Umfrageergebnis anzeigen: Was für Konfliktspiel spielt ihr gerne?

Teilnehmer
30. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • die inneren Konflikte meines Charakters zeigen

    0 0%
  • die Konfrontation mit dem Feind - äußerer Konflikt

    16 53,33%
  • "Gewagte Konzepte" - die auch OT Konflikt provozieren

    2 6,67%
  • ein bischen hier ein bischen da, nichts bewußt

    10 33,33%
  • ich achte streng drauf, keinerlei Konflikte zu spielen

    2 6,67%
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Ergebnis 1 bis 10 von 25
  1. #1
    Harald Ösgard
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    Konfliktspiel - was genau soll das eigentlich sein?

    Weil es ja immer wieder auftaucht dieses Wort KONFLIKTSPIEL...

    was genau soll damit eigentlich gemeint sein? Also ich meine WIRKLICH bezweckt sein?

    Es gibt für mich innere Konflikte (ess ich noch ne Praline oder mach ich Sport?) im LARP dann eben zB. erhebe ich meine Stimme für dies und das, obwohl ich dadurch Ungemach riskiere? Diese Arten der inneren Zerrissenheit, des Hin und Her, für und wieder macht meiner Meinung nach die meisten Stories interessant, menschlich und spannend.

    Der äußereKonflikt, Schlachtreihe X steht Schlachtreihe Y gegenüber, beide Seiten sehen sich im Recht und es kann nur einen geben. Auch eine Art von Konflikt und gewaltsame Konfliktlösung, die Pepp ins Spiel bringt. (Wenn man es nicht stereotyp einzig darauf bewenden läßt.)

    Exoten einfach wegzuhauen, - das zB. ist für mich nun überhaupt kein Konfliktspiel, weil ich da den Konflikt einfach nicht sehe. Außer man meint damit den OT Konflikt zwischen den RL Spielern und ihren unterschiedlichen Vorstellungen und ERwartungen und auch Ansprüchen.
    Aber sonst??? Wenn jemand es gerne sauber hat, welchen Konflikt hat er denn dann damit, 1L Sagrotan im Bad zu verspühen? Ode die Mücke zu erschlagen? Oder Fleisch zu essen, wenn es ihm halt schmeckt und er sich sonst keine Gedanken macht?

    Wenn man einerseits sagt: "Mein Charakter reagiert da einfach so drauf, der hat da überhaupt kein Problem mit und auch garkeine Alternative" - dann kann das in meinen Augen schlecht einen Konflikt auslösen.
    Mindenstens schonmal keinen Inneren Konflikt, da sich der Charakter ja keinerlei "Schuld" oder Zweifel bewußt ist - per eigener Definition.
    Da der vereinzelte Exot gegen eine Horde "Cleaner" nun nicht den Hauch einer Chance hat, kann ich das auch nicht als nennenswerten äußeren IT Konflikt ansehen.
    Da gibts keine Optionen, keine Alternativen, da muss man sich keine Entscheidung abringen. Da wird nicht abgewogen und da wechselt auch kein Schlachtenglück...

    Zack- Drauf Wech!. Kein Konflikt! Sorry, ich seh da keinen.
    Außer eben ein gehöriger OT Konflikt. Ist DAS wirklich mit Konfliktspiel gemeint???

  2. #2
    Drogoth
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    Konfliktspiel ist für mich eigentlich der Konflikt bedingt durch Meinungsverschiedenheiten unter den Sc.

    Ich Persönlich vermeide kein Konfliktspiel, provoziere es aber auch nicht bewusst, was auch daran liegt, dass mein Charakter noch nicht sonderlich geprägt ist.
    "Nichts ist beständiger als der Wandel"

  3. #3
    Kelmon
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    Ich finde die Umfrage auch eher verwirrend. Das Wort "Konfliktspiel" finde ich im Bereich LARP halbwegs eindeutig definiert. Eben wie Drogoth sagt - IT-Konflikte zwischen SCs, und normalerweise sind damit die nicht-kämpferischen Konflikte gemeint, auch wenn Kampf technisch gesehen auch "Konfliktspiel" ist. Wer Konfliktspiel sagt, meint idR. also Anfeindungen, Wortgefechte, und ähnliches, die ggf. aber auch Kampf münden können.


