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  1. #1
    Chevalier
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    Heilerbesteck: Metall oder Plastik/Schaumstoff?

    Welche sind zu bevorzugen? Die Diskussion habe ich von facebook in der "LARP Bastler"-Gruppe.

    Dort wurde vehement mit (Un)Sicherheitsaspekten von Metallskalpellen argumentiert, oder damit dass man im Kampf ja auch Metallrüstungen hat und das viel gefährlicher sei als angedeutete Schnitte mit (hoffentlich) stumpfen Metallskalpellen.

    Ich sage: unsinnige Diskussion. Keines ist "besser" als das andere, solange man beides ohnehin nicht wirklich benutzt (schneiden, Wunden aufhaken, Pinzetieren, Nägen...). Mich hat beides nie gestört. Ich fand gerade in meiner frühen Larpzeit aber auch "heiss" sngemaltes Schaumstoff für Brenneisen "cool".

    Was mache ich als Heiler? Mein Western-US-Army Medical Surgeon verwendet Metallbesteck. Mein Low-Fantasy-Novize Schaumstoffwerkzeuge aber auch eine Metallnähnadel. Würde ich beides miteinander vertauschen? Jein. Weil das Metallvesteck einfach zu modern aussieht für mittelalterliches Larp, nicht weil ich Sicherheitsbedenken hätte und weil im Western-Larp kaum Schaumstoffgegenstände vorkommen, bis auf paar Messer, und das ganz anders auf die Immersion wirken kann.

    Sieht aber nicht auch jedes Schaumstoffbesteck "zu modern" aus? Nö, weil es sich einbettet in die "das ist Larp-akzeptabel"-Region. Würde ich mir real-mittelalterliches Arztbesteck zulegen, wenn ich schönes fände und nicht so teuer? Wahrscheinlich schon. Aber ich würde das alte nicht weggeben. Ich gebe zu, wenn ich an ner "Pfeilwunde" rumdilletiere mit meinem Novizen und ich habe keine auflegbare Instantwunde (muss ich noch bauen) möchte ich mein so-tun-als-ob am Bein des Patienten durchaus mit eigentlich sinnlosen Dingen wie "Schaumstoff-Wundhaken in Hosenstoff schlagen(kein Schaden am Stoff)" mein Tun optisch unterstützen, was ich mit realen Metallbesteck nicht tun würde/könnte.

    Mein Fazit: es gibt kein "das ist aber besser" im LARP für Heilerbesteck in meinen Augen. Wie seht ihr das?
    ...
    Liebensteiner Mohnfest 2019 - 15.-17.11.2019 (Spießknecht Olivier Bulain)

  2. #2
    Tee
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    Ich fand das Schaumstoffbesteck dass ich bisher gesehen habe immer sehr klobig. Was ich mich schon länger gefragt habe ob man nicht mit dünnen Moosgummiplatten anstelle Schaumstoff bessere Imitate schaffen könnte. Bislang waren meine Versuche in der Richtung aber sehr halbherzig, weil ich mit dem Heilerspiel bislang nicht richtig warm werden konnte.
    Gefühlsmäßig würde ich deine Einschätzung teilen das modernes Besteck einfach auch modern aussieht, teilweise selbst fürs Westernlarp. Wenn ,ann sich historisches Besteck durch die Zeit hindurch anschaut sind die doch irgendwie anders gearbeitet. Auch durchaus hochwertiger als heute mit ziselierten Griffen aus Holz oder Elfenbein, teils aus Messing oder versilbert. Oft in einer auf Maß gefrtigten Transportbox. Das was man als Heilerbesteck so sieht wirktim Gegenteil eher wie durch den Hufschmied gefertigt.

    Mit Metallbesteck - auch stumpfem - würde ich dennoch nicht an Leuten direkt herumwerkeln wollen. Eine passende Wundattrappe als "Barriere" sollte da schon sein, und macht auch einfach mehr her, da kann man dann meiner Meinung nach auch mit normalen Nadeln arbeiten.
    Sinnnvoll sind hierfür dann dicke, eher stumpfe Stopfnadeln - die sieht man gut und die picken nicht wenn man jemanden versehentlich erwischt.
    Ich weiß aber auch dass es Leute gibt die im Angesicht von Nadeln Panik bekommen. Daher ist da, wie bei allem Feingefühl notwendig. Vielleicht könnte man sich ja auch einfach ein Set aus unterschiedlichen Nadeln zulegen: echte, stumpfe Metallnadeln, Knochennadeln ( sehen vieleicht nicht so "gefährlich" aus), Alufolien-Latex nadeln etc. Nadeln sind ja nicht so groß dass man da nicht mehrere dabeihaben könnte.

