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  1. #1
    Bruder Leonhardt
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    Schildgrößen

    Zitat Zitat von Gerwin
    Deiner Argumentation folgend sollte man sich schlechter als in der Realität des Mittelalters rüsten um den "Spaß" zu erhöhen.
    Jep sollte man. Eigenartiger Weise bekommen nämlich andere Charakterkonzepte des öfteren zu hören "Dein Schild ist zu groß". Schon erlebt bei Römern und den entsprechenden Normannen mit Kytheschild. Und dass obwohl diese Schilde sich an der historischen Realität orientierten. Eigenartiger Weise bin ich mir auch ziemlich sicher dass die meisten Larper wenn ich mir für einen fiktiven normanischen Krieger diesen Schild bestellen würde sagen würden "Nee...ist zu groß". Und eigenartiger Weise wurde selbst bei einen 80 cm Rundschild hier an diesen Forum schon gesagt: Neee macht keinen Spaß mehr. All diese Schilde entsprechen der Realität .

    und es nicht vorab exakte Messdatenforderungen gab
    Gab es. War ja mein Fehler dass ich darauf vertraut habe dass das 80 cm Rundschild wirklich 80 cm hat. Deshalb hätte ich ja auch verstanden wenn die SL gesagt hätte: Neee ist zu groß..können wir nicht zulassen.
    Ich empfinde diese “dein Schild ist zu groß“ Diskussion als sinnfrei, in etwa so wie jegliche andere Diskussion über Geschmack. Ich würde daher je nach Setting eher einen historischen oder Fantasy-Kontext als Maßstab heranziehen.

    Denn wenn andere sagen können, ihnen fehlt der Spaß, weil sich ein mittelalterlicher Elitekrieger plötzlich nicht mehr von Bauer Kunz umhauen lässt, kann ich auch sagen, dass ich die 25kg Ausrüstung nicht umsont rumschleppe, und Spaß daran habe, meinen Templer so historisch wie möglich zu gestalten. Andere könnten sagen, dass sie keinen Spaß daran haben, einen Helm zu tragen. "Spaß" ist wirklich ein sehr schwer zu definierender Anhaltspunkt.

    "Das taucht bei DSA, AD&D und Co nicht auf" oder "das gab es / gab es nicht um ca. 1200" sind dagegen sehr viel eher geeignet, einen Rahmen bezüglich des machbaren und auf einem Con brauchbaren zu setzen.

    Und bezüglich der Zentimeter-Maßprobleme bei zu großen Schilden: Gesunder Menschenverstand schlägt alle Regeln. Wenn du an jemanden gerätst, der da sklavisch das Maßband anlegt, dann ist das natürlich schade, denn dazu besteht überhaupt keine Notwendigkeit.

  2. #2
    Gerwin
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    Wir waren beide fast zeitgleich mit unserer Eröffnung des Threads. Sprich..nebenan ist ein ähnlicher.

    Wenn das Thema bei Schildgrößen bleibt können wir meinen ja löschen (lassen).

  3. #3
    Chevalier
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    Schildgrößen können wir hier ja extra diskutieren. :>

    Im Vexin (unserem Larpland) gibt es einen Hang unter den Rittern dazu "Wer hat den kleinsten Schild, ohne dass dass es wie ein Buckler aussieht?", gegen den ich mich vehement stemme.

    Zumal mein Ritter mehr oder weniger absichtlich derzeit höchstens mal Schienbein-Platten trägt. Der Oberschenkel hat keine gesonderte Rüstung. Das Kettenhemd fällt ein wenig drauf, aber das ist minimal, wenn man sich im Kampf bewegt. Allerdings neige ich ohne hin zu der Stellungnahme "Mein Schild ist aus bemaltem Holz mit Metallapplikationen...das geht kaputt wenn da jemand draufkloppt...und von Zweihandwaffen allemal schneller!". Das heißt nach einem ordentlichen Kampf sehe ich es nur noch als Ballast und werfe es weg; danach benutze meinen Anderthalbhänder (!) nicht mehr als Einhandwaffe, sondern eben mit anderthalb Händen.

    Und ich bin niemand der sagt "Uh die tragen fette Platte UND Schilde..wie unfair!", sondern ich suche dann Wege im Spiel sie taktisch auszuschalten, sie auseinander zu locken, in Fallgruben zu bugsieren, Magier einzusetzen, Überfälle von hinten... Zumal eine SL selten sowas als NSCs einsetzt und eine SL wiederum auch ihre Wege hat ggf. solche Personen auszuschalten, wenn sie der Überzeugung ist, dass dieser Charakter zu stark ist im Moment. Und Spieler vs. Spieler kommt sos elten vor, dass es in meinen Überlegungen kaum eine Rolle spielt. Wenn da ein anderer Spieler meint einen vollgerüsteten Ritter anzugreifen darf er sich kaum über dessen Rüstung beschweren... "Eh der ist zu gut gerüstetUND hat einen großen Schild, den kann ich ja gar nicht töten!" "Dann greif ihn halt nicht alleine an!"
    ...
    Liebensteiner Mohnfest 2019 - 15.-17.11.2019 (Spießknecht Olivier Bulain)

  4. #4
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    Re: Schildgrößen

    Vorweg: In meinem Spielumfeld sind Schilde unzerstörbar, trotzdem sehe sich sehr häufig sehr große Schilde.

