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  1. #1
    Harald Ösgard
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    Wieviel Konsens braucht LARP?

    Eröffnen möchte ich diesen "Spin Off" Thread [von der jüngsten Realismus im LARP Diskussion] mal mit einem Zitat aus dem Drachenfest Forum:

    http://www.drachenfest.info/forum/in...2284#msg592284

    Re: Final Fantasy Larpwaffen
    « Antworten #61 am: 15. August 2010, 01:26:26 » Zitat

    --------------------------------------------------------------------------------

    Zitat
    Warum dürfen dann die Leute nicht auch mit irgendwelchen Final Fantasy-Waffen rumlaufen?

    Eigentlich aus demselben Grund, warum Dampfpanzer keine Musik spielen sollten, man im Larp nicht mit Anglizismen schmeissen, oder plüschiges Fell als Körperbehaarung verkaufen sollte. Aus denselben Gründen, warum ich keine rosa Iglus ins OHL stelle und Landsknechte nicht auf Pogosticks ins Feld hüpfen. Aus denselben Gründen, warum ´ne Freestylebattle von MyManMusceteer vs PrettyPirateBootyBoy irgendwie genausowenig passt, wie Goblins auf Motocrossmaschinen, auf die sie Wildschweinfelle gedübelt haben.

    Aus denselben Gründen, warum in Aldradach kein McDonalds steht oder Leute mit Kostümen von "mein-teurer-karnevalsversand.deee-eeeeh" irgendwie belächelt werden. Aus demselben Grund, weshalb ein "Aragorn" mit Heinz Ehrhard-Style so überzeugend wirkt,wie ein 180-Kilo-Typ im Batmankostüm als Avatar des OHL, warum Mülltonnendeckel nicht als Schilde durchgehen, wenn man nicht was drumtüddelt.
    Aus denselben Gründen, warum man nicht "Die Internationale" oder die Nationalhymne auf Dudelsäcken spielen sollte...

    Aus denselben Gründen, warum es im Chaoslager keine Phantomzone und Jesse Blue gibt, weswegen ich auch nicht die verfluchte Ramrod-Infanterie spielen muss und warum "Akira" und "Herr der Ringe" in the Mix scheisse sind...WEIL ES NICHT PASST. Weil man in WoW AUCH nicht mit Tie-Fightern aus Holz herumdüst und es auch nicht cool ist, wenn man Warhammer Imperiale gegen WH40K Tau schickt.
    Weil Conan und Kerrigan ein ebensowenig schönes Paar abgehen wie Ripley und Robin Hood und weswegen
    Saurons Auge nicht mit einem lustigen Propellerhütchen verziert wird und William Wallace nicht im Boratoutfit in die Schlacht zieht.

    Verdammt .

    Und, nein, es ist nicht schlimm. Wenn ein paar Leute meinen, dass ihr Konzept eine Daseinsberechtigung hat und das ihr stilistischer Wahnsinn, fernab jeder Konvention, das Larp unschätzbar bereichert - oder auch nur "Spaß" macht...dann um Himmels Willen : JA. TUT ES. Bastelt euch Riesenschwerter. Wofür auch immer. Bastelt euch am besten drei oder vier davon...dann könnt ihr nicht nur Cosplay-artige Charaktere spielen, sondern auch Windmühlen. Wer sich in billigstes Polyesterfell stecken will um darin sowohl zu schwitzen, als auch wie irgendein Werbemaskottchen für Kinderspielzeug auszusehen : Bitte, danke, gerne.
    Tut es. Solange diese "Exoten" in einer Minderheit bleiben ist auch alles ok.

    Wenn ganze Schlachtreihen aussehen wie ToysR´Us...dann is halt vorbei. Dann is alles egal...dann geht alles. Dann is "Larp" ein Synonym für "Ein Haufen Irrer, die ohne gemeinsame Nenner über Wiesen rennen und nichts Sinnvolles mehr tun können, weil es keine Gemeinsamkeiten ausser ´Is doch Fäntäsi´ mehr gibt"
    Und weil das eben nicht passiert und mutmaßlich genügend Leute irgendwie ein vages Gefühl dafür haben, was irgendwie in Fäntäsi passt und was irgendwie nicht, weil es so passend ist wie ein SlapstickClown auf ner Beerdigung...oder DiscoPogo in Aldradach...

