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Thema: Larp-Epochen

  1. #11
    EricPoehlsen
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    Ich finde die Bezeichnung 'Epochen', wie schon erwähnt, auch eher suboptimal. Die Frage ist eher, ob man bestimmte Parameter definieren/quantifizieren kann - etwa zum Techlevel und Magielevel.

    Betrachtet man die reale Historie, so ist das Techlevel ja auch nicht immer steigend, es gibt immer wieder Funde aus der Antike, die technisch und wissenschaftlich höher stehen als im Mittelalter.

    Wenn man jetzt diese 'Epocheneinordnung' noch mit ein paar zusätzlichen Aspekten aus dem VRT-Modell garniert und vielleicht noch weitere wichtige Punkte wie Kampfdichte, Plotdichte mit unterbringt hätte man die Möglichkeit auf einen Blick zu sehen, was auf einem bestimmten Con geboten sein sollte und ob ich mit Charakter X dort hin möchte oder vielleicht auch nicht.

  2. #12
    Cartefius
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    Ich sehe das Problem solcher Klassifizierungen darin, dass es sehr oft entweder an den Kenntnissen oder dem Willen fehlt, sie umzusetzen.

    Denn wenn eine Orga weiß, was sie will, ist doch so ein Hintergrundtext in einer halben Stunde geschrieben, egal ob man nun eine historische Epoche nennt (1000-1500) oder Vorlagen anführt ("So wie bei 'Ivanhoe' oder 'Excalibur'"). Ich unterstelle aber mal, dass sehr viele Larper überhaupt nicht genau definieren können was sie wollen, sondern nur maximal grob sagen können, was sie nicht wollen. Wie häufig hört man, dass Leute ihren Con "mittelalterlich" haben wollen, nur um dann erst nach längerer Diskussion herauszufinden, dass damit eigentlich "Kein Schießpulver" gemeint ist. Oder wenn Leute über die Unmöglichkeit neuzeitlicher Kostüme räsonieren, aber gleichzeitig Hobbit-Kostüme wie beim HdR toll finden, weil sie einfach die Epoche nicht erkennen.

    Und selbst wenn: Am Schluss hat man einen fein abgestimmten Zahlencode, den aber maximal 30% der Leser auf Anhieb verstehen, während man auch genausogut einen Text schreiben (oder aus entsprechenden Versatzstücken zusamenkopieren) könnte, den alle verstehen.

    Dazu frage ich mich oft, ob nicht eigentlich in vielen Fällen doch nicht die Stilrichtung, sondern die Qualität eines Kostüms entscheidet, und ob man mit einer allzu engmaschigen Festlegung nicht wieder genau die Falschen trifft. Da besteht halt schon die Gefahr, dass wenn man "mittelalterliches Ritterturnier" schreibt, der super Hollywood-Ritter zuhausebleibt, weil er sich mit seinen Fantasy-Ailettes und seiner Frührenaissance-Platte fehl am Platz sieht, während der Gallileo-Gucker mit Spaltlederrüstung freudestrahlend hingeht, weil er sie ja auch auf einem "Mittelalter-Spektakulum" gekauft hat.

  3. #13
    Alex
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    Ich finde die Idee erstmal nicht schlecht. Und ich hätte auch nichts dagegen, dass ganze ins VRT-Modell einzugliedern, wenn etwas sinnvolles und passendes zustande kommt. Dazu müsste ich aber anmerken, dass irgendwelches Zahlenskalen absichtlich nie ihren Weg in das Modell gefunden haben, weil man bei mehr als 3 Abstufungen von sowas der menschliche Geist schwer tut, die Übersicht zu behalten. Und ich würde auch von Zahlen wieder Abstand nehmen, weil die Assoziation zwischen denen und Eigenschaften immer schwer ist. Low-, Mid-, High- etc. Aber ob man hier eine solche Skala überhaupt gebrauchen kann, darüber bin ich mir unschlüssig. Dazu später mehr.