  3. #3
    Hana
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    Ich habe geschmiedetes Metallbesteck. "Besser" ist das halt insofern, dass es echter aussieht als Attrappen und v.a. sich echter anfühlt - das Spielgefühl ist damit ein ganz anderes und ich habe gerne echt, was echt geht. Aus Schaumstoff möchte ich nur Dinge, die ich für den Kampf benutze (das sind bei mir auch Skalpelle).

    Wenn andere Schaumstoff nutzen wollen, weil sie sich damit wohler fühlen, ist mir das wurscht.

    Auf den Keks geht mir, dass bei Metall-Heilerbesteck oft völlig an den Haaren herbeigezogene Horrorszenarien von sich tief in Körper bohrenden Metallteilen als Argumentation herangezogen wird (teils verbunden mit Aussagen, die schon in Richtung Gewaltandrohung gehen, wenn ein Heilerspieler es wagen würde, einem mit so einem Gegenstand, der ja quasi eine OT-Waffe sei, zu nahe zu kommen) ... während alle anderen Gegenstände, die in derselben Situation ein viel größeres Problem darstellen können, per Schulterzucken abgetan werden. Z.B. die genannte Rüstung. Oder auch Zeltheringe (die Verletzungsgefahr durch den senkrecht im Boden steckenden Hering im Kampfgebiet sehe ich als deutlich größer an als wenn derselbe Zelthering als Wundhaken verwendet wird ...)
    Würde jemand schlicht alle Metallgegenstände aus Larp-Kämpfen verbannen wollen, fände ich das zwar auch übertrieben, könnte die Position aber zumindest nachvollziehen.
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  4. #4
    Gerwin
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    Zwar alles verständlich, der Unterschied zwischen Heilerbesteck (Knochensägel, Skalpel oder Nadel und Faden) und den oft angeführten Metallrüstungen oder gar Zeltheringen (zugegeben, das lese ich zum ersten mal) liegt aber auf der Hand. Die zuletzt genannten werden nicht als Waffen oder gefährliches Werkzeug eingesetzt sondern sind einfach da. Wenn sich nun jemand mir mit hoch erhobenen metallischen Zelthering im Kampf nähert und die Gefahr besteht dass er damit zuschlägt...dann würde ich mich möglicherweise auch verteidigen.

    Jetzt ist Heilerspiel kein Kampfspiel, die Umstände sind deutlich ruhiger und auch wenn jemand als Heiler nun meint scharfes Heilerbesteck zu führen ginge da für mich nicht unbedingt die Welt unter. Es ist aber schlicht und einfach nicht anerkannt. Und daher kann ich durchaus verstehen wenn ein Mitspieler auf den übereifrigen Heiler der plötzlich meint sein Skalpel zu ziehen wütend reagiert. Denn an der Haut möchte ich ein scharfes auch nicht haben (und nein, ich traue nicht jeden Larper zu ein stumpfes zu verwenden). Und ein stumpfes nur wenn ich weiß wer mir da gegenübersteht bzw. zumindest ein "Grundvertrauen" da ist.
    Ob man das ganze nun als schönes Spiel hinnimmt und genießt oder abbricht ist am Ende des Tages für mich eine situative Frage. Daher wäre mein Rat einfach: Bei Metallbesteck vorsichtig vorgehen. Das ganze herzeigen, IT kurz erklären was man vorhat, auf Reaktionen warten. Dann klappt es auch. Für schnelle Handlungen würde ich Metallbestecke eher ausschließen (Ausnahme: Die sind auf Con so verbreitet dass jeder damit rechnet)

  5. #5
    oliverp
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    Ist halt LARP, ein Löffel wird zur Gefahr erklärt um etwas Aufmerksamkeit zu erreichen.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
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  6. #6
    Gerwin
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    Ist halt Larp, da werden aus Messern und Nadeln schnell Löffel.