    ...ist alles beinahe in Ordnung und eigentlich auch nicht schlimm.

    "Alles geht" ist trotzdem nicht cool. Und free4all-konventionslose-Fäntäsi ist auch nicht cool.
    Aber das hat eben nicht jeder auf dem Schirm...aber genügend Leute haben es.

    Und deswegen sollten zwar Leute auf dem DF nicht mit Cosplay-Brettern rumlaufen oder vergleichbare Stilbrüche ins Feld führen...oder "schlecht-gedacht-&-schlecht-gemacht"-Konzepte anbringen...aber wenn doch - herrje...äh...dann sind sie deswegen auch keine schlechteren Menschen .

    Aber ich bin mir total sicher, dass keiner von den "Exoten" ´nen sonderlich guten Art Director abgeben wird . Tragisch.

    « Letzte Änderung: 15. August 2010, 01:39:51 von Shartok »

  2. #2
    Harald Ösgard
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    In diesem (vergnüglichen) Posting von Shartok (ORKspieler) wird auf den Konsens* - als notwendige Basis für ein gemeinsames Spiel - hingewiesen. Der Konsens* wird sogar zum wesentlichsten Kriterium erhoben.

    Welchen Minimalkonsens braucht Euer LARP? [untere Grenze]
    Welchen "nice to have" Konsens hättest Ihr gerne mal erlebt? [ach wäre das schön...]


    *Mit Konsens ist ALLES gemeint, was der Übereinkunft der Teilnehmer entspringt. Location, Plots, etc. Vor allem wird es aber dann wohl wieder auf die Style Frage bzw. die "Realitäts- oder Realismusfrage hinauslaufen.

    Anmerkung von mir:

    Realismus (Ein Wort das auf -mus endet ist kein Muss! Kleiner Scherz) ist doch wohl ursprünglich ein Wort, das eine ganz bestimmte Stilrichtung in der (bildenden) Kunst der Darstellung meint. Oder bringe ich da schon was durcheinander?
    Somit würde RealisMUS also lediglich EINE mögliche Art der Darstellung (des Schauspiels hier konkret) bedeuten.
    Also jedenfalls nicht Realismus = Realität. Womit dann auch ganz klar wäre, warum Fantasy durchaus mit dem Stilmittel des Realismus dargestellt werden kann, ohne das es etwas mit der uns bekannten OT Realität (und damit ist auch die bekannte Historie gemeint) zu tun haben MUSS.

  3. #3
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    Mein Larp braucht Stereotypen. Es braucht Geschichten, es braucht Tiefgang, es braucht die Einzigartigkeit der Kreativität die nötig war als ich damit angefangen habe.
    Wie historisch authentisch das ist ist mir schnurz. Es sei denn darunter fallen Vierhandschwerter oder eben Final Fantasy Waffen. Grundlagen der Gravitation (ausgehend von 1 G) und Physik sollten Bestand haben.
    Ich mag einfach Elfen die wie Elfen aussehen. 3B ist definitiv ein Ausschlusskriterium. Auch für verhexte Exemplare oder Halbelfen. Das Gleiche gilt für Orks und eigentlich jedes Klischee.
    Ich mag es auch episch. "Ich bin Max der Müller" gibt mir zuwenig. Bauern wären bei mir NSCs, nicht Spieler. Es sei denn es ist halt der Bauernsohn der auf Abenteuer zieht.
    Was in meinem Larp auch nicht vorkommt ist der extrem hohe Anteil an Plattenträgern zum Rüstungspunktesammeln. Ich mag mich nicht damit abfinden dass es soviel Blechplatten gibt. Und die alle gleich aussehen. Wer ist Ritter? Wer Söldner? Wer Knecht? Warum hat der bitterböse Dunkelbold den gleichen Harnisch wie der Paladin? Nur in schwarz? Oder nichtmal das...
    Mein Larp wäre 24 Stunden IT.
    Mein Larp würde sich keine Sorgen um Versicherungen, Allergien etc. machen. Das brauchten wir "damals" auch nicht. Wir sind in alten Teppichen durch den Wald getobt und waren glücklich.
    Mein LARP braucht weder Verein noch Dachverband. Keine Anwälte und Polizisten. Es braucht den Anspruch auf die persönliche Freiheit des Einzelnen und das Recht, echte Abenteuer jenseits von Verbotsschildern und Warnhinweisen erleben zu dürfen. Es braucht auch das Recht der Orgas sagen zu können dass jeder für sich selbst verantwortlich ist, und das das Allergierisiko nicht beim Alchemisten liegt der Hagebuttentee abfüllt sondern beim tollpatschigen Spieler der weiß dass er 131 Allergien hat und trotzdem trinkt.
    Mein Larp sind all die ungelebten Träume die man gern erleben möchte. Es ist aber auch die rücksicht auf Andere, die das ebenfalls wollen. Deshalb spielen 3-B-Leute keine Elfen und ich, OT leukämiekrank und auf den Gehstock angewiesen, keinen Krieger mehr.
    Schlußendlich spielt nicht ein einziger Spieler das Spiel um zu gewinnen. Niemand spielt es um sich selbst über andere zu stellen. Jeder spielt um die Story so dicht wie möglich zu halten und sorgt dafür, dass nicht er selber den größtmöglichen Gewinn aus dem Spiel hat sondern ein Anderer, und wenn das jeder tut wird das Erlebnis so atemberaubend wie die Begegnung mit einer Zauberin im Graben vom Fort X in Köln 1989, beleuchtet von hunderten Kerzen. Und auch heute fände man das noch schön und stimmig. Atemberaubend. Live.