    Die Frage wäre aber eher, was wir da einteilen wollen. Von einem "Techlevel" in dem Sinne würde ich da gar nicht mal reden. Das passt IMHO nicht ganz, außerdem unterteilt das VRT-Modell unter dem Fantasy-Level schon grobe Technologie-Bereiche. Der Name "Epoche" passt auch nicht ganz, kommt meiner Meinung nach der Sache schon näher. Vielleicht könnte man von "kulturellen und epochalen Anlehnungen" reden. Ein treffender Name ist gerne willkommen, aber im Moment wäre das das einzige, was mir dazu einfällt.

    Wenn wir zumindest sinngemäß aber dabei bleiben wollen, wird es unheimlich schwierig. Mir fallen jeden Menge Beispiele ein, wo Einflüsse von mehreren Kulturen und Epochen auf ein Volk in einem Setting vereint sind. Und dann haben viele Settings noch mehr als ein Volk, die sich gerne eben durch diese Einflüsse von Epochen und Kulturen unterscheiden. Um das Problem mal genauer zu erläutern, erläutere ich einfach mal die Idee, die mir zu dem ganzen gekommen ist.

    Man bräuchte ja erstmal eine Sammlung fantastischer und realer Epochen und Kulturen, die als Vorlagen dienen könnten. Wobei ich zum besseren Verständnis mich erst einmal an realen Epochen und Kulturen orientieren würde. Dann kann man überlegen, was fehlt und möglichst generische Epochen (Gibt es sowas überhaupt?) und Kulturen hinzufügen. Generisch deswegen, weil ich bezweifle, dass viele selbst bei bekannteren Fantasyvorlagen viel mit den Kulturen, geschweige denn mit den Epochen anfangen können. Oder weiß einer aus dem Kopf, wodurch welche der einzelnen Kulturen im zweiten Zeitalter von Mittelerde geprägt war? Auf der anderen Seite sind viele der Kulturen ja bereits an reale Angelehnt. Die Reiter von Rohan zum Beispiel eher an die nordischen Kulturen, viele andere Fantasykulturen sind an das europäische Mittelalter angelehnt etc. Also erstmal an den realen Vorbildern orientieren und dann noch schauen, ob noch jemand was vermisst.

    Bei Epochen müssten also so Sachen wie das Mittelalter, die Antike etc. vertreten sein. Bei Kulturen Europa (Sehr weit gefasst), Griechenland etc. Zusammengebaute Konstrukte wären dann "das europäische Mittelalter" oder "das antike Griechenland" etc. sein. Damit könnte eine Orga sagen:
    "Wir lehnen uns kulturell und epochal an das europäische Mittelalter an."

    Damit hätte man schonmal eine Hauptrichtung. Damit kommt man IMHO aber noch nicht weit. In der Sekunde, wo man Elemente aus zwei Epochen/Kulturen nimmt, wird das ganze sehr wage. "Wir lehnen uns kulturell und epochal an das europäische Mittelalter und das antike Griechenland an" kann so ziemlich alles und nicht bedeuten. In Bezug auf welche Dinge werden welche Elemente aus den beiden entnommen? Und ich fürchte an dieser Stelle versagt fast jede Einteilung, ohne so granular werden zu müssen, dass es kaum noch anwendbar ist. Sicher könnte man das ganze jetzt in Richtungen wie Kleidung, Waffen, Technologie, etc. unterteilen, aber das wird schon eine ganze Menge. Wenn man dann noch zwei oder mehr Völker in dem Setting hat, die auf der Con aufkreuzen können, wird das ganze wahrscheinlich ein Roman.

    An der Stelle fürchte ich, kann eine Orga nur eine Landes-/Völkerbeschreibung auf der Website machen und wirklich in einem längeren Text aufzählen, was sie sich alles bei sich, auch von außerhalb, vorstellen kann und möchte.

    Ich hab meinen Gedankengang jetzt aber dennoch mal ausführlich aufgeschrieben, in der Hoffnung, dass jemand da was aufgreift und sagt "Hey, so geht das doch ganz einfach." :-)

    Ich wüsste leider weniger, wie.

