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  1. #1
    Serotonius
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    Larp mit Stahl- statt Polsterwaffen - gabs das schon mal?

    Hallo zusammen,

    hat eigentlich schon einmal jemand ein LARP mit Stahlwaffen statt Polsterwaffen durchgeführt? Gibt es Erfahrungsberichte zu so etwas?

    Hintergrund: Ich habe früher viel Liverollenspiel betrieben, inzwischen fechte ich seit mehreren Jahren mit historischen Waffen. Das Kämpfen mit Polsterwaffen empfinde ich (persönlich!) inzwischen sehr unbefriedigend, aber das soll hier nicht Thema sein: Beim Fechten kam uns letztens die Idee, ein LARP mit Stahlwaffen durchzuführen. Mit einem entsprechenden Konzept (einen Tag gemeinsames Fechttraining mit einem ausgebildeten Fechtmeister, Maskenpflicht, keine schweren Hiebwaffen, keine Überraschungsangriffe oder Nachtkämpfe) sollte dies in kleinem Rahmen durchaus machbar sein. Die Reenactment-Szene tut vergleichbares seit Jahren, aber wir wollen uns weniger an großen Schlachten in Formation und mehr an den kleinen Abenteuercons im Wald orientieren.

    Ob das ganze grundsätzlich machbar ist, möchte ich nicht diskutieren - mich interessiert eher, ob schon einmal jemand anders Erfahrungen mit so etwas gesammelt hat.

  2. #2
    oliverp
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    Ja, war ne Reihe kleiner Veranstaltungen etwa 2005-2007. Wir hatten uns einen Mehrwert vor allem in der Kampfbereitschaft als negativen Fsktor erwartet. Geändert hat sich aber dadurch nix, außer, das ein paar Leute wegblieben die uns ganz recht waren dbz.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
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  3. #3
    Kelmon
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    Das ist eben wie mit dem Unterschied, ob man NERF oder Softair auf einer Con verwendet - es gewinnt eben ein wenig an Realismus, aber letztendlich geht durch die Sicherheitsprobleme einiges an Spontanität und Universalität verloren. (Will ich bei der dramatischen Liebessezene wirklich eine Schutzbrille tragen, weil jemand ja eine Salve in unsere Richung abgeben könnte?)

    NERF hat sich darum wohl auch weitestgehend als Standard für (modern-Setting) LARPs etabliert, bei denen Rollenspiel vor militärischer Simulation geht. (Das Resistopia ist hier z.B. bei letzterem angesiedelt; ohne zu sagen, daß es dort kein Rollenspiel gäbe).

    Ich habe am Anfang meiner LARP-Karriere auch daran gedacht, daß man sowas doch mal ausprobieren könnte - inzwischen sagt mir meine Erfahrung, daß ich ca. 10% der Spieler schon kaum mit Latex-Waffen trauen sollte, geschweige denn Metall. Und es braucht nur einen Idioten, damit irgendwer im Rettungswagen landet.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  4. #4
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    Meines Wissens ist es in Russland üblich, mit Metallwaffen zu larpen. Gut, Russland ist groß, aber das haben mir bisher alle russischen Larper gesagt, die ich getroffen habe.

    Im kleinen Rahmen geht das sicher.
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

  5. #5
    Le_Gipsin
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    ich denke auch, dass die Vorteile von Stahlwaffen nicht so zahlreich sind, wie man vielleicht spontan vermutet.
    Es ist mMn gar nicht so unwahrscheinlich, dass selbst in einer eingeübten Gruppe die Nachteile überwiegen. Denn soo viel realisitischer ist es halt auch nicht. Kopftreffer wären beispielsweise weiterhin nicht erlaubt und Stiche je nach Reglement auch nicht.
    Viele Spielvarianten gingen verloren (z.B. Überraschungs- oder Nachtangriffe). Und nicht zu letzt sind die allermeisten "Schaukampfwaffen" nicht unbedingt viel näher am Original als Larpwaffen (Schaukampfwaffen sind meistens zu schwer und haben ein anderes Klingenbindungsverhaltung als scharfe Waffen, die mehr "aufeinander kleben" und weniger rutschen).
    Der größte Vorteil, den ich spontan sehe, wäre wohl der geile Kampfsound "Stahl auf Stahl" oder "Stahl auf Holz".

