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  1. #1
    Gerwin
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    Fluch der Vorlage

    Nach einer eher nicht ernsthaft gemeinten Diskussion im Computerspielthread hat sich bei mir eine doch etwas ernstere Frage gebildet (manchmal kommt man beim Joggen auf eigenartige Gedanken). Es geht um Vorlagen im Allgemeinen, weiterhin kann dieser Thread (bitte etwas später) aber auch für Kritik an speziellen Vorlagen genutzt werden. Mir ist aufgefallen dass die meisten von uns mit larpfernen Vorlagen in gewisser Weise "arbeiten", entweder bewusst oder unbewusst. Die wenigsten Larper die ich kenne sind mit dem "erweiterten Fantasy/Mittelalter" über Larp direkt in Kontakt gekommen. Oft kommt eine Vorliebe für Tischrollenspiele, Bücher, eine gewisse Art Film etc. dazu. Neben Menschen die sich im entferntesten für Geschichte interessieren ist, faszinierender Weise, auch die Anzahl an Menschen die sich grundsätzlich mit Waffenkampf und Fechtsport beschäftigt haben unter Larpern stark überrepräsentiert. Selbst unter den Vorlagen für kleinere Cons (Landesgeschichten?) sind mir einige aufgefallen bei denen zumindest unterbewusst auf larpfremde Vorlagen zurückgegriffen wird.

    Andererseits ist das Verwenden larpfremden "Strukturen" in meinen Auge nicht problemlos. Mich stört zum Beispiel inzwischen die Warhammerschwemme etwas (wobei die dieses Jahr auf dem Mythodea wohl extrem war). Andere Leute reiben sich ein wenig an meinen historischen Wikinger...wieder andere wollen keinen WoW-Troll sehen. Die Frage die sich aufdrängt ist..wie würdet ihr wollen dass man mit diesen "Vorlagenproblem" umgeht. Für mich gibt es eigentlich nur drei Mögilchkeiten.

    A) Man lösst sich gänzlich von Vorlagen. Diese Variante halte ich für schwierig. Selbst Larper mit sehr viel mehr Erfahrung wie ich vor denen ich großen Respekt habe bedienen sich eigentlich häufig einzelner Vorlagen. Sie mischen sie nur manchmal wie es ihnen gefällt *was ich in Ordnung finde*

    B) Man führt mehr Nischenveranstaltungen an.
    Eine Conreihe für Warhammer, eine für DSA, eine für Dungeons and Dragons, für Warcraft, für historische Charaktere der Antike etc. In meinen Augen schwierig da nicht jedes Konzept genug Spieler findet und gerade die Mischung auch manchmal viel ausmacht.

    C) Man lässt die Vorlagen aufeinander treffen
    Erfordert viel Toleranz von den Mitspielern was erfahrungsgemäß gerade auf größeren Veranstaltungen oft zu "Cliquenbildung" führt.

    Unproblematisch ist keine der drei Lösungen. Ich befürchte zwar dass jetzt die meisten sagen werden: "Nein, mein Chara hat keine larpfremde Vorlage, niemals nicht". Aber dann wäre dieser Thread schnell zu Ende.

    Gruß

    ein kapputes Gerwin

  2. #2
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    Da bleibt wenig zu sagen, die Möglichkeiten sind mit diesen dreien erschöpft. Man muss eben für sich rausfinden, was man haben will und dann die entsprechende Veranstaltung aussuchen. Und wenn man "Alles geht/Alle Hintergründe" spielt, muss man den eigenen eben manchmal verbiegen. Dann dürfen auch Wikinger auf Thorwaler und Dunedain auf Römer und WoW Trolle treffen. Geht alles, kann auch Spaß machen. Dann darf man eben nicht verbissen sein.
    Wenn man Hintergründe aktiver bespielen will, sind aber tatsächlich eigens erstellte Länder usw. oder geschlossene Kampagnen besser, schätze ich.
    http://goblinbau.wordpress.com
    Manchmal blogge ich Pen&Paper Zeug

    ~zurück aus den larplosen Landen~

  3. #3
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    Ich bin grundsätzlich offen für jedes Konzept auf das ich IT treffe.
    Reaktion ergibt sich dann aus der Art wie ich IT darauf reagieren kann.
    Die Sache bei Vorlagen ist die, dass Alles irgendwie schon irgendwo vorhanden ist.
    Anstatt also was eigenes auszudenken ,was am ende extrem nah an etwas bestehendem ist und sich dann wie eine schlechte Immitiation fühlen zu müssen, nimmt man doch lieber gleich die Vorlage.
    Dennoch würde ich nicht alles zu 100% übernehmen, nur so lange es auch kompatibel ist.
    Wir hatten auf dem Adrak 5 auch ne Truppe Sigmariten.
    Das Problem mit denen war aber eben jene Cliquenbildung.
    Sie haben sich grundsätzlich auf ihrer Ecke verschanzt, kaum Kontakt zu anderen Chars gehabt und trotzdem versucht am Plot teil zu haben, was am Ende dann darauf hinaus lief, dass sie mehr oder weniger versucht haben den Plot für sich alleine zu beschlagnahmen, eben durch diese mangelnde Interaktion mit anderen und die Cliquenbildung.

