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  1. #1
    KeksKatze
    KeksKatze ist offline
    Grünschnabel

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    Bogenschießen mit einem Auge

    Hallo,

    ich habe mal eine Frage zum Bogenschießen im LARP. So weit ich gehört habe hat das ja mit dem modernen Sportbogenschießen, wo man sich mit Entfernungen und Visieren beschäftigt wenig zu tun, sondern ist eher eine Art "Gefühlsbogenschießen" (mir fällt grad kein besseres Wort ein). Das ergibt ja auch Sinn, da ich ja nur schwer mein Maßband in der Schlacht rausholen kann und nachmessen wie weit mein Gegner entfernt ist. Meine Frage wäre nun, ob es einen bei dieser Art des Bogenschießens sehr einschränkt wenn man nur ein Auge hat. Leider bin ich nämlich auf einem Auge praktisch blind und habe somit kein richtiges räumliches sehen. Bevor ich mir also einen LARP-Bogen anschaffe und brav anfange zu üben, würde ich gern wissen wie sinnvoll das mit meinem Handicap überhaupt ist. Kennt sich da irgendwer mit aus?

    LG, Kekskatze

  2. #2
    Langer
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    Wichtiger als Trefferquote ist beim Larp-Schießen eigentlich die Sicherheit. D.h. man muss so schießen können, dass man seinen Mitspielern keinen Schaden zufügt, in dem man sie beispielsweise mit Wucht ins Gesicht oder die Weichteile trifft. Und man muss eben auch wissen, wann man besser nicht schießt. In wie fern deine Sehbehinderung dich da einschränkt, kann ich leider nicht sagen, aber solltest du tatsächlich mal schießen üben, würde ich mich besonders darauf konzentrieren, dass das bei dir stimmt. Was die eigentliche Einschätzung der Fähigkeiten angeht, muss ich dich auf hoffentlich nachfolgende Antworten verweisen :>
    Dummheit wird mein Henker sein.

  3. #3
    Gerwin
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    Bitte kein Bogenschießen. Eventuell sogar gar kein Nahkampf.

    Intuitives Bogenschießen setzt, im Gegensatz zu olympischen Bogenschießen, eine vergleichsweise gute Sehkraft voraus. Du spielst da einfach mit der Gesundheit deiner Mitspieler.

    Gruß

    Gerwin

  4. #4
    NelaBlack
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    Hey Kekskatze,

    ich kann dir jetzt weniger zum Bogenschießen im LARP sagen (da mangelts mir an Erfahrung) aber zum Bogenschießen allgemein.

    Erstens: mit deiner "Einäugigkeit" kannst du genauso gut wie jeder andere Bogenschütze werden!

    Die meisten Menschen haben ein dominantes Auge (so wie sie auch eine führende Hand haben). Das ist das wichtige Auge beim Bogenschießen, damit zielst du, und es ist entscheidend für die Frage ob du einen Links- oder Rechtsbogen* brauchst, nicht ob du Links- oder Rechtshänderin bist.

    *bevor es dich verwirrt, bei manchen LARPbögen gibts da keinen Unterschied, bei Sportbögen immer

    Es gibt Schützen, die zwar ein stärkeres Auge haben, es aber nicht schaffen das andere "auszublenden", und deswegen mit einem zugekniffenen Auge oder sogar mit Augenklappe schießen. Sie sind quasi mit Absicht auf einem Auge blind, da hast du einfach nur die natürliche Version von. Insofern könntest du sogar einen Vorteil gegenüber manchen Bogenschützen haben, die nicht merken das sie besser einäugig schießen sollten oder die Probleme mit den Hilfsmitteln haben


    Falls du noch Fragen dazu hast, melde dich gerne, ich könnte auch nen auf einem Auge fast blinden Schützen aus meiner Leistungstrainingsgruppe fragen ob ihm Nachteile einfallen

    Lg Nela

    Edit: Nachtrag für Gerwin: ich weiß nicht warums im intuitiven Larpbogenschießen anders sein sollte - im "normalen" Intuitiven Bogenschießen, genauso wie im meditativen Bogenschießen reicht ein Auge vollkommen aus
    Geändert von NelaBlack (12.09.2017 um 17:19 Uhr)
    ~ Ich hab da ein ganz mieses Gefühl bei der Sache

  5. #5
    Gerwin
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    Tut es? Interessant. Warum es anders sein sollte? Der Verfasser schreibt selbst "ich kann keine Entfernungen einschätzen". Bei jemanden der "einfach nur ein Auge hat" gebe ich dir Recht, bei jemanden der das nicht kann scheidet jede sichere Einschätzung von Bewegungen und Geschwindigkeiten einfach aus.