    Innere Konflikte oder OT-Konflikte haben damit einfach nichts zu tun.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  4. #4
    Harald Ösgard
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    Kelmon, Du warst ja ein paar Tage nicht da. Da gings mal wieder um Tierwesen und da wurde das Konfliktspielargument in meiner Lesart schon auch anders benutzt.

    So nach dem Motto: ich müßt ja meinen Charakter verbiegen, wenn ich den nicht sofort ungefragt umkloppe.
    Meine Übersetzung: "sonst würde mein Charakter ja in einen inneren Konflikt geraten, zwischen seienr Gewohnheit und der aktuellen Situation".
    Wenn dann "das Tierchen" sagt, hmm naja, ich möcht aber auch ein bischen Spaß an der Con haben, dann wird eben mit: Wer sich so anzieht - der will doch Konfliktspiel!" gekontert.

    Was mich irgendwie an der Klarheit der Definition von Konfliktspiel im LARP hat zweifeln lassen.

  5. #5
    Turis
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    Ich beziehe mich auf die übliche Vorstellung von "Konfliktspiel" (wie bereits Kelmon erwähnte).

    Bin kein großer Freund von Konfliktspiel in der Form "wir brüllen uns an bis einer aufgibt" unter SCs. Das hat nix mit Blümchenlarp zu tun (heile Welt etc), sondern ich kanns einfach nicht ab wenn mich einer lauthals zusammenscheißt, vorallem wenn seine Charakter da eigentlich kein Recht zu hat. Ich gebe zu dass es mir da sehr schwer fällt nicht OT angepisst zu sein. Auch habe ich das Gefühl das manche Leute einfach nicht wissen wanns genug ist und anscheinend glauben ihre IT-Macht OT genießen zu müssen und das kann ich gar nicht ab.

    Konfliktspiel in Form von anständigen Diskussionen (Akademiecons) oder generell mit Leuten die ich OT kenne (ungehorsamer Knappe/Novize, kleinere Streitigkeiten etc) finde ich dagegen bereichernd. Mit völlig Fremden mag ich letzteres dagegen eher nicht, weil ich nicht weiß wie weit ich gehen darf (z.b. Strafe) und die nicht wissen wie weit sie bei mir gehen dürfen. Das ist auch manchmal schon mit Bekannten schwer, aber mit Fremden für fast unmöglich.

    Habe daher den letzten Punkt in der Umfrage gewählt, auch wenn es nicht ganz passt.

    Grüße

  6. #6
    Cartefius
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    Ich habe mal den externen Konflikt gewählt, allerdings meine ich damit etwas anderes, als das, was du schreibst.

    Konfliktspiel ist für mich das Anbahnen und Ausspielen von Konflikten mit anderen Charakteren. Also Streit, Ablehnung, Misstrauen, Aggression, Gerinschätzung, Vorurteile, wissenschaftlicher Diskurs, das volle Programm negativer Emotionen, und zwar so, dass der andere auch davon etwas mitbekommt und reagieren kann (also kein Lästern am Lagerfeuer).
    Darunter fällt strenggenommen auch der Kampf mit Polsterwaffen, den sehe ich aber als nicht richtig dazugehörig an, weil da für mich eigentlich immer das "Spiel" im Sinne von "Interaktion" weitgehend in den Hintergrund tritt, und falls man bis zur Kampfunfähigkeit kämpft auch das Zusammenspiel meist ein jähes Ende findet.

    Für mich ist dieser Part im Larp zwar manchmal etwas heikel, weil man zwischen OT- und IT-Konflikt klar trennen muss (wie ich glaube Raurgrimm so schön sagte: "Konflitkspiel ist Vertrauenssache"), diese Situationen machen aber einen wichtigen Punkt des Rollenspiels und der Charakterdarstellung aus: Spielfiguren unterscheiden und charakterisieren sich eben nicht nur anhand ihrer Gemeinsamkeiten, sondern auch und vor allem anhand ihrer Reibungspunkte, und was wäre z.B. das klassische ungleiche Polizistenduo des 90er-Jahre-Actionfilms, wenn die sich nicht ständig in die Haare kriegen würden?

