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  1. #21
    Kamikaze
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    Zitat Zitat von Kelmon Beitrag anzeigen
    wer schon mit Latex mies kämpft, wird durch 1-2kg Metall in der Hand auch nicht spontan besser.
    Genau das.
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  2. #22
    Gerwin
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    So schön und einfach sich das liest, so einfach ist es aber nicht. Mal ganz davon abgesehen das "mies kämpfen" immer Ansichtssache ist (ich bin mir ziemlich sicher dass einige der "Larp ist für mich näher am Theater-Spieler aus meiner Sicht ziemlich schlecht..also mies kämpfen) sorgen Metallwaffen dafür dass gewisse Dinge (übergroße Wuchtwaffen, übertriebene Latexrüstungen) eben "nicht mehr gehen". Gleichzeitig liegt die Vermutung sehr nahe, dass der Einsatz von Metallwaffen Larp für Menschen interessanter macht, die sich eben auch in ihrer Freizeit mit "realistischen Kämpfen" (in welcher Art auch immer) und nicht primär mit nähen und Improtheater beschäftigen.

    Das macht aus meiner Sicht die Kämpfe selbst schöner, und (auf Grund des Waffengewichts, des Zwangs realistische Rüstung (und damit Gewicht) zu tragen und der Möglichkeit von Kopftreffern bei vollschützenden Helmen) auch schneller.

    Unmöglich macht ein Larp mit Metallwaffen, zumindest auf Großveranstaltungen, aus meiner Sicht eher der Umstand dass es "nicht passt". Irgendwie gehören Menschen mit übertriebenen Waffen, halbnackte Kampfmagier, Elfenpüppies ohne Helm und der muskelbepackte 80iger Jahre Barbar ohne Rüstung eben ins Fantasybild dazu. All das wäre halt nicht mehr so einfach möglich. Gleichzeitig ist eine spontane Auseinandersetzungen, und das ist aus meiner Sicht der Hauptkritikpunkt, schwierig bis gar nicht möglich. Sämtliche "Kampfsysteme mit Echtwaffen" beschränken den Kampf auf einen gewissen Zeitraum von oft nur wenigen Minuten. Um ein spontanes kämpfen zu ermöglichen müssten die Teilnehmer durchgehend recht schwere Rüstungen tragen. Und das schließt sich mit meinen Larpverständnis auf der Standardveranstaltung aus.

  3. #23
    Kamikaze
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    Angenommen all deine obigen Punkte würden umgesetzt:
    > alle Kämpfer tragen voll schützende Rüstungen
    > Kämpfe sind zeitlich und örtlich eng begrenzt
    > Kämpfe werden so realitätsnah wie möglich geführt (bedeutet idR. Kampfzeiten von wenigen Sekunden, bis der Sieger feststeht)
    was unterscheidet dieses "LARP" dann noch von Veranstaltungen wie dem BotN oder ähnlichen "Histo-Kampf-Treffen"?

    Ein voll schützender Helm (incl. Augen-Stichschutz, etc.) lässt kaum bis garkeine Mimik mehr erkennen, und auch die Kommunikation mit dem Gegenüber ist sehr stark eingeschränkt (merke ich mit meinem LARP-Kübelhelm schon deutlich, obwohl der nicht stichsicher wäre - Augenschlitze zu groß).
    Das andauernde tragen von voll schützender Rüstung ist nicht nur anstrengend (das könnte man ja evtl. noch trainieren), sondern passt auch in meinen Augen zu wenigen Spielsituationen auf 0815-Cons (selbst auf Großcons laufe ich ungerüstet rum, wenn ein kampf nicht unmittelbar absehbar ist - wäre doch etwas seltsam, wenn zur IT-Hochzeit oder zum Volksfest alle (!!!) in voller Rüstung mit helm aufschlagen würden...).