    Bitte keine Beschwerden, ich wurde gefragt. Mag's auch nicht diskutieren da es meine Meinung ist. Das ist mein Nonplusultra. Meine Kompromisse finde ich selbst.

    Peace,

    Marcus

    BTW: Danke für den Thread. Wäre super wenn jeder seines schreiben würde ohne das der anderen zu kommentieren...
    Um das Interesse der Leute zu wecken muss man einfach mal was machen, und nicht nur immer Hintergrund schreiben.
    (Cartefius)
    LARP im Orient? http://www.heimat-des-windes.de

  4. #4
    Gerwin
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    Minimalkonsens: Kurz gesagt, soviel wie möglich. Ein Larp ist eben immer ein geschlossenes System..und je mehr Konsens an diesen Punkt vorhanden ist umso besser. Das absolute Minimum wäre aber ein Minimalkonsens bezüglich der Cineastic von Charakteren. Es macht einfach keinen Spaß wenn man als Nordmann mit 80 cm Rundschild und einen ungefähr genauso langen Schwert einen Computerspielchara mit Schild in Höhe einer Tür und einen Schwert das locker ein Zweihänder sein könnte gegenübersteht macht das kämpfen einfach keinen Spaß mehr...denn man will zwar nicht "immer gewinnen"..auf sinnloses abgeschlachtet werden mit dummen Spruch hinterher (hah..bring nächstesmal nen großes Schild mit) hat man dann aber doch keine Lust. Dass gleiche gilt für dass Ausspielen von Treffern und ähnlichen. Zumindest die "Grundrichtung" sollte da Konsens sein.

    Abseits vom Kampf ist es mir eigentlich nur wichtig dass ich den Eindruck habe ein Spieler probiert sich einzufügen. Ich habe nichts gegen ein Igluzelt...wenn es in einer neutralen Farbe gewählt ist und nicht gerade mitten auf dem Platz steht. Nicht jeder hat eben die Möglichkeit ein Ambientezelt zu transportieren. ICh finde es nur wichtig dass man sich vorher ein wenig "informiert" und dann aus den gegebenen Resourcen das beste macht. Oft habe ich jedoch den Eindruck dass Spieler mit Spaßkonzepten mit Absicht gegen bestimmte Konventionen verstoßen ..und dass geht dann über meinen Minimalkonsenz hinaus.

    Minimalkonsenz wäre für mich auch dass ich mir ein Lager suche in welches mein Chara wirklich passt. Gerade dass scheint aber bei Spaßkonzepten wie Kendern, Regenbogengnomen und ähnlichen recht schwer zu sein...zumindest griff bisher der Ruf nach einen "Spaßlager" hier vor allen deshalb ins leere da ein Lager voller Kender für die Kender nicht mehr ganz so "spaßig" wäre.

