für Charaktere aufs Con passen und vor allem, welche nicht.
    Wenn es ein Con mit NSCs ist, gibt es eine Homepage-Seite mit NSC-Infos, die nicht nur das Setting beschreibt, sondern auch, welche Rollen für die NSC vorgesehen sind, und zwar konkret (Orks, Räuber, Untote?). Und zwar für jeden potentiellen Teilnehmer offen einsehbar, ohne, dass man erst eine Mail mitschicken muss.
    Die Orga hat eine Idee, was das Con besonders machen könnte, und arbeitet nicht nur Schema F ab.
    Das perfekte Con hat eine Einladung, bei dem ein konkreter Anlass für die Spieler besteht, anzureisen. Sollte dieser Anlass früh platzen (z.B. das klassische Fest, was von Angriffen gesprengt wird), gibt es eine für alle passende Motivation, vor Ort zu bleiben bzw. sich im Plot/Kampf zu engagieren.
    Bei Wellen-NSC-Kämpfen gibt es ein SC-NSC-Verhältnis von 1:2 bis 3:5 - bei weniger NSCs müssen diese sich totackern, bei mehr NSCs haben sie die SC zu schnell umgehauen und die Kämpfe werden zu kurz
    Die NSC bekommen frühzeitig Infos, was an Ausrüstung (und auch Requisiten) gestellt und was selbst mitgebracht werden muss, ebenso, was für Requisiten das Spiel bereichern könnten - so können die Bastelwütigen sich austoben, die Fundusreichen ihren Kram spazieren führen und keiner ärgert sich hinterher über "Hätt ich das gewusst, hätt ich meinen tollen Holzeimer mitgebracht ..."
    Das perfekte Con hat einen IT-Ansprechpartner, der für IT-Organisation sorgt und von Anfang an klar ist - ob SC, NSC oder GSC.
    Fremde/neue Spieler werden aktiv ins Geschehen eingebunden und sind nicht nur dazu da, um das Con für die Stammspieler voll zu kriegen.

    Das sind, mMn, ziemlich objektive Kriterien. Nun zu den subjektiven Punkten:
    Das perfekte Con für mich ist düster mit Lichtblicken. Es hat ein durchdachtes, logisch nachvollziehbares Setting, in einem Hintergrund, über den ich mich im Vorhinein informieren kann. Optimalerweise bekomme ich eine "Was deinem Charakter bei der Einreise über unser Land so auffällt"-Kurzinfo.
    Low Fantasy (max. die klassische HdR-Truppe, keine ausgefallenen Rassen, keine dollen Sonderfertigkeiten, keine Antagonisten) auf SC-Seite, gern High Fantasy auf NSC-Seite.
    Es gibt einen Dungeon (was nicht "Höhle" bedeuten muss - das kann auch ein Ausflug in eine andere Sphäre sein, ein Traumland, ein magischer Trips ins Gehirn des Oberbösewichts ...), nicht mit Kämpfen (auch wenn die ein Teil sein können), sondern eher mit zu überwindenden Hindernissen, Rätseln, ominösen Dingen ... es gibt Spielmechanismen, die verhindern, dass nur die üblichen drei Alphatiere mit ihren Kumpels reinkönnen, z.B. indem wiederholtes Betreten des Dungeons unterbunden wird (sich im Körper anreicherndes Gift, magische Barrieren, whatever)
    Generell gibt es Dinge, die die Spieler in kleine Gruppen auftauchen - das gibt intensivere Spielszenen.
    Rätsel und Aufgaben sind dazu designt, möglichst viele Spieler zu beschäftigen. Es gibt genügend Plot-Rätsel, für die man keine (magischen) Fertigkeiten zum Lösen braucht.
    Es gibt NSC nicht nur als Klopp-Gegner, sondern man kann auch mit ihnen reden. Das heißt nicht, dass man mit den Klopp-Gegner reden können muss - man kann sehr gut Wanke-Skelette als Gegner haben und zwischendurch die NSC in spielerisch anspruchsvolleren Nicht-Kampf-Rollen hinschicken.
    Starke NSC-Gegner sehen auch entsprechend aus. Menschliche und "kleinere" Gegner sind eher schneller zu besiegen, kommen dafür aber öfter wieder.
    OT-Dinge an der Location sind zumindest notdürftig verdeckt.
    Sofern möglich, wird das Haus (mit Ausnahme der Schlafräume) im Dunkeln nur von (elektrischen) Kerzen beleuchtet. Notfalls indirektem Licht - aber nicht von der Deckenbeleuchtung. Betrifft bei kleineren Häusern (bei zu großen ists halt nicht möglich) auch die Flure.
    Die Gegner sind klare Feinde, mit denen man nicht diskutieren/verhandeln kann (verblendete Fanatiker, Nekromanten, Untote, Drow, sonstige Fantasy-Rassen). Verhandlungen heißen im Larp oft "Zwei Leute diskutieren, zweihundert Mann stehen gelangweilt daneben und wollen sich hauen".
    Die SC verzichten auf zu effektive Ausrüstung (ist natürlich schwer von der Orga zu steuern, aber man kann z.B. zu große Schilde verbieten, regeltechnisch schnell zerbrechen lassen, mit speziellen Spiel-Mechanismen dagegen angehen).
    Die Location ist passend dekoriert und es gibt Dinge zu entdecken.
    Es gibt liebevolle Requisiten.
    Verschiedene Sinne werden angesprochen: Es wird mit Sounds gearbeitet, die die Stimmung fördern. Es gibt Mechanismen zum Dranrumfummeln, vielleicht Dinge im Dunkeln zu ertastenn ...