    Grüße,
    Alex

  4. #14
    Kelmon
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    Erstmal vorweg: Epoche finde ich als Bezeichnung ebenfalls als ungeeignet. Für mein Posting nenne ich es einfach mal vorläufig "StilGruppe", bis jemandem ein besserer Name einfällt.

    Mein Ansatz wäre hier, sich auf bekannte RassenKlassenKlischees zu berufen, Berufe weitestgehend freizustellen, dafür aber eben den "Stil" klar einzugrenzen. Hier würde man frei aus historischen und phantastischen Stilen wählen, wobei fantastische Stile dann zum Einsatz kommen, wenn es historische nicht gibt. (Beispiel: Wenn man die Stilgruppe "Landsknechte" hat, braucht man keine "Landsknechte nach Warhammer"). Die Ausrüstung bzw. der "techlevel" sollte dabei aus den Klischees abzulesen sein. Wenn eine Orga eben nur Stilgruppen des Altertums und Frühmittelalters als erwünscht deklariert, wären Feuerwaffen beispielsweise implizit unerwünscht, auch wenn der Wikinger sich theoretisch die Muskete mitbringen könnte.

    Diese StilGruppen könnte man dann über ein Bekleidungsbeispiel (1x Männlich, 1xWeiblich) verdeutlichen, das dann auch als "icon" in einer Coneinladung erscheinen könnte.

    Nur als Beispiel will ich mal historisches rausgreifen. Das Mittelalter würde ich z.B. in "Frühmittelalter" (Bild: Wikinger o.ä.), "Hochmittelalter" (Bild: Leute in Sackartiger 1250er Klamotte), "Spätmittelalter I" (Bild: Doublets und Schamlatzhosen bei Männern, Frauen entsprechend), "Spätmittelalter II" (Bild: Landsknechte und -mägde).
    Um Mißverständnissen vorzubeugen: All das versteht sich jeweils als "...mittelalterartig", umfasst also auch stilistisch ähnliche Fantasykostüme. Rohansche Kleidung aus den HdR-Filmen fiele beispielsweise sicher unter "Frühmittelalter"

    Aber wie gesagt müssen diese StilGruppen keinesfalls irgendetwas mit zeitlicher Abfolge zu Tun haben. So könnte es eine Gruppe "Klassische magieanwender" (Bild: Magier und Hexe), eine StilGruppe Elfen (Bild: Hochelf und Waldelfe) oder auch eben die StilGruppe "Mantel & Degen" geben (Bild: Musketier und Piratin)

    Ein Problem hierbei, das natürlich dem einen oder anderen Aufgefallen sein könnte: Was, wenn ich zwar Waldelfen, aber keine Hochelfen mag?
    Dafür sind StilGruppen zugleich immer auch Obergruppen. Um bei den Elfen zu bleiben: Ich kann eben die Obergruppe "Elfen" nehmen, oder ich nehme die Untergruppe "Waldelfen" (Bild: Ein Waldelf und eine Waldelfe), aber eben nicht die Untergruppe "Hochelfen" (Bild: Ein hochelf und eine Hochelfe").

    Für eher "offene" Cons, oder wenn man den Ausschluß nicht so streng handhaben will, kann eine Orga auch einfach so vorgehen, daß sie nicht die "erwüschten StilGruppen" angibt, sondern in "Besonders passend" und "eher unpassend" einteilt. Dann wäre beim großen Elfencon die StilGruppe "Elfen" eben besonders passend, die StilGruppe "Zwerge" unpassend - und der Rest eben..."okay"

    Da das Ganze ja schon eine Art Baukastensystem ist würde ich es auch nicht ausschliessen, daß das frei von Orgas mit eigenen Stilen erweitert werden kann, also nicht notwendigerweise von tag 0 an alle StilGruppen festschreibt. Vielleicht fängt man mit StilGruppe "Tierwesen" an, aber eine Orga hält es irgendwann für sinnvoll, hier zwischen Ziegenwesen und Tigerwesen zu unterscheiden.


