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  1. #11
    Benutzer755
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    Eben. Es gibt auch heute schon Frauen, die im LARP gerne das Heimchen am Herd spielen, weil ... keine Ahnung...sie keinen Bock auf Kriegerin haben oder den Kontrast mögen, whatever. Ist mir schnuppe. Aber nur weil ein paar das machen, sollte mir keiner quer kommen und das von mir erwarten. Ich sehe das wie Hana, solange wir noch in der Diskussion über Gleichberechtigung sind, wäre ein "Heimchen am Herd", selbst auch nur gespielt, ein Rückschritt, den ich nicht machen möchte. Ich könnte jetzt mit Bleed-In und Bleed-Out kommen, wäre dann aber wohl zu theoretisch. Egal.

    Richtig, es ging mir darum, dass sich IT-Religionen wechseln lassen. Darüber Diskussionen zu führen oder auch Missionieren, ist mir durchaus willkommenes Spiel.

    Ich bin in einer Gruppe, die sich gerade im Wandel befindet und gerade immer mehr Vorschriften machen will, wie etwas zu sein hat. Deswegen mag es sein, dass ich da gerade steil gehe, was das Thema angeht.
    Und ja, manchmal habe ich das Gefühl bei einigen, dass sie im realen Leben nicht über Frauen bestimmen dürfen und sich das meinen im LARP rausnehmen zu dürfen. Nein, sorry, aber ich mach LARP nicht um
    für andere der Fußabtreter zu sein. Wer daran Spaß hat, bitte, aber nur weil einige das machen, sollte es keine Vorschrift oder Erwartung werden.

    LG
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  2. #12
    Gerwin
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    Ich bin in einer Gruppe, die sich gerade im Wandel befindet und gerade immer mehr Vorschriften machen will, wie etwas zu sein hat. Deswegen mag es sein, dass ich da gerade steil gehe, was das Thema angeht.
    Und ja, manchmal habe ich das Gefühl bei einigen, dass sie im realen Leben nicht über Frauen bestimmen dürfen und sich das meinen im LARP rausnehmen zu dürfen. Nein, sorry, aber ich mach LARP nicht um
    für andere der Fußabtreter zu sein. Wer daran Spaß hat, bitte, aber nur weil einige das machen, sollte es keine Vorschrift oder Erwartung werden.
    Hmm, aber hier ist doch wieder der Ansatz dass du vielleicht in der falschen Gruppe bist. Bei einer historischen Wikingergruppe mag man diese Diskussion zum Beispiel durchaus führen. Da ist es dann im Zweifel, je nach Gruppenentwicklung, an dir zu wechseln. Es gibt ja genug Wikingergruppen die mit kämpfenden Frauen sehr offen umgehen. In dem Kontakt nach aussen ist es für mich eine Frage wie man das ganze transportiert. Das kann ja von äusserst feindselig ("ne hör mal, ne kämpfende Frau ..dich hau ich gleich um..du hast mir gar nichts zu sagen) über neugierig ("hmm, interessant, setz dich vielleicht mal und erzähl") bis hin zu gleichgültig ("kämpfende Frau? ALSO in meiner Sippe würde es sowas nicht geben. Aber schau mal, da hinten gibts auch Gartengnome) gehen.

    Die von dir angeführte Möglichkeit dass Männer da einfach (ganz hart gesagt) OT-Komplexe verarbeiten habe ich übrigens öfter bei weiblichen Drow. Oder weiblichen Sklavenhaltern. Aber gut, meine einzigen Ansätze wo BDSM und Larp sich dann auch genau diese Fälle gewesen. Als Mann ist man da gefühlt etwas vorsichtiger, eben auf Grund des "boah der macht das nur aus OT Gründen" Vorwurfs.

  3. #13
    Benutzer755
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    Gibt schon einen Grund, warum ich einen Ausflug ins Irische mache, Gerwin...

    LG
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  4. #14
    Gerwin
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    Historisch gesehen auch nicht besser. Es gibt kaum einen Hintergrund der die Gleichbehandlung von Mann und Frau rechtfertigen könnte (oder umgekehrt, der nicht geeignet ist sich auf ein Patriachat zu berufen). Mach Fantasy Das machts leichter. Aber mal Spaß bei Seite, es gibt doch genug Wikingergruppen die GENAU bespielen was du meinst? Ist zumindest mein Eindruck. Das meiste ist doch "weichgespült".

