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  1. #1
    dsayn
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    Neuling Avatar von dsayn

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    Was ist schwerer: Platte oder Kette?

    Da ich vom letzten Con noch ordentlichen Muskelkater habe von dem Kettenhemd, wollte ich euch mal fragen was mehr wiegt?
    Ein langärmliges Kettenhemd oder eine Torsoplattenrüstung mit Armschienen und vielleicht auch noch Schultern.
    Und ist die Bewegungsfreiheit bei Platte tatsächlich mehr eingeschränkt als mit einem Kettenhemd das mich nur unter den Schultern und am Ellenbogen kneift.

  2. #2
    Justav
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    Re: Was ist schwerer: Platte oder Kette?

    Platte ist grundsätzlicher leichter, da weniger Material gebraucht wird. Dafür muss ein Plattenharnisch sehr viel besser an den Träger angepasst werden, damit er nicht stört, und mit einem Kürass ist man natürlich auch eingeschränkter, da man bspw den Oberkörper nicht beugen kann.

    Ansonsten: Warum haben sich die Rüstungen vom Kettenhemd hin zum Plattenpabzer entwickelt? Vermutlich weil der besser war, sonst wären die meisten beim alt bewährten geblieben..
    So long

    Justav

  3. #3
    Cartefius
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    Stimmt, historisch ist Plattenrüstung leichter als Kettenrüstung, und das ist auch bei den meisten Larprüstungen der Fall. Deswegen ist auch eine gute Plattenrüstung weniger hinderlich als ein Kettenhemd, und lässt zum Beispiel Torso- und Armbewegungen ebenso zu.

    Das Problem ist: Plattenrüstungen sind steif, und ihre Gelenke müssen sich deswegen an genau den richtigen Stellen befinden, was bedeutet, dass man die meisten komplexeren Stücke genau maßanfertigen muss, damit sie hauteng sitzen. Nach der Beschreibung "Torso, Armschienen, Schultern" schließe ich hingegen, dass du keine hochwertige historische Rüstung im Sinn hast, sondern eins der vielen billigen Larpdesigns, die oft in Einheitsgröße gefertigt sind und bei denen sehr oft Funktionalität auf Kosten von imposantem und einfach herzustellenden Designs geht - Zu einem Kürass mit Schultern würde historisch niemand offene Armschienen tragen.

    Hier ein Beispiel, das zeigt, wie nah an der natürlichen Form ein hochwertiges Stück Beinzeug sein kann:
    http://api.ning.com/files/uZwaldDmEd...s/DSC00333.JPG

    Da hat man tatsächlich kaum Bewegungseinschränkung, während billige Fabrikate oft abstehen, rutschen schlackern und scheppern, selbst dann wenn schon die komplexen Geschübe an den Gelenken durch offene Spalten zwischen steifen Beinschienen ersetz wurden.

  4. #4
    Galatea
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    Re: Was ist schwerer: Platte oder Kette?

    Zitat Zitat von Justav
    Ansonsten: Warum haben sich die Rüstungen vom Kettenhemd hin zum Plattenpanzer entwickelt? Vermutlich weil der besser war, sonst wären die meisten beim alt bewährten geblieben..
    Platte schützt sehr viel besser vor Beschuss.
    Die große Problematik am Kettenpanzer sind ja Pfeilspitzen, die sich durch die Ringe sprengen. Allerdings gabs richtige Plattenpanzer afaik erst im Spätmittelalter, selbst im Hochmittelalter war Kette noch der Standard und Plattenteile die Ausnahme.

    Entwicklungen müssen btw nicht immer zum besser hingehen. Manchmal erzwingen äußere Notwendigkeiten oder andere Umstände auch eine Entwicklung zu einem schlechteren Endprodukt.
    Beispielweise ist das aktuelle Natokaliber (5,56) dem alten Natokaliber (7,62) an Reichweite und Durchschlagskraft deutlich unterlegen. Der Hintergedanke war das mehr an Munition - das sowas auch nach hinten losgehen kann hat man in Somalia gesehen, wo die mit Drogen zugedröhnten Somalis teilweise noch nach 5,56er Salven weitergelaufen sind, aber von der Manstopwirkung einer 308er-Kugel (7,62) sofort umgerissen wurden.
    Mittlerweile ballern ja auch die ganzen Spezialeinheiten (SEALs etc.) 0,50erBMG aus ihren M16, weil ihnen das Standardnato zu wenig Durchschlag hat.
    Just be - Sei einfach.

