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  1. #1
    Awatron
    Awatron ist offline
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    Böse spielen... warum?

    Hi Leute!

    Wer kennt das nicht, die ach so vielen "ich will was Böses spielen" Anfragen. Warum eigentlich? Ich hab da so meine Ideen, würde aber gerne andere Meinungen hören, am besten natürlich von Leuten, die selber böse Charaktere spielen. Mir entzieht sich da irgendwie die Faszination für. Als NSC kann ich es ja verstehen. Ein super gespielter Bösewicht wertet das Erlebnis ungemein auf. Aber bei SCs wirkt sich böse sein doch eigentlich nur gegen andere Spieler aus.

    Es wäre ja eine eindeutige Sache, wenn es nur die 16 jährigen mit den schwarzen Kapuzen wären.

  2. #2
    Dennis
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    Forenjunkie Avatar von Dennis

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    Weil Skeletor schon immer cooler war als He-Man und nicht ein verdammter Gummibär es mit Herzog Igzorn aufnehmen kann.
    Ferner, weil auf einer simplen Gut-Böse-Skala intuituv die Guten auch die Prince Valiant - Typen sind: Aufopferungsvoll, liebenswürdig, edel und die Retter aller gefangenen Maiden. Wenn man also was spielen will, dass nicht diese Eigenschaften innehat, dann spielt man eben den "Bösen". Grautöne sind hier natürlich noch nicht drin.
    Den Strahlemann spiele ich an sich zwar gerne, aber eben nicht immer. Dann tendiere ich eher zu den grauen Konzepten, nicht zu den Nekroassassinen. Aber den Gedankengang kann ich zumindest nachvollziehen. Das Problem ist nur, dass es auf normalen Cons so mit der Realität kollidiert...
    http://goblinbau.wordpress.com
    Manchmal blogge ich Pen&Paper Zeug

    ~zurück aus den larplosen Landen~

  3. #3
    Tala_Pran
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    das Problem mit "böse spielen" ist, dass die Teilnehmer dann auch genau so reagieren, nämlich mit Ablehnung.
    Im schlimmsten Fall kommt der "Böse" nicht recht ins Spiel weil er von den anderen ausgegrenzt wird.

    Ausserdem können wir unser Hirn doch nicht ganz umschalten.
    Böse Menschen sind schlecht. Böse tut man nicht...

    Und dann gibts noch die Spezialisten, die in-time nicht von out-time unterscheiden können und glauben, dass ein böser Charakter auch von einem bösen Menschen gespielt wird
    Sabine
    Obmann Verein Holo-Con Austria, Waldritter Östrreich
    Star Trek, Potterversum, Steampunk
    https://www.facebook.com/WSZHLARP
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    http://www.data.holo-con.net/

    ---------------------------------------------------------
    Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann

  4. #4
    Balither
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    Naja, Böse liegt in der Betrachtung.
    Ein "Böser" Charakter würde niemals sagen das er Böse ist.
    Ausserdem was ist Böse? Um mal nen Beispiel zu nehmen:
    Charakter X glaubt an Gott Y (Welcher als Aspekte z.B Tyrannei, Macht, Gehorsam hat) und unterwirft sich ihn. Glaubt also das nur durch Absolute Gehorsamkeit und Hirachie sein Gott den "Frieden" Bringen kann.
    Charakter P glaubt an Gott H (Welche als Aspekte z.B Freiheit, Liebe und was weiß ich hat) und begegnet Charakter X, dieser will um den Frieden zu habenja die absolute Gehorsamkeit, da Charakter P allerdings ein Freidenker ist, ist er in den Augen von Charakter X ein Böser da er den Frieden im Weg steht.

