Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 27

Thema: Bögen?

  1. #11
    salogel2
    salogel2 ist offline
    Erfahrener User

    Ort
    Neu-Anspach (Frankfurt)
    Beiträge
    290
    Zitat Zitat von ich
    An sich gilt mWn 25 Pfund, manche Orgas lassen aber glaub ich auch bis 30 durch, dann bekomm ich aber schon Angst.
    manche sogar 35!!!!!!!!


    bei uns ist es immer ganz lustig, wenn wir mal auf etwas größeren Spielplätzen spielen. die Leute gucken immer nur (meistens Erwachsene mit ihren kleinen Kindern) und wenn man sie Fragt ob sie auf dem Spielplatz spielen wollen antworten sie nur:" nö, so lange wir keinen Eintritt bezahlen müssen".
    Nur Jugentliche, fangen dann schnell an zu lästern.


    hab mal gehört das es nicht so schön ausgespielt ist, wenn man Pfeilen ausweicht, stimmt das?
    "Viele, die leben, verdienen den Tod, und manche, die sterben, verdienen das Leben. Also gehe nicht so leichtfertig mit dem Todesurteil um."

  2. #12
    stephan_harald
    stephan_harald ist offline
    Forenjunkie Avatar von stephan_harald

    Ort
    Mülheim an der Ruhr
    Alter
    50
    Beiträge
    2.588
    um mal mit einem Mythos aufzuräumen.

    Man braucht auch bei 35LBS Bögen überhaupt keine Angst zu haben, vor allem weis der getroffene in der Regel eh nicht welche LBS Zahl ihn gerade trifft.

    DIES GILT ABER NUR BEI FOLGENDER BEDINGUNGEN:

    1.) der Bogen ist ein Langbogen nach historischem Vorbild aus Holz (also kein GFK, kein Reiterbogen, kein Recurve Bogen, kein Sportbogen)

    2.) Der Pfeil ist ein Flachkopfpeil.

    3.) Der Schütze ist nicht gehirnamputiert und schiesst auf 4 Schritt Entfernung bei Vollauszug.


    Sollte eine dieser 3 Varianten vernändert werden, kann schon ein 25Pfund Bogen ein Problem werden.

    Mehr als 35 sehe ich aber auch als Problematisch an. Mir selber ist ein Bogenschütze mit einem ordentlichen Bogen und Ahnung jeden falls lieber als einer der nur 3 mal im Jahr nen Pfeil fliegen lässt, mit nem 25lbs GFK Reiterbogen und IDV Rundkopf...


    Davon ab, ich mache seit 13 Jahren LARP und bisher sind glaub ich auf 2-3 Cons überhaupt mal Zugstärken gemessen worden. Vor allem ist die Zugstärke als alleiniges Merkmal sehr sehr ungeeignet.


    ABER: Für einen reinen Einsteiger der sicher sein will: 25LBS Langbogen Marke Bärentöter oder ähnliches, dazu Flachkopfpfeile und ihr macht nix verkehrt.

    Stephan

  3. #13
    Shavalen
    Shavalen ist offline
    Grünschnabel

    Beiträge
    9
    Bei 4 Schritt mit vollauszug zu schießen, da muss man aber schon sehr sehr dämlich sein :eek:

    Ich meine, das weiss ja sogar ich, das sowas nicht gut geht

  4. #14
    stephan_harald
    stephan_harald ist offline
    Forenjunkie Avatar von stephan_harald

    Ort
    Mülheim an der Ruhr
    Alter
    50
    Beiträge
    2.588
    Zitat Zitat von Shavalen
    Bei 4 Schritt mit vollauszug zu schießen, da muss man aber schon sehr sehr dämlich sein :eek:

    Ich meine, das weiss ja sogar ich, das sowas nicht gut geht
    Sag das dem Trottel der mit einem 25Lbs Reiterbogen und einem IDV Rundkopf für einen Krankenhausaufenthalt des Gertroffenen verantwortlich war.

    Der Schütze war dann noch zu feige sich zu melden, wurde aber Anhand eines Videos indentifiziert und wollte dennoch alle Schuld von sich weisen etc.

    Es ging hier auch um Kosten auf denen das Opfer hängenbleiben sollte, die eine Haftpflicht durchaus abgedeckt hätte...


