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  1. #1
    Dennis
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    Wandel vom Ork-Image?

    Hi!

    Die Zahl an Orks und anderen Grünlingen auf Spielerseite scheint stetig anzuwachsen, auf DF und CoM stellen die Orks eigene Lager und auch die anderen SC arrangieren sich (mehr oder weniger) mit ihnen.

    Da stellt sich mir doch die Frage, woher das kommt. Also schau ich mir mal die Fantasylandschaft an, Bücher, Rollenspiele und was noch so dazugehört.

    Der klassische Ork ist ein gefühlskalter Killer, Höhlenbewohner, Kreatur der Finsternis, schlichtweg böse (Moria- und Mordororks). Dieses tolkieneske Bild bleibt lange Zeit erhalten. DnD, DSA bis zur zweiten Edition, Midgard (?) tragen genau dieses Bild vom Ork weiter. Warhammer hat den Orks den Stempel "doof und grün" aufgedrückt - leicht reizbare Riesen mit kleinem Hirn. Wenn ein Orkboss überhauüt eine Taktik anwendet, dann nur, weil er sie von seinen Feinden abgekupfert hat.
    Dieses Orkbild gibt es in genug Medien, es ist allgemein bekannt und erstmal stellt man sich Orks doch so vor.

    Vor einiger Zeit hat sich das Bild meiner Meinung nach aber gewandelt. Mit der Orklandbox bekamen die aventurischen Orks eine Kultur, ein Kastensystem, eine Religion und wurden vom Monster zu kulturschaffenden Nomaden. In Aventurien gibt (gab?) es Gebiete, in denen Orks und Menschen gezwungen waren, sich miteinander abzufinden, auch wenn die Orks als Besetzer nicht auf gleicher Höhe, sondern in Machtposition sind.
    "Die Orks" ist vielleicht nicht gut geschrieben und die Orks dort passen mir auch nicht ins Bild, aber es ist doch ein populäres Beispiel dafür, das Orks als "Helden" interessant werden.
    Der wichtigste Schritt ist aber imo die Warcraft-Reihe von Blizzard gewesen. Orks sind einer Masse von Spielern als gleichwertige, wenn auch barbarische und kriegerische Rasse vorgestellt worden. Von WoW mag man wieder halten was man will, ich habs nie gespielt und sag deshalb nichts dazu. Die Strategiespiele waren eine Klasse für sich.

    Es gibt also neben der "klassischen" auch eine "neue" Variante des Orks: Die kriegerischen, stolzen Nomaden, deren Kultur sich zwar von der menschlichen unterscheidet, wo es aber manchmal doch zur Zusammenarbeit kommt, wo beide Seiten die jeweils Andere misstrauisch beäugen. Aus dem Schwarz/Weiß ist Grau geworden.

    Zurück zum Larp: Spieler bedienen sich für ihre Charaktere aus allen möglichen Konzepten. Mythologie, alte und neue Fantasy, eigene Ideen. Hier wird das besagte Grau nochmal "bunt gemischt". Spieler A liebt Tolkien und hat DSA und seine Orklandbox noch nie gesehen. Spieler B hat seine ersten Berührungen mit Fantasy durch DSA gemacht und das hat sein Orkbild geprägt. Spieler C wiederum findet die Dummorks aus Warhammer affengeil und dann gibts noch die unzähligen anderen Positionen dazwischen.
    Was tut man denn jetzt?
    Eine oft vertretene Position ist es, Quellen zu beschränken. Man soll sich an Mythologie und den Klassikern orientieren, damit wird man aber imo der breiten Palette an Vorlagen nicht gerecht, weil die neuen Vorlagen unberücksichtigt bleiben und in ihrer Wertigkeit hinter den Klassikern stehen. Sie gehören aber ebenso dazu. Ich selber bin schwer von Aventurien geprägt und finde die HdR Elben absolut unelfbisch. Die Dinger aus Moria sind nicht wirklich Orks, die Urukhai schon eher. Aber das mag ja jeder anders sehen (ohne Wertung!)

    Aber zurück zum Anfang mit der Frage an euch: Hat sich das Image gewandelt? Ist der Ork ein Monster oder nicht? Und wie macht man das jetzt mit den besagten Quellen? Und wie reagiert man im Larp-Einheitsbrei?