    Ich bin der Meinung, dass man die Leute, die mit ihren LARP-Waffen üben und das Handling trainieren (zumindest in meinem "Dunstkreis") oft von ganz alleine anfangen, sich über die Führung und das Handling ihrer Primär-Waffe(n) Gedanken zu machen und ggf. auch Literatur dazu studieren, bzw. auch aus Aufzeichnungen von Vereinen und Veranstaltungen wie dem BotN zu lernen. Da erkennt man meist recht genau, wer übt, und wer nicht. IdR. sind dann die geübten Leute auch näher an einem "realistischen" Kampfstil dran, wenn es die Situation zulässt, als ungeübte, bei gleichzeitig geringerem Verletzungsrisiko.

    Realistisch kämpfen KÖNNEN heißt übrigens nicht IMMER realistisch kämpfen MÜSSEN. Wenn ich z.B. einem gut dargestellten Zwerg mit "Amboss-am-Stiel-Hammer", Elfen mit "Sushi-Messern" oder Barbaren mit "Monter-Axt" gegenüberstehe und der Meinung bin, "hat er/sie sich verdient", dann werde ich meinen Kampfstil entsprechend anpassen und trotz OT-Überlegenheit IT (möglichst) effektvoll unterliegen. Auch das gehört für mich zum "schön" kämpfen. Umgekehrt bekommt jemand, der mir direkt "Aufs Maul!!!" entgegen brüllt auch direkt was entsprechendes geliefert (was insbesondere für Zuschauer meist eher unspektakulär und sehr schnell vorbei ist).

    Besonders das Fingerspitzengefühl, zu entscheiden, wie man eine Kampfsituation sowohl für die unmittelbar beteiligten, als auch für eventuelle Zuschauer möglichst episch gestalten kann, macht für mich einen "guten" Kampfstil aus.
    "Realistisch" ist nach meinem dafürhalten eher unspektakulär - verändert aber die Waffenführung und Körpersprache bzw. -beherrschung, was letztendlich zu einem "schöneren" (sprich: "realistischer anmutenden") Kampfstil führt, auch wenn gerade kein Wert auf OT-Effizienz gelegt wird. Dies wird imho nicht durch "Stahl statt Latex" gefördert oder auch nur verändert. Insofern wäre für mich "Stahl statt Latex" kein Garant für "schönere Kämpfe". Angesichts des wilden "Rumgehaues", das man beim BotN immer wieder sehen kann ("meine Rüstung hält das ja aus"), würde ich sogar fürchten, dass es insbesonder bei Schlacht-Situationen zu Eishockey-ähnlichen OT-Schlägereien kommen könnte, was ich auf LARP wirklich nicht haben wollen würde.
    Geändert von Kamikaze (18.10.2017 um 20:30 Uhr)
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  4. #24
    Gerwin
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    Larpwaffenkampf, zumindest von "Polsterwaffenliebhabern" gleicht, auch beim Training, oft eher einem Theater oder Showwrestling. Realistische Auseinandersetzungen, gerade wenn diese nicht mit dem Schwert geführt werden, sind manchmal ein ziemliches "hauen und stechen". Schnell vorbei und wenig Show für die Zuschauer, zumindest wenn man nicht auf "Eishockey-OT-Schlägereien" steht. Ich schaue dir aber da (ernsthaft) gerne mal deinen "Dunstkreis" an. Merkst du alleine schon daran, dass geübte Larpkämpfer Treffer oft völlig übertrieben ausspielen. So etwas würde realistisch kaum passieren, ist aber im Wrestling (damit eben auch die etwas entfernten Zuschauer sehen was passiert) durchaus üblich.

    Realistisch IST eben "OT-Effizienz", und eine Rüstung hält nun einmal, auch bei realen Waffen, so einiges aus. Deshalb trägt man sie ja. Ich sage jetzt mit Absicht nicht "BotN ist voll viel realistischer", würde mir aber derartige Kampfsituationen durchaus auch ab und an im Larp wünschen. Da gibt's dann halt auch keine Diskussion über "Trefferpunkte" mehr. Garanten für schönere Kämpfe wirst du nie haben, in manchen Stimmungen ist allerdings für mich schon "keine Zwergenaxt, keine Püppi mit Sigmaritenhammer" ein Garant für einen schöner(en) Kampf. Nur eben nicht immer.

