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  1. #1
    Kelgar Donnerkeil
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    Sicherheitsstandard von Armbrüsten

    Hola,

    ich habe am Wochenende eine reperaturbedürftige Armbrust geschenkt bekommen und habe sie gestern wieder soweit funktionstüchtig gemacht.

    Die Armbrust ist jedoch arg massiv und wirkt ein wenig wie mal eben aus einem Baum herausgebrochen.
    Ich werde heute Abend noch Fotos machen um das besser zu verdeutlichen aber ich habe erstmal die Frage ob beim Waffencheck auch auf die Verarbeitung der Armbrust geachtet wird.

    Es ist natürlich klar, dass diese nicht auseinander brechen soll und man dahingehend drauf achtet wie stabil das ganze Konstrukt ist. Aber bei der Armbrust ist es bspw. so, dass das Holz eben nicht an allen Stellen abgerundet ist und auch das Holz könnte evtl. einen Splitter abgeben (werde da heute noch dran schleifen).
    Alles in allem wirkt sie eben ein wenig brachial.

    Habe mich weder mit Bögen noch mit Armbrüsten bisher beschäftigt und deshalb beim Waffencheck auch noch nie darauf geachtet wie das bei den anderen lief.

    Zweite Frage wäre, wie kann ich die Zugkraft bestimmen ohne so ein Messgerät? Ich hatte mal etwas von einem Eimer Wasser o.ä. gelesen, habe aber den Thread nicht mehr wieder gefunden.
    Zwar vertraue ich demjenigen der sie mir geschenkt hat, aber ich möchte es halt schon gerne nachprüfen.

    Googlen half mir auch nicht viel und auf der Seite von Section32 war ich durch die ganze Formeln udn dergleichen einfach extrem verwirrt.

    Danke schonmal ,

    LG,
    Kelgar

  2. #2
    Cartefius
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    Ich denke, dass die Oberflächenbeschaffenheit einer Armbrust nicht so streng bewertet wird, denn schließlich sind die meisten Armbruste im besten Fall hart und eckig, also generell nichts, was man gerne z.B. ins Gesicht bekommen möchte, und von Waffen werden Armbruste ja auch eher selten getroffen. Als wichtig würde ich allerdings ansehen, dass die Funktion der Armbrust sicher gewährleistet ist, dass also nicht beim Schuss der Bogen bricht, der halbe Abzug durch die Gegend fliegt oder ähnliches.

    Alleine für dich sollte es aber natürlich sinnvoll sein, dass die Armbrust auch bei hastigem oder unkontrolliertem Zupacken sicher ist. Ein bisschen schlecht gehobeltes Holz, bei dem man sich einen Splitter ziehen kann, ist da weniger das Problem als herausstechende Nägel, scharfe Bechkanten oder ähnliches, ein Kollge von mir hat sich z.B. mal an der unsauber verarbeiteten Niete einer fremden Rüstung einen fiesen, tiefen Schnitt an der Hand zugezogen.
    Zweite Frage wäre, wie kann ich die Zugkraft bestimmen ohne so ein Messgerät? Ich hatte mal etwas von einem Eimer Wasser o.ä. gelesen, habe aber den Thread nicht mehr wieder gefunden.
    Die einfachste Methode dürfte sein, die Armbrust senkrecht zu stellen und ein Gewicht an die Sehne zu hängen, dass sie genau bis zum Fixierpunkt auszieht. Dann brauchst du nur noch das Gewicht zu messen und hast die Zugkraft der Armbrust an diesem Punkt, die du nur noch in lbs umrechnen musst. Am einfachsten punktgenau zu dosieren ist da wohl ein Wassereimer (der, wenn er eine Skala für die Füllmenge hat oder du das Wasser z.B. mit einer Literflasche zählst, auch gleich das Wiegen erspart), andere schwere Dinge wie Hantelscheiben, ein Rucksack mit Backsteinen oder ähnliches gehen aber natürlich auch, solange du sie hinterher einigermaßen genau wiegen kannst.