    Dennis, :uhu:
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  2. #2
    Kedrik
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    Ein großes Problem bei der Sache ist mMn - auch bei anderen Rassen wie z.B. Elfen - dass Fremdrassen, nicht nur was markante Körperliche Merkmale angeht, sehr stereotypisiert sind. Einerseits ist das natürlich nicht unbedingt ein Nachteil, andererseits ergibt sich daraus eben jenes von dir angesprochene Problem: Wann ist ein Ork ein Ork?

    Ich vertrete die Ansicht, dass man - langsam aber sicher - die Mannigfaltigkeit einer Rasse akzeptieren sollte, bei der Rasse "Mensch" klappts` ja schließlich auch; es gibt unterschiedlichste menschliche Kulturen und Völker, die wiederum eigene Stile (Eigenschaften, Ausrüstung, Verhalten) haben. Warum sollte dies nicht auch auf Elfen und Orks zutreffen? Dass diese nicht alle zusammen jeweils auf einer Insel leben ist wohl allgemein anerkannt, unterschiedliche Entwicklungsstufen und Eigenheiten liegen da doch eigentlich nahe, oder?

    Natürlich sollte man Elfen/Orks/Zwerge/Menschen noch als solche identifizieren können, aber reicht diese Grundunterscheidung denn nicht aus? Wäre es denn schade/unvorteilhaft/spielerschwerend wenn die Fremdrassen-Stereotypen verloren gingen? Sind sie überhaupt noch vorhanden?

    Grüße,
    der Kedrik

  3. #3
    Alex
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    Sehr heikles Thema, bei dem ich persönlich eine sehr harte Linie fahre: Orks sind Monster. Punkt. Zwar Monster mit einem begrenzten Intellekt und sie können deswegen auch Waffen nutzen, aber es bleibt bösewichtiges Kanonenfutter. Ich weiß, das bei diesen Zeilen gerade sämtlichen Orkfans wahrscheinlich eine Halsschlagader platzt, deshalb möchte ich das ganze ein wenig begründen.

    Orks sind eine Erfindung von Herrn Tolkien. Er kreierte eine durch und durch böse Rasse. Dabei nahm er sich die Unterweltbewohner verschiedener Mythologien zum Vorbild, woher sich auch wahrscheinlich der Name abgeleitet hat (Lat. Orcus = Unterwelt).

    In RPG und LARP sind diese Kreaturen lange auch das übliche Schlachtfutter gewesen. Aus Copyrightgründen wurden die DSA-Orks etwas abgewandelt und sehen ja optisch eher wie braune, muskelbepackte Barbaren mit Höhlenmenschgesichtern aus. Die Warhammerorks sind entsprechend ja auch etwas anders und entwickeln sich durch Sporen wie Pilze weiter, etc.

    Dann kam die HdR-Trilogie in die Kinos. Die Orks waren absolut gelungen. Eigentlich nicht ganz, wie Tolkien sie sich erdacht hat, aber das wäre auch zu märchenhaft für die heutige Zeit gewesen. Die neuen Orks waren irgendwie cool. Und entsprechend war die Riege der Metzel-RPG-Spieler gleich Feuer und Flamme. Dann kam noch das Buch "Die Orks" und wurde ja entsprechend gefeiert. Kommerzielle Rollenspielanbieter sahen einen Markt und folgtem dem ganzen entsprechend. Das ist nichts ungewöhnliches, der Markt folgt nun mal der Nachfrage.

    Im LARP folgte die Riege der Polsterwaffenkampfsportler dem ganzen entsprechend. Endlich mal eine Rasse, bei der man eigentlich keinen Grund braucht, um sich schlagen und alles tun kann, was man will. Sozusagen die Freikarte zum Dreckskerlsein.

    Tja, nun ist das aber nicht so gut, wenn man mit 3 Orks in einer Taverne voller Helden steht. Entsprechend wurden die LARP-Orks etwas geselliger. Genau genommen wurden sie inkonsistenter indem sie menschlicher wurden. Wenn sie in der Unterzahl waren fingen sie an, erträglich zu sein und auf die Tränendrüse zu drücken, wenn man das offensichtlich böse Wesen aus dem Weg räumen wollte. Waren sie in der Überzahl, marodierten sie. Ähnliches Verhalten ist ja auch bei Drow etc. zu beobachten.

