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  1. #21
    oliverp
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    Es wird hier doch keine realalltägliche Geschlechterdiskriminierung angesprochen wie die wissenschaftlich nachgewiesene Benachteiligung von Jungs im Erziehungs- und Schulwesen z.B. Oder von Männern im Strafrecht, bei H4-Sanktionen, bei Trennung, und Erziehungsrecht, etc.

    Hier geht es darum, dass Frauen, die zu über 70% ihr kulturelles Partnerwahlprivileg (was eine sehr gute Sache ist für eine Gesellschaft btw) zur Hypergamie (dito) nutzen und die daraus resultierenden Beziehungseffekte oft noch verstärken durch Teilzeitarbeit ohne Zwang, Maternal Gatekeeping, etc., es nicht gut finden, wenn Männer genau solches Handeln als normal und gut empfinden.
    Ich verurteile diese individuellen aber mehrheitlichen Lebensentscheidungen von Frauen gar nicht, jede hat das Recht so zu handeln - ich würds vermutlich genauso halten. Nur aus den Folgen dann eine Diskrimierung abzuleiten, das ist eben sehr unreflektiert.

    Biografisch gesehen war ich eher von sehr starken und selbstständigen Frauenfiguren umgeben und umgebe mich heute bewusst mit solchen und meide somit solche Konflikte im Alltag.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  2. #22
    LarpTroll
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    Ich denke schon, dass eine eine realtäglich empfundene Diskriminierung im Larp dann eine erhöhte Sensibilität bezüglich konservativer Rollenzuschreibung bei Frauen mit sich bringen kann. Ob die empfundene Diskriminierung den Tatsachen entspricht, steht auf einem ganz anderen Blatt.

  3. #23
    oliverp
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    Mich interessiert das "Warum"; also weswegen du bereit bist, hier vorsorglich zu Handeln aufgrund von Narrativen, aber reale nachweisbare alltägliche Fakten nicht relevant sind in deiner Betrachtung. Wodurch entsteht deine Priosierung?
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

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    Jean-Jacques Rousseau

  4. #24
    Jürgen
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    Grünschnabel

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    Also was den Vergleich zwischen Waffengewalt und Geschlechterdiskriminierung angeht fallen mir noch zwei Punkte ein, nämlich das simulierte Waffengewalt DAS Thema der meisten Cons ist. Wer das bezweifelt sollte mal einen Con veranstalten, auf dem nicht gekämpft werden kann (z.B. dadurch, dass alle Waffen von der übermächtigen Regierung vor Spielbeginn eingezogen werden) ohne dass das klar vorher kommuniziert wurde... Die Leute fahren zu einem gewaltigen Prozentsatz auf Cons, weil da gekämpft werden kann.
    Nur wenige Leute fahren auf Con um da in eine Rolle gesteckt zu werden, die sie nicht annehmen möchten. So verhalten sich die meisten Leute glücklicherweise ja auch auf Cons. Die wenigsten Spieler fänden es völlig in Ordnung, wenn man z. B. übergewichtigen Kriegern die Teilnahme am Kämpfen IT ausgeredet werden sollte. Oder sie ständig als Fettsäcke bezeichnet. Oder ihre Eignung als Soldat/Söldner/Krieger aufgrund ihres Gewichtes in Frage stellen würde ("Also, nehmt mal 20 Stein ab und dann können wir über einen Vertrag sprechen.")
    Irgendwie wird aber von Frauen erwartet, dass sie sowas zu akzeptieren haben... Man kann da jetzt gerne drumherum reden, aber darauf läuft es hinaus. Niemand möchte aufgrund seiner OT-Qualitäten IT beurteilt werden, nur wird das in den Geschlechterrollen irgendwie immer noch nicht so ganz eingesehen. Wobei mir ausserhalb von Foren dieses Thema auch immer weniger begegnet. Vielleicht fahre ich nur auf die richtigen Cons.

  5. #25
    Gerwin
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    Irgendwie wird aber von Frauen erwartet, dass sie sowas zu akzeptieren haben... Man kann da jetzt gerne drumherum reden, aber darauf läuft es hinaus. Niemand möchte aufgrund seiner OT-Qualitäten IT beurteilt werden, nur wird das in den Geschlechterrollen irgendwie immer noch nicht so ganz eingesehen.


    und an diesen Punkt noch einmal die Frage...warum ist das bei Männern offenbar anders. Drow, Amazonenkriegerinnen die sich Sklaven halten usw. alles kein Thema. Leg eine Larpsklavin auf der anderen Seite als Mann an die Kette..und das löst in gewissen Kreisen eine Sexismusdebatte aus. Mal ganz davon ab, abseits von Questjägern wird ein Mensch natürlich auch auf Con AUCH nach dem Geschlecht beurteilt. Wenn Gerwin zum Beispiel einmal eine Partnerin hat wird das eine Frau sein. Auch OT. Anderenfalls würde die toxic masculinity Diskussion dazu führen dass man auch einen Mann als IT Partner in Betracht ziehen müsste. Schließlich werden sonst viele in intensiven Rollenspielbereichen, nämlich sozialen Gruppenspiel, auf Grund ihres Geschlechts benachteiligt.