    Ich für meinen Teil nehme mir auch gerne mal Vorlagen zur Inspiration und mache dann was draus, was grob daran engelehnt ist, aber nicht komplett übernommen wird, es sei denn es geht eben um sowas wie Chaos u.Ä. wobei vielleicht Runen und andere Symbole übernommen werden, aber Namen und dergleichen durch passende Synonyme ausgetauscht werden.
    "Nichts ist beständiger als der Wandel"

  4. #4
    Besserwisserboy
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    Es hat aber in meinen Augen auch große Vorteile sich an Vorlagen zu halten.
    Wenn ich z.B. etwas aus der Warhammerwelt oder Aventurien (DSA-Hintergrund) spiele versuche ich mich möglichst genau an den Vorbildern zu orientieren, nach Möglichkeit sogar 1 zu 1 zu kopieren.
    Das hat den Vorteil, daß du von Leuten, die den Hintergrund kennen sofort als das was du darstellen willst erkannt wirst.
    Spielst du einen Hexenjäger ohne Mantel und Hut musst du jedem erklägen, dass du ein Hexenjäger bist.
    Gleiches gilt für antike Charaktere. Sieht man einen römischen Legionär, weiß man sofort woran man ist. Stellt sich dieser dann aber als Drachenjäger aus Mittelerde vor und kann auch noch zaubern, passt da einiges mit Aussehen und Charakter nicht zusammen.

    Auf Großcons geht ja bekanntlich fast alles. Da können solche Spieler dann auch ganz gut eigene Lager bilden.

    Auf normalen Cons würde ich vor meiner Anmeldung nachfragen, ob die SL Probleme darin sieht wenn ich dort mit einem solchen Konzept da aufschlage. Bzw. überlege ich mir vorher schon wie viel Spaß ich mit einem magiehassenden Charakter auf einem Akademiecon habe.

    Das beschriebene Problem mit der Warhammergruppe kann aber auch mit jeder selbsterdachten Gruppe genauso auftreten. Das ist meiner Meinung eher ein Problem des Spielstils der Gruppe und nicht ein Problem des bespielten Hintergrunds.

    Ich mag Spieler die sich an Vorlagen halten, da diese meist recht ausgewogen sind und auch einige Nachteile mit sich bringen.
    Was ich nicht mag ist das kopieren von einzelnen speziellen Personen.
    Man kann gerne einen Piraten aus der Fluch der Karibik kopieren ,ABER bitte nicht Käptn Jack, selbst wenn er gut gemacht ist.
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  5. #5
    Besserwisserboy
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    Ach ja: "Kopieren ist die größte Art der Verehrung!"

    Chinesisches Sprichwort, häufig von Markenartikelfälschern verwendet!
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  6. #6
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    Ich denke die Option b) ist an sich lohnenswert und wird ja auch bereits teilweise umgesetzt.

    Wenn man einen Larp-Hintergrund erstellt und Cons dazu organisiert, dann sollte man eigentlich in der Lage sein gut abschätzen zu können, welche Hintergrundfremden-Charaktere da rein passen. Also konkret bedeutet dies: Jemand meldet sich als SC an (mit zusammengefasster Hintergrundstory) und die Orga prüft dann, ob das ins Konzept passt.

    Lehnt sich der Hintergrund z.b. an HdR oder ans echte Mittelalter an, so lässt man eben keine Katzenwesen oder dergleichen zu, sondern entsprechend nur Charaktere, die ein Land vertreten, dass man sich als Nachbarland vorstellen könnte.

    Ich hätte jedenfalls deutlich mehr Spaß an einer festen Kampagne teilzunehmen, als auf die 0815-Cons mit austauschbarem Hintergrund zu fahren. Aber man kann ja nicht alles haben...

  7. #7
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    Ich würde Vorlagen grundsätzlich zumindest leicht abwandeln. Der Hexenjäger kommt dann eben nicht aus irgendeiner Warhammer Stadt, und der WoW Zwerg möglichst auch nicht aus Eisenschmiede. Da nehm ich mir leiber ein entsprechendes Konzept und wandel es so ab das es in meinen Hintergrund passt. Und dann muss es natürlich noch aufs Con passen.