    Zu guter Letzt wäre hier natürlich die Frage nach dem "warum überhaupt". Meiner Meinung nach hätte das gleich mehrere Vorteile:
    - Ich gehe nicht auf eine Con mit unpassendem Charakter
    - Auf der Con, zu der ich gehe, laufen weniger unpassende Charaktere rum
    - Und vielleicht am wichtigsten: Es regt Orgas, die sich vorher nie Gedanken dazu gemacht haben, vielleicht dazu an, sich mal gedanken dazu zu machen, was denn für ihren Hintergrund passend wäre. Leider passiert es mir doch oft, daß die Orgas nicht mal wissen, was denn auf ihren Cons nun stimmig wäre. An der stelle hapert es eben auch bei den textuellen Beschreibungen häufig. Aber wenn man nunmal "gezwungen" wird, sich bestimmte Elemente rauszusuchen...
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  5. #15
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    Solche Klassifiezierungen haben leider keine Durchsetzungskraft, ähnlich wie das VRT Modell. Ich sehe es auch nicht als so zwingend an.

    Leute wenn ihr unsicher seit, fragt doch die CON-Orga. Wenn ihr selber die Orga seit, so legt es doch für euch fest und schaut in die Charakterunterlagen.

    Ich für mich lehne Schwarzpulverwaffen komplett ab, mit Ausnahme grosser Kanonen die reine Show sind. Ich mag auch eher weniger. Barock Charaktere.

    Stephan

  6. #16
    Gerwin
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    Dazu frage ich mich oft, ob nicht eigentlich in vielen Fällen doch nicht die Stilrichtung, sondern die Qualität eines Kostüms entscheidet, und ob man mit einer allzu engmaschigen Festlegung nicht wieder genau die Falschen trifft. Da besteht halt schon die Gefahr, dass wenn man "mittelalterliches Ritterturnier" schreibt, der super Hollywood-Ritter zuhausebleibt, weil er sich mit seinen Fantasy-Ailettes und seiner Frührenaissance-Platte fehl am Platz sieht, während der Gallileo-Gucker mit Spaltlederrüstung freudestrahlend hingeht, weil er sie ja auch auf einem "Mittelalter-Spektakulum" gekauft hat.
    In meiner Augen trifft dass nur in gewissen Grenzen zu. Um mal bei einen realistischeren Beispiel zu bleiben: Auf einen normalen Fantasycon empfinde ich den einfachen Wikinger...selbst wenn er wie hunderte seiner Vorgänger Tunika und Hose bei Carbone gekauft hat...als weniger störend als den Charakter mit auffallenden Renaissanceeinschlag. Betrachtet man die Rüstung alleine mag einen ungeübten Beobachter der Unterschied zu einer ebenfalls hochwertigen und etwas früher angesiedelten Rüstung nicht auffallen. Betrachtet man die Kleidung ist, gerade wenn diese gut gemacht ist, der Unterschied meiner Erfahrung nach doch so groß dass das Bild gestört wird. Wenn eine Orga sich nun extrem von Lederrüstungen auf einen Rittercon gestört fühlt kann sie sowas durchaus ausschließen (wäre in meinen Augen nur verständlich).

    Nach kurzer googlesuche muss ich aber zugeben dass zum Beispiel diese Männer auch wenn ihre Kleidung den gewohnten Larpstandard übertrifft für mich persönlich (!) auf einen Standardcon nichts zu suchen hätten. Weiterhin ändert sich meiner Meinung nach mit der später (oder früher) werdender Zeit nicht nur das äußere (darüber könnte man ja noch eventuell hinwegsehen) sondern auch das soziale Verhalten des Charakters. Ich hab einfach einmal zu oft miterlebt wie (in meinen Augen) zu spät angesiedelte Charaktere auf einen Standardcon ihre Umgebung wie primitive Wilde behandelt haben. Und um ehrlich zu sein..ich lege da keinen gesteigerten Wert drauf. Verhält sich nämlich der gegenüber wie ein primitiver Wilder und schneidet den (gut gespielten) arroganten Schnössel einfach mal die Kehle auf ist das geheule am Ende wieder groß. Eine Trennung gewisser Charaktere würde ich da schon für sinnvoll halten.

