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  1. #11
    Dalamon
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    hmm, ok, komplett zu vergessen, dass es ein Spiel ist ginge mir dann doch ein bisschen weit und fände ich doof. Denn dann sehe ich OliverPs Punkt mit unguten Gruppendynamiken u.ä. Für mich läuft das im Idealfall auf 2 Schienen gleichzeitig - ich erlebe und fühle die Spielrealität und kann gleichzeitig aus der OT-Persektive reflektieren, ob der Spieler des Orks, den ich gerade disse, da auch Spaß an der Szene hat. So ein bischen wie bei meiner Arbeit, fällt mir gerade auf: einerseits sich auf die Übertragungsbeziehung zum Patienten einlassen und sie andererseits aus der Metaperspektive beobachten und reflektieren.

  2. #12
    LarpTroll
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    Habe gelesen, dass Spieler mit Immersion häufig räumliche Präsenz meinen. Also das Gefühl, sich tatsächlich in der Umgebung zu befinden, die dargestellt werden soll. Das fällt dann sicher leichter, je ambientiger alles ist. Manche können das aber auch ohne Ambiente. Wenn man das üben wollte, müsste man es demnach dort trainnieren, wo die Umgebung mangelhaft ist. Waldlauf trainniert man ja auch am besten im Wald und nicht im Stadion. Die Computerspieleentwicklung kennt einige Faktoren, welche immersives Spiel fördern. Die sind fürs Larp häufig problematisch. Im Computerspiel kann man in den dargestellten Elementen vieles ausschalten, was uns sagt, dass es sich nur um ein Spiel handelt. Deshalb haben manche eher beim Pen & Paper inversivere Momente. Das ist eigentlich kontraintuitiv, weil man da ja nicht selber drin ist. Der eigene Körper scheint da aber ggf. nicht ausschlaggebend. Aber da Pen & Paper über Erzählung erfolgt, kommt es weniger häufig vor, dass man rausgerissen wird. Viele berichten, dass sie Würfeln rausbringt und die, die gerne würfeln, suchen weniger die Immersion. Beim Larp reißt einen fast alles aus der Immersion, SL, Orkmasken, Gummischwerter. Es ist eigentlich ein Wunder, dass es da immersive Momente gibt. Daher vermute ich, es geht da häufig eher um Charakterdarstellung. Also dass man nicht in eine andere Welt eintauchen möchte, was klassisch als Immersion verstanden wird, sondern in eine andere Person und das Ambiente eher ein Vehikel dazu ist.

  3. #13
    Section31
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    @LarpTroll: Es gibt unterschiedliche Grade von Immersion, aber der Begriff an sich ist recht eindeutig definiert. Vgl. http://www.larpwiki.de/Immersion
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  4. #14
    LarpTroll
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    Naja, das ist eine (hemdsärmlig) aufs Larp gemünzte Richard Bartle Skala. Ein Ansatz von mehreren. Bevor man eine Skala macht, braucht man erstmal eine Definition. Es soll irgendwas mit mentalem Eintauchen sein. Verschiedene Ansätze kennen dann physikalische, physiologische, psychologische und mentale Immersion.

  5. #15
    Section31
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    Verschiedene Ansätze kennen dann physikalische, physiologische, psychologische und mentale Immersion.
    Diese Ansätze dürften den allermeisten Larpern (inkl. mir) unbekannt und völlig egal sein.
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  6. #16
    LarpTroll
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    Die Larp Wiki Definition werden auch die wenigsten kennen. Bleibt, dass jeder darunter was anderes versteht. Das war mein Ausgangspunkt.

  7. #17
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    Zitat Zitat von LarpTroll Beitrag anzeigen
    Naja, das ist eine (hemdsärmlig) aufs Larp gemünzte Richard Bartle Skala.
    Die Skala im Larpwiki habe ich nach einigen Diskussionen mit anderen Rollenspielern niedergeschrieben, weil sie sich in den Diskussionen als nützlich gezeigt hat. Sie hebt keinen Anspruch auf irgendwas, sondern sollte eine erste Basis sein, damit überhaupt irgendwas im Larpwiki dazu steht. Die Skala von Bartle fanden wir in den Diskussionen nicht so passend fürs Larp, auch wenn ich die Verwandtschaft natürlich sehe.
    Eine griffige Definition ist mir bisher nicht untergekommen (ich habe aber auch nicht vor, hierzu eine Literaturrecherche durchzuführen). Vermutlich lässt es sich nicht wirklich präzise definieren, weshalb eine Skala auch ein guter Weg sein kann, Verständnis für den Begriff zu entwickeln. Wäre jetzt auch nicht völlig abwegig für ein latentes Merkmal. Da die Unterschiede von Larp zu Computerspielen (auch zu VR) doch deutlich sind, halte ich eine eigene Skala für sinnvoll.

