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  1. #1
    Section31
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    KO-Tropfen auf LARPs

    Hallo,

    in einem anderen Thread wurde das Thema KO-Tropfen angesprochen. Ich hatte in der (vor?)letzten LARPzeit von dieser Kampagne "Hier geht keiner KO" gelesen
    und wollte seitdem das Thema mal ansprechen. Ich selbst bin kein Besucher von Großcons und ich habe vor dem Larpzeit-Artikel noch nie von diesem
    Thema gehört. Das Thema kam zuvor auch nie in den von mir gelesenen Medien (Larpforen, Ning, ...) auf.

    Wo kommt dieses Thema also auf einmal her? Seit wann gibt es dieses Problem? Betrifft das ausschließlich Großcons?
    Wer kennt jemanden, der/die schonmal Opfer von KO-Tropfen wurde (Infos aus 1. Hand)? Wer hat schonmal von einem konkreten Vorfall gehört (Infos aus 2. Hand)?

    Gruß,

    Section31
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  2. #2
    Gerwin
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    Vielleicht mal ganz allgemein:

    Ko-Tropfen sind deutlich weniger verbreitet als uns die Medien das glauben lassen wollen. Als Verteidiger hat man öfter mal mit dem Vorwurf sogenannter KO-Tropfen zu tun, und meistens war es dann entweder gar nichts oder (schlicht und einfach) zu viel Alkohol. Auch wenn ich mich mit dem Thema "sexuelle Gewalt auf Con" persönlich etwas beschäftigt habe (schlicht weil es mich tatsächlich interessiert ob Leute die Möglichkeit des Cons hierfür ausnutzen) ist mir auch noch kein Fall untergekommen bei dem jemand mir wirklich glaubhaft das Beimischen von K.O-Tropfen versichert hat.

    Und bei der Glaubhaftigkeit beginnt das Problem. Die wird oft nicht hinterfragt. Man stelle sich die Situation einmal wie folgt vor. Frau wacht (am morgen) neben fremden Larper mit Kopfweh auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Auf den zweiten Blick stellt sich der Traumprinz als nicht ganz so attraktiv heraus. Vielleicht hat man auch einen Freund zu Hause (oder sogar auf Con) und deshalb Gewissensbisse. Die ideale Lösung: "KO-Tropfen". Dank Funk und Fernsehen sind die ja überall bekannt.

    Ein weiteres Problem ist allerdings dass ich vergleichbare Wirkungen mit jeder Menge Alkohol oder mit Alkohol i.V.m Cannabis erzielen kann. Freiwillig eingenommen. Und das halte ich für deutlich verbreiteter als KO-Tropfen.

    Die Frage dürfte also nicht sein "wer kennt jemand der behauptet KO-Tropfen bekommen zu haben" sondern, "wer kennt jemand bei dem das ganze auch sicher nachgewiesen wurde".

    Ich gehe durchaus davon aus, dass so etwas auch vorkommen kann. Das sind aber halt Einzelfälle.

  3. #3
    LarpTroll
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    Verglichen mit Festivals und Discos, ist Larp sicher ein ungünstiges Umfeld für potentielle Täter, besonders für Wiederholungstäter. Die wären namentlich registriert und können für Ermittlungen schnell gefunden werden. Spätestens wenn erneut ein Verdacht auftaucht, geraten sie in Schwierigkeiten. Eindeutig sexuelle Avancen sind zudem ungleich auffälliger. Es würde auffallen, wenn einer immer Frauen abschleppt, die sich an nichts erinnern. Dennoch sind auf Großcons so viele Leute, dass rein statistisch natürlich auch Sexualstraftäter drunter sein könnten.

  4. #4
    Gerwin
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    Euch ist bitte schon klar dass "Sexualtäter" kein böser Werwolf und auch kein finsterer Serientäter ist, sondern häufig ein ganz normaler Mensch (in der Regel übrigens der Partner oder ein Bekannter). Daher sind natürlich auf jeder GroßCon auch potentielle Täter. Aber allein die Idee dass da irgendwelche teuren Ko-Tropfen benötigt werden ist absurd. Warnt vor Alkohol auf Festivals und Cons. Damit verhindert ihr Sexualstraftaten. Der Satz "trink nicht so viel" zu einer fremden wäre aber sexistisch. Daher lieber vor einer überschätzten Gefahr warnen

  5. #5
    LarpTroll
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    Wer warnt hier denn vor KO-Tropfen?

