Umfrageergebnis anzeigen: Kettenhemden im LARP - Müssen sie vernietet sein?

Teilnehmer
96. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja, unbedingt. Alles andere tut mir in den Augen weh.

    10 10,42%
  • Mir egal, kenn mich da zu wenig aus.

    9 9,38%
  • Mir egal, weils mich nicht stört.

    54 56,25%
  • Na ja, kommt drau an. Wenns ein Ritter/reicher Kämpfer ist, dann schon.

    14 14,58%
  • Bloß nicht, sollen die doch Reenactment machen.

    4 4,17%
  • Ich enthalte mich, möchte aber, dass meine Stimme in der Statistik auftaucht.

    5 5,21%
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Ergebnis 1 bis 10 von 83
  1. #1
    Awatron
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    Die Kettenhemden-im-LARP Diskussion

    Hallo liebe Forumsgemeinde!

    (ok, seltsame Begrüßung, fühle mich wie ein Pfarrer)

    Jetzt haben wir ja einen allgemeinen Rüstungsthread, aber ich bin der Meinung, dieses Thema verdient einen eigenen. Mir ist nämlich seit ich überhaupt angefangen habe, mich mit dem Thema LARP zu beschäftigen, von Anfang an eine Sache ins Auge gesprungen.

    Und zwar diese ewige vernietet vs. unvernietet Geschichte.

    Immer, IMMER wenn ein Anfänger fragt, was für eine Rüstung es sein soll und wo er sie herkriegen soll, taucht mindestens einer auf und erzählt irgendwas von vernieteten, am besten keilvernietet, Kettenhemden. Weil und sowieso...

    Und es kommen auch die immer gleichen Argumente.

    Ich werde jetzt versuchen, die gängigsten Argumente anzureißen.

    - Haltbarkeit: Ok, keine Frage. Vernietet ist besser. Es kursiert ja diese Legende, dass unvernietete Kettenhemden Ringe verlieren wie Hänsel und Grätel Brotkrumen im Wald. Habe ich nie erlebt, ehrlichgesagt. Mag sein, dass es auf die Billigstdinger zutrifft. Da muss man eben schauen, aus welchem Stahl die sind und wie sie verarbeitet wurden. Es gibt solche und solche. Meins ist unvernietet, aus Flachringen und hat noch nie einen Ring verloren.

    - Schutzwirkung: Meiner Meuinung nach eins der unsinnigsten Argumente. Schutzwirkung wovor? Im LARP schützt ein unvernietetes Kettenhemd genau so gut wie ein vernietetes. Bei echten Waffen natürlich keine Frage, aber darum gehts hier ja nicht.

    - Historische Gründe: Steht dem Schutzwirkungsargument nur wenig nach. Ja, so gut wie alle gefunden Ringpanzer sind vernietet. Als unvernietetes Kettengeflecht sind mir nur einige (einer?) Funde aus früher Keltenzeit und die Masken der Panzerbesatzungen und Schulterklappen der Offiziere im 1. Weltkrieg bekannt. Mein Argument dagegen: Es ist Darstellung! Eine Standardkettenhemd im LARP stellt eben einen vernieteten Ringpanzer aus dem Mittelalter dar, genauso wie Schaumstoffschwerter echte Waffen darstellen. Warum ist denn das unvernietete Kettenhemd (am besten noch verzinkt) mittlerweile die Standardrüstung, genauso wie das Schwert die Standardwaffe ist? Weil und unvernietet nunmal billiger ist und ein Schaumstoffschwert am einfachsten herzustellen ist. Und natürlich wegen der Nachfrage. Ein Schaumstoffknüppel währe wohl billiger, aber den wollen nich so viele. Deswegen kosten Billigsplattenteile immer noch mehr als Billigstkettenhemden, weil die ja auch mehr RP geben . Dabei sollte es doch billiger sein, ein Stück Blech zu biegen und zwei Riemen dranzuschnallen als ein Kettenhemd, selbst in Indien, stricken zu lassen. Aber vielleich täusche ich mich da, bin für Argumente offen.
    Oha, jetzt schweife ich ab. Zurück zum Thema.