    Ich weiß nicht wie oft du schon "normal intuitiv geschossen hast". Zumindest mit meditativen Bogenschießen hat das aber null zu tun.

    Oder anders ausgedrückt: Wer schon die Scheibe nicht trifft, auf Grund fehlenden Sehvermögens, der sollte auf keinen Fall auf bewegte Ziele anlegen. Die Reihenfolge ist da einfach eine andere. Es gibt fähige olympische Schützen mit sehr geringer Sehfähigkeit. Bei bewegten Zielen wird's schwieriger.
    Geändert von Gerwin (12.09.2017 um 17:31 Uhr)

  6. #6
    NelaBlack
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    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Tut es? Interessant. Warum es anders sein sollte? Der Verfasser schreibt selbst "ich kann keine Entfernungen einschätzen". Bei jemanden der "einfach nur ein Auge hat" gebe ich dir Recht, bei jemanden der das nicht kann scheidet jede sichere Einschätzung von Bewegungen und Geschwindigkeiten einfach aus.

    Ich weiß nicht wie oft du schon "normal intuitiv geschossen hast". Zumindest mit meditativen Bogenschießen hat das aber null zu tun.

    Oder anders ausgedrückt: Wer schon die Scheibe nicht trifft, auf Grund fehlenden Sehvermögens, der sollte auf keinen Fall auf bewegte Ziele anlegen. Die Reihenfolge ist da einfach eine andere. Es gibt fähige olympische Schützen mit sehr geringer Sehfähigkeit. Bei bewegten Zielen wird's schwieriger.

    @Gerwin
    Das meditatives und intuitives Bogenschießen wenig bis nichts miteinander zu tun haben ist mir sehr wohl bewusst, es war nur ein weiteres Beispiel.

    Zu dem mangelnden räumlichen Sehen bzw Entfernungen einschätzen muss ich zugeben dass ich nicht weiß inwieweit das mit dem einen Auge oder schlicht mangelnder Übung zu tun hat. Aber, wie gesagt, kenne ich reichlich Personen die einäugig schießen (ob erzungenermaßen oder freiwillig) und durch Erfahrung und Übung Entfernungen und Geschwindigkeiten einschätzen können. Vermutlich sagt dir Parcourschießen etwas - dafür wird genau das benötigt.

    Und falls es dich beruhigt, ich schieße 2x pro Woche "intuitiv", zusätzlich zu den 3x olympischer Bogen
    ~ Ich hab da ein ganz mieses Gefühl bei der Sache

  7. #7
    Gerwin
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    Was heißt "beruhigt". Es beunruhigt mich wenn jemand der augenscheinlich (selbst nach in der Regel eher überzogener Selbsteinschätzung) kein räumliches Sehvermögen hat Bogenschießen will und die Antwort nicht ganz logisch ist "lass es sein, bitte!".

    Und wenn du intuitiv schießt weißt du eigentlich auch, dass das nichts mit "blinden rumgeballer" zu tun haben dürfte. Mal ganz davon abgesehen:

    Natürlich holt niemand in einer echten Schlacht das Maßband raus. In einer echten Schlacht ist es aber auch relativ egal ob dein gegenüber den Pfeil nun ins Gesicht bekommt oder nicht. Im Larp musst du schon zielen können.

  8. #8
    Tee
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    Ich schließe mich da Nela voll an. Was für dich sicher sinnvoll ist: Such dir einen Verein für Bogenschützen, geh hin, leih dir mal verschiedene Bögen aus, lass dir zeigen wie es geht und probier es dort in sicherem Umfeld aus. Danach kannst du besser abschätzen, ob es einen Sinn hat zu üben (Kommt nämlich auch drauf an ob du überhaupt Spaß an der Sache hast oder ob du dich zu sehr eingeschränkt fühlst).