    Also, in meinen Augen gibt es einmal das Böse, wie es viele Neulinge halt wollen das vonwegen: Assasine, Nekromant oder was auch immer, der Typische PC Bösewicht halt oder Film Bösewicht.
    Und dann gibt es die Bösen, welche halt eine andere Weltansicht haben, die Welt in einem anderen Licht sehen, bzw. an einen Gott glauben, der halt eine ganz andere Sicht hat.
    Ausserdem fügt das "Böse" Charakterkonzept auch dem spielspaß zugute. Stellt euch vor, eine Großcon wie das DF oder das COM würde nur aus: Alles Friede Freude Eierkuchen Charakteren bestehen, wo währe der Spaß?
    Beim DF z.B. sind die Orks als Spieler auch "Böse"? nur weil sie anders Agieren wie die Grünen?
    Oder das Chaos, nur weil es eine andere Ansicht hat, heißt es doch nicht das die Spieler da alle Böse sind, sondern nur einen anderen Weg gehen als z.B die Paladine.

    Also das ist nur meine Sicht, das halt jeder Char einen anderen Weg gehen kann, wie im Realen Leben.
    Im Realen Leben gibt es ja auch nicht nur die Mutter Theresa oder sonst was, sondern auch Arschlöcher usw.

  5. #5
    Benutzer755
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    Warum sind böse Spieler böse?

    Doch meist, weil sie Artefakte an sich reißen und somit jegliche Plotlösung verhindern, was einfach in die Kategorie "Gegeneinanderspielen" fällt und nicht miteinander.

    Wenn nicht jeder diese Kuschelmentalität hätte, wären clevere Assassine ja gar kein Problem. Wer nicht auf sich acht gibt und jemandem im Weg steht...selbst schuld. Ok, ich verstehe, für manche soll LARP Urlaub sein, aber was spricht dagegen, den Urlaub in einer Umgebung zu haben, die gefährlicher ist als das normale Leben? Gibt ja schließlich auch Abenteuerurlaub, der nix mit LARP zu tun hat. Zumal ja auch das Wort "Play" in letzterem auftaucht. Ist nicht so schlimm, wenn ein Charakter stirbt. Solange es einen Grund hatte und es nicht um Meucheln geht, nur weil mans kann und weils ach so kewl ist.

    In Fall eins bin ich dagegen, daß man böse spielt, Fall zwei weniger, aber das scheitert an der Realität.

    LG
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  6. #6
    Gerwin
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    Die Faszination läuft glaube ich über viele Punkte (zumindest ist es bei mir so wenn ich meinen "bösen" Chara raushole):

    1. Man ist losgelösst von jeglichen Wertnormen die im Alltag gelten:

    Unser Alltag bestimmt sich heute einfach nach verschiedenen "Regeln". Emanzipation, Gleichberechtigung, Toleranz und dergleichen werden uns vom Kindergarten auf "gepredigt". Das schöne am Larp ist ja aber manchmal gerade sich von seinen Alltag zu entfernen. Und da kann es schon mal Spaß machen den "Nordmann auf Kriegszug" zu spielen.

    2. Manchmal ist es notwendig um aus gängigen "Mustern" auszusteigen:

    Ein Rollenspiel besteht eben nicht nur aus Charakteren die alles und jeden lieb haben und tolerieren. Es gibt Vorurteile, es gibt sogar Rassismus etc. Nun mag man sich fragen was das jetzt mit böse zu tun hat. Bei dem Chara der seine Vorurteile für sich behält wohl eher wenig. Wer diese jedoch äusserst oder sogar nach ihnen lebt wird generell recht schnell in eine "böse Ecke" gestellt.

    3. Es bereichert an manchen Punkten das Spiel

    Helden brauchen, um Helden zu sein...BÖSEWICHTE. Asterix und Obelix wären nur halb so cool ohne die Römer, und ohne die dunkle Seite der Macht funktioniert Star Wars auch nicht. Nun mag man denken dass diese Seite ja von NSCs übernommen werden kann. Oft mag das auch funktionieren, doch ein NSC hat meistens (zumindest wenn es ein Standardnsc ist) wesentlich weniger Tiefe als ein gespielter SC.

