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  1. #1
    Dennis
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    Magier und warum ich ein Problem mit ihnen habe

    Im Darstellung/Symbolik Thread kam kurzzeitig die Sprache auf Low Fantasy und No Fantasy Veranstaltungen. Chevalier betonte, dass ihm dann ein wichtiger Faktor für ein Fantasysetting fehlen würde, wenn prinzipiell alles "wie im Mittelalter, nur mit anderen Namen" wäre. Das hat mir ein bisschen zu denken gegeben.
    Ich mag Fantasy und fantastische Elemente und würde generell auch lieber auf Cons gehen, wo solche Elemente thematisiert werden, als auf sehr low angelegte Cons. Mein Qualitätskriterium: Es soll in sich stimmig sein. Da komme ich jetzt zum eigentlichen Problem:

    Magier passen nicht.

    "Stimmig" dürfte prinzipiell all das sein, was nah an der historischen Realität liegt. Schlicht, weil es funktional ist und sich bewährt oder oder weil eben jeder was damit anfangen kann. Ein Ständesystem wird von den meisten Spielern als stimmig angesehen. Ein Ritter mit Schwert und Schild ebenso.
    Weiterhin finde ich Dinge stimmig, die auf einer mythologischen oder fantastischen Vorlage beruhen. Ein Ritter, der einen Drachen erschlagen will oder der Gralsritter. Oder der einzelne mächtige Magier wie Gandalf oder Merlin. Auch Wesen wie Elfen, Zwerge, Trolle, Monster im weitesten Sinne, Anderswelten usw. kann ich stimmig in dieses Bild integrieren.

    Jetzt sind viele Cons nunmal vor dem Hintergrund des Fäntelalters angesiedeltm was "ohne Hintergrund/allen offen" gleich kommt. Da rennen dann eben alle rum und man muss das für die Veranstaltung eben ausschalten und einfach spielen. Dennoch: Der Elf gehört nicht zur menschlichen Gesellschaft. Die Hexe auch nicht, sondern lebt am Rand. Die Barbaren und exotischen Menschen sind auch "Fremde". Nicht aber die Magier. Diese kann ich einfach nicht stimmig einordnen. Da sind Menschen mit übermächtigen Fähigkeiten, die sich gern mal in Orden organisieren und damit verdammt mächtig sind. Dennoch stehen sie meistens außerhalb der normalen Ordnung und wirken angepappt: Schaut man sich mal zufällig Landeshintergründe an (Larp, P&P,Bücher) findet man meistens ein mehr oder minder historisch angelehntes Ständesystem o.ä. vor, wo die Magier eigentlich keinen Platz haben. Immer scheint es, als würden sie von allen ignoriert werden, obwohl sie mit ein oder zwei simplen Freundschaftszaubern ganze Reiche übernehmen könnten. Magier tun das aber nicht (außer die paar Bösen), sondern bleiben brav in ihren Türmen und tun.. nichts. Sie forschen, ja, aber irgendwie zum Selbstzweck. Warum reagiert niemand? Entweder integrativ mit Lehensvergabe, als Günstlinge der Herrschaft oder eben auf die andere Art mit Mistgabeln und Fackeln. Wer will schon jemanden neben dem Dorf haben (oder mehrere Typen!), die da mit irgendwelchen nichtmenschlichen Kräften spielen?

    Daher meine These: Magier stehen außerhalb der meisten Settings. Sie sind draufgepappt, weil "Magie eben sein muss" und es ja eben Fantasy ist. Wie löse ich das jetzt für mich? Keine Ahnung. Wie seht ihr das denn? Mach ich mir zuviele Gedanken? Oder sind genau diese Magier ein Grundgesetz der Fantasy? Wie krieg ich das alles unter einen Hut?

    Gruß
    Dennis
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  2. #2
    Tala_Pran
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    Dennis, sehe ich es richtig, dass die Diskussion sich jetzt ganz bewusst nicht auf die Themen-Settings beziehen, wie z.b. Scheibenwelt, oder DSA, wo Magier ganz klar ein Teil des Umfeldes sind?

