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  1. #1
    Alex
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    LARPkampf in England - Simma zu weich?

    Oder die Engländer zu hart? Ich weiß ja nicht, aber wenn ich mir den Trailer hier anschaue kommt mir folgende Gedankenkette:

    1. Oh schöne Ausrüstung
    2. Hm, warum duckt der sich so panisch weg
    3. Hui die gehen aber gut ran.
    4. Die stechen ja :eek:
    5. Samma, sind die Schmerzfrei, wie die da draufdreschen?
    6. Die Klettern über Palisaden?
    7. Aber wenn ich ehrlich bin, sieht das cooler aus, als das, was man in Deutschland so auf dem Schlachtfeld sieht
    8. Wenn die das so hin kriegen, hm...

    Also ich frage mich da doch irgendwie, ob wir zu weich oder zu sicherheitsfanatisch sind. Oder gibt es bei denen mehr Verletzte? Oder eben nur "harte Kerls", die kämpfen? Interessanterweise schaut das zwar alles auf den ersten Blick ziemlich heftig aus, auf den zweiten Blick scheint da aber zwar Geschwindigkeit aber teilweise doch sehr wenig Kraft im Spiel zu sein.

    Da würden mich ja jetzt Erfahrungsberichte vor Ort reizen...

    Grüße,
    Alex

  2. #2
    Rufus
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    Naja, wenn ich mir da so Minute 2:06 anschau, wo ein Kämpfer erst eine Schwertseite gegen die Stirn kriegt und danach kurz am Kragen gepackt wird - brauch ich nicht wirklich. Auch ansonsten sieht man hin- und wieder (auch in den anderen Trailern) Leute irgendwo draufdreschen, obwohl sie die Augen woanders haben.

    Das Palisaden-Überklettern halte ich für nicht "representativ" - da sieht man imho gut, wie die Verteidiger in sicherem Abstand hinter dem Tor abwarten bis es geöffnet wurde. Hier finde ich es eben positiv, dass bei den Kämpfen auf einen stylischen Gesamteindruck geachtet wird.
    Nicht dass die Briten nicht auch ihr Schildwall-Gestochere hätten, aber teilweise sind die Kämpfe auch wunderbar offen. Sturmangriffe wie im Trailer 08 (0:50) sind in Deutschland glaub eher selten.


    Auch sonst finde ich vor allem das Stilbewußtsein der Briten bewundernswert:
    - Geschlossene Kampagne in einer kelitsch-frühmittelalterlichen Fantasy-Spielwelt (Dumnonni Chronicles)
    - Nur ans frühe Mittelalter angelehnte Klamotten
    - Kaum schwarz, viele Naturfarben
    - Viele Helme, trotz Kopfschlagverbot
    - Festes Spielgelände mit dauerhaften IT-Gebäuden

    Ein ziemlich informatives Review findet sich hier.

    Wie sicher Speere mit Stossspitze sind kann ich nicht beurteilen.

    Ansonsten finde ich erwähnenswert, dass es ein OT-Lager gibt, (und im Sichtbereich des IT-Dorfs nur IT Gegenstände erlaubt sind.) Ich denke, dass das viel des in Deutschland notwendigen Aufwands für eine halbwegs IT-taugliche Unterbringung einspart. Und halbgare Kompromisse (abgedeckte Campingstühle etc.) werden so auch vermieden.

  3. #3
    Maria
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    Ich war noch nie in England auf einem Larp, aber durch Lektüre von Foren vor meinem Amerikajahr kann ich vielleicht versuchen, das zu beantworten.

    1. Dumnonni ist ein low-fantasy setting (200 v.Chr bis 900 n.Chr, Kelten, Völkerwanderungszeit) mit - für UK - sehr hohen Ausrüstungsstandards. Die werden häufig als elitär kritisiert wegen ihrer strengen "Kit"-Regeln. Gathering und Maelstrom und andere kleinere Kampagnen sehen - hüm - viel schlechter aus, aber das ist in UK der Standard.

    3. Dumnonni Outlore ist sehr kampflastig. Allerdings ist die Spielerschaft recht übersichtlich (habe was von 80 gelesen) und die haben alle viel Kampferfahrung. Wer das nicht hat, dem wird es beim "Crewing" von den Veteranen beigebracht.

    4. Die haben kernlose Waffen mit Stechspitzen (sogar Wurfspeere)

    5. Im Grunde ist es wie bei uns: Abstoppen, Kopfschläge nicht erlaubt, Infight nur, wenn beide Kontrahent sich kurz vorher OT verständigen. Aber ich würde schon sagen, dass es härter zugeht, Rüstung wird den Leuten ans Herz gelegt. Außerdem soll es wohl sehr viele SL (in Kostüm) geben, die unsichere Kämpfer sofort rausnehmen, wenn die zu hektisch kämpfen.