    4. Es ist eine Herausforderung und bringt neue Aspekte ins Spiel:

    Ein gut gemachter böser Chara ist in erster Linie erstmal eines, schwer dazustellen. Überschreitet man eine gewisse Grenze wird man alsbald das zeitige Segnen. Auserdem sind die meisten Larper eben einfach von ihrer OT-Moralvorstellung näher am "Palladin" als am "rücksichtlosen, gemeinen Kerl ohne jegliche Moralvorstellung". Gerade das macht die Darstellung schwierig, und in dieser Schwierigkeit liegt auch zumindest für mich manchmal der Reiz. Genauso gibt es Larper die sich vornehmen ein Katzenwesen zu spielen, einfach weil es bedingt durch Vorurteile und viele "Pseudokatzen" schwierig ist.

    5. Manchmal macht es Spaß einfach mal die "sau rauszulassen".

    Erklärt sich von selbst, wird aber stark eingeschränkt durch die Tatsache dass man seinen gegenüber nicht gerade nerven will.

    6. Durch manche Computerspiele/Filme verwischen die Grenzen zwischen gut und böse

    Ein wohl gerade für Anfänger die aus dem Onlinerpgbereich kommen tragendes Argument. Die bösen sind eben nicht mehr böse, sondern einfach nur noch "cool" und vor allem "mächtig". Der Lichking in der WoW ist da ein gutes Beispiel. Und genau das ist es was sich viele Anfänger wünschen. Macht und das wissen was besonderes zu sein.

    Fazit:

    Ich denke durchaus dass böse Charaktere darstellbar sind, wenn man eben drauf achtet seinen Mitspielern nicht auf die nerven zu gehen und ihnen im Idealfall ein schönes Spiel bietet. Die Grenze ist in meinen Augen dort erreicht wo ich mein Spiel auf Kosten meiner Mitspieler betreibe und diese versuche in eine NSCartige "Statistenrolle" zu zwingen die eigentlich nur noch dazu da ist damit ich meine "finsteren Gelüste" ausleben kann. OT sollte der Gedanke des miteinanders nicht zu kurz kommen, IT darf es ruhig auch mal gegeneinander sein. Vielleicht bleibt noch zu sagen dass sich meine Ausführungen vor allem auf nicht trennscharfe Abgrenzungen beziehen. Der Sklavenhändler zum Beispiel mag für einen Großteil seiner Umgebung böse sein, in seinen Dorf ist er aber der glänzende Held da er dafür sorgt dass "Geld in die Kasse kommt". Letzten Endes sind die Gründe etwas böses zu spielen wohl aber so vielfältig wie die Gründe überhaupt zu spielen.

    Gruß

    Gerwin

    *der eigentlich meistens gar nicht sooooooo böse ist*

  7. #7
    Cartefius
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    Meiner Meinung nach gibt es mehrere grundsätzliche Arten von "bösen" Charakteren, und jede hat unter gewissen Umständen ihre Berechtigung:

    Als erstes wäre da der klassische "Schurke", der seinen Schnurrbart zwirbelt und große Reden schwingt, nur um am Ende mit großem Knall unterzugehen, eben wie Igzorn oder der typische James-Bond-Bösewicht. So eine Figur ist immer ein bisschen komödiantisch, passt aber auch eigentlich sehr gut zu klassischen Heldenmotiven und märchenhaften Settings, im Larp taucht sie allerdings eher selten auf.

    Zweitens wäre da ein realistisch motivierter, vielschichtiger Charakter, der durch bestimmte negative Eigenschaften wie Egoismus, Kompromisslosigkeit oder Intoleranz schnell mit anderen Charakteren in Konflikt gerät un sich unbeliebt macht. So eine Rolle kann durchaus reizvoll sein, insbesondere wenn sich positive und negative Aspekte in einer Figur ergänzen und widersprechen, erfordert aber relativ überzeugendes Spiel. So jemand würde sich allerdings nicht selbst als "böse" bezeichnen, keine schwarze Rüstung mit Totenkopfemblemen tragen und sonstige "klischeeböse" Dinge tun, im Gegenteil, er könnte sogar oberster Paladin eines Lichtgottes sein.