  7. #7
    Besserwisserboy
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    Im Grunde ist es mir als Patient egal was der Heiler verwendet. Selber habe ich als Medicus ein recht schönes Latexbesteck werde mir wohl aber auch noch ein Metallbesteck zulegen. Bei Latex hat man halt den Vorteil, daß das Ausbrenneisen schon in "glühend" vorhanden ist und ich mit der Säge auch Sägebewegungen direkt am Bein Arm oder was auch immer machen kann. Würde ich mit einer Metallsäge eher weniger machen wollen.
    @Tee:
    Gibt mittlerweile schon sehr realistische Schaumstoffbestecke, wobei die in der Regel nicht ganz billig sind. Sander und teilweise Dunkelart machen ganz schöne Sachen...
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  8. #8
    Hana
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    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Zwar alles verständlich, der Unterschied zwischen Heilerbesteck (Knochensägel, Skalpel oder Nadel und Faden) und den oft angeführten Metallrüstungen oder gar Zeltheringen (zugegeben, das lese ich zum ersten mal) liegt aber auf der Hand. Die zuletzt genannten werden nicht als Waffen oder gefährliches Werkzeug eingesetzt sondern sind einfach da. Wenn sich nun jemand mir mit hoch erhobenen metallischen Zelthering im Kampf nähert und die Gefahr besteht dass er damit zuschlägt...dann würde ich mich möglicherweise auch verteidigen.

    Jetzt ist Heilerspiel kein Kampfspiel, die Umstände sind deutlich ruhiger und auch wenn jemand als Heiler nun meint scharfes Heilerbesteck zu führen ginge da für mich nicht unbedingt die Welt unter. Es ist aber schlicht und einfach nicht anerkannt. Und daher kann ich durchaus verstehen wenn ein Mitspieler auf den übereifrigen Heiler der plötzlich meint sein Skalpel zu ziehen wütend reagiert. Denn an der Haut möchte ich ein scharfes auch nicht haben (und nein, ich traue nicht jeden Larper zu ein stumpfes zu verwenden). Und ein stumpfes nur wenn ich weiß wer mir da gegenübersteht bzw. zumindest ein "Grundvertrauen" da ist.
    Ob man das ganze nun als schönes Spiel hinnimmt und genießt oder abbricht ist am Ende des Tages für mich eine situative Frage. Daher wäre mein Rat einfach: Bei Metallbesteck vorsichtig vorgehen. Das ganze herzeigen, IT kurz erklären was man vorhat, auf Reaktionen warten. Dann klappt es auch. Für schnelle Handlungen würde ich Metallbestecke eher ausschließen (Ausnahme: Die sind auf Con so verbreitet dass jeder damit rechnet)
    Tatsächlich habe ich in solchen Diskussionen noch nie "der Heiler könnte zuschlagen damit" (was ich auch für unsinnig halte - und dann müsste man ja wirklich JEDEN Nicht-Schaumstoff-Gegenstand aus dem Kampfgeschehen entfernen, wenn man die Leute für SO doof hält. Ich meine, was ist denn, wenn jemand mit dem Plattenhandschuh zuschlägt? Und was, wenn ein Kampf in der Taverne beginnt - fürchtet da jemand, dass die Leute dann mit ihren Tonkrügen zuschlagen?)
    Und auch tatsächlich scharfe Skalpelle habe ich weder je gesehen noch bisher die Befürchtung gehört, dass ein Skalpell scharf sein könnte - anscheinend haben andere Leute mehr Grundvertrauen als du

    Nein, die Befürchtung, die auf meine Fragen immer (!) genannt wird, ist: Ein Kämpfer könnte auf den Heiler zustürmen und so blöd in ihn stolpern, dass das Besteck, was der Heiler gerade in der Hand hält, den Verwundeten-Spieler durchbohrt und schwer verletzt.

    Und da halte ich tatsächlich ziemlich viele andere Unfall-Szenarien mit Rüstung, Zeltheringen etc. für wahrscheinlicher und die Fixierung auf dieses Unfall-Szenario als etwas bizarr.