    Was ich erleben möchte, ist schwierig: Etwas Neues, Kreatives. Vielleicht SC gefangennehmen und sich mit der klassischen Feile durch Holz-Gitterstäbe befreien lassen. SC als Start statt einer Anreise irgendwo aufwachen lassen ohne Erinnerung, wie sie dort hingekommen sind. Ein neues oder selten verwendetes Setting verwenden (wie wär's mal mit einem verlassenen Spukschloss?).

    Wichtig finde ich, nicht nur tolle Szenen für wenige Spieler zu bieten, sondern für möglichst viele. Nacheinander oder gleichzeitig ist egal ...

    Zitat Zitat von Dutch Beitrag anzeigen
    Wenn ich unter "Feld-Wald-und-Wiesen-Fantasycon" vor allem all jene Cons verstehe, die in erster Linie ausgefeilte Orga-gesteuerte Handlungsangebote ("Plots") in den Vordergrund stellen, welche aber meist nur funktionieren, wenn die Orga immer wieder Erfüllungsgehilfen mit gezielten Handlungsvorgaben und in wechselnden Aufgaben (NSC) ins Spiel schickt, was die meisten Spieler in der Regel dazu bringt, ihre Charaktere in erster Linie als "Träger von Fertigkkeiten die zum Bewältigen der Handlungsangebote nützlich sein könnten" zu betrachten und einzusetzen ...

    Das war jetzt natürlich ein gewaltig langer Schachtelsatz. Die Schlussfolgerung ist dafür umso kürzer:
    Als tolle Cons habe ich alle LARP-Veranstaltungen erlebt, die genau diese Punkte weitgehend vermieden haben.

    In der Regel war es dort toll, weil ein Löwenanteil des Spiels aus den Teilnehmern selbst entstand, und man dabei viel stärker mit dem eigentlichen Charakter und weniger als "Fertigkeiten-Träger" gesehen und angespielt wurde. Das Ergebnis war eine sehr aktive Spielwelt, die sich unheimlich lebendig anfühlte und aus der man bei Spielende richtig satt und bis in die Poren mit guter Laune aufgetankt zurückkehrte.
    Ich spiele ja seit 15 Jahren fast ausschließlich auf solchen klassischen Fantasy-Cons - und meiner Erfahrung nach liegt die "Fertigkeiten-Träger"-Situation nicht am Con, sondern an den Spielern. Klar, auf Cons, wo Fertigkeiten nicht zum Einsatz kommen und es keinen Plot gibt, den es zu lösen gilt, melden sich diese Spieler dann nicht an - es gibt aber auch mehr als genug klassische Cons, wo nur Charaktere und keine Fertigkeiten-Träger anwesend sind
    Geändert von Hana (20.03.2017 um 16:29 Uhr)
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
    Liverollenspiel im Münsterland: http://www.danglar.de

  8. #8
    Langer
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    Über Feld-, Wald- und Wiesencons kann ich leider nur wenig berichten, aber vielleicht hilft es ja trotzdem, wenn ich meine Lieblingscon schildere.


    Das "Brandschatzen" war eine Spieler-gegen-Spieler Belagerungscon mit recht einfachem Hintergrund: Eine Fehde unter Adeligen, und eine Truppe hatte sich auf dem Rückzug in einer Burgruine verschanzt, die andere sollte sie dort heraus bekommen. Die Location war genial, da es sich um eine echte Burgruine mit Mauer, Wehrturm und Graben handelte, auf die einige Holzaufbauten und ein Tor gesetzt wurden. Unsere Truppe - ich gehörte zu den Belagerern - kam abends an und musste erst einmal die Lage erkunden. Da die Burg bereits von einem Voraustrupp belagert wurde, sah das Vorfeld wunderbar kampfgezeichnet aus. Die Orga hatte zB. überall Pfeilschäfte in den Boden und in Hindernisse gesteckt. Außerdem lagen in den Gräben diverse, oft ebenfalls pfeilgespickte Leichen-Strohpuppen, so dass es wirklich so aussah, als ob hier bereits wochenlang gegen die Burg angerannt wurde. Außerdem waren die Spieler handverlesen und eben allesamt SC, weshalb auch der Gewandungsstandard sehr hoch war.