  3. #3
    Kelgar Donnerkeil
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    Super, gerade der zweite Tip ist klasse.
    Werde das zu Hause direkt ausprobieren denn Hantelscheiben habe ich noch zu genüge und laut Rechner wären 25lbs ca. 11.34kg.

    Denke dass die 25 - 30lbs Grenze auch bei Armbrüsten gilt, oder?

    Also dass der bogen bricht wird vermutlich erstmal unwahrscheinlich sein, da es eine starre Metallleiste (mit gebogenen Enden, also nicht spitz oder anderweitig gefährlich) ist, welche auf einer Holzlatte befestigt ist.

    Gut, dass du das mit dem Abzug erwähnst, denn den sollte ich wohl noch etwas besser sichern.

    Wie gesagt, ich mache heute Abend wohl ein paar Fotos. Lässt sich sonst recht schlecht erklären.

    LG
    Kelgar

  4. #4
    Alex
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    Also generell gilt für Armbrüste die gleiche Begrenzung, wobei manche Leute dabei (zu Recht) den Kopf schütteln, da Bolzen eine kleinere Masse haben und bei dem kurzen Beschleunigungsweg auch weniger Energie hinter dem Bolzen sitzt, als bei einem Bogen mit gleicher Pfundzahl. Also bei Armbrüsten ist 30 LBS auch völlig OK.

    Ansonsten bin ich mal auf die Fotos gespannt, hört sich ja zwergisch an.

    Grüße,
    Alex

  5. #5
    Llewellian
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    Wobei ich hier einwerfen möchte, Alex, das ein "kurzer" BeschleunigungsWEG nicht unbedingt das Kriterium für die enthaltene Kinetische Energie sein muss.

    Da die "Masse" eines Pfeiles gleich bleibt, ist E(kin) immer noch 0.5*m*v²

    Letztendlich hängt es also einzig und allein von der Geschwindigkeit ab, mit der das Geschoss die Schusswaffe verlässt.

    Und hier kommen wir nun zur Krux der Sache - das Umwandeln der Federenergie in Kinetische Energie.

    Eine Armbrust hat eine völlig andere Federkonstante als ein Bogen. Dazu kommt, das eine Larparmbrust, welche ihre Arbeit über Gummizüge verrichtet und nicht über die elastische Verformung des stählernen Wurfarmes zum Teil progressive Federkonstanten hat.



    Fazit: Eeeeeigentlich - (ich sage Eiiigentlich, ja) lässt sich ein direkter Vergleich über die Auszugsenergie garnicht durchführen. Unterschiedliche Federkonstanten (und zwar bei versch. Bogenbauweisen und Armbrustbauweisen bzw. verwendeten Materialen der "Sehne" und so weiter), Gewichte die beschleunigt werden müssen, etc.

    Letztlich währe das einzigste Vergleichskriterium (wenn bei Armbrustpfeil und Bogenpfeil die Bauform und Grösse des Sicherheitskopfes gleich sind) die in beiden Geschossen enthaltene kinetische Energie.

    Da aber niemand auf einem Larp eine Lichtschrankenmess-Einheit zur Geschwindigkeitsbestimmung hat + Waage....

    Hat man sich meistenorts einfach auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt, der hoch im Sicherheitsbereich liegt. Ein Auszuggewicht von ~27 lbs (immer diese Nichtmetrischen Engländer und ihr Einfluss im Bogensport), entsprechend einem Gewicht von ~12.3 Kilogramm lotrecht zur Erde bzw. einer Auszugskraft von ~120 Newton.
    Zitatklau von Steve S: "Ich bin sooooo böse, ich schlafe sogar SCHLECHT"

  6. #6
    Alex
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    Eeeeeigentlich - (ich sage Eiiigentlich, ja) lässt sich ein direkter Vergleich über die Auszugsenergie garnicht durchführen. Unterschiedliche Federkonstanten (und zwar bei versch. Bogenbauweisen und Armbrustbauweisen bzw. verwendeten Materialen der "Sehne" und so weiter), Gewichte die beschleunigt werden müssen, etc.
    Dat predige ich sowieso schon seit Jahren. Schon 2 Bögen mit 25 lbs bringen unter Umständen eine ganz andere Geschwindigkeit auf ein und denselben Pfeil. Aber anders ist es halt kaum realisierbar.