  6. #26
    Besserwisserboy
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    Für mich gehört ein wenig Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen dazu. Mit mir bekannten Spielern und Spielerinnen spiele ich meist etwas anders als mit völlig Unbekannten, da ich nicht weiss wie die drauf sind und ticken. Dann also lieber einen Spruch verkneifen, es sei denn sie fangen an einen zu triggern und provozieren Ärger.
    Aber selbst bei Fremden kann man ja schon ein wenig an deren Kleidungsstil, gewählter Rolle und Spielverhalten einschätzen was sie erwarten und was sie vielleicht nicht so mögen.
    Beispiele:
    Eine "Tussi" in Kettenbikini und Lederminirock, mit top gestylten Haaren und Nagellack wird sich schon was bei ihrer Gewandung gedacht haben und möchte wohl auch bewusst als sexy wahrgenommen werden. Anzunehmen, daß sie das im realen Leben wohl auch so mag.

    Eine Frau die in Vollplatte in der Schlachtreihe steht, will hingegen sicher nicht einen Spruch gedrückt bekommen, daß Frauen nur sexy sind und nicht kämpfen sollten.

    Dann hängt auch noch viel von der Rollenspielerfahrung der Spieler ab. Viele verstehen es sich in eine andere Welt mit anderen Werten hineinzuversetzen. Diese verstehen, daß IT-Rassismus, eine feudale Herrschaftsform und beispielweise Leibeigenschaft in dieser Welt normal sind.
    Andere Spieler übertragen alle modernen Werte auch auf ihren Charakter und sehen auch nicht ein warum der Baron mehr zu sagen haben sollte als sie selber. sind ja schließlich alle gleich viel wert...

    Da treffen dann oft zwei verschiedene Spielphilosophien aufeinander. Und wenn man so etwas spielerisch nicht lösen kann, sollte man sein Gegenüber mal nett beiseite nehmen und ihm erklären warum man so spielt wie man eben gerade spielt. In der Regel haben solche Spieler nämlich auch das Problem zwischen der gespielten Rolle und der OT-Person zu unterscheiden.
    Solche Situationen hatte ich schon recht oft und habe sie auch schon oft falsch angegangen...
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  7. #27
    Gerwin
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    Ich denke wir drehen uns da im Kreis Besserwisserboy. Die Lösung kann ja nicht sein
    "Es gibt Personen die es OT stört...also lassen wir es" Sonst könnte man in der Tat außer Plotjagd kaum spielen. Schon eine IT Hochzeit mag Radikalfeministinen aufstoßen.

  8. #28
    Jürgen
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    Grünschnabel

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    Gerwin, ich habe stark den Eindurck Dir fällt gar nicht auf, dass alle Deine Beispiele darauf beruhen, dass alle daran Beteiligten dem Spielgeschehen zugestimmt haben, bevor es ans Spiel geht. Zumindest habe ich noch keine Drow-Priesterinnen erlebt, die offensiv und dauerhaft andere, nicht zur Gruppe oder zum Lager gehörende Spieler herumkommandieren. Ebenso sind mir noch nie Amazonenkriegerinnen begegnet, die versucht haben mich oder andere ihnen nicht bekannte Spieler zu versklaven. (Okay, ich habe weder das Eine noch das Andere überhaupt je mitbekommen, aber ich halte mich auch von bestimmten Cons fern.) Wenn das in deren Gruppe vorkommt, sagt da sicher auch niemand was gegen. Genauso wie dein Hochzeitsbeispiel. Wenn Dein Partner oder Deine Partnerin Bock auf Hochzeitsspiel hat, hat da sicher keiner ein Problem mit, wenn Du aber Dir unbekannte Leute heiraten möchtest wird es schwierig.
    Kommt mir merkwürdig vor, das erklären zu müssen, aber wenn Du in Deiner Nordmanngruppe Frauen findest, die gerne an den Herd geschickt werden wollen, gerne. Wundere Dich aber nicht, wenn andere Frauen das nicht möchten. Gilt für alle anderen Beispiele ebenso.
    Um auf die Gewaltdarstellung zurückzukommen. Man erkennt ja auch sehr schnell, wer unter den Larpern Lust auf kloppen hat. Die haben nämlich eine Pömpfe dabei. Den Möchtegernassassinen, der die Magier und Heiler meuchelt findet aber eben nur er selber cool. Wenn Leute kein Bock auf Dein Spiel haben, zwing es ihnen nicht auf. Wenn Leute nicht von Dir diskriminiert werden wollen, tu es nicht... Wo man die Grenze zieht mag schwierig sein, aber ich habe den Eindruck Deine Beispiele sind ziemlich seltene Extremfälle, während ich sexistische Kommentare auf einem definitiv zweistelligen Prozentsatz meiner Cons noch erlebe. Und ich bin als Mann sicherlich nicht immer dabei, wenn das vorkommt und meide Cons, die ein entsprechendes Klientel anziehen. Meine Schwesetr hat sich deshalb zum Beispiel auch komplett von Fremdcons verabschiedet und ist da nicht die Einzige.

