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  1. #1
    Tala_Pran
    Tala_Pran ist offline
    Alter Hase Avatar von Tala_Pran

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    Frage Opt-In versus Opt-Out

    Hier tummeln sich immer sehr viele alte Hasen :-)

    Deswegen möchte ich nach eurer Erfahrung mit Opt-In fragen.
    Ich hab jetzt 2 kommerzielle LARPs als Spieler und zwei eigene als ORGA/SL das Prinzip des Opt-In erlebt.
    Vorher wie alle anderen auch die meiste Zeit Opt-Out gespielt und geleitet.

    Nicht nur, dass die erfahrene Spielerschaft große Anpassungsprobleme erkennen lässt und mit der gefühlten Freiheit nicht so recht umgehen kann, fällt es mir als ORGA/SL schwer den Spielablauf zu planen und tappe immer wieder in die Opt-Out Falle.

    Meine Definition
    Opt-Out
    Du bist am Spiel, in deiner Charakterlogik Teil bestimmter Abläufe, und wenn du nicht zu erwarteter Zeit am erwartet Ort sein möchtest, musst du dir das Fernbleiben erspielen.
    z.B. Zauberschüler will einem Unterricht fern bleiben und braucht dazu die Erlaubnis der Hauslehrers, ansonsten setzt es Hauspunkteverlust oder Strafarbeit. Offizier will nicht auf Außenmission, meldet sich stattdessen auf der Krankenstation. Burgwache meldet sich mit Bauchschmerzen beim Weibl. Alle Geweihten treffen sich um Mitternacht im Mondlicht auf der Wiese. Einer fehlt und der ganze Plot hinkt bis die Person gefunden ist.

    Opt-In
    Du bist wo du sein willst. Niemand erwartet dich irgendwo.
    z.B. Es gibt nur Hauspunkte für Schüler, die auch wirklich im Unterricht waren. Plots sind spielergetrieben, es macht mit, wer grad greifbar ist und Lust hat.



    Fürs Potter-LARP funktioniert es recht gut.
    Für StarTrek sehe ich noch keinen Weg aus der Kommandostruktur in dem Dienstplan Opt-In zu machen.
    Bei DSA versuche ich grad einen Plot umzuarbeiten, der klassisch geplant war.
    Sabine
    Obmann Verein Holo-Con Austria, Waldritter Östrreich
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    http://www.data.holo-con.net/

    ---------------------------------------------------------
    Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann

  2. #2
    Gerwin
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    Eine realistische Charakterdarstellung, beziehungsweise ein glaubwürdiges Charakterspiel funktioniert nun einmal mit dem was du als OptIn benennst unter Umständen das Fantasylarps nicht ohne weiteres.

    Zumindest ein Großteil der Charaktere haben einen militärischen oder pseudomilitärischen Hintergrund bei dem es selbstverständlich ist, dass man gewisse Aufgaben wahrnimmt. Das mag bei ner Zauberschule noch gehen, wenn aber bei einen Lagerüberfall oder einer Sicherungsexpedition plötzlich nur 5-10 Prozent der verfügbaren Krieger antreten (weil für den Rest zu heiß/gerade am kochen/noch am flirten mit der Freundin usw.) dann beeinträchtigt dass die Glaubwürdigkeit der bespielten Umgebung. Auch im Harry Potter Universum würde ich (glaubwürdig) erwarten das Schüler/Studenten welche nicht am Unterricht teilnehmen in irgendeiner Weise "bestraft" werden. Nein, damit meine ich nicht mein Lieblingsthema, sondern beispielsweise einen Eintrag ins Klassenbuch mit schulischen Folgen.

    Ich erwarte von meinen Mitspielern dass sie sich Gedanken über ihre Rolle machen (inklusive "bin ich der Rolle gewachsen") und sich im Zweifelsfall zumindest abmelden. Oder..sagen wir anders..ich fände es schön.