  8. #18
    Dalamon
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    @ Larptroll, zu Immersion in P&P vs LARP:
    ich finde das Konzept von Immersion ähnlich der "Absorbtion" als Unterskala des FDS (das ist ein klinischer Fragebogen zur Erfassung von Dissoziativität). Ich finde es plausibel, dass Immersion/Eintauchen in eine andere Realität/eine andere Person erfordert, Teile der Umgebung/der eigenen Person auszublenden/zu dissoziieren. Nun ist der eigenen Körper immer im hier und jetzt. Wenn ich ihn wahrnehme, zieht das (ziemlich) zuverlässig auch meine Wahrnehmung und Gedanken ins reale Hier und Jetzt zurück. Da wird es logisch, dass P&P leicht immersiv werden kann, wenn ich im Geist den Worten folge, die ganze Umgebung und eigenen Körper in den Hintergrund treten lasse - aber Würfeln die Immersion durchbricht, da es eine Verbindung von realem körperlichem Handeln und der gespielten Fantasywelt herstellt.
    Um im LARP einzutauchen muss ich viel selektiver dissoziieren/ausblenden, denn sowohl die Umgebung (Ambiente und andere Spielende) als auch die eigenen Körperempfindungen (Kleidung, Rüstung, Haltung, Handlungen, Erschöpfung) passen teilweise zur gespielte Welt, aber eben teilweise auch nicht. (gerade die von Dir genannten Orks mit ihren Masken sind für mich total immersionsfördernd)
    und, wie oben durchklang, kann mein LARP-Handlen eher OT-Konsequenzen für mich und andere haben, als im P&P (Sicherheit, Spielspaß der anderen etc), so dass ich den Grad meiner Immersion also kontrollieren muss und mich nicht einfach fallen lassen kann ("Nein, dem beängstigenden Ork darf ich nicht voll auf die Omme hauen")

  9. #19
    LarpTroll
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    Ich sehe das Eintauchen in eine andere Realität und in eine Person nicht zwingend zusammen. Bei Mittelaltermärkten kann man auch von Immersion sprechen, da ist das Eintauchen in eine andere Person nicht notwendig. Die Immersion in Disneyland erfordert auch keinen Personenwechsel. Der gemeinsame Nenner von Larp, Mittelaltermarkt und Disneyland scheint die Immersion über Kostüme und Requisiten. Der Personenwechsel kommt da nur im Larp zwingend dazu. Personenwechsel heißt dann aber nicht, dass die, die nicht in ihre Rolle eintauchen, keine Immersion erleben. Für die ist das dann einfach ein Disneyland mit besonderen Verhaltensregeln. Daher halte ich es für hilfreich, bei der Frage nach Larp-Immersion zu schauen, was darunter verstanden wird. Die meisten werden vermutlich shcon beides meinen, also räumliche und personale Immersion. Wenn man seine Immersion aber vertiefen will, halte ich die Unterscheidung für hilfreich. Man kriegt dann eher raus, woran gescheiterte Immersion liegt.

  10. #20
    Dreamdancer
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    Für mich persönlich definiere ich Immersion dahingehend, wie weit ich in den jeweils gespielten Charakter eintauche. Klamotte und Umfeld sind sicher sehr wichtig, aber auch ganz schnöde Dinge wie die Tagesform. Wenn ich grad Kopfschmerzen hab und irgendwo im Nieselregen friere kann das mit der Immersion schon mal schwierig werden. An anderen Tagen funktioniert es so gut, daß ich über irgendetwas, was mein Charakter gerade empfindet, in Tränen ausbreche, während ich auf einem modern gepflasterten Hof stehe, 20 Meter weiter eine Straße vorbeiführt und 50 Meter weiter die Autos geparkt sind. Wobei ich diesen Zustand nicht dauerhaft aufrechterhalten kann - aber wenn es mir gelingt, das sind die großartigen Momente.

    Wobei es auch völlig ausreichend sein kann (besonders bei Ambientecons), in die Atmosphäre einzutauchen und einfach mit allen Sinnen aufzunehmen. Das nenne ich aber noch nicht wirklich "Immersion", das kann ich auch z.B. an einem schönen Urlaubsabend am Meer haben, das ist einfach nur Erholung für die Seele.

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