  6. #6
    Gerwin
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    Die gesamte Webseite? Die beschäftigt sich rein mit KO-Tropfen. Wenn ich etwas gegen sexuelle Gewalt tun will dann muss mir bewusst sein wie sich so etwas auf Großcon oder Con für gewöhnlich abspielt. Mir sind persönlich mehrere Fälle bekannt die man (ganz grob) zumindest aus Opfersicht unter sexuelle Gewalt subsumieren könnte. Hier hat auf Con IMMER entweder Alkohol oder ein "Missverständnis" zwischen IT und OT Einverständnis (beziehungsweise ein zu geringe bzw. zu späte OT Abgrenzung eine Rolle gespielt). Die Gefahr von KO Tropfen wird einfach überschätzt da der Laie bei Sexualstraftaten von einen planvoll handelnden, kalkulierenden Täter ausgeht. Dieses ist meist nicht der Fall.

  7. #7
    Section31
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    @LARPTroll:

    Es gibt eine relativ neue Webseite http://hiergehtniemandko.de/ die vor KO-Tropfen auf LARPs warnt. Ich finde das gut und richtig.

    Ich frage mich nur, wo das auf einmal herkommt. Es muss ja einen Anlass dazu gegeben haben - ich kann mir nicht vorstellen,
    dass jemand so eine Seite "einfach mal so" (quasi präventiv) ins Netz stellt. Das wäre natürlich auch OK. Trotzdem wüsste ich
    gerne den Anlass, denn ich habe noch nie von einem solchen Fall gehört. Und ich glaube irgendwie schon, dass sich das in der LARP-Szene
    herumgesprochen hätte.

    Jetzt kann man sagen: die Orga, auf deren Con es passiert ist, hat natürlich ein Interesse daran, dass ein Vorfall nicht an die große
    Glocke gehängt wird (Rufschädigung). Und möglicherweise hat auch ein Opfer aus Scham kein Interesse daran, dass ein Fall bekannt wird.
    Auf der anderen Seite hat ein Opfer möglicherweise jedoch sehr großes Interesse an einer Bekanntmachung, damit das anderen nicht passiert.

    Gruß,
    Section31
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  8. #8
    Besserwisserboy
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    Ich kann mir jetzt auch nicht vorstellen, daß es gerade im Larp mehr oder auch nicht weniger K.O.-Tropfen-Zwischenfälle gibt als bei anderen Gelegenheiten. LARP ist halt mittlerweile ein typischer Querschnitt durch die Gesellschaft. Dementsprechend will ich also auch nicht ausschließen, das so etwas nicht passieren könnte.
    Die Aktion dagegen bzw. um auf das Thema aufmerksam zu machen halte ich eher mit "Larper-gegen Nazis"- Einstellung vergleichbar. Larp hat wohl nicht gerade mehr Nazis als andere Hobbys oder ein extremes Problem damit. Nur scheint es manche Larper auch ausserhalb des Hobbys zu interessieren, so daß sie ihre Meinung auch ins Hobby Larp tragen wollen.
    Ich könnte mir vorstellen daß das ebenso für K.O-Tropfen gilt und der/die Initiatoren vielleicht deshalb die Aktion ins Leben gerufen haben.
    Falls es jemanden interessiert, sollte er vielleicht die Leute direkt anschreiben und nachfragen. Am besten noch auf diese Diskussion verlinken. Dürfte ja auch in deren Interesse sein ihrer Aktion mehr Reichweite zu geben und so viele aktive Larp-Foren gibt es ja mittlerweile nicht...
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  9. #9
    Gerwin
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    Ich glaub ehrlich gesagt nicht dass es dafür einen konkreten Fall braucht. Nochmal, dafür muss ich nur die (wellenartige) Berichterstattung über KO-Tropfen im allgemeinen beobachten. Und die vergleichsweise geringen Fälle in denen KO-Tropfen tatsächlich eingesetzt wurden. Klar kann man auch vor diesen Gefahren warnen. Ist ja auch gut und sinnvoll. Nur müsste man dann halt auch vor den allgemeinen Alkoholgefahren warnen. Ich kann mich ganz konkret an zumindest zwei Fälle auf einen Mythodea erinnern bei denen Frauen so betrunken (und alleine) waren das es ein echtes Problem war herauszufinden wohin die nun gehörten. Die erinnern sich sicher am nächsten morgen auch nur halb. Das auszunützen bedarf viel weniger Planung als nun mit KO-Tropfen im Gepäck dort aufzukreuzen. Da frage ich mich tatsächlich ob man eine Kampange nicht auf Alkoholkonsum im allgemeinen konzentrieren sollte.

  10. #10
    Besserwisserboy
    Besserwisserboy ist offline
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    Gab es das nicht schon? So etwas wie "Kenne dein Limit" was auch aufs Larp übernommen wurde?
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

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