    Oft wird dann Leuten, die zB Ritter spielen wollen, dazu geraten, sich ein vernietetes Kettenhemd zu holen, weil das edler ist und ein Ritter sich sicher eine gute Rüstung leisten konnte als ein billiges unvernietetes Kettenhemd. Was zur Hölle? Das hypothetische Ritterkettenhemd wäre genauso vernietet wie das seines Knechts. Weil sie alle vernietet waren. Und dieser Zustand wird eben dargestellt. Genauso lächerlich ist die manchmal auftauchenden Forderung, für vernietete Kettenhemden mehr Rüstpunkte zu geben. Meistens von den Besitzern eben solcher. Sollen dann schwerere Schwerter mehr Schaden machen?

    Mein Fazit: Da man sich ja an historischen Gegebenheiten orientiert (anders gehts ja auch kaum), spiegeln die erhältlichen Massenwarekettenhemden die historischen Ringpanzer wider, indem sie sie (teils Symbolisch, weil unvernietet und Rundringe) darstellen. Also ist es völlig egal, ob ein Ritter ein unvernietetes trägt. Sonst kriegen 98% der Ledergerüsteten und 80% der Plattierten auch Ärger mit ihren Rüstungen.

    Gut, das war jetzt mein Senf dazu. Wie seht ihr das?


    P.S.

    Mir gefällt ein Vernietetes natürlich auch mehr von der Optik und von der Authentizität (nicht vom Ambiente, dafür reicht ein "normales" auch) und für Reenactmentzwecke steht auch die Anschaffung eines solches an. Aber Anfängern werde ich auch in Zukunft raten, sie sollen einfach auf die Qualität schauen und sicher gehen, dass keine Ringe rausfallen oder sich leicht verbiegen lassen.
    Intoleranter Besserlaper (Harter Kern)

  2. #2
    Hana
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    Schutzwirkung bezieht sich natürlich nicht auf den Schutz gegen Larpwaffen (das wär wirklich unsinnig), sondern auf die Schutzwirkung, nach der das Kettenhemd aussieht. Bzw. die es eben hätte, wenn man annimmt, die Polsterwaffen wären real (im Spiel gelten sie ja als real).

    Mich stören unvernietete Kettenhemden aber trotzdem nicht. Eher die typischen ewig weiten Schlabberärmel, ob an vernieteten oder unvernieteten Hemden, die sehen immer furchtbar aus (an meinem Kettenhemd hab ich sie nachträglich enger gemacht, daher darf ich meckern ).
    Also ... ein unvernietetes Kettenhemd mit engen Ärmeln fände ich schöner als ein vernietetes im Standard-Schnitt. Vernietet mit engen Ärmeln würd mich natürlich auch nicht stören
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
    Liverollenspiel im Münsterland: http://www.danglar.de

  3. #3
    Gerwin
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    Vernietet mit engen Ärmeln würd mich natürlich auch nicht stören
    Erstmal dazu :

    Ist, soweit ich weiß, nur sehr schwer möglich. Der Grund dafür ist einfach. Entweder du baust ein vernietetes Kettenhemd komplett selbst. Ich kenne bisher nur eine Person die dieses Unterfangen in Angriff genommen hat (und der hatte beruflich mit Metall zu tun, war nicht gerade groß UND nach einer Kettenhaube und Handschuhen gescheitert). Oder du nimmst ein vorhandenes Kettenhemd uns baust es "um". Diese Alternative würde ich noch für möglich halten..doch dürfte es extrem schwierig werden. Insofern..diese Alternative ist zumindest weitgehend nicht praktikabel.