    Das andauernde tragen von voll schützender Rüstung ist nicht nur anstrengend (das könnte man ja evtl. noch trainieren), sondern passt auch in meinen Augen zu wenigen Spielsituationen auf 0815-Cons (selbst auf Großcons laufe ich ungerüstet rum, wenn ein kampf nicht unmittelbar absehbar ist - wäre doch etwas seltsam, wenn zur IT-Hochzeit oder zum Volksfest alle (!!!) in voller Rüstung mit helm aufschlagen würden...).
    Ich verstehe dein Argument, ich habe es oben ja durchaus selbst angesprochen. Nur zwingend (!) ist es eben nicht. Einfache Lösung "wer keine Rüstung trägt kämpft nicht". Funktioniert super. Ehe du jetzt fragst "was macht aber dann mein Ritter wenn er, mit seiner Dame ohne Rüstung unterwegs ein Liedchen trällernd von 2 gar finster anmutenden Nordmänner überfallen wird".

    Einfache Antwort: Fliehen. Oder sich ergeben. Wäre eventuell sogar realistischer als "ich ziehe mein Schwert und stürze mich heldenhaft in den Kampf, passieren kann eh nichts".

    Am Ende zieht für mich eben nur ein (vermeintliches) Sicherheitsargument, und der Fakt dass durch Stahlwaffen viele (eventuell als besonders epische wahrgenommene) Spielsituationen nicht möglich sind. Letzteres Argument wiegt vergleichsweise schwer, so dass ich eben bei Polsterwaffen bleibe und meine Kampflust anders auslebe.

    Gruß

    Gerwin

    Mal ganz davon ab...Larp mit Fechtmasken würde schon optisch viel zerstören, aus meiner Sicht. Und am Ende läuft es darauf hinaus.
    Geändert von Gerwin (19.10.2017 um 09:28 Uhr)

  5. #25
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    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Ich schaue dir aber da (ernsthaft) gerne mal deinen "Dunstkreis" an.
    Komm gerne mal vorbei: Kampftraining in München
    Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass die Bereitschaft zum Fallen (und damit für einen guten Teil des "realistischen Kampfes") bei Matsch und Nässe drastisch abnimmt im Vergleich zu trockenem Wetter.
    Falls du auf gerüstete Kämpfe wert legst, solltest du dein Erscheinen übrigens ankündigen, da wir idR. ungerüstet in OT-Klamotten trainieren.


    Merkst du alleine schon daran, dass geübte Larpkämpfer Treffer oft völlig übertrieben ausspielen. So etwas würde realistisch kaum passieren, ist aber im Wrestling (damit eben auch die etwas entfernten Zuschauer sehen was passiert) durchaus üblich.
    Das ist tatsächlich Geschmackssache. Auch ich gehöre eher zur Fraktion "übertriebenes ausspielen", da ich die Meinung vertrete "was mein Gegenüber/ein Zuschauer nicht sieht, existiert im LARP nicht".
    Realistisch wäre wohl eher ein unspektatkuläres "zusammenbrechen nach Wirkungstreffer" ohne großes Geschrei und nennenswertes Schauspiel. Ob das nun das Spiel bereichern würde darf jeder selbst entscheiden. Ich selbst entscheide das von Fall zu Fall. (höhöhö Wortwitz...)

    Fliehen. Oder sich ergeben.
    Predige ich jedem Neueinsteiger (und mache ich selber viel zu selten).
    Geändert von Kamikaze (19.10.2017 um 21:18 Uhr)
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  6. #26
    beko
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    Zitat Zitat von Serotonius Beitrag anzeigen
    Realistischer geht es mit diesen Waffen eigentlich nur noch mit scharfen Klingen (-> "Kleben" der Waffen).
    Schau dir diese Dinger mal an: https://www.darkagecreations.com/col...nt=17077788102

    Habe darüber sehr viel positives gerade von Leuten, die scharfe Klingen kennen, gelesen. Ist natürlich nicht jedem seins.

