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  1. #1
    Justav
    Justav ist offline
    Alter Hase

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    Extreme oder gibt es grau?

    Die extremen Einstellungen zur "grauen" Spielweise lassen sich mE in zwei Statements ausdrücken:

    Es gibt kein Grau; es gibt nur schmutziges weiß.

    (Oma Wetterwachs in Ruhig Blut von Terry Pratchett)

    oder

    Schwarz fängt bei hellgrau an!

    (anonym)

    Welcher Devise fühlt Ihr bzw Eure Charaktere sich eher verbunden? Haben die eher Tendenzen zum "alles was nicht für uns ist ist gegen uns", oder verfahren die eher nach der Devise "Leben und leben lassen"? Oder gibt es für Euch doch Graustufen?

    Bin gespannt.
    So long

    Justav

  2. #2
    Dossmo
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    Definitiv Graustufen. Mein Priester hat ein definiertes Wertesystem. Grausamkeit dem einfachen Volk gegenüber ist pöhse, aber das Aufhängen des Diebes ist völlig gerechtfertigt. Unterdrückung und Drangsalierung Schwacher ist pöhse, den Ungehorsamen auspeitschen absolut legitim.

    Schwarz und Weiss ist nur dann nützlich, wenn es den eigenen Zielen dient. "Herr, der Mensch da drüben hat euch beleidigt, er ist ein Aufrührer und muss weg." "Herr, lasst ihm am Leben, er ist ein guter Mann (und liefert mir regelmäßig Informationen)."

    Grau für die wahren Ansichten, Schwarzweiss für Intrigen.

    D.
    [Haralds Mutter]
    [Hat den Plan]
    [fumtioniert]

  3. #3
    Gerwin
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    Definiere grau? Definierst du grau als "den Finsterling der irgendwie manchmal sein Herz am rechten Fleck hat" oder der "Druide mit den leichten Hang zu Alkohol und Freudenmädchen" würde ich sogar sagen dass Graustufen die interessanteren sind.

    Gerade bei jemanden der gerne eher "böser Charaktere" spielt habe ich die Erfahrung gemacht dass ein grauer Charakter für mich und meinen gegenüber wesentlich leichter darstellbar ist als ein "tiefschwarz". Gerade bei tiefschwarzen Charakteren fällt es mir schwer mit meinen gegenüber ins Spiel zu kommen ("Hallo..ich bin Eugen Finsterblick, der freundliche Nekromant von nebenan...dürfte ich mit euch ein Bier trinken" *mit Schädelkette rassel) aber auch für mich ist es leichter im Spiel zu bleiben (14 Stunden am Tag das letzte egoistisch-sadistische Arschloch zu spielen ist ganz schon schwer...wenn man OT eher so ein Kuschelteddy ist).

    Was ich allerdings recht wichtig finde ist dass es auch blütenweiße Spielercharaktere gibt. Der Ritter soll bitte auch (im Regelfall) den hilflosen helfen, eine Münze für die Armen geben und irgendwie ganz "gut erzogener Gentleman" sein. Der Paladin darf nicht an seiner Aufgabe verzweifeln...egal was kommt.

    Generell hauen meine dunkelgrauen Charaktere aber nicht einfach so mal die "blütenweißen" um. Ich mag Konfliktspiel. Aber ich mag kein destruktives Konfliktspiel.

  4. #4
    Graf D'Apcher
    Graf D'Apcher ist offline
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    Zitat Zitat von Gerwin
    (14 Stunden am Tag das letzte egoistisch-sadistische Arschloch zu spielen ist ganz schon schwer...wenn man OT eher so ein Kuschelteddy ist).