    Im allgemeinen: Ja...es stört mich durchaus. Es sieht gänzlich anders aus, hört sich häufig anders an (kommt gefühlt durch die durchschnittlichen größen Ringe und die schlechtere Passform, unvernietete Kettenhemden stören ja nicht nur durchs unvernietet sein)..und nach ein paar Jahren sind die Dinger häufig (nicht unbedingt immer) durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Da man inzwischen brauchbare Kettenhemden für knapp über 200 Euro bekommt (und diese vernietet sind). Stört mich der Anblick noch mehr. Dummerweise greifen viele Leute die ein unvernietetes Kettenhemd wünschen auch zur verzinkten (im Fall eines bösen Charakters brünierten) Variante. Würde man das optisch rausrechnen, auch unvernietete Kettenhemden in einer kleinen Ringgröße (so am besten zwischen 5-6 mm ) anbieten und dafür sorgen dass sie halbwegs eine gute Passform haben sehe der optische Eindruck vielleicht anders aus.

    ABER: Problematisch ist für mich nicht der einzelne Larper der sich mal zum Einstieg ein brauchbares unvernietetes Kettenhemd kauft. Dass ist okay..am Anfang will man nicht so viel Geld ausgeben. Problematisch wäre es für mich auch nicht wenn alle unvernieteten Kettenhemden einen gewissen Qualitätsstandard genügen würden. Schwierig wird es für mich aber dann wenn die unvernietete Kette der absolute Regelfall wird und mit teilweise sehr unsinnigen Argumenten verteidigt wird.

    Mein Lieblingserlebnis zu diesen Thema war übrigens eine sehr lange Diskussion mit einen Spieler auf dem letzten Mythodea darüber wo eine römische hamata für einen (sehr) großen Spieler weit weniger als 10 Kilo wiegen kann und trotzdem alles andere als eine Metzgerkette sein muss.
    (Auch) da ich auf solche Diskussionen (die es in ähnlicher Form schon öfter mal gab) keine Lust mehr habe: JA ein Kettenhemd muss vernietet sein. UND passend. UND mit kleinen Ringdurchmesser damit es sich besser an den Körper anpassend. Alles andere ist eine Behelfslösung.

  4. #4
    Jocke
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    Mich störts nicht... Für mich persönlich (Also für meine Charaktere) sag ich "Ja bitte, zumindest Teilvernietet", bei anderen is es mir Wumpe. Wenn man mich allerdings fragt ob man eher ein Vernietetes oder ein unvernietetes Kettenhemd kaufen sollte, bekommt man die Antwort "Ein vernietetes, weil die Haltbarkeit besser ist und es eben doch schöner aussieht!"
    Wenn Leute meinen in Unvernieteter Kette rumzulaufen ist das ihr gutes recht, und mir is es egal, da ich ja dann der bin der kuhler aussieht.

    Ergo: Leben und leben lassen...

    MfG
    der Jocke

  5. #5
    Lahmia
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    Ich kenn mich ja nicht aus in der Materie, redet man von offenen oder geschlossenen Ringen? Ich hatte einmal ein Kettenhemd mit offenen Ringen an und würd das nie wieder tun, die Kanten scheuern unangenehm, bleiben in den Sachen hängen etc.
    Ob die Ringe nun verschweißt oder vernietet sind wär mir egal, hauptsache eben zu...

  6. #6
    Awatron
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    Äh, wie aus offenen Ringen? Fällt das nicht einach auseinander?
    Intoleranter Besserlaper (Harter Kern)

  7. #7
    Jocke
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    @Awa: Sie meint wohl schon aus Unvernieteten...

  8. #8
    Gerwin
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    Offene Ringe: Ja es fällt auseinander..stimmt schon

    Vielleicht sollten wir einfach nur dankbar sein für die Teile. Sie halten den Schmied beschäftigt...und sorgen für unterhaltsame Abendstunden.

  9. #9
    Lainiell
    Lainiell ist offline
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    bei meinem unvernietetem Kettenhemdchen kann ich die Reparatur schön darstellen.
    Mich stören sie nicht, aber vernietere sehens chon besser aus.

  10. #10
    Lahmia
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    Also ja genau, so kenne ich Kettenhemden Marke Eigenbau. Ringe kaufen, mit 2 Zangen aufbiegen, ineinander stecken und danach wieder zubiegen. Sowas führt dann zu scharfkantigen Enden, Aus(einander)fällen und Konsorten. Pfui Spinne!

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