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  1. #41
    Gerwin
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    Wir sind uns ja an vielen einig. Daher nur um es voranzutreiben:

    1. Das Gespräch danach ist für mich nicht verhandelbar.

    Hierbei handelt es sich um eine Spielregel die zwischen mir und dem/der Leibeigenen vorab festgelegt wird. Die Länge des Gesprächs ist sicher individuell (und dürfte sich oft auf 15 Sekunden beschränken), wer aber ein Safeword einsetzt wird zeitnah angesprochen. Das hat nichts mit einer notwendigen Rechtfertigung zu tun, sondern einfach damit dass ich (auch) Übertritte der Komfortzone "meiner Leibeigenen" durch Mitspieler schon erlebt habe. Sie da "einfach erst einmal alleine zu lassen" ist aus meiner Sicht fast ebenso falsch wie ein Spiel abzubrechen (und damit alle Augen auf diese Person zu richten). Nachrangig ist dieses Gespräch allerdings nicht. Im Gegenteil. Wird ein Mitspieler (in welcher Rolle auch immer) tatsächlich in seiner OT-Komfortzone belästigt, und damit meine ich nicht "ich hab keine Lust 500 Meter zu laufen, dann muss das angesprochen und gegebenenfalls auch geklärt werden. Gerade wenn der Übertritt durch Dritte passiert.

    2. Ob der häufigere Einsatz von Safewörtern zu einer höheren Akzeptanz im Alltag führt weiß ich nicht. Die Szene aus der Exitstrategien eigentlich stammen lehrt erfahrungsgemäß eher das Gegenteil. Wenn man aber jeden Mitspieler die Möglichkeit eines Exits in jeder Situation geben würde, bekämen gerade frisch erworbene Leibeigene von mir eben noch einen zweiten Exit bei dem mir klar wäre "okay..jetzt Vorsicht, besser mal gleich besprechen". Organisatorisch ist das kein Thema.

    Gruß

    Gerwin

    Nur am Rande wichtig: Aus meiner Sicht ist eh sinnvoll jeden Anfänger, zumindest auf einer Großveranstaltung, gruppenintern einen Mentor zur Verfügung zu stellen, an welchen sich dieser bei Gesprächs und Klärungsbedarf wenden kann. Kann ja auch sein dass da eine Hand in der Taverne etwas nah am Hintern eines Begleiters war. Gerade Anfänger tun sich erfahrungsgemäß schwer damit einzuschätzen zu erkennen was nun "noch akzeptiert werden muss" und was nicht. Da hilft eben ein erfahrener(er) Mentor extrem.
    Geändert von Gerwin (31.08.2017 um 19:02 Uhr)

  2. #42
    Benutzer755
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    1. "Den König spielen die anderen."
    Ein Herr ohne Gefolge ist kein Herr. Punktum. Wenn sein Gefolge nicht auf ihn hört, ist er auch nicht wirklich ernst zu nehmen. Daher sind Diener/Leibeigene schon mal perse wichtig fürs Herrenspiel. Das sollte man den Spielern auch klar machen. Wertschätzung und so.

    2. Mentoring
    Meist kommen ja keine völlig Unbekannten in eine Gruppe. Das sind Freunde von Gruppenmitgliedern. Meist kennen die sich gut genug, daß dem Anfänger ein Herr empfohlen wird (mit dem besten Kumpel spielen, kann schwierig werden). Dann findet völlig OT ein Kennenlernen statt. Jeder kann sich um entscheiden. Es findet ein Austausch von Erwartungen statt und wie sehr man bereit ist diesezu erfüllen. Auf beiden Seiten. Der Mentor ist vor dem Spiel dazu da, über Besonderheiten, Informationsquellen whatever zu informieren. Im Spiel sorgt er dafür, daß der Mentee ins Spiel kommt. Er begleitet den Herrn und lernt Namen von Verbündeten, die er später als Herr brauchen kann oder wenn er Nachrichten überbringen soll. Er schaut sich ab, wie der Herr Dinge löst und leitet Methoden für sich ab. Der Herr schickt ihn auf Spionage-Touren oder zum Kräuterpflücken mit anderen um dessen Heilwissen zu erweitern. Was der Herrn wieder zugute kommt oder im besten Fall der ganzen Gruppe. (Wir haben mehrere Herren und mehrere Knechte, aber man darf nicht über andere Knechte verfügen, es sei denn, man hat die "Aufsicht" über ihn bekommen".) Sollte etwas schief laufen, nimmt man sich OT die entsprechende Person vor. Weil OT sind wir alle gleich.

    3. Anfängerschaft
    Es geht immer darum eine neue Art von LARP kennenzuleren. Jede Gruppe macht das anders. Als Diener ist es wesentlich simpler sich die Mechaniken anzusehen, als wenn man als Herr einsteigen würde und mitten im Spiel plötzlich überfordert ist. Das sieht blöd aus und man fühlt sich auch blöd.