    Nice to have Konsenz wäre eben ein gewisses einheitliches Charakterniveau. Es wäre schön mal ein Con zu erleben bei dem sich die Spielerrassen zum Beispiel rein auf klassische D and D oder DSA-Charaktere. Aber auch da greifen inzwischen Halblinge, Katzenwesen, Halbdrachen und ähnliches um sich da diese ja irgendwo in den Regelwerken erwähnt werden. Im allgemeinen habe ich aber inzwischen ein Problem damit Menschen in Form eines Konsenz vorzuschreiben was sie zu tun oder zu lassen haben oder auch nur im nachhinein eine Diskussion darüber zu führen. Wenn es auf einen Con eben zu viele Spieler gibt die nicht in meine Welt passen..dann sind nicht die Katzenwesen, Turmschildträger und die "harten Kerle" das Problem, sondern ich. Und somit bin ich auch verpflichtet mir ein neues Con zu suchen .

    Gruß

    Gerwin

    edit: Der Vorschlag erstmal Meinungen zu sammeln ist gut. In einer Diskussion schießt man sich sonst zu sehr auf einzelne Punkte ein.

  5. #5
    Artjom
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    Geht das ganze nicht stark in die selbe Richtung wie dieser Thread hier im Forum? http://www.inlarp.de/larp-forum/wiev...arp-t4037.html

    Ich persönlich kann dem Beitragsschreiber in vielen Punkten zustimmen. Unsere "Fantasy"-Welt wird hauptsächlich von Romanen mit Elfen, Zwergen, Drachen, Untote etc. geprägt. Also die ollen Schinken wie Herr der Ringe und die anderen unzähliger Bücher in der Kategorie. In Verbindung mit dem Film haben sich dann auch gewisse Stereotypen herausgebildet. Der starke und furchtlose Ritter in der glänzenden Plattenrüstung, der alte und schusselige Magier mit langem Bart, der grün/braungewandete Waldläufer (natürlich Elf!) mit Bogen...

    Diesen Stereotypen folgen wir meiner Meinung nach bewusst und unterbewusst wenn es ums Larpen geht. Natürlich spielt auch unsere eigene Geschichte (Mittelalter) eine große Rolle, da diese Fantasy-Romane nun in einer relativ gleichen Epoche spielen. In Verbindung von diesen zwei Hauptpunkten sagen die meisten Larper wohl "Nein!" zu pogospringene Landsknechte und dergleichen. Es "passt" einfach nicht in diese Welt hinein, die von so vielen verschiedenen Dingen geprägt werden. Ich denke, es gibt einen allgemeinen, etwas schwammigen Grundkonsens, wie Fantasy-Larp auszusehen hat (auch wenn es sicherlich die ein oder andere abstruse Idee gibt, die meisten Cons sind vom Grundgerüst ähnlich) und dieser wird eben von Literatur und Hollywood geprägt. Verstößt man gegen diese Rahmenbedingungen, eckt man schnell mit einigen Spielern an.

    Zum Beispiel mit FinalFantasy-Schwertern und Batman-Kostümen.

    Dies liegt wohl an den "direkte Kopien" von Videospielen, Büchern und Filmen. Warum? Meiner Meinung nach ist eine "direkte Kopie" anders zu betrachten als der stereotypische Ritter. Während man letzetes nur mit Eigenschaften beschreiben kann, braucht man beim ersteren ein gewisses Bild vor Augen. Die spezielle Rüstung der Figur, die passenden Waffen und Verhalten. Sieht man nun diese Ebenbilder herumwandeln, erinnert man sich an die "Taten" die man im Spiel selbst vorbracht hat oder die epischen Kämpfe die man sich im Kopf beim lesen ausgemalt hat. Oft passen dann diese Erinnerungen nicht mit gespielten Ebenbildern überein, man zerstört und vertrübt seine Erinnerung. Und selbst wenn es nicht direkte Kopien von ganzen Charakteren sind sondern nur Einzelteile wie Waffen und oder Rüstungen zerstört es das Spiel.