    Falls du dabei bleiben willst, ist es eine Frage des Trainings, ab wann du sicher genug bist, um an einem Larpkampf teilzunehmen. Solange du geradeaus gehen und nach Dingen greifen kannst, sollte eigentlich genügend räumliches Sehvermögen vorhanden sein. Aber das musst du selbst einschätzen

  9. #9
    Rabensang
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    Frage Nummer 1 ist eigentlich: Hast du das mit dem Auge von Geburt an bzw. seit früher Kindheit oder ist das ein neuerer Zustand?

    Falls du das schon immer hast, ist es kompensierbar, weil du ja auch im täglichen Leben sicher nicht gegen jedes Hindernis gegen knallst. Mein Vater z.B. hat das gleiche Problem, dass er schon immer auf einem Auge so gut wie nichts gesehen hat, weil der Sehnerv unterentwickelt ist. Wenn man das aber nicht weiß, merkt man es ihm nicht an. Er fährt ganz normal Auto (wozu man ja auch eigentlich räumliches Sehen benötigt und dabei auch auf schnelle, sich ändernde Situationen reagieren muss) und auch als er mal mit mir Bogenschießen war, hat er auch nicht schlechter geschossen als jeder andere Anfänger. Da das Gehirn lernfähig ist, kann es bei genügend langer Übung viele Dinge kompensieren, was sich ein gesunder Mensch nicht vorstellen kann. Es kann nämlich sein, dass du das bewusst gar nicht mitbekommst und du Entfernungen z.B. nicht in Zahlen einschätzen kannst, weil dir einfach die Vorstellung fehlt, aber unterbewusst ist z.B. der Mechanismus denkbar, dass du Entfernungen von Menschen anhand ihrer relativen Größe bewertest. Kleiner Mensch = weiter weg, großer Mensch = näher dran. Bei Gruppen einfacher, weil du da einen besseren Vergleichswert hast.

    Wenn du das erst seit kurzem hast, wird es schwieriger, weil du dich dann wahrscheinlcih noch nicht so auf die Situation eingestellt hast. In beiden Fällen würde ich aber sagen, probier es aus, intuitiv (das ist das Wort, was du suchst, man nennt das intuitives oder auch traditionelles Bogenschießen) auf die Scheibe zu schießen, da bist du in einem sicheren Umfeld, wo nix passieren kann. Ggf. such dir mal ein paar Leute, mit denen du mit dem Larpbogen trainieren kannst, um die wechselnden Situationen einschätzen zu können. Jemand nimmt nen Schild und spielt die Zielscheibe und bewegt sich etwas hin und her und du schießt mit Larppfeilen auf ihn. So oder so solltest du anhand dessen entscheiden, ob du es dir selbst dann auch wirklich zutraust. Im Zweifel schießt du in einer bestimmten Situation halt nicht (was jeder Bogenschütze generell tun sollte). Ansonsten gilt das, was Nela geschrieben hat. Der Bogen ist immer in der Hand der dem dominanten Auge abgewandten Seite, in deinem Fall also in der Hand deiner "blinden" Seite.

    @Gerwin: Bezüglich deiner Aussage, am besten gar kein Nahkampf zu machen: Bullshit. So oft, wie ich Spieler gesehen hab, die mit Augenklappe rumrennen und so auch kämpfen, dürfte das auch nicht zulässig sein. Und diese Leute kämpfen auch nicht unsicherer als mit 2 Augen. Auf jeden Fall nicht unsicherer als irgendwelche Anfänger. Das Einzige, was man beachten muss ist, stärker auf seine Umgebung zu achten, da man eben ein deutlich kleineres Sichtfeld hat. Und mit etwas Übung kannst du auch einäugig deinen Nahbereich einschätzen. Übung ist halt generell das richtige Stichwort.

  10. #10
    oliverp
    oliverp ist offline
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    Entfernungen kann man gutmit einem Blick auf den Boden abschätzen und 5 Meter kann auch jemand mit 20% Sehkraft von 10 Metern unterscheiden.

    Insofern probier es aus ohne Mitspieler, wenn du ein oberkörpergroßes ruhendes Ziel auf 20 Meter in 90% der Fälle triffst, bist du in der oberen Hälfte der Larpbogenschützen. Kein Scherz.

    Schöne Grüße,

    Oliver
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

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