    Der eigentliche Spielmechanismus war recht simpel: Die Belagerer wollen rein, die Belagerten wollen das verhindern. Dazu gab es immer wieder kleinere Zwischenziele, die man erreichen konnte - teils von der Orga geplant, teils von den Spielern ergriffen. Am ersten Abend haben sich beispielsweise im Zwielicht einige Belagerer an die Burg rangeschlichen, um eine Bombarde zu bergen, die bein Kampf verloren gegangen war, um damit die Burg zu beschießen. Dann gab es immer wieder kleinere Kommandos, die etwa die Aufbauten auf den Mauern mit Seilen niederreißen wollten, und wenn das gelang, wagten die Verteidiger oft einen Ausfall, um die Löcher wieder zu flicken. Oder aber das eine mal, als Lebensmittel in die Burg geschmuggelt werden sollten und die Belagerer davon Wind bekamen und dem Transport auflauerten.

    Das tolle war, dass man immer etwas erleben konnte, wenn man wollte. Direkt vor der Burg musste man stets achtsam sein, falls ein Ausfall kommen sollte. Wer Action wollte, konnte sich immer an diversen Scharmützeln beteiligen oder Pfeile mit den Belagerten austauschen, oder eben auf den nächsten Ansturm aufs Tor warten. Das Tor war so gebaut, dass es auch OT zerstört werden musste, um hinein zu gelangen, weswegen auch wirklich mit dem Rammbock ein Loch hinein geschlagen werden musste, während es von oben (Schaumstoff-)Steine regnete... und das Loch wurde von den Belagerern nach jedem Ansturm natürlich bestmöglich geflickt. Außerdem gab es noch einen engen Pfad an der Rückseite, über den man evtl. jemanden in die Burg schmuggeln konnte, wenn die Verteidiger nicht aufpassen. So gab es ständig ein Hin und Her, und man war angeregt, immer neue Taktiken auszuprobieren. Gleichzeitig gab es zwischendurch Ruhephasen für echtes Rollenspiel, zT. auch zwischen den Fraktionen (oft wurden kurzfristige Beschussruhen zur Bergung von Verwundeten vereinbart... oder man rief sich nur über die Mauer Beleidigungen zu). Unnötiges Laufen gab es nicht, da das Lager der Belagerer nur wenig hinter dem eigentlichen Kampfplatz waren, und die Belagerten natürlich in der Burg selbst untergebracht waren.

    Die Con endete letztendlich damit, dass sich der Anführer der Belagerten bei einem Ausfall zu weit vor wagte und gefangen genommen wurde. Da er der Soldherr der in der Burg verbliebenen Soldaten war, boten diese an, die Burg zu übergeben, wenn sie dafür freien Abzug erhalten (denn Sold würden sie ja so nicht mehr bekommen). Und genau das geschah letztlich auch.
    Das mag für einige vielleicht antiklimatisch klingen, fühlte sich aber nicht so an. Die Belagerten waren stolz, so lange Widerstand geleistet zu haben, und die Angreifer darauf, ihr Ziel dennoch erreicht zu haben (da ich bei der Übergabe zum ersten mal die Burg von innen sah, muss ich sagen, ich war auch froh darum... mit Gewalt hätten wir die niemals genommen).

    Also: Einfacher, aber sinniger Plot. Tolle Gewandungen. Fließender Wechsel aus Action und Rollenspiel. Immer ein Ziel vor Augen. Kein unnötiges Rumlaufen oder Rumstehen. Ohne Frage meine beste Con bisher.

    Oh: Und es gibt sogar noch Bilder davon.
    Dummheit wird mein Henker sein.

  9. #9
    heler
    heler ist offline
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    Wow das letzte mit der Burg klingt echt super. War das einmalig oder gibt es diese Chance jährlich? Klingt wirklich nach dem was ich suche
    Allein das lesen hat Spaß gemacht.

  10. #10
    Langer
    Langer ist offline
    Erfahrener User Avatar von Langer

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    Das Brandschatzen soll in der Tat eine Fortsetzung erhalten. Die war ursprünglich für diesen Herbst geplant, wurde aber auf nächstes Jahr verschoben.

    Soweit ich weiß gibt es keine große Ausschreibung, sondern die Teilnehmer werden handverlesen von Beili und Gregor_H. Es gibt allerdings eine Ning-Gruppe.
    Dummheit wird mein Henker sein.

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