    Ebenso bieten solche Streitpunkte die Möglichkeit, Stärken und Schwächen der Charaktere zu vermitteln, oder kulturelle Differenzen zu thematisieren: Wenn der Araber beim "13ten Krieger" die schmierige Arznei aus Kuhpisse angewiedert ablehnt, sagt das nicht nur viel über die angestrebte "rückständige" Wikingerdarstellung aus, sondern auch über den Charakter selbst. Viele Gelehrte können dann am besten glänzen, wenn sie einen "Dummen" belehren, und auch Emotionen wie Zorn, Mut oder Feigheit lassen sich nur im Konflikt bespielen.

    Das Problem bei all diesen Szenen ist, dass sie aufgelöst werden müssen, sei es, dass der vorwitzige Halunke ein blaues Auge verpasst bekommt, der tobende Zwerg von seinen Gefährten weggetragen wird, oder der verkannte Gelehrte beleidigt von dannen zieht, und das bedeutet, dass jemand "schlecht wegkommt". Diese Situation mögen viele Spieler nicht, weil sie ein Scheitern ihres Charakters auch als persönliche Niederlage empfinden, und es schwer finden, absichtlich etwas "dummes" zu tun, weswegen sie nur Konfliktspiel initiieren, aus dem sie selbst als Sieger hervorgehen (der berühmte Lichtfaschotrupp, der missliebige Charaktere auf offener Straße umhaut), und wenn sie selbst mit Konfliktspiel konfrontiert werden, darauf unvorbereitet, verbissen und beleidigt reagieren.

    Wenn man sich aber einmal an den Gedanken gewöhnt hat, und das Spiel einer Konfliktszene als Bereichernug für beide Parteien ansieht, macht das ganze einen Riesenspaß, und sorgt für ein viel lebendigeres Szenario. Dafür müssen aber alle Beteiligten das gleiche Ziel verfolgen, nämlich eine bereichernde Szene zu spielen, und dem Gegenüber Freiräume zu lassen, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was Spaß ist und was nicht, und dem Gegenüber genug Möglichkeiten zu geben, die Szene ohne Nachteile für seinen Charakter abzubrechen. Vor allem aber muss man auch Situationen für Konfliktspiel suchen, bei dem man sich klar bewusst sein kann, den Kürzeren zu ziehen, um dafür mal jemand anderen glänzen zu lassen.
    Leider kann es dabei immer passieren, dass man dann auf jemanden stößt, der den Sinn nicht verstanden hat, mitten in der Schlägerei in der Bauernkneipe den Todesstoß setzt, und sich am Schluss nach OT darüber lustig macht, wie jemand denn "so blöd sein konnte".

  7. #7
    EricPoehlsen
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    Bei den Antwortmöglichkeiten bin ich etwas gespalten - ich denke am Ende kommt mit überwältigender Mehrheit das Ergebnis: "Ein bisschen so, ..." raus.

    Also von der Umfrage her nichts konkretes. IT-OT vermischen ist immer schlecht, doch wird es nie völlig vermeidbar sein. Jedes Spielkonzept hat Freunde und Gegner, jeder wird gelegentlich vor einem anderen Spieler stehen und sich nicht nur In-Character denken 'Messer über den Hals und fertig!' (hoffentlich nur den Charakter betreffend )

  8. #8
    Cartefius
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    Jedes Spielkonzept hat Freunde und Gegner, jeder wird gelegentlich vor einem anderen Spieler stehen und sich nicht nur In-Character denken 'Messer über den Hals und fertig!' (hoffentlich nur den Charakter betreffend Wink )
    Ja, aber gerade in solchen Situationen sollte man besser dem Spiel aus dem Weg gehen, und Konfliktspiel gerade vermeiden.

  9. #9
    Gerwin
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    Ich hab mal gewagte Konzepte die auch OT-Konflikte provozieren (und ich ergänze hier können) angekreuzt:

    Grund: Konfliktspiel kann alles sein...von den kleinen Sticheleien zweier Adelsgeschlechter bis hin zum Wikingersklavenfänger der halt mal den Heiler/die Heilerin die zu weit hinter die feindlichen Linien geraten ist niederzuschlagen und ihn (meist erfolglos...zu viele Gutmenschen auf Con) zum Verkauf anzubieten. Hier beendet die Gewalt nicht das Konfliktspiel sondern lässt es im allgemeinen erst entstehen. Je nach OT-Präferenz des Spielers kann allerdings jegliches Konfliktspiel unterbewusst zu OT-Konflikten oder nennen wir es "OT-Fehlstimmungen" führen. Dafür muss es nicht einmal die Extremsituation sein (Verdammt..die haben jetzt meinen Charakter gefangen genommen, dabei sieht meine Planung doch ganz anders aus).