    Fließtextbeschreibung vs. festes System: Auch wenn ich selbst nicht glaube dass sich ein festes System mit Piktogramen je durchsetzen wird überwiegen die Vorteile zur Fließtextbeschreibung in meinen Augen doch deutlich. Ein Beschreibung wie sie von vielen Larporgas gehandhabt wird erscheint mir oft so wenig eindeutig dass es ganz klar auf den jeweiligen Leser ankommt was er hören will und was nicht. Was wäre den zum Beispiel die mittelalterliche Fantasywelt von welcher Orgas oft sprechen? Je nachdem wie man diese Welt nun auslegt passt da, abgesehen von Extremen, noch so gut wie alles drunter. Spätestens wenn man nun zu diskutieren anfängt ob der gut gemachte Renaissancecharakter nicht doch noch irgendwie passt hat ein Fließtext jegliche Aussagekraft (ausser dass ich weiß...mein WWII-Soldat passt nicht ins Fantasy-Mittelalter) verloren.

    Ein Piktogramsystem welches eventuell von der jeweiligen Orga durch Gewandungsbeispiele welche den oberen und unteren Rand markieren verfeinert wird ist da um einiges eindeutiger. Ausserdem würde ich sagen dass ein eindeutiges einordnen in zeitliche Abschnitte (jeweils inklusive des Fantasygegenstückes) einen weiteren, tragenden Vorteil hat. Wenn nun weder der Renaissance-Bürger noch der römische Legionär und meistens auch nicht der Landsknecht überhaupt eine Chance sehen auf einen normalen Con zugelassen zu werden (eben weil sie nicht passen) werden sich die Leute die derartige Konzepte bespielen mit viel größerer Wahrscheinlichkeit zusammenschließen und für ihre Konzepte Cons unter gleichgesinnten veranstalten. Ich behaupte nun einfach mal dass es sowohl für "zu frühe" als auch für "zu späte" Charaktere sehr viel angenehmer ist in einer Welt zu spielen welche zumindest grob an ihre Epoche angelehnt ist.

    Kurz noch zum "anschreiben und nachfragen": Mag in der Theorie funktionieren. Es gibt sicher auch engagierte Orgas bei denen es gut klappt. Meiner Erfahrung nach ist aber der Anteil an Charakteren bei denen man es "mal ausprobiert" oder deren Konzepte man gar nicht liest (oder aus Unwissenheit wie so ein Konzept dann genau aussieht durchwinkt) riesig. Eine Art "Larperkarteikarte" mit mehreren Ganzkörpercharakterfotos und einigen knappen Hinweisen wäre hier zwar hilfreich...aber auch so etwas wird sich nicht durchsetzen.

  7. #17
    Hubert
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    Zitat Zitat von Gerwin
    Nach kurzer googlesuche muss ich aber zugeben dass zum Beispiel diese Männer auch wenn ihre Kleidung den gewohnten Larpstandard übertrifft für mich persönlich (!) auf einen Standardcon nichts zu suchen hätten.
    Wonach hast du gesucht? Oder anders gefragt: Was soll dieses Bild untermauern? Du erwähnst im Text häufig die Renaissance, aber nicht den Barock oder gar das Wort Musketier. Das ist etwas verwirrend.

  8. #18
    Gerwin
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    Renaissance male clothing und eben gerade nochmal als Gegenprobe Kleidung Renaissance. Um mal zwei weitere Beispiele zu wählen die man da so findet...ob dass nun passt oder nicht muss jeder selbst beantworten.

    edit: Zugegeben..das erste Beispiel mag unglücklich durch eine sprachliche Verschiebung gerutscht sein...das Prinzip ist aber klar. Ich persönlich bin da für einen sehr deutlichen "Epochenschnitt". Und ehe jetzt die Kritik aufkommt dass es ja auch "nicht störende Renaissancegewänder die ich nicht mal erkenne" gibt. Gibt es mit Sicherheit. Was ich nicht erkenne kann mir ja egal sein .