    Zum Glück waren nicht alle Orkspieler so, manche fanden die Orks aus dem HdR-Film von der Ausstattung einfach cool und folgtem diesem optischen Vorbild und wollten es nach all der Mühe nicht nur als NSC spielen. Im Konsens kam leider überwiegend obiger Typ heraus.

    Spätestens an diesem Punkt war der Ork aber seiner Identität beraubt. Sicher kann man jetzt vom Ork im Wandel sprechen, aber wodurch definiert sich denn eine Fantasyrasse? Durch zwei Sachen: Das Aussehen und das bewusste Weglassen einzelner menschlicher Charakterzüge und Verstärken der jeweilig gegensätzlichen Charakterzüge. Jede Fantasyrasse ist von ihren Wesenszügen nichts anderes als ein abgespeckter Mensch. Durch starke Überspitzung dieses Weglassens und Verstärkens bestimmter Charakterzügen werden Stereotypen gebaut, die das ganze Fantasy-Genre definieren. Löst man dieses stereotype Verhalten nun auf, verzichtet also auf Klischees, raubt man die Identität nicht nur den Rassen, sondern auch dem ganzen Genre der klassischen Fantasy. Das Ergebnis ist ein langweiliger Einheitsbrei, der den ganzen Charme der ursprünglichen Welt für viele (So auch für mich) verloren hat.

    Der Fehler liegt einfach an folgender Stelle. Die klassische Fantasywelt ist in sich konsistent. Auch die neueren Welten verschiedener Rollenspiele sind es. Im Prinzip werden die Stereotypen dort nur verlagert. In sich konsistent ist das ganze aber nur, so lange die Welten in sich geschlossen bleiben. Ansonsten treffen sprichwörtlich Welten aufeinander. Bei einer Vereinigung leidet die Konsistenz beider.

    Aus diesem Grunde sollte man vorbelegte Begriffe (Wie eben den Ork) nicht einfach nehmen, nach belieben Umformen und in die Welt werfen. In sich geschlossenen Welten von Rollenspielen und Büchern kann man das sicher tun. Auch im LARP wäre das möglich, wenn man dafür eine geschlossene Welt hochziehen würde. Aber da es ja viel bequemer ist, sich in ein gemachtes Nest zu machen, wird diese Option gerne Vorgezogen. Und endet in Streit und Diskussionen.

    Jetzt mag mancher denken "Kann ja alles theoretisch so sein, aber ich finde nicht, dass das LARP in seinem Charme nachgelassen hat.". Jetzt wird es schwierig objektiv zu bleiben und nicht in ein "Früher war alles besser"-Gesülze zu verfallen, aber ich konstruiere mal zwei Beispiele. Diese hat mal jemand (Nicht wortgetreu) an ein Forum gepostet, leider finde ich den Eintrag nicht wieder, weswegen ich das Rad neu erfinden muss.

    Konstruierte Situation im LARP mit Elfen ohne Stereotypen verhalten:
    In der Dämmerung stehe ich auf einer Wiese mit einigen Gefährten, als sich plötzlich aus dem Wald ein Haufen Schatten bewegt und auf uns zu kommt. Mißtrauisch beäugen wir den zu uns rüber latschenden Haufen von denen einige Fackeln tragen und der im Leben noch nichts von Geräuschtarnung gehört hat. Laute Unterhaltungsfetzen sind bei uns zu vernehmen. Bei uns angekommen, stellt sich der vorderste der Gruppe, ein etwas beleibter Junge, als "Enaron Windläufer", ein Waldelf vor. Jetzt bemerke ich die spitzen Ohren.