    Stephan
    PS: es gibt keine "schwarzen Listen", meine ist eh digital und eher weiß als schwarz

  5. #15
    ich
    ich ist offline
    Alter Hase Avatar von ich

    Ort
    Leverkusen
    Beiträge
    1.779
    Wie genau setzt sich denn das, was der Getroffene dann spürt, wenn ihn der Pfeil trifft zusammen?
    Welche Faktoren, wenn nicht nur lbs kommen da zusammen?
    -NEIN! Ich werde auf gar keinen...
    -Keks?
    -Bin dabei!

  6. #16
    stephan_harald
    stephan_harald ist offline
    Forenjunkie Avatar von stephan_harald

    Ort
    Mülheim an der Ruhr
    Alter
    50
    Beiträge
    2.588
    Och, das haben Harald und ich hier schon x-mal erklärt.

    Die Kurzform:

    Das was ja Auftrifft, ist die Energie mit der der Pfeil abgeschossen wird.

    Hierfür sind mehrere Faktoren ausschlaggebend:

    - Material des Bogens
    - Bauform des Bogens
    - Auszug
    - Auszugsgewicht
    - Sehne
    - Art des Pfeiles

    Um es mal kurz zu sagen: Ein Sportcompboundbogen mit 20 Pfund Auszug, wird einen so harten Schuss abgeben das willst Du nicht spüren.

    Ein Langholzbogen aus Holz wird je nach Material auch mit 35lbs Auszug nicht so sehr wehtun

    Ein Reiterbogen oder Recurve ist da in der Mitte.


    Beim Material sieht es ähnlich ähnlich aus: Eine Manau Nudel hat einen hohen Verlust daher sanftes auftreten, wobei Hochleistungskunststoffe oder auch Eibe eine sehr gute Kraftabgabe haben.

    Dann kommt es auch darauf an, wenn Du einen 26" Auszug hast (normalerweise) und ziehst auf 28" den IDV aus... hast wieder eine ganz andere Kraft die beim Schuss wirkt.

    2" mehr ist zwar nicht gut für den Bogen, aber die meisten Dachlatten oder GFK Bögen können das schon zumindest eine gewisse Zeit ab

    Dann kommt dazu eventuell dazu wie alt der Bogen ist. Einige Materialien geben stark nach beim längeren Gebrauch.

    usw. usw.

    Wer einfach nur mal eine Bogenwaage nimmt um eine Pfundzahl zu messen, um damit festzulegen wie gefährlich ein Bogen ist, hat einfach wenig Ahnung von Pfeil und Bogen.

    Ich behaupte ja immer noch das ein 25lbs Reiterbogen aus einem hochwertigem GFK mit einem IDV Rundkopf ein deutlich härteres Trefferbild hat, als ein Langbogen aus Esche (Eibe ist kaum zu bekommen) mit 35lbs und enem IDV Flachkopf. Nur um einfach mal zu verdeutlichen, das das Auszugsgewicht alleine nicht viel aussagt.


    Stephan

  7. #17
    Alex
    Alex ist offline
    Forenlegende Avatar von Alex

    Ort
    Wahlhesse mit Ruhrpottherkunft
    Beiträge
    12.291
    Mal ein einfacher Versuch, die wichtigsten Faktoren zu erklären (Sicher nicht so unterhaltend, wie das Harald kann):

    Impuls ist Masse multipliziert mit Geschwindigkeit. Hier sieht man schon auf den Pfeil projiziert, dass die Masse des Pfeiles wichtig ist. Unterschiedliche Pfeile haben unterschiedliche Massen. Logisch. Die Geschwindigkeit (und die Richtung) sind bei einem Pfeilflug nicht über den ganzen Flug konstant. Der Pfeil wird mit der Zeit langsamer und die Flugrichtung geht irgendwann in Richtung Boden. Letzteres liegt an der Erdanziehung. Ersteres hauptsächlich an dem Luftwiederstand. So wird ein Flachkoppfeil früher langsamer als eine aerodynamischer Rundkopfpfeil. Soweit schonmal grob umrissen der Pfeil.

    Zum Bogen. Der Beschleunigt den Pfeil. Das tut er aber nicht auf einem Punkt, sondern über eine Strecke. Nämlich über die Strecke, die der Schütze den Bogen ausgezogen hat. Über diese Strecke wird der Pfeil vom Bogen über die Sehne "angeschoben". Nun passiert das aber nicht permanent mit gleicher Kraft. Am Anfang schiebt der Bogen den Pfeil noch sehr ruckartig und heftig an, aber je mehr sich der Bogen entspannt, desto weniger wird der Pfeil beschleunigt. Hier ist Form, Größe und Material ausschlaggebend. Bei der Form beschleunigt ein Recurve-Bogen (Das sind die, bei denen die Enden sich wieder in die andere Richtung biegen) nunmal heftiger, als ein "normaler".