    Generell hauen meine dunkelgrauen Charaktere aber nicht einfach so mal die "blütenweißen" um. Ich mag Konfliktspiel. Aber ich mag kein destruktives Konfliktspiel.
    Zum Thema: In einer Welt wo man entweder auf der einen Seite der Schlachtreihe steht oder auf der anderen gibt es meiner Meinung nach keine Zuschauer, keine Grauen die auf beiden Seiten ein und aus gehen.
    Entweder man ist für oder gegen einen, schwarz oder weiß, gut oder böse.
    Charaktere die meinen sich aus dieser Ordnung heraus nehmen zu können sind nicht für einen und somit gegen einen.

    Zum Quote: Jemand der 16 Stunden ein sadistisches Arschloch spielt und eigentlich OT ein Kuschelbär ist hat einen Oskar verdient.
    Spieler können meiner Meinung nach nicht aus ihrer Haut und spielen zu 98% Charaktere die ihrem OT Charakter entsprechen.

  5. #5
    ro'gosh
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    Wenn Partei a (sagen wir mal nen lichter orden) gegen partei b (tyrannischer herrscher der sich aber an die gesetze hält) kämpft, wieso zum teufel sollte sich da mein Charakter der von keinen von beiden betroffen ist einmischen?

  6. #6
    Sonnenschein
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    Graustufen, mit Tendenz zum "schmutzigen Weiß". Mein Charakter (Iribel) ist Anhängerin eines guten Gottes, der aber vor allem für das Wissen steht. Das heißt sie ist zwar eigentlich ein guter Mensch, aber wenn man dadurch etwas lernen kann dann hält sie auch fragwürdige Methoden manchmal für sinnvoll. Und würde evtl. auch von dem ein oder anderen "Guten" als Feind eingestuft ("Dem einfachen Volk Lesen und Schreiben beibringen? Das ist gegen die göttliche Ordnung... Ketzer!" oder ähnliches könnte ich mir schon vorstellen mir mal anhören zu müssen).
    Was die Einschätzung anderer (evtl. "böser") Personen angeht, verfolgt sie eher die Einstellung "dieses arme Wesen weiß leider nicht so ganz was es tut" und betet dafür, dass derjenige bald die Erkenntnis findet um richtig zu handeln.

    edit:
    Zitat Zitat von Graf D'Apcher
    Zum Quote: Jemand der 16 Stunden ein sadistisches Arschloch spielt und eigentlich OT ein Kuschelbär ist hat einen Oskar verdient.
    Spieler können meiner Meinung nach nicht aus ihrer Haut und spielen zu 98% Charaktere die ihrem OT Charakter entsprechen.
    Ob das wirklich 98% sind? Also ich kenne so einige Spieler deren Charaktere ziemlich anders sind als sie selbst. Wenn man sich vorher genug Gedanken darüber macht und ein klares Bild im Kopf hat dann ist das nicht soo schwer, glaube ich. Ansonsten wärs ja auch irgendwie langweilig, um komplett sich selbst zu spielen braucht man keine mehreren verschiedenen Charaktere.
    Wenn alle Menschen gleich wären, würde im Prinzip einer genügen.

  7. #7
    Justav
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    Zitat Zitat von Gerwin
    Gerade bei jemanden der gerne eher "böser Charaktere" spielt habe ich die Erfahrung gemacht dass ein grauer Charakter für mich und meinen gegenüber wesentlich leichter darstellbar ist als ein "tiefschwarz".
    Zugegeben, die Frage richtete sich eher an die Chars, die sich selber auf der Seite der "Guten" sehen.

    Zitat Zitat von Gerwin
    Definiere grau? Definierst du grau als "den Finsterling der irgendwie manchmal sein Herz am rechten Fleck hat" oder der "Druide mit den leichten Hang zu Alkohol und Freudenmädchen" würde ich sogar sagen dass Graustufen die interessanteren sind.
    Wie oben ausgedrückt geht es um die Einordnung von Handlungen, die man selber als "nicht gut" (=weiß) ablehnt. Ist so jemand von vorne herein des Teufels, weil "Schwarz fängt eben bei hellgrau an" bzw böse ist alles, was nicht im meinen Sinne gut ist, oder verurteilt man eine Handlung, wenn sie wirklich und eindeutig böse ist, zB kleine Kinder braten, und verbucht alles andere unter "schmutziges weiß"? Oder macht man sich eben die Mühe, wirklich zu differenzieren? "Stimmt schon, stehlen ist nichts gutes, aber er hatte doch so einen Hunger und der Bäcker ist doch die reichste Person im Dorf, der tut es doch nicht weh..."