    4. Spezielles
    Da es bei uns immer mehrere Knechte gibt, tun die sich schonmal auf Con zusammen und spielen unter sich, wenn sie gerade nicht gebraucht werden. Da entstehen Legenden, sag ich euch. Diesen Spaß sollte man denen auch gönnen.

    5. Hartes Spiel
    Wer welches will, spricht das mit seinem Mentor ab. Wer nicht, der verhält sich aber auch nicht aufmüpfig. Ganz einfach. Ein Geben und Nehmen. Und sollte der Diener tatsächlich keine Lust haben mit aufs Schlachtfeld zu ziehen, dann nutzt er halt das "Safeword". Das möglichst IT klingt und logisch ist. Beispiele gabs hier ja schon. Zudem, selbst wenn mal eine blöde Situation auftauchen sollte, kann eine Strafe des Dieners auch ohne Peitsche auskommen. Länger in Dienerschaft bleiben um den Schaden abzubezahlen. Entzug von Privilegien (Schmuck tragen). Gerichtsverhandlung...

    LG
    Benutzer755
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  3. #43
    Gerwin
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    Leibeigenenschaft kommt ohne körperliche Strafen aus ist ungefähr genauso sinnvoll wie "ein deutscher Polizist braucht seine Pistole nicht".
    Zwar geben die meisten Polizisten (Gott sei Dank bei der Treffergenauigkeit) im Dienst 0 Schüsse auf Personen ab, dennoch ist die Pistole sinnvoll.

    Zwar mag es vorkommen (und ist sogar der Regelfall) dass eine Peitsche auf Con nicht eingesetzt wird. Der Einsatz ist sogar so selten, dass ich mir überlege von einer gerade wieder geplanten Latexalternative auf Leder umzusteigen. Alleine die Anwesenheit sorgt jedoch (realistisch) dafür, dass das System eben funktioniert.

    Dass es dann dennoch zu (extremer) "IT Aufmüpfigkeit" kommen kann liegt, böse ausgedrückt, am schlechten Rollenspiel. Der gegenüber weiß halt dass die Peitsche entweder aus OT Gründen nicht eingesetzt wird oder nicht weh tut.

    Was natürlich niemanden daran hindert ein sehr romantisiertes Leibeigenensystem aufzustellen, bei dem alle "aus dem System IT profitieren" gefühlt ist das sogar bevorzugt, und für die meisten Spieler wohl auch passender.



    Gruß

    Gerwin

    Ich würde da aber tendenziell zwischen Dienern und Leibeigenen unterscheiden.

    Lustiger Fakt am Rande: "Gerichtsverhandlung" funktioniert auch heute nur durch die drohenden körperlichen Strafen (in diesen Fall "Freiheitsentzug der mit Gewalt durchgesetzt wird"). Die Verhandlung selbst hätte keinerlei abschreckende Wirkung.
    Geändert von Gerwin (01.09.2017 um 16:00 Uhr)

  4. #44
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    ...die Strafe an sich hat auch meistens nicht die abschreckende Wirkung, die das System gern hätte.

    Kannst ja ruhig zwischen Diener und Leibeigenen unterscheiden. De facto sind aber beides Untergebene. Und darum ging es ja hier. Wenn man hartes Spiel will, wird man halt Leibeigener, wenn eher nicht, dann halt Diener.

    Es verbietet Dir niemand eine Peitsche zu tragen, aber wohl wahllos damit umzugehen. Wenn das abgesprochen und ok ist, gern, aber für mein LARP brauch ich das nicht. Da reicht ein scharfes Wort mit dem Hinweis auf den Stand und fertig.

    LG
    Benutzer755
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  5. #45
    Gerwin
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    Ich sag ja auch nicht dass jeder so spielen muss (?). Sollte das so rüberkommen.

    Um Gottes willen, bitte nicht. Wir hätten wohl nur noch irgendwelche Spielabbrüche. Wobei es mir schon etwas befremdlich vorkommt das gerade Menschen die ich selbst eher (auch) in einen frühen historischen Kontext einordne derartiges Spiel unter Hinweis auf Stände ausschließen. Je komplexer eine Gesellschaft wird, je deutlicher der Status des einzelnen nach außen tritt, umso weniger wieder der übergeordnete seine Macht unbedingt durchsetzen müssen. Oder, einfacher ausgedrückt, der Ritter mit der Peitsche (für Untergebene) ist deutlich unnötiger als beispielsweise ein Wikinger bei dem ein Teil der untergebenen tatsächlich geraubt/entrechtet/in Gefangenschaft geboren wurde.

    Gruß

    Gerwin

    P.S.: Nur weil es sich anders liest. Ich halte auch gewalt/strafenfreies Untergebenenspiel auf Grund sozialen Stand für sehr interessant. Nur eben auf einer völlig anderen Ebene. Ich finde da Benutzers herangehensweise auch reizvoll.
    Geändert von Gerwin (02.09.2017 um 15:02 Uhr)

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