    Beim Material wird es noch diffiziler. GFK verhält sich anders als Holz. Die eine Holzart ganz anders als die andere. Es gibt Bögen, da sind verschiedene Materialen drin verbaut. Und und und.

    Was sind nun LBS? LBS bezeichnet erstmal eine Zugkraft mit einer Gewichtseinheit, die auch als "Pfund" bezeichnet wird. Dieser Pfund hat aber nichts mit den 500g zu tun, die wir so als Pfund bezeichnen, sondern es geht hier um englischen Pound. Das ist ein wenig mehr als 500g (Wen das genau interessiert, der kann mit Google Umrechnungstools finden). Wenn wir also von Pfund in Bezug von Bögen sprechen, reden wir von Pounds oder auch LBS. Da rechnet keiner von uns das ganze im Kopf um.

    Und was gibt die LBS-Zahl an? Die Zugkraft bei einem bestimmten Auszug (der Wiederum in Zoll angegeben wird). Warum sich das nur auf einen bestimmten Auszug beziehen kann, haben wir ja oben schon verstanden: Die Zugkraft verändert sich mit dem Auszug. Gut, wir sehen also, Zugkraft kann nur auf einen bestimmten Auszug gesehen werden. Und da verrät sie uns mal gar nichts, wie der Pfeil danach weiter beschleunigt wird. Auch sagt uns das gar nichts über die Wechselwirkung von irgendwelchen Pfeilen (Wir erinnern uns an die unterschiedliche Masse und die Sache mit dem Luftwiderstand) mit dem Bogen. Selbst zwei Bögen aus einer Holzart werden sich aufgrund Dicke und der Tatsache, dass Holz als Naturwerkstoff kein homogenes Material ist, unterscheiden. Die LBS sagt auch nichts darüber aus, wie schnell ein Bogen sich zurückentspannt. Das spielt nämlich auch mit rein. Ein kleines Gedankenexperiment hilft hier schnell zum Verständnis. Man denke sich wir hätten einen gespannten Bogen aus Plastik und einen aus Gußeisen, der zumindest in der Form eines gespannten Bogens wäre. Das Plastikding erreicht nun auf einem Auszug von 28 Zoll eine Zugkraft von 15 LBS. Das Gusseisending schafft diese Zugkraft laut Auszugswaage aber schon bei nicht mal einem Zoll. Na, wer beschleunigt den Pfeil nun dennoch besser? Richtig, das Plastikding, weil das Gusseisending fast völlig starr ist. Damit kann man schon ein sehr grobes Verständnis dazu entwickeln, dass sich unterschiedliche Materialien eben ganz anders Verhalten und mehr Zugkraft bei gleichem Auszug nicht unbedingt mehr Beschleunigung heißen muss.

    Hm, warum nimmt man dann so ein anscheinend nichtssagendes Maß wie diese Zugkraft bei einem bestimmten Auszug? Tja, zum einen ist das historisch bedingt, zum anderen gibt es kaum ein beschreibenderes Maß, was sich leicht ermitteln und als eiinzelne Zahl aufschreiben lässt. Schöner wäre ein Impuls nach einer bestimmten kurzen Flugweite (etwa 1 Meter), der auf ein Ziel einwirkt und die Fläche, über die sich der Impuls verteilt (Pfeilkopfdurchmesser). Dazu müsste man aber schon aufwendigeres Equipment haben, um das auf Con bestimmen zu können, und man müsste entsprechende Tabellen für jede Pfeilbauart haben. Geht so erstmal nicht. Also müssen wir weiter mit den LBS rechnen und uns dabei im klaren sein, dass die Aussagekraft davon begrenzt ist und vor dem Kontext von Material, Form und Größe des Bogens betrachtet werden muss. Hier hilft dann nur Erfahrung.

    Zu den erlaubten Zugstärken: 25 LBS sind derzeit üblich, IDV-Rundkopf-Pfeile auch gar nicht für mehr ausgelegt, außer bei Holzlangbögen, da sind mittlerweile auch 30 LBS erlaubt (Steht so auch explizit in der aktuellen Gebrauchsanleitung). Einige Orgas pauschalisieren sich dennoch lieber auf 25 LBS, egal welche Bogenart. Also: So lange Du unter 25 LBS bleibst, bist Du halbwegs auf der sicheren Seite.