    Gleiches Beispiel mit Elfen, die stereotypes Verhalten zeigen:
    In der Dämmerung stehe ich mit einigen Gefährten auf einer Wiese, als mich unser Waldläufer auf eine Gruppe von Schatten aufmerksam macht, die sich auf uns zubewegt. Sie sind kaum zu hören und ich hatte sie bisher nicht bemerkt, weshalb ich mich jetzt frage, wer das sein könnte und wo sie herkamen. Ein paar von ihnen tragen anscheinend kleine runde Laternen, die ein schwaches Licht verströmen. Die Gruppe bewegt sich geordnet in unsere Richtung und ich bin mir nicht sicher, ob ich eine Erscheinung von Geistern habe oder es vielleicht Elfen sein könnten. ALs sie näher kommen, erkenne ich an den Silhouetten, dass es schlanke Gestalten in fließenden Gewändern sind und mein Elfenverdacht verstärkt sich. Kurz bevor sie bei uns sind, höre ich leise geflüsterte Wortfetzen, die sich elbisch anhören. Die geordnete Gruppe bleibt stehen und der vorderste kommt auf uns zu und begrüßt uns mit leiser Stimme: "Mae gavonen. Ich bin Enaron, von der Sippe der...." Während er spricht, ist er in der Dämmerung mit seinen feinen Zügen auch zu erkennen und jetzt bin ich mir sicher, dass es ein Elf ist.

    Ich denke, die Unterschiede sind klar. Im ersten Fall durfte ich keine Elfen, sondern Menschen mit spitzen Ohren erleben. Und genau das passiert, wenn man auf Stereotypen verzichten. Womit ich Kedriks Frage auch beantworten haben möchte, was daran so schlimm wäre. Elfen würden zu Menschen mit spitzen Ohren, Orks zu grünen (Comedy-)Barabren und so weiter. Für mich ist das kann das kein Ziel sein.

    Das nächste Problem zeichnet sich derzeit schon bei Orgas ab: Welche Kanonenfutterbedrohung kann man den Spieler noch geben, wenn man wirklich ein reines Kloppcon veranstalten möchte? Bei Menschen kommen schnell mal Verhandlungen und Moralprediger auf. Was früher ein schönes Stilelement am Rande war, legt heute ganze Schlachtencons lahm, wei es Überhand genommen hat. Entsprechend gibt es jede Menge Charaktere, die einfach gar nicht mehr verhandeln, damit das Spiel aufrecht erhalten wird. Denen dann aber gerne mal "rassistisches" Verhalten (manchmal sogar IT wie OT) vorgeworfen wird. Mittlerweile kann man Goblins, die früher Standardkanonenfutter waren, schon vergessen. Bei Drow und Orks ist das auch schon ganz schön weit fortgeschritten. Man merkt das daran, dass wieder umheimlich viele Zombiecons im kommen sind. Das ist einfach das letzte Kanonenfutter, was den Orgas neben selbst erschafften Rassen noch bleibt, wenn man nicht auf ziemlich heftige Wesen, wie Dämonen, ausweichen will. Schade eigentlich.

    Wo wäre nun eine Lösung, um allen Seiten gerecht zu werden? Eine Möglichkeit wäre das eingrenzen der gewünschten Stereotypen auf den einzelnen Cons. Da sich die Spieler aber lieber in gemachte Nester setzen und nur wenige Orgas isch die Mühe machen, wir das nichts. Eine andere Möglichkeit wäre, vorbelegte Rassenbegriffe nicht zu mißbrauchen und entsprechende Rassen zu wählen. Da wird aus dem lieben Ork einfach ein menschlicher Barbar, der auch gleich viel Glaubwürdiger erscheint. Der dicke Elf wird zum menschlichen Kenner schöner Künste und Elfenfreund. Wo es gar nicht anders geht, werden halt neue Rassen erfunden, die sich aber namentlich und optisch auf von schon vorhandenen Abgrenzen. Leider fürchte ich, dass die Kreativität hier bei vielen nicht dafür reichen wird. De durchschnittliche Orkkloppspieler will sich ja keine Gedanken machen und nebenbei auch nicht auf die Gruppendynamik beim Zuwachs bei bekannten Begriffen verzichten. Und so fürchte ich, dass das ganze noch lange weiter Streit geben wird, weil jede Partei das "allgemeine" LARP für sich beanspruchen möchte.