    6. Wenn du genau hinsiehst, merkst du, dass die Palisaden gerade hoch genug sind, dass du darüber wegschlagen kannst. Außerdem warten die Verteidiger in der einen Szene, bis die Angreifer über das Tor weg sind. Während des Klettern wird wohl nicht angegriffen.

    Dazu kommt, dass Dumnonni ein absoluter Mikrokosmos ist: Stammspielerschaft, jahrelang eingespielte SL, eigenes Spielgelände mit Dorf (!) - daher dürfen die auch die Tore einrennen - sprich: Jeder kennt die anderen, jeder kann den Kampfstil einschätzen und das Gelände

    Ist schon nett, aber mich würde ja die Dumnonni-"Frauen nur als Weibchen am Herd"-Sache abhalten, das zu machen.

  4. #4
    Arthy
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    Es sieht schon klasse aus aber vor allem das Stechen, das ich mehrmals gesehen hab, hat mich irritiert. Zumal der eine hochspringt und im "Achilles-Move" in die Halsbeuge "sticht".

    Aber das hat Maria ja schon aufgeklärt. Auch das Ambiente sieht klasse aus, alles stimmig. Aber das mit den eingespielten Spielern hab ich mir schon gedacht, wer die Talsker Wölfe Trailer angesehen hat, könnte schnell auf sowas schließen.

    Ich würde solche Kämpfe auch gerne in unserem Larp sehen aber dann nur abgesprochen unter Spielern die sich kennen. Ich würde bei meinem besten Freund, mit dem ich jahrelange Kampferfahrung hab, auch jeglichen Infight zulassen.

    Aber ich denke das die hiesigen Kampfregeln in Ordnung sind, vor allem bei den Großcons. Ich denke wenn es auf jedem Larp so zugeht wie bei denen, würden viele mit Ot-Angst in Kämpfe gehen. Mit der Ungewissheit ob sie heil wieder rauskommen.

  5. #5
    Alex
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    So generell für Germany will ich sowas sicher auch nicht. Wenn ich mich da ans CoM erinnere, wünsche ich mir eher einen "Waffenführerschein", angefangen bei den Bögen.

    Aber ich kenne keine Veranstaltung hier, wo so etwas möglich wäre.

    Grüße,
    Alex

  6. #6
    Rufus
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    Re: LARPkampf in England - Simma zu weich?

    Zitat Zitat von Alex
    Also ich frage mich da doch irgendwie, ob wir zu weich oder zu sicherheitsfanatisch sind.
    Härter geht immer. Deswegen müssen die Kämpfe nicht schöner werden, wie man hier gut sehen kann.

    Meiner Meinung nach trägt der Wille, eine Show zu liefern, imho mehr zum Kampfeindruck bei, als irgendwelche gelockerten Sicherheitsbestimmungen. Denn die Sicherheitsbestimmungen fallen eben nur dann negativ auf, wenn sie ausgenutzt werden. Kaum jemand vermisst Kopfschläge oder Stossspeere, solange der Rest des Kampfes gut aussieht.

    Was eben im deutschen Larpkampf negativ auffällt, ist eben dass die Kämpfenden die Sicherheitsbestimmungen ausnutzen:
    - Der Kopf wird nicht geschützt; stattdessern wird sich für zusätzliche Reichweite auch noch vorbeugt
    - Dauerfeste Schildwälle (weil die Gegenseite nicht reinchargen darf wird auch nicht zurückgewichten)
    Dazu kommen dann unstylische "Kleinigkeiten" wie das zaghafte Schlagen nach Händen oder das Angeln nach Beinen.

    Und gerade auf den Dumnonni-Trailern findet man davon wenig. Ich hab trotz der Vielzahl an Speeren keine Szene gesehen, in der nach den Beinen geangelt wird. Auch sonst wird sehr aufrecht gekämpft, und nicht wie man es in Deutschland oft sieht sich über das Schild vorgebeugt.

  7. #7
    Maria
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    Wobei die Dumnonni-Stechspitzen auch nicht fürs "Wischen nach den Beinen" geeignet sind. Stechen könnten sie, aber da scheint denen dann das Posing wichtiger zu sein (wobei ich keine Ahnung habe, ob deren Treffersystem nicht vielleicht Stiche zum Körper anders bewertet als zu den Beinen - leider ist deren Basisregelwerk nicht mehr im öffentlichen Teil der Seite zu finden).

