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  1. #1
    Tala_Pran
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    CVJM Herbstein

    http://www.lauterbacher-anzeiger.de/...in/8930548.htm

    (ar). Über dem CVJM-Feriendorf in Herbstein hängt ein großes Damokles-Schwert. In der Vergangenheit hatte es bereits mehrfach Schwierigkeiten zwischen den Betreibern der Anlage und dem örtlichen Jagdpächter gegeben. Nun soll das Ganze vor Gericht entschieden werden. Sollte das Feriendorf den Streit verlieren, droht die Insolvenz. Mitten drin im Streit "Tourismus kontra Jäger" steht die Stadt Herbstein.

    Stein des Anstoßes sind die Rollenspieler, so genannte Larps (live action role playing), die im Wald in ihre Fantasiewelt tauchen wollen (der LA berichtete mehrfach). Von der Stadt bekam das Feriendorf für diesen Zweck nach einigem Hin und Her eine ganzjährige Nutzungsgenehmigung - unterstützt von der Unteren Naturschutzbehörde - für eine ausgewiesene Waldfläche. Der Jagdpächter Martin Tresser, wohnhaft in Österreich, sieht nun sein Jagdrecht gefährdet und sorgt sich um das Wild, das im betroffenen Gebiet besonders im Frühjahr seine Jungen großziehe. Auch gefährdete Arten wie Uhu, Schwarzstorch, Eisvogel, Roter Milan und Schwarzspecht seien im Jagdgebiet zu finden und besonders schützenswert.

    Die Rollenspieler sind kein neues Phänomen im CVJM-Feriendorf. Schon seit 17 Jahren treffen sich jugendliche und erwachsene Fans im Vogelsberg, um dort ihrem ausgefallenen Hobby zu frönen. Viele Gruppen beschränken sich in ihrem Spiel auf das Gelände des Feriendorfes, einige zieht es aber seit je her mit ihrem Improvisationstheater in den nahegelegenen Wald. Dies machte nun eine Erlaubnis erforderlich, zuvor war das Spiel bereits mehrere Jahre ohne offizielle Genehmigung im Wald gelaufen.

    Nun stehen sich die beiden Parteien gegenüber: Auf der einen Seite bangt CVJM-Feriendorfleiter Jörg Podlinski um die Existenz der Einrichtung. Sollte ihm nicht mehr erlaubt werden, mit seinen Rollenspielgruppen den Wald zu benutzen, steht sein Haus vor dem Aus. Auf der anderen Seite stehen der Jagdpächter, mittlerweile unterstützt von der Jagdgenossenschaft, die sich um die Tiere im Wald und die Schäden, die die Rollenspieler eventuell verursachen, sorgen.

    Mittendrin im Konflikt befindet sich die Stadt, die nicht nur größter Waldbesitzer in der Jagdgenossenschaft ist, sondern auch ein berechtigtes Interesse daran hat, dem CVJM-Feriendorf als wichtigem Tourismusmagnet zu helfen. Bürgermeister Bernhard Ziegler bedauert, dass sich mittlerweile zwischen den Parteien so feste Fronten gebildet hätten. "Wir müssen nun abwarten und auf eine Klärung hoffen, die Sicherheit gibt und beiden hilft"

    "Wir brauchen 18 000 bis 20 000 Übernachtungen, um rentabel zu wirtschaften", erklärt Jörg Podlinski . Durch die Querelen um die Waldnutzung sei ihm schon ein nicht unerheblicher Teil seiner Übernachtungszahlen auf nunmehr 15 000 weggebrochen. Rücklagen seien mittlerweile aufgebraucht, aufgrund des neuen Vertrages mit der Stadt vor gut einem Jahr habe er jedoch die Zahlen wieder auf 18 000 steigern können. Herbergen hätten es zur Zeit generell schwer, da auf Grund der demographischen Entwicklung immer weniger Kinder zu Besuch kämen, daher seien die Rollenspieler ein wichtiges Klientel für sein Haus. Zudem kämen auf das CVJM-Feriendorf, sollte es vor Gericht verlieren, nicht nur die Kosten des Verfahrens zu. "Wir haben auf Grund des Vertrages eine Waldnutzung zugesichert. Fällt diese weg, werden wir vertragsbrüchig und müssen die Folgekosten zahlen", betont der Leiter des Feriendorfes.

    Um dem Feriendorf zu helfen, erteilte die Stadt damals den Rollenspielern für besondere Veranstaltungen im Wald eine Gestattungserlaubnis. Als der Jagdpächter dies bemängelte, setzten sich damals alle Beteiligten zusammen, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Das dann am Steinbruch zugeteilte Gelände sagte Podlinski zunächst nicht zu, da er seine Gäste nicht gegen herabfallende Steine schützen könne. Als dieses Problem jedoch mit dem Einverständnis aller geklärt worden war, schien zunächst eine Lösung gefunden zu sein. Dann wurde allerdings entdeckt, dass das Steinbruchgebiet aus Vogelschutzgründen nicht mehr in Frage kommt, da dort Uhu und Roter Milan leben. Es musste also wieder eine andere Fläche gefunden werden.