    Ich habe oft genug erlebt dass gerade kleine IT-Sticheleien völlig unbeabsichtigt alte OT-Wunden aufreißen. Das fängt bei jemanden an der vielleicht Erfahrungen mit Mobbing am Arbeitsplatz hat, das ganze noch nicht ganz verkraftet und jetzt völlig unbeabsichtigt IT einer ähnlichen Situation ausgesetzt wird. Klar....jeder hier wird jetzt schreien "Stop..Halt...der muss aber IT und OT trennen...wir sind doch alle gesunde Menschen..und jemand mit psychischen Problemen hat auf Con nichts zu suchen!". Ich muss zwar eingestehen das Larp eine denkbar schlechte Therapie ist, und dennoch gibt es eben Menschen denen so etwas extrem nahe geht.

    Letzten Endes ist mir persönlich bei Konfliktspielen wichtig dass beide Seiten ihren Spaß haben und das ganze akzeptieren. Merke ich dass mein gegenüber zum Beispiel auf diesen Con schon zum 7 Mal gefangenengenommen wurde und schon gänzlich mit den Nerven am Ende ist (ungefähr die Stimmung: "Kann ich hier nicht mal alleine aufs Klo gehen um an irgendwelche Räuber, Jäger, Sklavenhändler und ähnliches zu geraten?!") nehme ich eben meinen Charakter zurück so dass er die hübsche Blondine vor ihm die ihn sicher einiges an Gold einbringen würde mal nicht sieht (oder aus irgendwelchen Gründen Angst hat..interessiert ja eh keinen weil keiner es mitbekommt). Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen muss ich meinen gegenüber eben einen möglichst schnellen Weg "raus" ermöglichen. Das kann in Extremfällen und wenn noch kein Dritter in die Situation mit einbezogen wurde auch mal dazu führen dass man eben sagt: "In Ordnung....ist nie passiert...trennen sich unsere Wege wieder". Aber irgendeinen Weg gibt es da immer.

    Das gleiche gilt in meinen Augen auch für weniger "extremes Konfliktspiel". Hier versuche ich eben darauf zu achten dass nicht eine Person alles abbekommt (insbesondere nicht bei Larpanfängern). Generell vorsichtig wäre ich wenn es zu Beleidigungen kommt mit Dingen die vielleicht wirklich ins OT bezogen werden können: (Beste IT immer mal wieder erlebte Beispiele: fette Kuh und vielleicht auch "Hexe" zu einer rothaarigen Frau...wobei letzteres eben ein Grenzfall...(und IT eine schlechte Beleidigung) ist). Vom Extremfall Raubüberfälle/Sklavenhandel/Erpressung abgesehen würde ich auch behaupten dass Konflikte zwischen Personengruppen deutlich angenehmer sind als der Dauerkonflikt einer Personengruppe gegen eine Einzelperson.

    Aber die meisten Larper haben ja ein wenig Einfühlungsvermögen und verhalten sich nicht wie die "Axt im Wald". Kurz:

    Mit entsprechenden Fingerspitzengefühl ist jeder Konflikt von der "Lästerei" bis hin zu (auch extremer) Gewalt möglich. Einzig unschön finde ich hier Dinge wie einen Charaktertod, Verstümmelungen und ähnliches sowie anerkannte Bereiche die den gewaltsamen Spiel nicht zugänglich sind.