    Zitat Zitat von Bruder Leonhardt
    Und dass obwohl diese Schilde sich an der historischen Realität orientierten.[...] All diese Schilde entsprechen der Realität .
    Es ist vollkommen gleichgültig, ob ein Schild der Realität entspricht oder historisch belegbar ist.
    Es geht nicht darum, dass ein Schild "unrealistisch groß" wäre.

    Es geht darum, dass es einen Unterschied zwischen Larp und der (historischen) Realität gibt:
    Im Larp sind Schilde unzerstörbar. Das heißt: Ein Schild ist eine tragbare Mauer. Wer sich hinter einem großen Schild versteckt, ist praktisch unbesiegbar. Und nutzt damit die Regeln aus.

    Denn wenn andere sagen können, ihnen fehlt der Spaß, weil sich ein mittelalterlicher Elitekrieger plötzlich nicht mehr von Bauer Kunz umhauen lässt, kann ich auch sagen, dass ich die 25kg Ausrüstung nicht umsont rumschleppe, und Spaß daran habe, meinen Templer so historisch wie möglich zu gestalten. Andere könnten sagen, dass sie keinen Spaß daran haben, einen Helm zu tragen. "Spaß" ist wirklich ein sehr schwer zu definierender Anhaltspunkt.
    Auch in voller Plattenrüstung hat man sehr wenig Chancen gegen große Schilde.
    Gegen historische Orientierung spricht: Im Larp sind andere Dinge wichtig als die, die damals wichtig waren.
    Dem Römer oder mittelalterlichem Ritter ging es nicht um Spaß! Sondern um Effektivität; darum, nicht besiegt zu werden. Darum geht es im Larp gerade nicht! Sondern darum, dass es beiden Seiten Spaß macht, miteinander zu kämpfen (statt gegeneinander).

    Wenn ein einzelner Spieler einen großen Schild trägt, ist das kein Problem. Wenn einer hat, wollen aber alle. Weils ja "so wunderbar effektiv ist", wie sie finden (und dabei nur an sich selbst, nicht an ihre Mitspieler denken). Dann bekommt man Riesenschildwälle und ich gehe nach Hause, weil ich mich genausogut vor eine Mauer stellen könnte.

    Viel Rüstung oder nicht ist egal. Rüstung ist nicht unzerstörbar.

    Edit: Aussage hoffentlich klarer ausgedrückt
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

  5. #5
    Bruder Leonhardt
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    Warum ist Rüstung zerstörbar, aber Schilde nicht? Ich glaube das kann man so nicht verallgemeinert stehen lassen. Die Schwächen von manchen Punkteregelwerken haben mit Larp allgemein erstmal wenig zu tun.

    Ich selbst habe es noch nie erlebt, dass mich der Schild eines Gegners (sofern ich selbst einen hatte) vor nennenswerte Probleme gestellt hätte.

    Wenn ein einzelner Spieler einen großen Schild trägt, ist das kein Problem. Wenn einer hat, wollen aber alle. Weils ja so wunderbar effektiv ist.
    Du kannst nicht in einem Satz argumentieren, dass es allen nur ums Miteinander geht, im nächsten dann aber sagen, es geht nur um die Effektivität. Was nun?

  6. #6
    Cartefius
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    Ich kämpfe sehr ungern gegen große Schilde, weil es da unter den üblichen Bedingungend es Larpkampfs nur zwei nichtmagische Angriffsmöglichkeiten gibt: Angeln nach den Unterschenkeln oder nach dem Waffenarm, oder mit dem eigenen Schild auf nahe Reichweite zu gehen und der Versuch, mit langem Arm nach dem Rücken oder Schulter zu angeln. Beides führt meiner Erfahrung nach auf beiden Seiten zu einer abwartenden, undynamischen Kampfweise, die weder spaßig noch schön anzusehen ist, und macht Fernkämpfer praktisch nutzlos, weil Schüsse über den Schild die gefahr gefährlicher Kopftreffer nach sich ziehen.

    Auch wenn ich ganz gerne selber mit dem Schild kämpfe (bzw gekämpft habe, als ich noch einen hatte), würde ich aus diesem Grund immer eher kleinere Schildformen wählen (80x60 oder kleiner), ganz unabhängig vom jeweils bespielten Charakter.

  7. #7
    Hana
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    Ich behaupte mal, Stefanie wollte sagen: Es sollte allen ums Miteinander-Spielen gehen, allerdings geht es zu vielen um Effektivität. Das ist das Problem

    Wenn man über Schildgrößen diskutiert, sollte man neben seiner Meinung tatsächlich erwähnen, ob im eigenen Spielumfeld mit schnell zerstörbaren, nach einer Weile zerstörbaren oder regeltechnisch unzerstörbaren Schilden gespielt wird, das ist tatsächlich ein Riesenunterschied.
    Allerdings war ich mal auf einem Con, wo Schilder zerstörbar waren, es dann aber Zauber wie "Schilde verstärken" und "Schilde reparieren" gab, so dass die Schilde in der Praxis doch unzerstörbar waren.