    Der Beschleunigungsweg ist sicher nicht "das" Kriterium, aber eines, dass nicht zu vernachlässigen ist, da sie v mit beeinflusst und damit E(kin) im gesamten.

    Grüße,
    Alex

  7. #7
    Kelgar Donnerkeil
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    So ... habe gestern ein paar Fotos gemacht.
    Leider sind ein paar etwas unscharf, denke aber dass man erkennen kann was ich meinte.

    Ob ich die Armbrsut als zwerigsch einstufen sollte kann ich noch nicht ganz entscheiden. Im Grunde sieht sie so aus, als wenn sie mal meinem Ur-Ur (viele Urs dabei denken)- Großvater gehört hätte.

    Zumindest noch, denn ich versuche das Design ein wenig schöner zu gestalten. Jedoch kann ich an der Form selber wenig ändern.
    Aber gut ... sie war ja geschenkt.

    Also hier dann die Fotos mit einer kleinen Erklärung:

    Vordere Seite
    Hier sieht man ganz gut dass die Kerbe für den Bolzen irgendwie recht schlampig eingefräst wurde (Splittergefahr etc.).

    Komplettansicht, leider verschwommen
    Erklärt sich von selbst. Dient auch nur der Veranschaulichung.

    Vorderer Teil, Detailansicht

    Hinterer Teil, Detailansicht
    Vorn und hinten im Detail eben

    Frontansicht
    Hier mein Sorgenkind. Der rostige Metallbalken an der Front. Sicherheitsrisiko?

    Metallbogen im Detail
    Hier sieht man die etwas fragwürdige Befestigugn des Expanders.


    So, das waren die meiner Meinung nach interessant/gefährlichen Dinge.
    Vielleicht fällt euch ja hier noch was anderes auf, was ich übersehen habe.

    Schonmal vielen Dank für eure Hilfe.
    Bisher kam ich wohlgemerkt noch nicht dazu die Zugkraft zu messen. Werde es heute nachholen.

    LG,
    Kelgar

  8. #8
    Cartefius
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    Richtig zwergisch finde ich die jetzt nicht, da Zwerge ja eher dafür berühmt sind, Sachen aufwändig, Robust und für die Ewigkeit zu bauen, während die Armbrust schon eher improvisiert wirkt. In Sachen Sicherheit hätte ich aber eigentlich keine Bedenken.

  9. #9
    Kelgar Donnerkeil
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    Zitat Zitat von Cartefius
    Richtig zwergisch finde ich die jetzt nicht, da Zwerge ja eher dafür berühmt sind, Sachen aufwändig, Robust und für die Ewigkeit zu bauen, während die Armbrust schon eher improvisiert wirkt.
    Ja so sehe ich das auch irgendwie.
    Aber mal sehen was draus wird. Aber Danke bzgl. der Bedenken.
    Wäre aber trotzdem schön wenn sich noch anderen, welche evtl. ahnung von der Materie haben sich zu Wort melden wollen.

    LG,
    Kelgar

  10. #10
    Alex
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    Also zwergisch wirkt die Leider wirklich nicht, eher orkisch. Man könnte höchstens versuchen, das ganze durch schöne Schnitzereien aufzuwerten, aber bei dem Eindruck, den das Holz bei mir hinterlässt eher auch nicht nicht. Sicherheitstechnisch hätte ich ebenfalls keine Bedenken.

    Grüße,
    Alex

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