    Bei Low-Fantasy erwarte ich eine mehr oder weniger bodenständige Vermittelalterung. Viele Handwerker, Bauern, Höflinge - von Magie hat man zwar gehört, fürchtet sich aber eigentlich davor. Wer sich selbst als Hexe definiert, spielt mit seinem Charakter-Leben.

    Ein bisschen wie die neuerste Merlin-Serie, wo Magie per se verboten ist, aber doch dann und wann wirkt.

    Ist das die Richtung, in die du diskutieren willst, Dennis?

  3. #3
    Hana
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    Du findest Dinge stimmig, die auf einer mythologischen oder phantastischen Vorlage beruhen, was ist denn für dich eine phantastische Vorlage? Jeder Roman? Nur bestimmte? Da wird es doch massenhaft geben, in denen Magier im Hintergrund integriert sind und nicht nur "irgendwie so da".

    Ich hab mich zugegebenermaßen jetzt nicht mit vielen Larp-Hintergründen und der Stellung der Magier im jeweiligen Land beschäftigt und weiß nicht, wieviele Beispiel-Länder du dir da angeschaut hast, aber in den Ländern, zu denen ich was sagen kann, SIND die Magier in den Hintergrund integriert. Teils unterdrückt, teilweise ins Standessystem integriert. Ich kann dein Problem daher nicht so recht nachvollziehen.

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob du die Macht von "Larpmagiern" nicht etwas unterschätzt. Freundschaftszauber heißt nicht "den mach ich zum König". Mit der Kampfmagie kann es jeder 2. Bogenschütze aufnehmen ...
    Zum "Macht an sich reißen" gehört da doch etwas mehr.
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  4. #4
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    Sehe mager jetzt ehrlich gesagt auch nicht als wirklich mächtig an.
    Nicht mächtiger, als jeder andere auch...

    Jetzt ist natürlich die Frage:
    Gehst du nur von "Magiern" aus die die Macht wie Gandalf inne haben, oder gehts du vom Standart-LARP-Magier aus?

    EDIT: ich sehe den LARPmagier eher wie die Bändiger in der TV-Serie Avatar. An jeder Ecke gibt es einen

    Grüße
    Aeshma

  5. #5
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    Beim LARP müssen die Magier ja zwangsweise gleich stark wie der Rest sein. Balance und so. Deswegen sehe ich mit Magiern keine Probleme. Und wenn du Magier willst, die ihre Macht auch voll nutzen und sogar ÜBER dem Ständesystem stehen, dann empfehle ich die "die Schwarze Schar" (the black company) von Glenn Cook.

  6. #6
    Dennis
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    @Tala
    Teils. Ich habe schon diverse Welten im Blick, auch gut ausgearbeitete.
    Beispielsweise DSA habe ich mir auch angeschaut. Da sind die zwar in die Welt eingebaut und Magienutzung mit Gesetzen eingeschränkt. Letztlich ist es aber irgendwie doch "wir nehmen eine gefühlt mittelalterliche Welt, das wird cool. Achja und Magier müssen auch noch rein. Dann nehmen wir Orden noch dazu und sagen, die dürfen nicht so viel."

    @Hana
    Mit phantastischen Vorlagen meine ich all das, was man eben so auf dem Fantasysektor findet. Rollenspiele, Romane, Film- und Videospielwelten und halt auch Larpländer. Mir ist klar, dass sich zu jedem meiner Punkte Gegenbeispiele finden lassen. Länder, in denen Magier Adelstitel haben, Magokratien oder eben die Unterdrücker-Variante. Aber ich habe das Gefühl, dass der Großteil eben anders aufgebaut ist. Das Magier eben da sein müssen, damit es Fantasy ist. Damit es auf der anderen Seite stimmig wirkt, nimmt man eine an der realen Geschichte orientierte Gesellschaft zur Vorlage. Und oft passt das dann nicht zusammen, weil Magier in dieser Gesellschaft keine Lücke mehr für sich haben.

    Mal abseits von Larpmagie, der Begriff ist je nach Verständnis der Spieler und je nach Regelwerk eh immer was anderes:
    Warum soll ich ein Reich mit meinem Truppen überfallen, wenn ich dem aktuellen König meinen Willen aufzwingen kann (Grima Schlangenzunge und Saruman). Oder mein magisches SEK geht nachts unsichtbar in den Palast, holt den König per Portal da raus und setzt einen Doppelgänger ein. Wofür noch ein stehendes Heer, wenn ich einen Kampfmagierorden habe, der Schutzschilde, Feuerregen und Sturmfluten organisieren kann? Wofür noch Ländereien, mein Hofmagier erschafft Brot gegen jede Hungersnot, mein Alchemist besorgt das Gold.