  8. #8
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    Ich bin für Lösung d) Vorlagen benutzen, aber nicht 1:1 übernehmen, sondern verfremden: Keinen römischen Legionär spielen, keinen Warhammer- oder DSA-Charakter (für mich: geschlossene Welten, aus denen keiner raus- und keiner reinkommt - genau wie bei der realen Welt), sondern einen grob daran angelehnten Charakter.

    Ich weiß, eine richtige Lösung ist das nicht - viele wollen eben genau den einen Charakter (vom Typ, nicht von der Person her) aus Spiel X, Buch Z oder der realen Welt spielen oder sie spielen sowas bereits und wollen den Charakter verständlicherweise nicht austauschen.
    Für solche Leute kommt meiner Ansicht nach dann aber nur Lösung b in Frage. Auf normalen Cons finde ich es doof, störend und unpassend (natürlich nur, wenn ich es erkenne).

    Ein guter Ansatz wäre für mich e) Sich sein Spielumfeld danach aussuchen, was man mag und was man nicht mag. Klappt natürlich nicht hundertprozentig. In meinem Spielumfeld gibts auch ein paar Charaktere, die ich vollkommen inakzeptabel finde (Überbleibsel aus den 90ern), aber solange man die nicht ständig dabeihat ...

    Mfg
    Stefanie
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

  9. #9
    Gerwin
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    Vom entfremden bin ich in gewisser Weise ausgegangen. Dass mir nun recht selten 4 kleine Hobbits auf der Suche nach dem Ring begegnen sollten, soviel Verstand lege ich bei den meisten Larpern noch an. Mir ist nur aufgefallen dass einige Konzepte inzwischen immer weniger entfremdet werden. Bei Sigmariten ist dass halt ein Extremfall, aber mein Gerwin würde von seiner Gewandung her auch nicht mehr auf einen mittelmässigen bis guten Wikingereenactment auffallen.

    Und mir ist, nicht hier, augefallen dass manchmal eine Vorlage richtiggehend verteufelt wird. Das fängt beim römischen Legionär an (da kann ich es noch verstehen), zieht sich aber über die von mir so geliebten Halborks/Hobgoblins aus dem Dungeons and Dragonsbereich (letztere sind leider zumindest auf SC-Niveau schwer umzusetzen) bis hin zu der Angst vor Warcraftcharakteren.

    Erfreulich finde ich übrigens dass bisher noch keiner gesagt hat "meine Kampange spielt aber ohne Vorlage..wir haben uns dass alles völlig frei selbst ausgedacht."

    Ebenso beachtlich finde ich diesen Satz:
    Ich weiß, eine richtige Lösung ist das nicht - viele wollen eben genau den einen Charakter (vom Typ, nicht von der Person her) aus Spiel X, Buch Z oder der realen Welt spielen oder sie spielen sowas bereits und wollen den Charakter verständlicherweise nicht austauschen.
    Ich denke da ist was wahres dran, aber wir können nun einmal leider nicht alle Frodo, Legolas oder Aragon sein (mir fallen gerade keine Frauen ein, nehmt einfach alle aus dieser furchtbaren Tudorsverfilmung). Ein in sich geschlossenes System würde aber für mich im Idealfall eine komplette "Vorlage" voraussetzen, eine Art "Muster" in dass ich dann als neuer Spieler von der SL eingefügt werde. Ich melde mich zum Beispiel als Nordmann beim Con an, und bekomme sofort die "Hintergrundgeschichte meiner Herkunft" inklusive im Idealfall der vielleicht bereits bespielten Familie deren entfernter Cousin ich bin. Meistens heißt "geschlossene Kampange" aber eher.."Katzenelfen, Drow, Orks etc passen uns nicht, als Mensch kannste immer kommen". Ist auch eine Vorlage, aber leider nicht genug um mal eine "Larpvorlage" zumindest für einen Nischenbereich aufzubauen.

    Gruß

    Gerwin

    P.S.: Jaja..ich wusste ich hab Lösung D übersehen *grummelt* hat noch wer eine?

  10. #10
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    Mich würden tatsächlich entsprechend strenge Vorgaben eigentlich eher stören.

    Ich möchte weder auf WoW HdR oder Xena Cons, allein schon weil mir das Interesse fehlt mich in den Hintergrund einzuarbeiten. Eine Ausnahme bildet für mich da Shadowrun, aber das eben auch nur weils halt kein klassisches Fantasysetting ist.

    Anything goes funktioniert sicher nicht, aber wie die Nount schon schrieb, wenn man das Umfeld ein wenig einengt, dann passt eben auch ein Larp mit recht offenem Hintergrund.

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