    Zum Schluß noch eine Antwort auf die Frage: Gibt es Stereotypen eigentlich noch? Ja und zwar mehr denn je. Denn je mehr Menschen mit Spitzen Ohren oder gründe (Comedy-)Barbaren ins LARP geströmt sind, desto mehr hat das Fans, die diese Rassen gerade aufgrund ihres stereotypen Daseins bewundert haben geärgert, so dass die angefangen haben, dagegen zu halten.

    So, dass war mal wieder ein ganzer Roman, ich hoffe, er war dennoch informativ und verständlich.

    Freundliche Grüße,
    Alex

  4. #4
    Kedrik
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    Zitat Zitat von Alex
    Womit ich Kedriks Frage auch beantworten haben möchte, was daran so schlimm wäre.
    Hast du. Das Problem ist einfach, dass eine nicht-stereotype Fremdrasse wohl in den meisten Fällen - aufgrund unseres unvermeidbaren "Menschseins" - vermenschlicht wird. Weg vom Stereotyp zu gehen und zugleich die Andersartigkeit auf andere Art und Weise zu betonen wäre schon sehr schwierig, und so eine Rasse würde wohl auch eher als völlig neue denn als Variation einer bestehenden Rasse gesehen werden.
    Ich wollte nur darauf hinaus, dass es eben auch nicht "den Menschen" gibt, was sich aber wohl auf Fantasierassen nicht anwenden lässt.

    Grüße,
    der Kedrik

  5. #5
    Dennis
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    Whoa, was für ein Text :eek:

    Ist natürlich genau das Argument, von dem ich im ersten Post geredet habe, nämlich das Erheben der klassischen Quellen über die Neueren. Und damit wird man imo dem, ich nenn es mal "Gesamtbild", der Rasse nicht gerecht. Das ist jetzt natürlich genauso subjektiv wie die Gegenmeinung

    Das mit den typischen Gegnern ist ein wichtiges Argument, aber da kann man Gegensteuern, denke ich. SC-Orks sollen bitte NICHT auf jeden Con gehen, Orgas sollen da auch klar Nein sagen wenn ihnen Orks nicht passen. Ich begrüße es sehr, dass mittlerweile reine Ork-Cons existieren. Man könnte sich mit Orgas absprechen, ob Orks zum Plot passen.

    Der Fehler liegt einfach an folgender Stelle. Die klassische Fantasywelt ist in sich konsistent. Auch die neueren Welten verschiedener Rollenspiele sind es. Im Prinzip werden die Stereotypen dort nur verlagert. In sich konsistent ist das ganze aber nur, so lange die Welten in sich geschlossen bleiben. Ansonsten treffen sprichwörtlich Welten aufeinander. Bei einer Vereinigung leidet die Konsistenz beider.
    Die Konsistenz leidet ja nicht, wenn Orks mehr als Monster sind. Die Konsistenz leidet, wenn Orks keine Bedrohung mehr sind. Dem könnte man entgegenarbeiten.

    Mehr später, ich muss jetzt weg.

    Gruß
    Dennis
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  6. #6
    Kedrik
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    Zitat Zitat von Dennis
    Die Konsistenz leidet ja nicht, wenn Orks mehr als Monster sind. Die Konsistenz leidet, wenn Orks keine Bedrohung mehr sind. Dem könnte man entgegenarbeiten.
    Leider sind wohl viele Orkspieler was das betrifft nicht "konsequent" genug. Ich kann ehrlichgesagt verstehen, dass man auch mit "guten" Charakteren zusammen spielen möchte. Dass dann der Ork vielleicht nicht das richtige Charakterkonzept bzw. nicht jede Con dafür geeignet ist, kann man denke ich manchen Orkspielern genauso lange erzählen wie Anfängern die Sache mit dem Anspruch einer Fremdrasse (mich eingeschlossen ). Da bedürfte es schon einges an (Öffentlichkeits)Arbeit. edit: Bzw. Konsequenz seitens der Orgas.

    Grüße,
    der Kedrik

  7. #7
    Hana
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    Ich denke, dass man mit dem ursprünglichen Ork-Bild den Orks vollkommen gerecht wird, auch wenn eine einzelne (anscheinend deine Lieblings-)Quelle ein anderes Ork-Bild propagiert.