    Was ich im deutschen Larp ja befürworten würde, ist eine Faustregel, dass Schilde, die getragen werden max. die Länge haben, die man bei ausgestrecktem Arm von Schulter bis Fingerspitzen hat. Das habe ich mal in einem Regelwerk gelesen und fand es sinnvoll.

    Was mir beim russischen Stahlwaffenlarp aufgefallen ist, dass die Leute nicht wirklich zu Boden gehen (und wenn, dann sind sie innerhalb von einer Minute wieder drin, siehe "Mr. Rot-Blau-Geviertelt") und die Wucht der Treffer auch nicht ausspielen. Dafür haben die Infight... Macht bis auf die Tatsache, dass es verdammt cool ist, dass die Leute alle Rüstungen, Helme und klirrende Klingen haben, für die Ästhetik des Kampfes mit Waffen keinen Unterschied. Und ich bevorzuge gut aussehende Kämpfe statt realistischen.

  8. #8
    Alex
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    Naja, irgendwo wird es dann eben doch nur noch ein tumbes Draufgekloppe. Dahin soll es nicht gehen. Aber allein der eine Zweikampf beim Trailer vom Outpost, wo die beiden ihre Schilde richtig zum wegschlagen einsetzen, das wäre in Deutschland schon bedenklich und sieht halt verdammt gut aus.

    Zu dem russischen Video, so meine ich, das die Palisade deswegen an der Seite nicht weiter geht, damit verletzte/tote Charaktere zur Seite raus können. Ich würde da auch nicht liegen bleiben wollen, so wie die rein gehen. Und wenn ich das richtig beobachtet habe, filmt die Kamera auch deswegen etwas höher, damit die ungesehen unten weg können. Aber ein paar Leuten da ist es wirklich anscheinend egal.

    Grüße,
    Alex

  9. #9
    Rufus
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    Zu den Schilden:
    Im Großen und Ganzen fand ich das jetzt nichtmal soooo anders. Es wird mehr in die Schläge reingegangen, jo. Da bin ich mir nicht sicher, ob das nicht auch an den kürzeren Waffen und den Schlägen von oben liegt. Aber die Kampfweise scheint da sowieso deutlich enger zu sein. Viele Kämpfe scheinen auf Armreichweite stattzufinden, während in Deutschland sich viele Kämpfer gerade mal mit der Schwertspitze antippen können. (Bin da ja keine Ausnahme: lieber warten dass sich ne Lücke ergibt, als selber eine zu schaffen.)
    Positiverweise konnte ich da jetzt aber nirgends eine Szene entdecken, in der ein Schild zum Schieben verwendet wurde.

    Aber wahrscheinlich würde sich ein Teil der hiesigen Larper wohl sowieso eher über die Schaumstoff-Schilde, und die Leichtigkeit/Beweglichkeit mit der die im Kampf geführt werden, aufregen.


    Ohne jetzt auf einem gewesen zu sein: Aber dem Hörensagen nach hab ich den Eindruck, dass man ähnliches auch auf Keltenlarps in Deutschland sehen könnte. Zumindest im Saarland haben die schon den Ruf einer etwas kontaktfreudigeren Gangart. Und allein das Unterlaufen des Gegners macht halt schon einiges an Stil und Action her. (Schnappschuss)


    Zur Schildgröße:
    Schulter bis Fingerspitze entsprächen bei ner 1,80-Person einer Schildlänge von 80 cm. Fände ich ok, halte es aber leider für kaum durchsetzbar.
    Eine Überlegung hier ist auch, dass die Formulierung mittelfristig die Schildform bestimmen würde - einfach weil die Leute erfahrungsgemäß auch sonst im Larp die Grenzwerte ausreizen. Maximale Schildlänge 80 cm würde wohl mehr Rundschilde bedeuten. Würde man die entsprechende Fläche zugrundelegen (0,50 m²), dann würde man wohl mehr 1mx0,50m-Schilde zu sehen bekommen.



    Sonstiges:
    Eigentlich find ich bei den Drumnonni Chronicles ja die Kämpfe gar nicht mal das Spektakuläre. Irgendwie ist es eher das Drumherum. NSCs mit einheitlichen Helmen und Schilden. Und wie greifen die an? In einem stylischen Sturmangriff.

    Oder der Drache für den Kinder-Plot.

  10. #10
    Alex
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    Wobei das Drachenkostüm einem Speiler gehört, der damit sonst auf dem Gathering und anderen Veranstaltungen einen Spielercharakter spielt.

    Zu Kampfart denke ich, dass liegt wohl ein wenig an allem. Es ist mir auch aufgefallen, dass ich schon einige Showkämpfe mit Blankaffen gesehen haben wo die Kämpfer ebenfalls mit dem Schild so reingegangen sind. Und die waren aus Holz.

    Grüße,
    Alex

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