    Gruß

    Gerwin

  10. #10
    Harald Ösgard
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    Also alles was ich bis jetzt hier gelesen habe, entspricht auch meiner Ansicht und meiner Vorstellung von "spannende Geschichte".

    zu "äußeren" Konflikten zähle ich alles, was der Charakter mit seiner Umwelt auzutragen hat, egal ob das jetzt das undichte Dach ist oder eben andere Spieler mit anderen IT Meinungen... wo der Charakter aber immer mit sich selber ganz im Reinen ist. Der kann also die größte Lügengeschichte erzählen, solange er sich dabei voll im Recht fühlt oder eben sein eigener Vorteil alle Mittel rechtfertigt... ist das Nichts, was ihn nachts nicht schlafen läßt.
    Daher passen all die Sachen, die Du nanntest Cartefius, schon auch sehr gut in diese Rubrik. Jedenfalls nach meiner Definition, wo ich nicht behaupten will, das die "offiziell" ist. :wink:

    Wenn der Trend zu der "mal hier mal da" Variante geht, dann bedeutet das für mich, das da Spieler sind, dessen Charaktere sowohl auch gelegentlich an sich zweifeln, mit sich uneins sind und auch mal hilflos oder unschlüssig erscheinen - als das diese Figuren eben andererseits auch die ein oder andere Konfrontation durchstehen und nicht nur permanent zurückweichen oder umgehen.
    Richtige echte Figuren eben, die das Spiel eigentlich ganz spannend machen sollten.

    LARP ist zwar meistens Fantasy, Märchen und daher deutlich extremer polarisierend als das Real Life, aber deshalb sind eindimensionale Figuren, die nie versagen, nie scheitern, nie zweifeln und nie dann wieder aus der Tiefe emporsteigen im Grunde langweilig. Das weiß man als Genießer guter Literatur denke ich nur zu gut. Sogar in Popcorn Hollywood Actionreißern hat der moderne Held mindestens einmal im Film einen kleinen Faupax und eine kleine Sinnkrise... selbst wenn es nur Zweifel an der Wahl des richtigen Aftershaves sind... :lol:

    Das mit der Auflösung der Situation finde ich einen sehr interessanten Gedanken. Weil dadurch natürlich dann ein gewisser Zwang entsteht, daß Spiel nicht zu unterbrechen. Man könnte es auch temporäre Bindung nennen. Zu so einer Bindung an einen anderen ist man wohl um so eher bereit, um so besser man das Gegenüber kennt - und auch persönlich schätzt. Ich denke daß ist wohl auch ein wesentlicher Grund dafür, daß man mit Fremden weniger "Konfliktspiel" haben möchte, weil man eben nicht weiß, wen man sich da für eine gewisse Zeit "ans Bein gebunden" hat. Das "wieweit kann ich gehen?" ist natürlich dann ein weiterer Grund, wobei ich den hier aber eher in Bezug auf "Tiefe", "Härte", "Intensität" gemeint lese als jetzt auf die zeitliche Dauer bezogen.
    Es gibt ja durchaus so "Standardkonflikte" - Variationen allg. bekannter Klischees - wo das Gegenüber eigentlich instinktiv genau weiß, welche Rolle ihm zukommt und wie die Sache abläuft. Da sehe ich dann die Frage nach dem: Wie lange macht der das jetzt mit? deutlich vor dem: Wie extrem kann ich jetzt in meiner Darstellung noch werden?

    Welche Signale benutzt Ihr denn so, wenn ihr einem eher nicht so gut bekanntem Spieler klarmachen wollt, daß Ihr jetzt gerne "das Ende" der Szene einleiten möchtet? Steigert ihr das Tempo, provoziert Ihr eine einzige Lösung? Lenkt Ihr ein?

    Dumm dastehen, sich blamieren, weglaufen, die Hucke voll bekommen, all diese eher als nachteilig für die Reputation der Figur angesehenen Ereignisse muss man sich in der Tat erstmal trauen, daß man sowas seiner Figur auch "antun" mag. Das ist klassisches Scheitern. Allerdings kann ein Charakter auch letztlich scheitern, obwohl er alle Scharmützel gewinnt und immer als der Unbezwingbare aus allem hervorgeht. Scheitern bedeutet ja nicht, das man etwas "falsch" gemacht haben muss oder explizit Schwächen zeigen muss.
    Diese "höhere Form des Scheiterns" ist aber wohl viel schwieriger darstellbar. Der Obermagier, der es immer ein bischen besser kann als alle anderen, der souverän den Platzhirsch gibt, der aber in den Tiefen seiner Seele deshalb auch einsam und verloren und darum vielleicht zynisch und desinteressiert geworden ist? Der den einfachen Leuten im tiefsten Innern ihre pure Lebenslust und tumpe Unbekümmertheit neidet?

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