  5. #15
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    Gerwin schrieb: "Daher die Schlussfrage: Wie geht ihr im Spiel (oder bei euren Charakter) mit politischen, religiösen oder gesamtgesellschaftlichen Einstellungen um die so in der OT-Realität nicht tragbar sind?" In Hinblick darauf verstehe ich nicht, was Du an meiner Theorie "interessant" findest. "OT-untragbare Einstellungen" sind IT dann ok, wenn sie weit genug von der OT-Realität entfremdet sind, um a) ganz klar zur IT zu sein (also Meihnung des Char, nicht des Menschen dahinter) und b) mit hinreichender Wahrscheinlichkeit nicht Leute nerven, die schon in der OT-Realität unter der jeweiligen untragbaren Einstellung Anderer leiden (siehe Hanas Kommentar).
    Gruppenintern mit Absprache unter Gleichgesinnten ist mir egal, was andere tun. Ob der dunkelhäutige Sklave im Lager der Antike aufm EE, oder Frauen, die an den Herd geschickt werden wollen, oder Männer, die sich aus der Küche vertreiben lassen wollen, oder...solange es halt keine Leute betrifft, die nicht Teil der Absprache sind. UNgefähr wie der Aufs Maul-Kodex im LARP-Kampf.

  6. #16
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    oh, und jetz ist mir auch klar geworden, warum die OT-problematische Tendenz zur gewaltsamen Konfliktlösung keine Problem ist: sie ist durch Einsatz von Polsterwaffen ausreichend entfremdet - was ist die "Polsterwaffe", wenn einer Frauen an den Herd schicken will?

  7. #17
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    Dass irgendwer über andere im Larp bestimmen möchte, ist meiner Erfahrung nach nicht geschlechterspezifisch.

    Ist am Ende sicher auch davon abhängig, wie erst gemeint so eine Provokation rüberkommt.

    Kenne eine Feministin, die würde dazu sagen, da sollen sich die Frauen nicht so leicht selbst in eine Opferrolle stellen, sondern einfach mal Paroli bieten. Gerade im Larp geht das ja nochmal viel besser als da draußen.
    Geändert von LarpTroll (08.11.2019 um 18:16 Uhr)

  8. #18
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    Was Larptroll im ersten Satz sagt. Siehe Drowmatriachin. Ist dass dann "toxic feminity?"

  9. #19
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    Zitat Zitat von Dalamon Beitrag anzeigen
    oh, und jetz ist mir auch klar geworden, warum die OT-problematische Tendenz zur gewaltsamen Konfliktlösung keine Problem ist: sie ist durch Einsatz von Polsterwaffen ausreichend entfremdet - was ist die "Polsterwaffe", wenn einer Frauen an den Herd schicken will?
    Das ist jetzt aber Cherrypicking durch Scheinargumentation. Es gibt durchaus optisch relativ realitätsnahe Larp-Waffen und es gibt viele Menschen, die Opfer oder Zeuge von Taten mit Hieb- Stich- und Werkzeugwaffen wurden. Und man denke erstmal, was die Larp-Rituale mit den überlebenden Opfern okkulter Sekten machen... Entweder man akzeptiert die "ist schon OT schlimm - also nicht im Spiel!" Argumentation und spielt so gut wie gar nichts mehr ohne Triggerwarning und safe spaces. Oder man macht einfach Rollenspiel ohne identitätspolitische Opferhierachienarrative.


    p.s. Ich nehme sehr gern Rücksicht auf Menschen und deren Befindlichkeiten, auch wenn ich sie nicht verstehe. Aber es gibt eben drei Vorraussetzungen:
    1. Die Befindlichkeit wird nicht genutzt um "Macht" (Bestimmen, Deutungshoheit, etc) ausüben zu wollen (das passiert meist unbewusst und ohne bösen Willen, so wie z.B. bei Krankheitserfolgen).
    2. Die Person sagt es vernünftig.
    3. Der Person ist bewusst, dass sie um etwas bittet und selbst für ihr Empfinden verantwortlich ist.

    Ein "Du, XY macht mich total nervös und ich kann mich dann nicht mehr in meine Rolle einfinden" ist vollkommen ok und wird akzeptiert. Ein "Was bildest du dir ein Spiel mit XY kaputtzumachen!" wird -im angenehmsten Fall für die Person- von mir belächelt.

    Ich selbst halte das genauso. Ich würde sagen wenn ich es nicht witzig fände: "Sei mir bitte nicht böse, aber diesen Southpark-Rotthaarigen-Witz hab ich schon 100 Mal gehört. Und immer erwarten die Leute eine Reaktion, als ob ich ihn zum ersten Mal hören würde. Ich habe aber gar keine Motivation dazu. Beim ersten Mal fand ich den auch witzig, aber sowas nutzt sich halt ab. Umso mehr, wenn jeder denkt, er wär der Erste der sich traut, den mir gegenüber den zu machen." Aber eben nicht "Das ist binnenrassistisch du Nazi! Hör auf mich zu entmenschlichen!"
    Geändert von oliverp (08.11.2019 um 20:40 Uhr)
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  10. #20
    LarpTroll
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    Waffengewalt und Geschlechterdiskriminierung sind eigentlich nicht gut vergleichbar. Im Alltag haben wir uns im Gegensatz zu Geschlechterdiskriminierung von Waffengewalt entfremdet. Sie triggert selten. In einer Gesellschaft, in welcher wir täglich üble Erfahrungen mit Macheten machen, würde ein Machetenmassaker im Larp wohl auch anders diskutiert.

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