    Im vergangenen Jahr stimmte die Stadtverordnetenversammlung schließlich zu, dem Feriendorf eine ganzjährige Nutzungserlaubnis für ein anderes Gelände im Wald zu erteilen.

    Sechs Wochenenden im Jahr seien es, an denen Jörg Podlinski seinen fantasievollen Besuchern gerne das zugewiesene Waldstück öffnen möchte. Eine Erlaubnis für das ganze Jahr sei nur deshalb notwendig, weil er flexibel auf die Buchungswünsche seiner Kunden eingehen möchte. "Hier geht es um bestimmte Termine, die lange vorher bekannt sind", erklärt Ehefrau Petra Podlinski. "Wir würden auch gerne die Termine miteinander absprechen", bietet sie dem Jagdpächter ein offenes Gespräch an. Mittlerweile sei es allerdings schwierig geworden, miteinander zu sprechen.

    Jagdpächter Martin Tresser habe nach eigener Aussage schon während der Stadtverordnetenversammlung, als die Stadt der Nutzungsvereinbarung mit dem Feriendorf über 20 Hektar zugestimmt habe, angekündigt, dass er nun gezwungen sei, weitere Schritte zu unternehmen. Nun klagen Jagdpächter und Jagdgenossenschaft gegen das Feriendorf und Jörg Podlinski. Es geht den Jägern laut Klageschrift dabei nicht um Schulklassen oder Urlauber, die im Wald spazieren gehen oder Nachtwanderungen unternehmen. Diese Gruppen habe der Pächter stets akzeptiert. Jene wenigen Stunden seien seiner Meinung nach dem gemeinnützigen Zweck geschuldet. Was nicht in der Klageschrift steht, ist die Tatsache, dass es ohnehin eine gesetzliche Pflicht des Jagdpächters ist, solche Gruppen in den Wald zu lassen.

    Es seien, so die Jäger, ausschließlich die Rollenspieler mit mehrtägigen Camps und aufwändiger Technik für ihre Spiele, die der Ausübung des Jagdrechtes entgegenwirkten. Dies beziehe sich auf weit mehr, als das bloße Erlegen des Wildes. Jagdgenossenschaft und somit auch der Jagdpächter hätten die Aufgabe, die Jungtiere zu schützen, für Schälschäden zu haften, für den Ausgleich aller Wildschäden in der Feldflur aufzukommen.

    An den Rollenspielern werden sich am 5. Juli während der Gerichtsverhandlung die Geister scheiden. Während der Jagdpächter das Ganz als "Chaosspiele" bezeichnet, meint Jörg Podlinski: "Es sind strukturierte Veranstaltungen, über die es zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen gibt. Sie dienen der Gewaltprävention, der Kreativität, fördern das Selbstvertrauen und sind sogar nützlich fürs Berufsleben. Die Gruppen, die zu uns kommen, gehören meistens Vereinen an und sind sogar als gemeinnützig anerkannt." Es werde - entgegen anderer Vermutungen - schon gar nicht wild im Wald gecampt. Übernachtet werde immer im Feriendorf.

    Außerdem wird vor Gericht sicherlich zu prüfen sein, ob die Stadt in einer selbst für Experten unübersichtlichen Rechtslage überhaupt eine Genehmigung für die Rollenspiele im Wald hätte erteilen dürfen - ohne andere Fachbehörden wie zum Beispiel die Jagdbehörde - einzuschalten. Schließlich klagen nun die Jagdgenossen - mit der Stadt Herbstein als Mitglied - vor dem Landgericht in Gießen gegen etwas, was die Stadt selbst beschlossen hat, dass nämlich die Rollenspieler im Wald ihre Spiele abhalten dürfen.

    Inzwischen hat es beim Vogelsbergkreis einen Anhörungsausschuss gegeben, in dem die Sachlage - unabhängig von der anstehenden Gerichtsverhandlung - geprüft werden sollte. Erich Ruhl, Pressesprecher des Kreises, erklärt: "Der gesamte Vorgang ist sehr kompliziert, es gibt viele unterschiedlichen Interessen auf mehreren Ebenen. Das Problem ist dem Kreis bekannt. Es ist aber nichts entschieden."
    Sabine
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  2. #2
    Kelmon
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    (Ist das nicht schon ein alter Hut? Hatte das glaube ich vor einem guten halben Jahr auf LARPer.de gelesen. Hätte gehofft, es gäbe da was neueres zu.)