  6. #6
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    Zitat Zitat von Nount Beitrag anzeigen
    Meines Wissens ist es in Russland üblich, mit Metallwaffen zu larpen. Gut, Russland ist groß, aber das haben mir bisher alle russischen Larper gesagt, die ich getroffen habe. .
    Das ist irgendwas leichter verformbares als Stahl, mWn - und wurde wohl inzwischen wohl vielerorts durch eine Art Hartplastik ersetzt. Sicherlich noch Welten von unseren Sicherheitsansprüchen entfernt, aber es ist zumindest nicht so, daß man sich dort im LARP die hier üblichen Schaukampfprügel auf den Kopf haut.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  7. #7
    Serotonius
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    Zitat Zitat von Le_Gipsin Beitrag anzeigen
    ich denke auch, dass die Vorteile von Stahlwaffen nicht so zahlreich sind, wie man vielleicht spontan vermutet.
    Es ist mMn gar nicht so unwahrscheinlich, dass selbst in einer eingeübten Gruppe die Nachteile überwiegen. Denn soo viel realisitischer ist es halt auch nicht. Kopftreffer wären beispielsweise weiterhin nicht erlaubt und Stiche je nach Reglement auch nicht.
    Viele Spielvarianten gingen verloren (z.B. Überraschungs- oder Nachtangriffe). Und nicht zu letzt sind die allermeisten "Schaukampfwaffen" nicht unbedingt viel näher am Original als Larpwaffen (Schaukampfwaffen sind meistens zu schwer und haben ein anderes Klingenbindungsverhaltung als scharfe Waffen, die mehr "aufeinander kleben" und weniger rutschen).
    Der größte Vorteil, den ich spontan sehe, wäre wohl der geile Kampfsound "Stahl auf Stahl" oder "Stahl auf Holz".
    Aus dem Grunde mit Maskenpflicht und Fechtwaffen - Rapiere mit Sportdegenklingen, Federschwerter, Rattanstöcke als Knüppel. Realistischer geht es mit diesen Waffen eigentlich nur noch mit scharfen Klingen (-> "Kleben" der Waffen). Damit sind auch Stöße ins Gesicht kein wirkliches Sicherheitsrisiko mehr. Die einzige Einschränkung sind dann halt die fehlenden Überraschungsangriffe, wenn jemand grade keine Schutzausrüstung trägt.

    Der Gewinn ist vor allem das Erleben merklicher Unterschiede in Geschwindigkeit und Präsenz der Waffen: Klingenschläge und Beseitigungen sowie Winden aka Klingentransporte hängen sehr stark von der Waffe ab, und eine Waffe in Linie (Spitze am besten aufs Gesicht des Gegners ausgerichtet) ist erst einmal eine Bedrohung, mit der man sich auseinandersetzen muss, bevor man angreift. Alleine die Möglichkeit von Stößen ins Gesicht verändert den Kampf komplett. Knüppel, Rapiere und Langschwerter sind auf einmal völlig unterschiedliche Waffen. Der Sound ist nur (netter) Bonus obendrauf.

  8. #8
    oliverp
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    Das wär für mich nicht interessant im Larp:

    Larp ist für mich ein Erzählmedium, um es irgendeine Form von Simulation zu begreifen, sehe ich aufgrund einer sachlichen Distanz -die ich durch längere Pausen erworben habe- und der damit einhergehenden fehlenden Verklärung einfach zu viele Widersprüche.
    Wenn mich sowas interessiert, gehe ich in einen Verein der diese Zielsetzung hat und mit Fechtfedern + Schutzausrüstung arbeitet.
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  9. #9
    Rabensang
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    Rattanstöcke als Knüppel haben ausschließlich den Vorteil, dass sie nicht brechen/splittern. Aber weniger Schlagwirkung hast du dadurch nicht. Wollt nur drauf hinweisen, weil es in einem Satz mit den Federschwertern so klang.

  10. #10
    Le_Gipsin
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    Ah, danke für die Detaillierung@Serotonius.
    Vielleicht lässt sich die Idee auch kombinieren und versuchen "das Beste beider Welten" zu nutzen. Denn bei der Aufzählung deiner Vorteile dachte ich als Erstes, dass viele der Vorteile ja offenbar nicht aus den Stahlwaffen resultieren, sondern aus den Fechtmasken.

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