    Ich denke, Shartok hat vorallem dies anprangern wollen - zu viel "neumodische Fantasy" in einer eher mittelalterlichen Welt angehaucht.

    Um dann nun auf deinen zweiten Beitrag einzugehen - dieser stereotypische Rahmen benötige ich für mein Larp. Auf dem Drachenfest soll es (ich kann mich hier nur auf einen Thread im Drachenfestforum berufen!) eine Gruppe von Goblings geben haben, die mit Dampfpanzer und Shreddern aufgekreuzt sind. Alles stark ans Warhammer 40K Universum angelehnt. DAS fände ich für mein LARP schlecht, das würde mein LARP zerstören. Nicht weil man nun Goblinführer X spielt, sondwern weil die Hintergrundgeschichte eine andere ist. Auf der einen Seite steht Mittelalter, auf der anderen Steampunk/Modernes Kriegsgerät - Dinge die für mich nichts auf einer FantasyCon zu suchen haben. Wenn ich das sehen will geh ich auf eine SteampunkCon, aber nicht eine FantasyCon. Zwar mag beides Fantasy sein, aber "mein" Fantasy ist eindeutig Mittelalter mit dem Hauch von Magie und neuen Rassen.

    Ist solch eine Situation gegeben, also das Ritter, Magier, Alchemisten, Heiler, Bauern, Druiden, Orks, Elfen, Erzdämonen, Untote, Drachen, heroische Anführer, heldenhafte Schlachten und Großereignisse gegeben sind, dann ist das mein "Rahmen" in dem ich spielen möchte. Alles andere zerstört mein Spiel massiv.

  6. #6
    Justav
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    ME braucht ein Con nur einen Konsens: Passe Dich halbwegs den hiesigen Gepflogenheiten an. Wenn auf der Con-Reihe seit Jahr und Tag alle mit Türschilden durch die Gegend laufe: Kein Ding; ist dass nicht üblich, weil SL und Stammspielerschaft darauf keinen Bock haben, ist so was scheiße. Gleiches gilt für Powergrad, Regelfragen bzw deren Abwesenheit, Magie etc. pp. Wer auf bestimmte Sachen keinen Bock hat und bei Nervkobolden, Warhammer-Waffen oder Debatten über Nesteln Krätze kriegt muss halt darauf achten solche Cons zu meiden. Alles andere ist mE albern.

    Die seit jeher ungeklärte Frage: Wie wird so was kommuniziert. Aber nochmal: Je mehr Ansprüche man an andere stellt, desto mehr schränkt man sich selber ein, denn da es nun mal jeden denkbaren Spielstil (und eine Menge unvorstellbare) irgendwo wirklich gibt heißt es: Augen auf beim Eierkauf.
    So long

    Justav

  7. #7
    Harald Ösgard
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    Vielen Dank für die bisherigen Beiträge. Macht weiter so Leute.

    Den Wunsch, hier in diesem Thread bewußt keine Beträge von anderen zu kommentieren, unterstütze ich voll und ganz.
    Ich bitte auch die Moderatoren - soweit möglich - ganz gezielt in diese Richtung zu unterstützen.

    (Daher bitte in den Postings wenn möglich auch direkte Fragen und all zu offensichtliche "Fanghaken" vermeiden. :wink: )

    [Vielleicht wäre das "Einhalten dieses Wunsches" ja dann schon der erste praktizierte Konsens in diesem Thread. :wink: ]

  8. #8
    Dennis
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    Wie schon im anderen Realismus Thread erwäht: Man passt sich eben den Conbedingungen an.

    Für mich persönlich heißt das, dass ich meinen Müller nicht auf dem High Fantasy Con spiele und meinen Troll nicht auf der Bauerntaverne. Im Normalfall spiele ich keinen von beiden, sondern irgendwas gängiges wie meinen Priester,Kämpfer oder Heiler. Damit fahre ich eigentlich ganz gut, man muss halt vorher auch mal die Orga anschreiben und im Ning und deren Forum schauen, wer noch so kommt.