    Ich spiele häufig auf Cons, auf denen die Schilde regeltechnisch nicht oder nur durch Ausnahmen (Schildbrecher) kaputt gehen, daher mag ich keine großen Schilde. Auf Cons, wo man nicht nur Schlachten direkt vorm Lager hat, finde ich für Schildträger kleinere, dafür unkaputtbare Schilde angenehmer, da man dann nicht mitten im Wald nicht weiß wohin mit dem IT zerstörten Schild Grundsätzlich kann ich aber auch mit großen, fix zerstörbaren Schilden gut leben.

    Leider machen sich viele Spieler einfach keine Gedanken darüber, wieviel Spaß der Gegner am Kampf mit ihnen hat, nicht nur die Schildgröße betreffend. Auch auf Schilde=unzerstörbar-Cons hat man daher große Schilde.

    Orgas, die Regeln für Schilde aufstellen, machen leider oft den Denkfehler "groß = stark, klein = schwach" und geben großen Schilden viele Trefferpunkte und kleinen Schilden wenig Trefferpunkte bis sie als kaputt gelten - andersherum wäre es sinnvoll.
    Auch eine Mischung könnte ich mir vorstellen: Unzerstörbare Buckler, zerstörbare große Schilde, je größer desto schneller kaputt.
    Den Grundsatz "Je größer, desto schneller kaputt, je kleiner, desto stabiler" halte ich auch außerhalb des Punktespiels für sinnvoll. Generell kommt es natürlich auch auf den Kampfstil an: Wo man stechen, auf den Kopf schlagen, ungefragt in den Infight gehen darf, sind Schilde weniger problematisch als auf den verbreiteteren Cons, wo diese Dinge nicht erlaubt sind.
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
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  8. #8
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    So, ich melde mich von der ersten Con mit meinem eigenen schild zurück und kann nur sagen..... 50 cm sind für jemanden, der sich einigermaßen bewegen kann völlig ausreichend.
    Ich hatte damit keine Probleme .. aber ein größerer Schild ist schon ne feine Sache
    "Nichts ist beständiger als der Wandel"

  9. #9
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    Das Problem beim LARP ist einfach, das zuviele mit einen Wettkampf Gedanken an die sache gehen... viele Kämpfen halt lieber, als das sie einen Kampf Simulieren.
    In der Hinsicht sollte LARP halt mehr Theater und weniger Pen & Paper sein...

  10. #10
    Gerwin
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    unüberwindbare Schilde: Das hängt wirklich von der Umgebung ab. Ich habe schon Veranstaltungen erlebt bei denen ich mein kleines 70 cm Schild tatsächlich irgendwann weggeworfen habe weil es "unüberwindbar" war. Gerade auf größeren Veranstaltungen (und die Konzepte mit den ganz großen Schilden findet man ja eher da) ist dass ganze eher umgekehrt. Durch den Einsatz von "Handballista", den übertrieben häufigen Einsatz von Schildbrechern (oft sogar in den Händen der falschen NSC...nein das 1,70 Mädchen mit der Riesenaxt in der Hand ist keine gute Darstellung für Schildbrecher) und ähnliches lässt die Schutzwirkung von Schilden so stark nach dass ich sogar Verständnis dafür habe wenn man den ein oder anderen Schildbrecher mal ignoriert (wobei dass natürlich nicht die Regel sein sollte).

    Generell kämpfe ich lieber gegen Leute mit großen Schilden (Obergrenze hier für mich Körpergröße -70 bis 80) als gegen viele Ritter in Vollplatte mit gefühlten 40 Rüstungspunkten). Aber dass ist dann wieder Geschmack.

    Das Problem beim LARP ist einfach, das zuviele mit einen Wettkampf Gedanken an die sache gehen... viele Kämpfen halt lieber, als das sie einen Kampf Simulieren.
    Zwar wäre der "ich muss gewinnen" oder "alles muss fair sein" Gedanke wirklich fehl am Platz. Aber...die beste Art einen Kampf zu simulieren ist nun einmal...zu kämpfen. Per Definition geht das nicht besser. Ebenso ist die beste Art einen Flugzeugabsturz zu simulieren..eben ein Flugzeug abstürzen zu lassen. Dass wir das nicht tun hat nicht etwas mit einer überlegenen Simulation sondern lediglich mit technischer Umsetzbarkeit zu tun. Von daher würde ich eher behaupten dass im Larp mehr gekämpft und weniger Theater gespielt werden sollte. Auch dass mag jedoch Geschmack sein.

    Der Vergleich zum Pen and Paper hinkt übrigens in meinen Augen. Theater steht für mich zumindest Pen and Paper näher als ein realistischer Kampf bei dem nicht ein Script oder ein Wurf entscheiden sondern Dinge wie OT-Fähigkeit, Kraft, Ausdauer und ähnliches.

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