    Ich denke nicht, dass alle Orks gleich sein müssen. Ich denke auch, dass unterschiedliche Ork-Rassen mit ausgearbeiteter Kultur durchaus eine Bereicherung sein können - solange nicht die Parameter der ursprünglichen Ork-Vorstellung vollkommen gesprengt werden. Das wäre der Fall bei riesenhaften Zwergen, stark übergewichtigen Pöbel-Elfen - und bei nicht boshaften Orks, die zu grünen Barbaren degenerieren.

    In der LoP-Conreihe gab es mal den Versuch eines abgespaltenen Orkclans, der nach jahrhundertelanger Isolierung eine eigenständige barbarische Kultur entwickelt hatte, in denen Ehre und urtümliche Riten eine große Rolle spielten. Diese Rasse wurde "Yrkor" genannt, nicht Ork, und unterschied sich auch optisch von den klassichen Grünorks.
    Dennoch kam Konzept nicht besonders gut an. Ich befürchte, die einzigen, die gerne eine vom Ursprungskonzept abgewandelte Orkdarstellung wünschen, sind die, die dieses Konzept selbst bespielen wollten. Die Mitspieler profitieren mMn nicht allzusehr davon und die meisten wünschen so etwas auch nicht.

    Wer "Barbaren-Orks" spielen möchte, dem wären wohl spezielle, genau darauf ausgerichtete Cons zu empfehlen. Was ist eigentlich mit DSA-Cons? Wenn diese spezielle Ork-Vorstellung aus dem DSA kommt und mehr als nur eine Handvoll Personen genau solche Orks wünschen, müssten sich doch DSA-Cons mit einem passenden Setting bewerkstelligen lassen, auf dem die Beteiligten dann genau wissen, was sie zu erwarten haben - eben DSA-Orks.

    mfg
    Annkathrin, die ansonsten Alex' Beitrag unterschreibt
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
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  8. #8
    Alex
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    @ Dennis
    Ist natürlich genau das Argument, von dem ich im ersten Post geredet habe, nämlich das Erheben der klassischen Quellen über die Neueren. Und damit wird man imo dem, ich nenn es mal "Gesamtbild", der Rasse nicht gerecht. Das ist jetzt natürlich genauso subjektiv wie die Gegenmeinung
    Wenn Du meine Gegenargumentation darauf reduzierst, hast Du mein Posting nicht verstanden. Vielleicht habe ich mich ja unklar ausgedrückt. Ich versuche es nochmal: Es gibt kein "Gesamtbild". Sondern nur einzelne Bilder vor einem konsistenten Hintergrund. In der Sekunde, wo Du eine Gruppe WoW-Orks in eine HdR-Welt einbringst, gibt es heilloses Chaos und durcheinander. Das funktioniert nicht. Und so lange es kaum auf Hintergründe zugeschnittene und geschlossene Kampagnen gibt, bleibt im "allgemeinen" Fantasylarp nur der Konsens der Kernaussagen einer Rasse. Das wäre bei Orks: Stark, muskulös, ungepflegt, böse, grün/braune Hautfarbe, mäßig intelligent, kann Waffen/Rüstung führen. Das war es. Ob ich mich als Elf verkleide und sage "Ich bin ein Ork" oder mich als Ork verkleide und wie ein Elf verhalte und sage "Ich bin ein Ork", es wird beides zu Verwirrung und sehr wenig Verständnis führen.

    Das es nach der Erfindung einer Rasse später Autoren gibt, die so etwas verändern, sollte IMHO keine neue Quelle entstehen kann. Was machst Du, wenn morgen jemand einen Roman schreibt oder (wahrscheinlicher) ein Spiel raus bringt, in dem Orks aussehen wie Elfen mit Hauern, die eigentlich ganz lieb sind. Ist das dann plötzlich auch eine Quelle und wenn man sowas nicht gut heißt, wird man dann der Rasse nicht mehr gerecht? Und wenn nein, wo zieht man sonst die Grenze?

    Ich begrüße es sehr, dass mittlerweile reine Ork-Cons existieren.
    Das Begrüße ich übrigens auch, grenzt es doch die Welt zumindest auf diesen Veranstaltungen ziemlich ein.