    Als drittes wäre da noch die Figur, bei der der "böse" Aspekt in erster Linie durch Brutalität und Skurpellosigkeit Ausdruck findet, und dazu dient, die Figur als besonders "harten Hund" zu charakterisieren, der sich nicht an die Konventionen der Gesellschaft gebunden fühlt. Solche Gestalten findet man oft in Splattercomics oder Filmen, oft mit einem recht vagen übergeordneten Ziel verbunden, das diese Handlungsweise irgendwie legitimiert, z.B. Rache.

    Bei mir persönlich ist die Phase der "dunklen" Charaktere eigentlich seit geraumer Zeit vorbei, und solche Charaktere reizen mich deutlich weniger als früher. Wenn dann würde ich den zweiten Typ bevorzugen, und mir irgendwelche bestimmten Aspekte herausgreifen, in denen der Charakter vom üblichen Moralcodex abweicht.

    Was mich hingegen im Larp nervt, sind Charakterkonzepte, bei denen völlig unreflektiert das Etikett "böse" oder "dunkel" aufgepeppt wird, oft aus einem diffusen Wunsch heraus, cool und rebellisch zu erscheinen. Frei nach dem Motto: "Bäääh, ein Ritter muss treu sein und tun was man ihm sagt, dann werde ich Ninja, da sagt mir keiner was ich tun soll, und wenn doch hau ich ihm den Kopf ab!". Solche Charaktere zeichnen sich meist durch ein Riesenarsenal von möglichst zackeligen und exotischen Waffen, eine schrecklich tragische Charaktergeschichte, und eine Unmenge schwarzen Blechs, schwarzen Baumwollstoffs und schwarzem Gürtelleder aus, und führen regelmäßig das Argument "Wäre ja doof wenn alle immer nur die Guten spielen!" an.
    Meiner Erfahrung nach spielt aber im Larp wenn es darauf ankommt sowieso kaum jemand "die guten", weil dies mit einem ziemlich hohen Anspruch und einer Menge Selbstbeschränkung einhergeht, und diese Situation wird keinesfalls dadurch besser, dass andere Leute "die Bösen" spielen, als ob das eine Frage des Eintritts in eine Partei wäre.

  8. #8
    Justav
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    Re: Böse spielen... warum?

    Zitat Zitat von Awatron
    (...) Als NSC kann ich es ja verstehen. Ein super gespielter Bösewicht wertet das Erlebnis ungemein auf. Aber bei SCs wirkt sich böse sein doch eigentlich nur gegen andere Spieler aus.
    Ganz einfach: Manche Spieler ziehen allgemein gesagt das PvP-Spiel vor und haben auch in der Rolle der "Gegner" lieber Spieler-Chars als mäßig motivierte NSCs. Gibt es übrigens auch auf Seiten der "Guten": Ich persönlich halte nicht allzu viel davon, einen gnerisch "bösen" Char zu spielen. Aber die spannendesten Situationen waren meistens die, in denen es zu Konflikt-Situationen mit anderen SCs kam, seien das nun "Böse", oder sei es ein Konflikt unter den "Guten".

    Zitat Zitat von Balither
    Ein "Böser" Charakter würde niemals sagen das er Böse ist.
    Ausserdem was ist Böse?
    Eigentlich gehört es zu den urklischees jeder Fantasy-Welt bzw -Geschichte, dass es ein mehr oder minder klar definiertes "Böses" gibt, dass ziemlich eindeutig abgegrenzt werden kann; Beispiele wären Sauron (Tolkiens Mittelaerde) oder die "Dunkle Seite der Macht" inkl Imperator (StarWars).
    So long

    Justav

  9. #9
    Harald Ösgard
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    Ist Dr. House böse?
    Wäre ein SC mit Dr. House Manieren in einer Rolle - als Babier / Heiler / oder so im LARP auch so faszinierend wie im TV? Oder wäre der da nur einfach nervig?

  10. #10
    Gerwin
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    Dr. House wäre wohl wie generell jeder "humorvoll" angelegte Chara recht schnell nervig...oder gestorben.

    Auserdem gerade ein Bösewicht DARF nicht lustig sein.

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