  9. #29
    LarpTroll
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    Ein Ansatz seitens betroffener Spielerinnen könnte auch sein, IT gar nicht zu begreifen, was da gesagt wird. Dass der Charakter überhaupt nicht weiß, worauf sich das Frauenklischee bezieht, weil es in seiner Welt völlig weltfremd ist. In etwa so, wie ein Berserker auf einen Spruch, er müsse als Mann sein Einkommen doch bei seiner Frau abgeben, lediglich Irritation hervorrufen dürfte, obgleich das einem traditionellen japanischen Rollenmodell entspricht. Seitens der Männer würde ich aber nach wie vor mal zu überlegen geben, woher eine Position "Frauen hinter die Schlachtreihe" in einem Fantasysetting herkommen sollte. Settings wie DSA, Dungeon & Dragons und das übliche Fantasy-Larp geben diese Position gar nicht her. Dort wimmelt es vor Kriegerinnen. Wieso sollte jemand, der eine Weile in diesen Gegenden Unterwegs ist, Frauen am Herd sehen wollen? Das verlangt dann schon eine ziemlich starke Verankerung der Rollenklischees im Spielhintergrund seines Landes und da wäre mal zu prüfen, ob das dort wirklich so steht oder einfach realweltliche historische Gegebenheiten ins Fantasy übernommen werden, die dort einfach nur absurd sind.
    Geändert von LarpTroll (11.11.2019 um 16:47 Uhr)

  10. #30
    Gerwin
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    MOMEMT Jürgen,

    wir sind uns hoffentlich alle absolut einig dass Konzepte die auf ein Über und Unterordnungsverhältnis über FREMDE Spieler aufbauen (ohne dass das irgendwie abgesprochen ist oder schon auf dem Con erkennbar) ein sehr schwieriges Thema sind. Auch wenn ich durchaus von beiden Seiten auch Gefangenennahmen/Geiseln und den von Verschleppungen erlebt, dann aber immer mit einer gewissen Hintertür, gerade für Fremdspieler. Das ist wichtig.

    Wir reden hier in der Regel über gruppeninterna die aber über das Gruppenspiel nach aussen definiert werden können. Um hier drei Konstellationen für jemanden zu wählen der aus einen Hintergrund ohne kämpfende Frauen (Extrembeispiel "Frau am Herd" kommt)

    Es macht hier einen Unterschied ob ich a) versuche aktiv meinen gegenüber aus seiner Rolle zu bringen und in eine andere Rolle zu führen (Kämpferin willst du sein? Also bitte...geh da hinten den Abwasch machen!). b) das Konzept beibehalte aber versuche die Aussenwirkung etwas abzuschwächen "Kämpferin? Naja..in meiner Sippe ist so etwas nicht möglich...aber hier geht es ja eher gegen das große ganze) oder c) versuche ins Gespräch zu kommen "Kämpferin? Naja wir kennen so etwas nicht, aber jetzt erzähl doch mal."

    Problematisch ist erst einmal nur Variante a).

    Für mich besteht das Problem häufig eher dann wenn Dritte versuchen auf ein Gruppen oder auch nur "Paarkonzept" auf Con einzuwirken. Im besten Fall mit einen entsprechenden IT-Hintergrund und sinnvollen Gespräch, im schlimmsten Fall mit Argumentationen die sich anhören als würde ich eben mit einen modernen Genderforscher reden. Da sagt dann durchaus jemand etwas dagegen.

    Zum Thema sexistische Kommentare, klar, je nach eigener Einstellung zum Thema Sexismus, kommt vor. Geht man eben weiter und fängt keine Diskussion an. Gibts auf jeden Festival häufiger.

    Gruß

    Gerwin

    P.S.: siehe Drow@Larptroll. Oder DSA-Amazonen. Ich bin immer noch der Meinung wo eines erlaubt ist muss das andere auch gehen. Dass auch Rollenspielautoren da regelmässig auf gesellschaftliche Widerstände stoßen steht fest.
    Geändert von Gerwin (11.11.2019 um 16:57 Uhr)

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