    Zitat Zitat von Besserwisserboy Beitrag anzeigen
    Bei Latex hat man halt den Vorteil, daß das Ausbrenneisen schon in "glühend" vorhanden ist
    Wobei ich mein Metall-Ausbrenneisen auch "glühend" bemalt habe - was besser aussieht als die üblichen erhältlichen "glühenden" Latex-Ausbrenneisen.
    (Und man ohnehin fürs Ausbrennen kein Eisen auf "rotglühend" erhitzen würde ... man will ja nicht schmieden. Ich mag den optischen Effekt aber auch)

    Die Metallbestecke von Dunkelart etc. sind ja geschäumt, und von der Konsistenz auch eher schon mittelhartes Gummi als Schaumstoff ... das ist wirklich eine andere Liga als gelatexter Waffenschaumstoff. Tatsächlich könnte man für die Herstellung von Heilerbesteck ja auch schlicht deutlich härteren Schaumstoff als Basis nehmen, der sich auch entsprechend besser und filigraner verarbeiten ließe als der weiche. Und auch beim Überzug könnte man schauen, ob man dafür wirklich Latex als Überzug braucht oder auch Acrylfarbe pur mit evtl. Topcoat drüber reicht - im Gegensatz zu Larpwaffen wird Heilerbesteck ja nicht ständig gestaucht.
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  9. #9
    Gerwin
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    Erstmal gehen wir, wie bereits festgestellt, auf unterschiedliche Cons mit unterschiedlicher Spieleranzahl (und wo man nicht im wesentlichen jeden kennt). Auf einer kleinen Veranstaltung mit vielleicht 100 Teilnehmern maximal wäre mein Grundvertrauen auch deutlich größer. Außerdem gibt es eben tatsächlich Menschen mit ernsthafter Angst vor Nadeln oder echten Messern auf der Haut. Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht dass es den Heiler großartig einschränkt wenn er vorher IT kurz erläutert was er macht. Aus meiner Sicht ist sogar das Gegenteil der Fall.

    Bei der Unfallgefahr gebe ich dir aber Recht. Die halte ich für nicht sooo hoch.

  10. #10
    Chevalier
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    @Hana wegen Tavernenschlägerei und Heiler mit Waffenähnlichen Gegenständen: es besteht IMMER eine erweiterte Gefahr wenn Menschen überrascht werden und nicht vorbereitet sind auf eine IT-Kampfsituation. Deswegen passiert im eigentlichen Kampfgetümmel vergleichsweise wenig, da dort die Leute sich darauf vorbereiten was als nächstes geschehen könnte. Egal ob sie am Zelt hocken, auf den Weg zu einer Versammlung sind oder vermeintlich weit genug weg von einer Kampfhandlung Leute heilen. Und ich persönlich schätze die Gefahr, dass da etwas passiert als hoch ein, da dann reflexartig gehandelt wird. Das habe ich zu oft erlebt. Sie ist sicherlich nicht höher als sich beim Hinfallen oder beim anderstoßen von Rüstungsträgern zu verletzen, aber genauso wenig in Abrede zu stellen. Ich meide selber Tavernenschlägereien wie der Teufel das Weihwasser, denn meist ist es dunkler, enger, uneinsichtiger und Leute greifen im Reflex nach den falschen Dingen. Und ein am Boden liegender Mensch, dem man mal unvermutet nur einen kalten Gegenstand an die Haut hält bewegt sich mal unwillkürlich/zuckt zusammen. Da sollte es nicht schaden mal laut anzukündigen, was man tut, damit er sich nicht aus Versehen ne Nadelspitze in die Haut sticht durch die Bewegung.

    Für mich gibt es demnach aber keinen Grund Tonkrüge oder echtes Metallbesteck zu meiden, aber man muss sich der Gefahr bewusst sein und sollte sie nicht ignorieren. Ich glaube nicht, dass Du das tust, Hana. Aber man sollte in dem Versuch rhetorisch von der Gefahrlosigkeit zu überzeugen nicht ins Gegenteil verfallen.
    ...
    Liebensteiner Mohnfest 2019 - 15.-17.11.2019 (Spießknecht Olivier Bulain)

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