  5. #5
    stephan_harald
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    Das ist so nicht ganz Richtig Galatea.

    Also, der Grund für das kleinere Kaliber war ein anderer. Zunächst einmal ging es um Hülsenlose Munition, die einmal das Gesamtgewicht verringerte und in der Herstellung günstiger ist. Dazu sollte ein einfacherer Pflegeaufwand kommen.

    Die geringere Durchschlagskraft wollte man mit Hochgeschwindigkeitsmunition kontern, die halt schon bei Streifschüssen in der Lage ist Nervenschocks auszulösen. Gottseidank ist diese Munition schnell wieder verschwunden. Man blieb aber da die Knarren in den USA ja schon im Umlauf waren bei dem Kaliber.

    Da aber nunmal die USA in der Nato die Vorgaben machten, zog Europa Ender der 90er Jahre nach.

    Es gibt aber immer noch wenig Gewehre die es mit einem gutgepflegten und eingestellten G3 aufnehmen können.


    Zurück zu den Rüstungen. Plattenteile kamen schon recht schnell in Mode. Der Ganzkörperpanzer kam relativ schnell auf, nachdem die ersten Schusswaffen mit Pulver aufkamen und die Armbrüste ein Kettenhemd sprengen konnten.

    Man könnte fast geneigt sein zu sagen, der Plattenpanzer war die Antwort auf Pulverwaffen und Armbrüste (Nicht umsonst war die Armbrust von der Kirche geächtet, konnte man doch mit sehr einfachen Mittel den Ritter vom Gaul holen)

    Es war halt immer ein Wettrennen Waffe - Rüstung.

    Stephan

  6. #6
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    @Galatea


    *eek*

    Beispielweise ist das aktuelle Natokaliber (5,56) dem alten Natokaliber (7,62) an Reichweite und Durchschlagskraft deutlich unterlegen. Der Hintergedanke war das mehr an Munition - das sowas auch nach hinten losgehen kann hat man in Somalia gesehen, wo die mit Drogen zugedröhnten Somalis teilweise noch nach 5,56er Salven weitergelaufen sind, aber von der Manstopwirkung einer 308er-Kugel (7,62) sofort umgerissen wurden.
    Mittlerweile ballern ja auch die ganzen Spezialeinheiten (SEALs etc.) 0,50erBMG aus ihren M16, weil ihnen das Standardnato zu wenig Durchschlag hat.
    Nö!

    Zum einen sind es zwei ganz unterschiedliche Munitionstypen für zwei ganz unterschiedliche Einsatzbereiche und der Grund, auf 5.56 umzuschwenken war, weil man in der NATO ein relativ einheitliches Lieferbild für Munition haben wollte, damit es in Notfallsituationen keine Lieferengpässe gibt.
    Ferner ist es so, dass unsere amerikanischen Verbündeten durchweg positive Erfahrungen mit dem Kaliber machten.
    Das, was du in Somalia ansprachst, ist m.E. (wir waren ja alle nicht dabei ...) genau andersrum passiert: Wo die höhere Durchschlagskraft einer 7.62 teilweise einfach durchstanzte und eventuell noch zwei Leute dahinter traf, die dann fröhlich weiterliefen, weil es zu keinen letalen Verletzungen kam und der Khatpegel die Schmerzen unterdrückte, hat das kleinere Kaliber durch die kinetische Energieabgabe eine höhere Manstop-Wirkung erzielt.
    7.62 hat auf solcherlei kurzen Distanzen im Grunde genommen eine Manstop-Wirkung = 0, weil es eine Munition für hohe Reichweite auf Weichziele ODER zur Bekämpfung von Hartzielen auf nahe Distanz ist!

    Die M16 (5.56), mit der man eine .50er BMG, die zum Einsatz gegen gepanzerte Fahrzeuge und ähnliches gedacht ist, verschießt, musst du mir mal zeigen!
    Selbst wenn man einen .50er Rohr einbaut, würde es die ganze Verschlusskammer zerlegen.