  9. #19
    Hubert
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    Zitat Zitat von Gerwin
    edit: Zugegeben..das erste Beispiel mag unglücklich durch eine sprachliche Verschiebung gerutscht sein...das Prinzip ist aber klar. Ich persönlich bin da für einen sehr deutlichen "Epochenschnitt". Und ehe jetzt die Kritik aufkommt dass es ja auch "nicht störende Renaissancegewänder die ich nicht mal erkenne" gibt. Gibt es mit Sicherheit. Was ich nicht erkenne kann mir ja egal sein .
    Sehr viele sogar! In Italien ging der Rinascimento etwas früher los, und es gibt doch einige, die sich an dieser Mode orientieren (zumindest meine Puffärmel sind eindeutig daran orientiert ).

    Mir geht es darum, daß die Verwendung des Begriffes Renaissance eine etwas unglückliche Wahl ist für einen deutlichen "Epochenschnitt", immerhin fing sie im Mittelalter an und reichte in die frühe Neuzeit. Daß es den ein oder anderen Unterschied zwischen einem italienischen Condottiere des frühen 15. Jahrhundert und einem schwäbischen Landsknechtsführer des 16. gibt, findet man schnell heraus. Mag jetzt klingen wie Nitpicking, aber in der Zeit gings mit der Mode so richtig ab, viele Änderungen in kürzester Zeit...


    Mir gefällt im Übrigen der Ansatz von Kelmon sehr gut, genau so habe ich es vor Kurzem seitens einer Orga sogar erlebt. Die gaben (grob gesagt) "orientiert am Hochmittelalter, sackartige Kleidung" mit einigen selbstgeschriebenen, durchaus hilfreichen Texten zum Thema an. Empfand ich als sehr angenehm, da man so genau wußte, was den Leuten vorschwebt.

  10. #20
    Cartefius
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    Nur als Beispiel will ich mal historisches rausgreifen. Das Mittelalter würde ich z.B. in "Frühmittelalter" (Bild: Wikinger o.ä.), "Hochmittelalter" (Bild: Leute in Sackartiger 1250er Klamotte), "Spätmittelalter I" (Bild: Doublets und Schamlatzhosen bei Männern, Frauen entsprechend), "Spätmittelalter II" (Bild: Landsknechte und -mägde).
    Ich sehe hier das Problem einer derart feinen Eingrenzung darin, dass damit der Con entweder fast automatisch zum Nischencon wird, oder man eine schier endlose Liste von Stilrichtungen runterbeten muss: Wikinger, Thorwaler, Barbar, Tolkienelb, Warhammerelf, DSA-Elf... die Liste würde ziemlich endlos werden. Und dann hätte man immer noch das Problem, dass man eine Menge passende Konzepte schlicht vergisst, weil man sie nicht auf dem Schirm hat, und sich vermutlich etwa die Hälfte aller Larpcharaktere selbst gar nicht zielsicher in solche Stilgruppe einordnen können, weil sie ja "Fäntasy" machen und ihre Sachen gar nicht nach einer bestimmten Stilrichtung auswählen.

    Ich befürchte einfach, wenn man zu diesen ausgefeilten Stilvorgaben noch Vorgaben was Power-, Fantasy-, Fremdrassen- und Gesinnungslevel angeht, muss man fast jedes denkbare Charakterkonzept im Voraus erwähnen und einordnen, und da geht dann schnell jeder Überblick verloren. Und sobald das ganze zu lang oder zu unübersichtlich wird halten sich die Spieler entweder nicht dran oder keiner kommt mehr hin. Auf den Turniertagen hatten sie ja z.B. wohl teilweise das Problem, dass obwohl als Vorgabe nur "Ritterfilm-Optik" angegeben war, sich einige Spieler nicht getraut haben zu kommen, weil sie keine historisch akkurate Klamotte vorweisen konnten.