    Also solange sich alle ungefähr das gleiche unter einer Veranstaltung vorstellen, ist alles in Butter. Je besser die Übereinstimmung, desto besser der Con.
    http://goblinbau.wordpress.com
    Manchmal blogge ich Pen&Paper Zeug

    ~zurück aus den larplosen Landen~

  9. #9
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    Larp an sich braucht für mich nur sehr wenig Konsens, abgesehen von dem was die allgemeinen Dinge des zwischenmenschlichen Miteinanders regelt. Im Gegenteil: Ich halte es durchaus für erstrebenswert, wenn es viele Larpveranstaltungen mit möglichst unterschiedlichen Konventionen gibt, denn nur so kann man tatsächlich mal neue Dinge, andere Spielkonzepte oder ungewöhnliche Szenarien ausprobieren. Viele der "allgemeinen Larpgepflogenheiten", die sich so über die Jahre hinweg eingebürgert haben und einen bestimmten Spielstil mit sich bringen finde ich inzwischen eher störend, und würde es gern sehen, wenn man die eine oder andere davon öfter mal bewusst hinterfragen und außer Kraft setzen würde.

    Auf einer einzelnen Veranstaltung oder hingegen empfinde ich einen möglichst großen Konsens hingegen als Vorteil, und ich halte es durchaus für sinnvoll, auch öfter mal den eigenen Trott zu verlassen und sich auf etwas neues einzulassen. Zumindest in meiner Wahrnehmung sind Dinge, die ich im Larp wirklich als beeindruckend und richtungsweisend erlebt habe, auch immer Ansätze gewesen, in denen sich eine Gruppe von Spielern oder eine Orga bewusst entschieden hat, gemeinsam etwas neues auf die Beine zu stellen.
    Solche Projekte bewegen sich immer in einem Spannungsfeld: Einerseits muss man den Mut haben, mal etwas neu und anders zu machen, als es bislang immer alle gemacht haben. Auf der anderen Seite müssen auch hier die individuellen Spieler bereit sein, sich einer gemeinsamen Vision unterzuordnen, sich selbst auf bestimmte Dinge zu beschränken oder persönlichen Mehraufwand zu treiben, wie sie es vielleicht früher nicht getan haben.

    Vor allem ist aber für mich wichtig: Wenn man Ansprüche, Vorlieben oder Abneigungen formuliert, dann sollte einem bewusst sein, dass diese immer nur für ein begrenztes Spielumfeld gelten können. Außerdem muss man davon ausgehen, dass diese Dinge eben nicht selbstverständlich von allen akzeptiert sind, sondern dass man sie formulieren und erklären muss, wenn man will, dass andere Leute ihnen entsprechen.
    Für meine eigene kleine Veranstaltung ist es nicht nur legitim, sehr genau zu formulieren, was erwünscht und was nicht ist, ich halte es auch für angebracht, von anderen Leuten zu erwarten, dass sie sich daran halten. Für einen Con wie das Drachenfest oder das Conquest hingegen gilt das nicht: Solange die Veranstalter ihren Con als Tummelplatz aller denkbaren Spielkonzepte ausschreiben ist das halt so, und der Goblin-Dampfroboter, der Hoplit, der Sigmarpriester, der Pirat, der Succubus und der burgerverkaufende Dschinn mit dem goldenen Doppelbogen auf dem Turban haben alle die gleiche Daseinsberechtigung. Natürlich kann ich jedes dieser Konzepte privat beliebig bescheuert finden, aber ich kann dabei keinesfalls mit einem "allgemeinen Larp-Konsens" argumentieren.

    Was mir aktuell immer noch im Larp oft fehlt, sind klar umrissene und ausformulierte Konzepte. Ich habe oft den Eindruck, dass viele Leute sich nicht trauen, eine eindeutige Richtung einzuschlagen und bewusst Dinge auszuschließen, weil man immer damit rechnen muss, dass einem dabei Elitismus, Ausgrenzung und Arroganz vorgeworfen wird. Ich fände es auf jeden Fall deutlich bereichernder, wenn selbst in einer sehr undefinierten Kampagne wie den Mittellanden nicht hunderte von austauschbaren Fantasyländern wären, die sich nur im Namen unterscheiden, sondern viel klarer abgegrenzte "Geschmacksrichtungen".

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