  3. #3
    Hana
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    Bei Fantasy-Cons ist beides üblich - und meine Erfahrungen mit Opt-In sind gar nicht so positiv. Es ist oft langweilig, teils schwer, an Plot zu kommen, es passiert nicht viel, insgesamt ist die Stimmung weniger dicht und eher "gechillt". Taugt meiner Meinung nach super für Ambientecons, für Plotcons ist es meiner Erfahrung nach eher eine Bremse (auch eine Spaßbremse).
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  4. #4
    Section31
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    Fingerwundschreiber

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    Ich denke auch, dass es sehr auf die Art der Con ankommt. Bei einem Larpfestival wie Drachenfest oder CoM hat man natürlich Opt-in. Bei Ambiente-Cons mit optionalem Plot auch. Bei Fantasy-Abenteuer-Cons ist es IMHO grenzwertig. Bei Schlachten-Cons ist Opt-in garnicht möglich - wer möchte sich schon einen Gewandungsgriller vor dem Zelt vorstellen, der genüsslich in seine Bratwurst beißt, während 10 m weiter die Schlacht tobt?

    Bei Star Trek Cons kann ich mir Opt-in auch nur bei Ambiente-Cons oder Abenteuer-Cons mit optionalem Plot vorstellen. Bei normalen Abenteuer-Cons/Schiffs-Cons geht es garnicht. Denn wenn z.B. ein Crewmitglied für eine Außenmission eingeteilt wird ist es ja automatisch Opt-out.

    Ich würde das aber alles auch garnicht so wissenschaftlich betrachten wollen. (Kommt es mir nur so vor oder wird LARP in letzter Zeit absolut tot-theoretisiert?) Entweder die SL hat "zwangsweisen" Plot vorgesehen oder eben optionalen Plot, den man annehmen kann oder auch nicht.
    In God we trust, the rest we monitor

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  5. #5
    oliverp
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    Allein die bewusste Entscheidung ist schon viel wert. Meine Erfahrungen mit Opt In: In kleinen Gruppen bis 20 Personen ok, darüber hinaus spielten 1/3 nur "gruppenintern", 1/3 verwechselte sich selbst mit dem Hauptplot und das letzte 1/3 beschwerte sich über den fehlenden Plot.
    Daher würde ich das Erwartungsmanagement in den Mittelpunkt stellen inkl. Beispielen.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  6. #6
    Besserwisserboy
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    Kommt doch ganz auf den Spieler selbst an und auf die Cons wo er sich für anmeldet. Wichtig finde ich dabei, daß sowohl der Organisator als auch der Spieler daüber informiere bzw. sich informieren.
    Wenn ich z.B. auf das EE fahre sollte ich mich etwas genauer über das Lager informieren indem ich mitspielen will. Melde ich mich z.B. bei Imperiumslager als Soldat an dann sollte mir klar sein, daß man von mir erwartet daß ich auch an Schlachten teilnehme und meine Wachschicht mache.
    Habe ich dazu keinen bock kann ich mich dort immer noch mit einem zivilen Charakter anmelden, von dem aber auch ein gewisses Spiel erwartet wird. Oder ich gehe in ein Lager in der Stadt, wo ich weniger Erwartungen erfüllen muss.

    Einerseits liegt für mich da die Infokarte beim Veranstalter/der Orga die möglichst klar zu formulieren hat was sie bietet aber auch was sie erwartet auf der Anderen Seite muss der Spieler sich auch darüber informieren und es durchlesen. Wer sich blind auf einen con anmeldet und dann meckert daß Sachen von ihm verlangt werden die vorher klar angesagt wurden ist selber schuld...
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  7. #7
    Gerwin
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    Ich frag mich immer noch wo der Vorteil beim Opt-In sein sollte? Dass dann wirklich jeder alles spielen kann, weil Streßvermeidung herrscht? Auch auf dem CoM wäre ein Opt-Out deutlich angenehmer für alle Beteiligten, da hierdurch auch im Zweifel die Charakterwahl diszipliniert wird (wer eben keine Lust auf Kämpfe hat der spiele keinen Krieger..und wer unbedingt beim Angriff am Lagerfeuer sitzen will...naja der kann sich auch zumindest IT abmelden).