  7. #27
    Kamikaze
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    @Beko: Das Teil sieht echt interessant aus. Danke fürs Teilen des Links.
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  8. #28
    beko
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    @Kamikaze: Gerne. Solltest du dir zwei anlachen (brauchst halt mindestens zwei, ne ) sag mal Bescheid wie die sind.

    Bei mir stehen die noch auf dem Wunschzettel. Einhänder habe ich schon um ~90 EUR rum gesehen.

  9. #29
    stephan_harald
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    Die Diskussion ob Sinn oder Unsinn ist eigentlich obsolet. Wenn man es nicht ausprobiert wird man nicht rausfinden ob es geht.
    Ich selber würd so eine Veranstaltung meiden wir der Teufel das Weihwasser. Für mein LARP braucht man keine realen Waffen um sich einer Immersion auszusetzen. Ich sehe da auch keinen wirklich Mehrwert drin.

    Das mag gerne Kampfsport- oder Wettbewerbsorientierten - Teilnehmern anders gehen, aber das ist dann halt so.
    Auch in Russland kloppt man sich nicht einfach mit Stahllatten auf den Schädel. Das sind alles organsierte Feldschschlachten, wo der eine genau weiss was er vom anderen zu erwarten hat. Die Schutzausrüstung ist ebenfalls darauf abgestimmt.

    Für an realhistorische Settings angelehnte Veranstaltungen sicher ganz ok, wenn alle einen entsprechenden Trainings- und Ausrüsstungsstand haben (in R ist da der Teilnehmerkreis genau umrissen, daher man weiss in der Regel genau wer teilnimmt) .

    Ich würde aber sagen, das diese Veranstaltungen in kaum einer Weise mit dt. LARPs vergleichbar sind. Zum einen fehlt die mögliche Rollenvielfalt (man kloppt sich oder ist maximal entfernter Sidekick im Ambientebereich) und der Schwerpunkt liegt auch auf der Klopperei.

    Daher müsste ein Veranstalter erst einmal eine Gruppe zusammen bekommen, die alle dieses Konzept "Reale Waffen" tragen wollen. Mit diesen Leute muss dann ein einheitlicher Trainingsstand und Ausrüstungsstand erarbeitet werden. Dann kann diese Gruppe eine Veranstaltung intern durchführen. Fremdkämpfer von ausserhalb der Gruppe können nicht zugelassen werden (mann weiss ja nicht worauf man sich einlässt)

    Wichtig wäre auch der Aspekt der Haftpflichtversicherung. Da Schadensfälle schon bei der Russischen Variante oft vorkommen (gebrochene Gliedmassen) sollte man auch die Haftungsfrage vorab klären, bevor es Tränen gibt. Mit der Nummer "Sportveranstaltung" wird man sich meiner Ansicht nach vor Gericht schwer tun (da könnte Gerwin mehr zu sagen)

    Also möglich ist es bestimmt, aber ob der Aufwand lohnt? Hört sich für mich aber auch ein wenig nach einem "Ich will aber so eine Kampagne-Nur selber tun will ich nichts"-Thread an
    Geändert von stephan_harald (27.10.2017 um 13:20 Uhr)

  10. #30
    Gerwin
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    Ich könnte da in der Tat mehr zu sagen. Da ich dir aber erst einmal erklären müsste warum ein Veranstalter für typische Kampfrisiken keine Haftpflicht braucht (und warum "minderjährige kämpfen lassen ist haftungstechnisch gar nicht möglich, armerrr Veranstalter") Unfug ist...lasse ich es sein.

    Veranstalter von Kampfsporttreffen/Autorennen/der lokalen Kirmes haften übrigens auch nicht für Regelverletzungen ihrer Besucher.


    Gruß
    Gerwin
    Geändert von Gerwin (27.10.2017 um 19:18 Uhr)

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