    Auf einen normalen Fantasycon empfinde ich den einfachen Wikinger...selbst wenn er wie hunderte seiner Vorgänger Tunika und Hose bei Carbone gekauft hat...als weniger störend als den Charakter mit auffallenden Renaissanceeinschlag.
    Na gut, das ist aber persönlicher Geschmack. Umgekehrt würde ich sagen, dass das romantische Ritterbild aus Märchen und Geschichten (was für mich immer noch ein starker Larp-Einfluss ist) sehr Renaissance-geprägt ist (Beispiel), und der Wikinger da eher befremdlich wirken würde.

    Ich will jetzt hier aber gar kein Fass zum Thema "welche Epoche ist die bessere" aufmachen, würde aber sagen, dass der gut gemachte Wikinger genauso wie einer der Jäger auf dem Beispiel-Foto oben vermutlich auf den meisten Fantasycons lieber gesehen ist als der Baumwolltunika-Wiki oder der Schnürhemd-Waldläufer, die die gleichen Epochen aufgreifen, aber schlechter umsetzen. Dazu kommt, dass viele vermutlich Konzepte, die nicht gerade sinnbildlich für ihre Epoche sind, sondern nur viele Elemente aufgreifen (wie die HdR-Hobbits) gar nicht als "unfäntelalterlich" erkennen. Das gilt meiner Meinung nach insbesondere für Kleidung, die nicht übermäßig prunkvoll und geckenhaft ist, sondern solide, bodenständig und "eingelebt" aussieht, so etwas gliedert sich meiner Meinung nach oft sehr gut auch in fremde Epochen ein.

    Weiterhin ändert sich meiner Meinung nach mit der später (oder früher) werdender Zeit nicht nur das äußere (darüber könnte man ja noch eventuell hinwegsehen) sondern auch das soziale Verhalten des Charakters. Ich hab einfach einmal zu oft miterlebt wie (in meinen Augen) zu spät angesiedelte Charaktere auf einen Standardcon ihre Umgebung wie primitive Wilde behandelt haben. Und um ehrlich zu sein..ich lege da keinen gesteigerten Wert drauf.
    Ich denke, dieser Punkt beruht zu sehr auf persönlichen Vorlieben und Abneigungen, um daraus irgendetwas allgemeingültiges zum Larpstandard abzuleiten, das geht für mich in die selbe Richtung wiedas Vorurteil, dass Kelten- und Wiki-Spieler häufig unangenehm auffallen, weil sie gerne den saufenden und pöbelnden Hooligan geben, der bei jedem schiefen Blick gleich die Axt aus dem Gürtel reißt.
    Einerseits mangelt es bei solchen extremen Vorfällen vor allem an OT-Sozialkompetenz, und die ist meiner Meinung nach rollenunabhängig, und zweitens finde ich solche Konflikte, wenn sie mit Fingerspitzengefühl umgesetzt werden, auch gerade bereichernd und möchte sie nicht missen.

    Ein Piktogramsystem welches eventuell von der jeweiligen Orga durch Gewandungsbeispiele welche den oberen und unteren Rand markieren verfeinert wird ist da um einiges eindeutiger.
    Aber was ist denn der "obere" und der "untere" Rand? Auf welcher Skala? Klar, man kann jetzt willkürlich Jahreszahlen rausgreifen, ich denke aber nicht, dass man damit die Larprollenverteilung irgendwie sinnvoll einteilen kann. Sagt man "bis 1500" sind plötzlich alle Ritter mit Brechrändern draußen, und Kanonen und Flinten hingegen drin, sagt man "alles ab 1000" fallen jede Menge Wikis und Barbaren raus. Und dann hat man als Ergebnis eine Epoche, in der sich zwar die historisch inspirierten Larper einodnen können, wo aber die ganzen Elfen, Waldläufer, Söldner, Zwerge, Magier, Heiler und was man sonst nicht alles auf dem typischen Con trifft wie der Ochs vorm Berge stehen und sich fragen: "Bin ich jetzt drin, oder nicht?".

    Ich würde es da eher für zielführender halten, anstatt die Grenzen festzulegen mit einem Mittelpunkt anzufangen, am besten etwas sehr anschaulichem wie einem Film, und von da aus zu sagen: "So stellen wir uns das vor, je näher ihr dran seid, um so besser!"

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