    Die Konsistenz leidet ja nicht, wenn Orks mehr als Monster sind.
    Kommt darauf an. Wenn sie auf einmal gebildete mit Brillen und Lehrhut sind, leidet die Konsistenz sehr schnell darunter.

    @ Kedrik
    Du wirst lachen, aber die Öffentlichkeitsarbeit gibt es an jedem Forum. Und ziemlich viele konsequente Orgas auch. Es gibt nur (leider) auch genug Orgas, denen das alles egal ist, so lange sie ihre Con voll kriegen.

    Edit:
    @ Annkathrin
    Gleichzeitiges Post mit Annkathrin. Da ich sehe, dass ich wohl wieder sehr "hardliner" geschrieben habe, ich meine die Grenzen nicht so eng, wie sie wohl offensichtlich verstanden wurden. Abwandlungen im Rahmen, wie von Annkathrin beschrieben, finde ich durchaus in Ordnung. Eine Kultur im passenden Rahmen können Orks gerne haben. Wenn aber die Verbrüderung mit anderen Rassen anfängt, läuft IMHO was falsch.

    Und das mit den DSA-Cons funktioniert leider nicht, weil man sich ja selbst auf diese wenigen Cons beschränken müsste und dann auch in einem Umfeld spielen würde, dass sinnig auf diese Art der Orks zu reagieren wüsste. Wie langweilig :wink:

    Grüße,
    Alex - der Annikas Beitrag gegenzeichnet

  9. #9
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    Es ist etwas off topic, aber ...

    Zitat Zitat von Kedrik
    Ich vertrete die Ansicht, dass man - langsam aber sicher - die Mannigfaltigkeit einer Rasse akzeptieren sollte, bei der Rasse "Mensch" klappts` ja schließlich auch; es gibt unterschiedlichste menschliche Kulturen und Völker, die wiederum eigene Stile (Eigenschaften, Ausrüstung, Verhalten) haben. Warum sollte dies nicht auch auf Elfen und Orks zutreffen?
    Weil eben diese Mannigfaltigkeit (in der extremen Ausprägung, nicht bei kleineren Unterschieden) m.M.n. die spezifisch menschliche Eigenschaft ist.
    (viele erkennen das nicht und denken daher, Menschen seien langweilig - genau diese Eigenschaft ist aber der Grund dafür, warum das nicht der Fall ist)

    dayvs GE-ve
    Stefanie, deren Meinung sowieso von anderen schon vorausgenommen wurde

  10. #10
    Dennis
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    @ Hana: Naja die DSA Orks hab ich mir rausgegriffen, ich finde sie nicht schlechter oder besser als Andere (ok, Warhammer Orks mag ich wirklich nicht). Ich wollte sie beispielhaft als Gegenpol nutzen. Ich hätte auch die Warcraft Orks nehmen können oder sogar die WH Orks. Zumindest Kultur haben die auch.

    @Alex: Ok hab ich falsch verstanden und dann stimme ich dir zu. Nur würde ich schon den Orks auch diese barbarische Gesellschaft in die Kernaussagen setzen. Der Ork ist dann immer noch eine böse Rasse, keine Frage. Den kleinsten Gemeinsamen Nenner finde ich doch, wenn ich mir alle Quellen anschaue und dann rausstreiche, was nicht mindestens in den Allermeisten zu finden ist. Orks die wie Elfen aussehen, würden damit wohl erstmal rausfallen. Wenn das aber Anklang finden würde und plötzlich viele Leute das Bild verbreiten, kennen, etc. - dann würde es auch in den Mischmasch-Kanon einfliessen, ja. Fände ich unter den Umständen auch nicht so schlimm. Hobbit-Schurken sind ja ebenso ein Klischee wie die gemütlichen Auenlandbewohner.

    @Kedrik: Ork funktioniert soweit nur richtig, wenn passende Mitspieler da sind, das ist ja klar. Auf einen Feiercon sollte man damit nicht gehen. Auch nicht auf klassische Gut/Böse Cons und Ähnliches, die Auswahl ist begrenzt. Aber das gilt für alle möglichen Exoten, die über Elf und Zwerg hinausgehen.

    Beste Grüße
    Dennis

    PS: Streit und Uneinigkeit über die Quellenlage geht also auch im Fantasylarp


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