    Die Existenz von Magie verändert schlicht alles. Eine stark magische Welt muss fundamental anders funktionieren, als die als stimmig und gewohnt gekannte Mittelalter-Fantasy-Welt. Das passt einfach so nicht zusammen. Wie reagiert man den auf einen Magier? Ist er "nur" ein Schüler? Ein Bürgerlicher? Ist er der Teufel persönlich oder sollte man ihn mit Titel anreden? Das sind Dinge, die zwar jedes Land für sich entscheiden kann, aber es gibt eben überhaupt keine gute Vorlage. Ich finde das.. blöd.
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  7. #7
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    Zitat Zitat von Dennis
    Mal abseits von Larpmagie, der Begriff ist je nach Verständnis der Spieler und je nach Regelwerk eh immer was anderes:
    Warum soll ich ein Reich mit meinem Truppen überfallen, wenn ich dem aktuellen König meinen Willen aufzwingen kann (Grima Schlangenzunge und Saruman). Oder mein magisches SEK geht nachts unsichtbar in den Palast, holt den König per Portal da raus und setzt einen Doppelgänger ein. Wofür noch ein stehendes Heer, wenn ich einen Kampfmagierorden habe, der Schutzschilde, Feuerregen und Sturmfluten organisieren kann? Wofür noch Ländereien, mein Hofmagier erschafft Brot gegen jede Hungersnot, mein Alchemist besorgt das Gold.
    Öh, irgendwie kennst du andere Vorlagen als ich ... :eek: Das ist nicht meine Vorstellung von Magie, und anscheinend auch nicht die der Autoren, deren Bücher ich so lese ...

    Zum Punkt drunter: Wofür brauche ich eine Vorlage, wie man mit dem Magier umgeht, wenn das in meinem Hintergrundland festgelegt ist? Wieso ist da ein Buch oder P&P-System notwendig und die Regelung im Landeshintergrund reicht nicht?
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  8. #8
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    Mit DSA meinst du aber nur Aventurien. In Myranor sind die Magier die Herrschaftsschicht.

    Warum soll ich ein Reich mit meinem Truppen überfallen, wenn ich dem aktuellen König meinen Willen aufzwingen kann (Grima Schlangenzunge und Saruman). Oder mein magisches SEK geht nachts unsichtbar in den Palast, holt den König per Portal da raus und setzt einen Doppelgänger ein. Wofür noch ein stehendes Heer, wenn ich einen Kampfmagierorden habe, der Schutzschilde, Feuerregen und Sturmfluten organisieren kann?
    Weil die anderen auch Magier haben und genau das verhindern? Mutual assured destruction.

  9. #9
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    Ja, sorry ich kenne halt nur Aventurien *schäm*

    Mir fällt da grad der klassiche Haus&Hofmagier ein. Zwar mehr ein Wahsager als ein Zauberer - der würde für mich auch bei Low-Fantasy reinpassen.

  10. #10
    Dennis
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    Zum Punkt drunter: Wofür brauche ich eine Vorlage, wie man mit dem Magier umgeht, wenn das in meinem Hintergrundland festgelegt ist? Wieso ist da ein Buch oder P&P-System notwendig und die Regelung im Landeshintergrund reicht nicht?
    Weil man sich alles in den Hintergrund schreiben kann. Das gilt für Magierstände ebenso wie für tragic destinies und ganze Armeen hinter dem Hügel

    @Myranor
    Schönes Beispiel für ein Setting, das von den Magiern ausgeht und dann alles entwickelt. Die Optimaten sind tatsächlich gut eingebaut.

    @Haus- und Hofmagier
    Der ist super. Blöd ist nur, wenn irgendwo im Herrschaftsgebiet eine Akademie von denen rumsteht. Einer ist ganz praktisch für den Herrscher. Hundert sind eine Gefahr.

    Gruß
    Dennis
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