    Worauf solltest Du noch achten? Vernünftiges Material. Manua ist nicht so der Knaller, Rattan auch nicht. Darüber hinaus würde ich einfach den Bogen, den Du gedenkst, Dir zu holen mal verlinken und einfach fragen, einige hier können dann das ganze schon etwas einschätzen bzw. vielleicht hat der ein oder andere auch schon Erfahrungen mit dem Modell.

    Ich hoffe, das hilft ein paar Leuten weiter. Sonst noch Fragen?

    Grüße,
    Alex

  8. #18
    Harald Ösgard
    Harald Ösgard ist offline
    Hardcore Poster Avatar von Harald Ösgard

    Ort
    Erlangen
    Beiträge
    6.094
    Um es noch spannender zu machen, es gibt noch einige Faktoren mehr, die dafür sorgen das ein Pfeil entweder gut oder eher nicht so gut vom Bogen abgeht.

    - Spinewert des Pfeils
    - Masseverteilung des Pfeils
    - Nockpunkt auf der Sehne
    - Standhöhe der Sehne
    - Wie die Sehne (mit welchen Fingern) gespannt wird
    - die Körperspannung im Moment des Schusses
    - ob die Sehne von den Fingern abrollt beim Lösen
    - Befiederung des Pfeils

    och und bestimmt noch mehr... :wink:

    Im Wesentlichen handelt es sich bei Pfeil und Bogen um eine verdammt komplexe Maschine. Wer das mal begriffen hat, der kann vor den altvorderen einfach nur noch den Hut ziehen. Schon Ozzies Bogen war technologisch genauso ausgereift wie die legendären englischen Langbögen einige tausend Jahre später...

    Der Knackpunkt dieser "Maschinerie" ist immer die Energieumwandlung. Das ist genau wie bei einer Glühbirne an einer Batterie. In der Technik ist sowieso immer fast alles die gleiche Leier.

    Die Batterie, das ist der Bogen. Das "Laden" entspricht dem Spannen. Eine Batterie braucht immer mehr Ladung als sie wieder abgeben kann, ein Bogen wird auch nie 100% der reingesteckten Arbeit wieder abgeben können. Verluste wo man nur hinschaut. Keine Arbeit ohne Verluste - das ist ein Naturprinzip.

    Na gut, die Analogien zwischen Pfeil, Kupferdraht und Glühbirne usw. zu finden, das ist die Hausaufgabe für heute. :wink:

    [Wenn schon Lehrer, dann auch Hausaufgaben :lol: ]

  9. #19
    salogel2
    salogel2 ist offline
    Erfahrener User

    Ort
    Neu-Anspach (Frankfurt)
    Beiträge
    290
    HAUSAUFGABEN?????????????????????

    DIE HAB ICH GANZ VERGESSEN

    NNNNNEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNN!! !!!
    "Viele, die leben, verdienen den Tod, und manche, die sterben, verdienen das Leben. Also gehe nicht so leichtfertig mit dem Todesurteil um."

  10. #20
    Leander
    Leander ist offline
    Forenjunkie Avatar von Leander

    Ort
    Berlin
    Beiträge
    4.505
    Eine Korrektur hätte ich in Bezug auf Alex Beitrag (das ist jetzt nichts weltbewegendes, aber dennoch): Ein englisches Pfund (Pund, lb(s)) hat nicht mehr, sondern weniger als 500g. 1lb entspricht ungefähr 454g (453,irgendwas g).
    "It is always a silly thing to give advice, but to give good advice is absolutely fatal." - Oscar Wilde

Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Pflege von holz bögen
    Von salogel2 im Forum LARP - Allgemein
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 27.06.2010, 17:48
  2. Fernglaß an Bögen
    Von salogel2 im Forum LARP - Allgemein
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 12.02.2010, 08:47
  3. problem bei bögen
    Von Alana im Forum LARP - Allgemein
    Antworten: 21
    Letzter Beitrag: 17.04.2009, 18:48
  4. Günstige Bögen bei ebay
    Von Abraham Gibs (Archiv) im Forum Waffen
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 01.02.2009, 09:02
  5. Larp-Bögen
    Von Eillonwy (Archiv) im Forum Waffen
    Antworten: 75
    Letzter Beitrag: 19.01.2007, 15:18

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
  • BB-Code ist an.
  • Smileys sind an.
  • [IMG] Code ist an.
  • [VIDEO] Code ist an.
  • HTML-Code ist an.
(c) mit Unterstützung von Trollfelsen.de