    Ahem...ja...Orgas, veranstaltet da mal. los, los!
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  3. #3
    Tala_Pran
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    tja, jetzt wäre mehr pro-LARP Presse nicht schlecht.
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  4. #4
    Hana
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    Was sollte mehr Pro-Larp-Presse (von der es ja ziemlich viel gibt) an einem Jagdpächter, den Larper nerven, ändern?
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  5. #5
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    hmm ich hab eine beeinflusste Sicht auf Jäger.
    Aus jahrelangem Reitsport bin ich mit der Abneigunge Reiter/Jäger aufgewachsen.
    Jäger meinten, Reiter würden die Wege zerstören. Wir würden das Wild vertreiben und die Pflanzen schädigen.

    Ich habe bisher noch kein LARP erlebt, wo wirklich namhafter Schaden am Gelände verursacht wurden.
    Wenn es klarer wäre, dass LARPer keine randalierenden Massen sind, die sich durch einen Wald wälzen, dann könnte das jetzt nicht für die Existenz einer Familie ausschlaggebend sein.

    Hier geht es um Jobs - bezahlt der Jäger weiter die Gehälter?
    Hier geht es um Steuern - springt der Jagdverband dafür ein?
    Es geht um Umsätze der Zulieferer - Kaufen die Jäger jetzt das alles, was für die LARPer und Feriengäste gebraucht wurde?

    Es geht um Familien, Einkommen und Sicherheit - und nicht ob ein paar Vögel gestört sind bevor sie von den Jägern abgeknallt werden.
    Sabine
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  6. #6
    Schwannis
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    Jäger sind da teilweise etwas überempfindlich (ich muss es wissen mein Cousin hat einen Jagdschein und jagd auch regelmäßig) die wollen ihr Revier halt so gut wie möglich in schuss halten und wenn die denn meinetwegen eine relativ laute Orkrotte durch den Wald ziehen sehen schrillen bei denen sämptliche Alarmglocken. Ich würde sagen man sollte den Jäger halt so gut wie möglich aufklärn, zur Not halt mal mitnehm und ihm zeigen was man nun genau macht wenn er dann gemerkt hat das der Grossteil der Larper nicht lärmenden Orksen besteht wird er glaub ich relativ beruhigt sein.
    Schwannis vult!

  7. #7
    Hana
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    Und du meinst, wenn der Jagdpächter jetzt ein paar mehr positive Artikel über nette Larper lesen würde, würde der seine Meinung ändern?

    Der Herr möchte keine Leute wild durch "seinen" Wald rennen haben (und das tun Larper nunmal). Ob die jetzt tatsächlich was kaputt machen oder Tiere stören oder das nur ein ungerechtfertigter Vorwurf ist, ich denke nicht, dass mehr Presseberichte so jemanden beeinflussen würden. Wenn der da öfter ist, stammt seine Meinung eben auch nicht aus negativen Presseberichten, sondern von den Larpern, die tatsächlich da waren, oder dem, was andere ihm (vielleicht übertrieben) über "diese Larper" erzählt haben oder dem, was er sich ausmalt, was passieren könnte, wenn die wie wild durch den Wald rennen.
    Ein Presse-Problem liegt hier aber mMn gerade nicht vor.
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  8. #8
    Schwannis
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    Da hast du natürlich Recht.
    Schwannis vult!

  9. #9
    Air
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    Hach, den Artikel hatte ich heute in der Schule auch mal überflogen. Stand aber shcon mehrmals was davon im LA. Manchmal könnte man sich wirklich über die Engstirnigkeit mancher Menschen aufregen. Aber das bringt sowieso nichts. Ich hoffe einfach mal, dass Poddel einen guten Anwalt hat und dieser Prozess zu Gunsten des CJM Heims ausgeht.

  10. #10
    Tala_Pran
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    Abgesehe davon, Wissen und Information zu verbreiten und nicht in Hasstiraden und Beleidgungen auszuarten - was können wir LARPer und ORGAs beitragen.

    Es ist noch ein wenig Zeit bis zum 5. Juli.

    Wie ich schon in LARPerning geschrieben hab.

    Keine Form von blindem Aktionismus hilft.
    Zahlen und Fakten hingegen schon.
    Wieviel Schaden wurde wirklich nachweislich durch LARPer verursacht.
    Ich weiss, dass z.B. das Drachenfest eine echter finanzieller Faktor für die Region geworden ist. Wer kennt Daten?
    Kann doch beim CVJM auch nicht anders sein.

    Nur Abwarten ist auch zu wenig.
    Die Frage ist, wie können wir Poddel sinnvoll und zielführend helfen.
    Wer hat Statisiken, Zahlen und Fakten die Poddel bei der Argumentation hiflreich sind?

    Beleidigungen schaden in jedem Fall.

    Wo sind die Juristen, die wissen, in welchem Rahmen die Community helfen kann.
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