  8. #8
    Besserwisserboy
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    @Gerwin: Gerade auf dem COM wäre es aus meiner Sicht nicht sinnvoll und ohne eine LARP-Polizei auch nicht durchzusetzen.
    Larp ist kein Hobby wie Fußball, wo alle das gleiche Ziel haben und nach gleichen Regeln spielen.
    Larp ist etwas vielschichtiger und reicht eben vom Gewandungsgriller bis hin zum Schlachtenbummler oder Plotjäger. Gerade auf dem Com hast du da die gesamte Bandbreite und auch viele die es eher als Schaulaufen oder Urlaub sehen. Das hat mit Realismus wenig zu tun.
    Klar würde im realen Leben mein Lager angegriffen, lasse ich das Fleisch auf dem Grill anbrennen und kämpfe um mein Leben. Aber muss ich das wirklich wenn die angreifenden NSC eh schon 10 zu 1 unterlegen sind?
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  9. #9
    Hana
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    Zitat Zitat von oliverp Beitrag anzeigen
    Meine Erfahrungen mit Opt In: In kleinen Gruppen bis 20 Personen ok, darüber hinaus spielten 1/3 nur "gruppenintern", 1/3 verwechselte sich selbst mit dem Hauptplot und das letzte 1/3 beschwerte sich über den fehlenden Plot.
    Deckt sich mit meinen Erfahrungen - Opt-In hieß immer auch, dass Spieler, die Plot wollen und sich bewusst auf ein Plotcon angemeldet haben, keinen Plot bekommen.

    Auf Ambientecons, wo Plot ohnehin nur optional ist, oder Cons, bei denen die Aktivitäten auf Plänen/Listen/etc. ausgeschrieben sind, wie Akademie- oder Turniercons, ist dieses Problem natürlich weitaus einfacher zu vermeiden als bei klassischen Abenteuer-Szenarien, wo der Plot bei Opt-In dann teilweise schwer zu finden ist.
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
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  10. #10
    Gerwin
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    Ich sehe noch immer (und GERADE auf Großveranstaltungen wie dem CoM) keinerlei Veranlassung für eine Opt-In-Methode.

    Um Plot geht es mir hier gar nicht. Wenn ich aber bedenke dass bei Angriffen zu ungünstigen Zeiten (am besten in der Dämmerung oder bei Dunkelheit) die Verteidigung oft von einer sehr geringen Anzahl an NSC überrannt wird (so passiert auf meinen letzten Mythodea), eben WEIL niemand es nötig hat sich von seiner Grillwurst zu lösen oder mal schnell eine Tunika überzuwerfen und bei der Verteidigung zu helfen...dann verlässt man eindeutig den Bereich den ich (auch bei weitester Auslegung) als Larp bezeichnen würde. Man mag sich hier einmal vorstellen wie die Reaktion der "Gewandungsgriller" oder Schlafmützen aussehen würde, wenn sie am nächsten Tag IT mit ihrer kollektiven Abwesenheit konfrontiert würden.

    Es geht nicht darum Spieler nun zu körperlichen Höchstleistungen zu zwingen, ihnen den Grillabend zu vermiesen oder generell zu sagen "wer bei der Verteidigung nicht hilft, dessen Kopf rollt IT am nächsten Tag". Für mich würde ein konsequentes Durchsetzen der OptOut Methode eben auch bedeuten, dass man Spieler über die Konsequenzen ihres Handelns für Mitspieler sensiblisiert. Dafür braucht es dann auch keine "Larppolizei". Sieht man jetzt allerdings "ich handle einfach nicht, auch bei Lebensgefahr bin ich nicht bereit 5 Minuten einzusetzen" als vertretbare Reaktion an, dann spielt irgendwann nur noch jeder für sich.

    Gruß

    Gerwin

    P.S.: Ist die Anwesenheit eines Mitspielers für eine Illusion nicht notwendig (es sind eh genug zur Verteidigung dar) sieht es anders aus.

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