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  1. #1
    Garahn
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    Diechlinge (gepolstert)

    Hallo Leute,

    in diversen Post habe ich mich nun mittels Suchfunktion an die Fersen der Diechlinge geheftet.
    Und bin noch nicht ganz zufrieden bzw. unsicher mit den gewonnen Informationen.
    Hier nun mal meine "Erkenntnisse":

    Zeitraum:
    Der zeitlichen Einordnung der jeweils genannten Rüstungen, in deren Zusammenhang gepolsterte Diechlinge erwähnt wurden, entnehme ich, dass diese ca. ab Mitte des 13. Jahrhunderts Verwendung fanden.

    Einige Bildquellen, die mir das Inet zur Verfügung stellte, passen in diese Zeit.

    Kombination:
    Bei Rittern immer in Kombination mit Kettenhemd/Kettenbeinlinge, meist mit Plattenrock.

    Verwendung:
    In der Regel über den Kettenbeinlingen, als zusätzlicher Schutz der Oberschenkel.
    Ähnlich wie die Beinlinge am Bruchengürtel (evtl. zusätzlicher Gürtel, der auch die Kettenbeinlinge hält?) befestigt.

    Aussehen:
    Abgesteppte Röhre, die Oberschenkel bis über das Knie schützt. Knie selbst oft zusätzlich geschützt (Leder / Metall-"Buckel").


    Fragen:
    1.) Ergänzungen / Korrekturen zu o. g. Übersciht?
    2.) Die im Larp gebräuchlichen Exemplare sind auf der Rückseite fast alle zum Schnüren. Auf den mir bekannten zeitgenössischen Zeichnungen ist dies nicht zu erkennen. Ist die Schnürung eine Notwendigkeit der Einheitsgrößen oder gibt es dafür noch andere Bildquellen?
    3.) Passen Poslterdiechlinge auch zu einem einfachen Kämpfer, der grundsätzlich nur auf Sarrock/Gambeson zurückgreifen kann?
    (hierzu habe ich keine Bildquellen gefunden, kann mir dies persönlich aber vorstellen. Wenn's ein No-Go ist, bitte kurze Info)

  2. #2
    Cartefius
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    Passen Poslterdiechlinge auch zu einem einfachen Kämpfer, der grundsätzlich nur auf Sarrock/Gambeson zurückgreifen kann?
    Ich würde jetzt mal (ohne nähere Quellenbelege) mutmaßen, dass für einen Fußkämpfer, der ja auch viel marschieren muss, die Verwendung eines knielangen Stepprocks schlicht die bequemere und einfachere Wahl ist, ohne dabei viel an Schutzwirkung einzubüßen..

  3. #3
    Kelmon
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    Mir ist Bildmaterial bekannt, das Fußkämpfer mit Diechlingen zeigt.
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  4. #4
    Garahn
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    Danke Cartefius und Kelmon für die Rückmeldung.

    Bei den mir bekannten Bildern waren zwar auch Kämpfer zu Fuß zu sehen, aber aufgrund der Ausrüstung nehme ich an, es handelt sich um abgesessene Ritter (Quelle: maciejowski / Kreuzfahrerbibel).
    Allerdings habe ich diesbezüglich noch nciht alle verfügbaren Bilder durchgesehen.

    Kelmon, weißt du evtl. in welchen Quellen du Abbildungen gesehen hast? Dann würde ich da selbst mal nachschauen.


    Bei der rückseitigen Schnürung nehme ich mal an, wird's sich wohl um die Problemlösung der Einheitsgrößen handeln.
    Keine geschnürten Diechlinge gesehen.

    Werde mich dann auch wohl ans "Maßschneidern" machen und die Schnürung weglassen.

  5. #5
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    Oje...Problem ist, daß ich mich noch an die Szene erinnern kann (Soldaten stehen vor brennendem Haus, im Hintergrund trägt jemand eine Truhe), nicht aber, woher sie stammt. Ich meine auch, daß da Eisenhüte getragen wurden, also keine Ritter waren...vermutlich war das ganze natürlich irgendwas biblisches, wie so oft.

    Sagen wir's mal so: Selbst falls ich Recht habe, und diese Quelle existiert, sind Diechlinge für Nicht-Ritter gemessen an ihrem Auftreten vermutlich so oder so eine Seltenheit. Interessant wäre hier vielleicht, mal Bilder von Aufgeboten reicher Städte (Köln!) herauszusuchen, die ja auch ihr Bürgerheer mit Ringelpanzern ausstatten konnten - somit würde man da mitunter Diechlinge auch an nicht-Rittern sehen - oder eben auch nicht.
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  6. #6
    Garahn
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    Okay, sofern das brennende Haus geplündert wird (getragene Truhe), hab' ich das auch schon gesehen. Irgendwo...

    Ansonsten habe ich hier: http://www.themorgan.org/collections...ine.asp?id=252 noch einen Kämpfer gefunden. Er trägt Eisenhut, Kettenhemd, Schwert, Speer, sehr großen Schild und Diechlinge. Er trägt keine Kettenbeinlinge, dafür aber Schienen am Unterschenkel.
    Aufgrund des für einen Reiter sehr großen Schildes und des Eisenhutes sieht's in meinen Augen nach Fußkämpfer aus.
    Auf den Folgebildern eine ähnliche Abbildung (gleiche Person - David gegen Goliath, daher vermutlich die übertriebene Größe?!).
    Ist aber der einzige Kämpfer, der mit dieser Kombination dargestellt. Ansonsten entweder ohne Beinschutz oder eben mit Kettenbeinlingen.

    Ich werd' die Tage mal weiter schauen.

  7. #7
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    Diese Goliathabbildung aus der KFB ist mit extremer Vorsicht zu geniessen, sie stellt nämlich zwangsweise nicht die Ausrüstung aus der Zeit der Abbildung dar. Goliath wird nämlich in der Bibel wörtlich als Kämpfer mit Beinschienen beschrieben - so daß der Künstler sich hier eine Rüstung ausdenken mußte, die es zu seiner Zeit schon lange nicht nicht mehr bzw. noch nciht gab. Als Zeitgenössische Quelle daher eher unbrauchbar.
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  8. #8
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    So, bin nun doch noch über ein Bild in der mac-bibel gestolpert, das einen Ritter/Kämpfer ohne Kettenbeinlinge aber mit gepolsterten Diechlingen zeigt.

    Es lässt sich jedoch nicht erkennen, ob tatsächlich Ritter oder Fußkämpfer.

    Da es mir dabei aber auch etwas um den OT-Schutz der Knie geht, sollten Diechlinge auch für einen Fußkämpfer passen.

    Alle abgebildeten Exemplare sind geschlossene Röhren, also nichts zum Schnüren.
    Die Befestigung ist nie zu sehen.

    Ich werde dann jetzt doch wohl in den nächsten Tagen mit dem Schneidern anfangen. Geplant ist:
    -Befestigung analog der Beinlinge am Bruchengurt
    -länge bis unters Knie
    -ohne angenähte Kniekachel (konnt ich auf keinem Bild erkennen, wenn, dann sah es nach separaten Kniekacheln aus)
    -der Einfachheit halber (und weil noch Material rumliegt) werde ich die Kombination Leinen-Wolle-(Wolle)-Leinen wählen.

    Hat jemand Erfahrungswerte, wie eng man die DIechlinge schneidern darf, damit die Beweglichkeit des Knies nicht zu sehr eingeschränkt wird?



    @Kelmon: nochmals Danke für die "Warnung". Hatte da erst nicht dran gedacht. Aber die Darstellung dient wohl in der Tat lediglich der Identifiaktion des Goliath.

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