    @stephan_harald

    Die ganze Geschichte mit den Nervenschocks ist eine fette Urban Legend!
    Die Flechette-Munition war ein Versuch, nicht mehr "traditionelle" Hülsen-Geschoss-Treibladungsprojektile zu verschießen, sondern kleine Pfeile in einem Mantel aus gepresster Treibladung.
    Das hat mit dem 5.56er Kaliber sehr wenig zu tun und der Versuch wurde auch eingestellt, weil die Munition einfach viel zu unzuverlässig war.
    Vermutlich war der Umstieg auf das neue STAN-Sturmgewehr zumeist eine wirtschaftliche Lösung, um es einfacher zu machen, die ganze NATO mit einheitlich passender Munition zu beliefern.

    Übrigens kann es das G36 sehr wohl mit einem G3 aufnehmen, wenn man einfach mal vernünftig ein paar Dinge betrachtet:
    Das G36 ist eine Waffe, die für den zuverlässigen Gebrauch von nicht-spezialisierten, teilweise unzureichend trainierten Soldaten in "normalen" Anwendungsbereichen konzipiert ist und die schon allein durch den technischen Schnickschnack einen Großteil mangelnden Trainings und Untalentiert auszugleichen vermag.
    Das G3 ist ein Gewehr für Soldaten, die sehr gut trainiert sind und die Überlegenheit der Munition auf größere Distanzen überhaupt ausreizen können. Daran hapert es nämlich im normalen Gebrauch - eine tolle Waffe, aber wer kann bei der heutigen Situation in der BW damit noch richtig umgehen?



    Aber, nix für ungut, das fällt ja wirklich nicht mehr unter "Mittelalter"



    Grüße,
    Varg

  7. #7
    stephan_harald
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    Varg, Du hast Recht, ich habe damals als einer der wenigen mit dem G11 geschossen (unsere Waffengruppe hatte das im Rahmen der Umstrukturierung zur KRK Brigade zum Testen) , das G36 habe ich nie in die Hände bekommen.

    Die Mannstopp Wirkung ist in der Tat beim G36 bis 150mtr deutlich höher als bei einem G3. Das liegt interessanter Weise an der kleinen leichten Patrone die schon nach wenigen Zentimeter Einrdringtiefe zum überschlagen und Zerlegen neigt.

    Allerdings hat das kleine Kaliber deutliche schwächen gegen Hartziele und im Häuserkampf.

    So das reicht nun aber wirklich

    Stephan -6092 ihr Muschis

  8. #8
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    Wow, in den Genuss bin ich nie gekommen, dafür war ich im Rahmen von IdZ2000 auch bei denen, welche die MP7 nutzen durften und damit haben sie es ja endlich geschafft, eine wirklich effektive "Draufrotzwaffe" zu schaffen, gegen die es momentan so gut wie keine "Rüstungsklasse" gibt ... die hat übrigens fast das selbe Kaliber wie das G11 ...

    *schwelg*

    Ne, bleiben wir mal bei großen, männlichen Kloppern aus Stahl :cool:



    Grüße,
    Varg - die im Gegensatz zu euch billigen Plagiaten wenigstens ne echte Muschi hat

  9. #9
    Harald Ösgard
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    Ein Wort:

    KALASCHNIKOV !

    ('47 und '74)


    (RPG7 - DAS ist fürs grobe Draufrotzen... Millionen Millizen können nicht irren...)

  10. #10
    dsayn
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    Zitat Zitat von Cartefius
    Nach der Beschreibung "Torso, Armschienen, Schultern" schließe ich hingegen, dass du keine hochwertige historische Rüstung im Sinn hast, sondern eins der vielen billigen Larpdesigns, die oft in Einheitsgröße gefertigt sind und bei denen sehr oft Funktionalität auf Kosten von imposantem und einfach herzustellenden Designs geht - Zu einem Kürass mit Schultern würde historisch niemand offene Armschienen tragen.
    Stimmt. Die Rüstung soll für mein NSC Ork sein, mit einem Kompromiss aus Rüstungspunkten und Bequemlichkeit.
    Ich habe bereits einen schwarzen Gambeson, wo ich allerdings weder meine Lederrüstung noch das Kettenhemd drüber bekomme, weil der so dick aufträgt.
    Deswegen überlege ich jetzt ob es sinnvoll ist mir noch ne Plattenrüstung zu kaufen, es so zu lassen oder mir als Alternative eine Brigantine zuzulegen soll, da ich als NSC sowieso keine Punkte zähle.

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