    Ich muss gestehen, dass mich im LARP v.a. die Differenzierung oder der "Lichtfascho" reizt; den (fast) alles akzptierenden Gutmenschen geb ich eigentlich schon im echten Leben, könnte ich im LARP eigentlich drauf verzichten...

    Zitat Zitat von Gerwin
    Was ich allerdings recht wichtig finde ist dass es auch blütenweiße Spielercharaktere gibt. Der Ritter soll bitte auch (im Regelfall) den hilflosen helfen, eine Münze für die Armen geben und irgendwie ganz "gut erzogener Gentleman" sein.
    Naja, der blütenweiße Ritter darf mE dem Bettler gerne Münzen geben, aber spätestens wenn der Bettler lange Finger macht muss der auch nicht lange fackeln; "blütenweiße Ritter" sind mE die idealen Anhänger der "Schwarz fängt bei hellgrau an!"-Theorie; sonst besteht die große Gefahr der "moralischen indifferenz"... :lol:
    So long

    Justav

  8. #8
    Sirios Charné
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    Definitiv Grau

    Gut und Böse ist ansichtssache und so Beurteile ich wie auch meine Charaktere stets was wir tun welchen job wir annehmen oder im falle von Starwars wie wir die gegner erledigen (ironie Pur Sith die die Gefährten heilen und Jedis die die Gegner würgen und mit Blitzen grillen)

  9. #9
    Gerwin
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    Zum Thema: In einer Welt wo man entweder auf der einen Seite der Schlachtreihe steht oder auf der anderen gibt es meiner Meinung nach keine Zuschauer, keine Grauen die auf beiden Seiten ein und aus gehen.
    Grau heißt für mich nicht zwangsläufig dass ich munter auf beiden Seiten wandle oder (wie ein echter Söldner) einfach dem diene der mir am meisten Kohle bietet. Gerwin zum Beispiel hat keine Probleme mit den ein oder anderen Überfall auf reiche Adlige. Wenn die ihr Habe oder ihr Töchterchen nicht beschützen können...ihr Problem (dummerweise lernen reiche Adlige schnell hinzu....)

    Dass heißt aber noch lange nicht dass er gänzlich zu einer schwarzen Seele tendiert. Ihm ist es alles andere als egal wenn der generische Nekromant nun einfach seine untoten Horden übers Land schickt..und auch wenn nun NSC-Orks anfangen das besagte Adelstöchterlein zu vergewaltigen meldet sich irgendwie der "moralische Kompass" der sagt "Heh...das geht nun aber deutlich zu weit". Auch MUSS ein Con ja nicht immer gut gegen Böse sein. Nehmen wir einfach mal folgendes Fantasyszenario. Siedler dringen tief in den Wald ein was "dem Wald", den lokalen Dryaden, Naturvolk X nicht gefällt...so dass sie zurückgeschlagen werden. Nun rufen die Siedler die SCs auf ihnen (gegen eine Belohnung) zu helfen. Wer ist denn nun gut..und wer böse? Der Wald der sich (vielleicht auf grausamste Weise) wehrt? Die Siedler die eindringen? Die SCs die nur Gold verdienen wollen?

    Auch im realen sind Graustufen ja äußerst verbreitet. Als Strafverteidiger ist mir bewusst dass ich den ein oder anderen Verbrecher um seine gerechte Strafe bringen werde. Dass ist mein Job. Somit mache ich mich in gewisser Weise "mitschuldig". Dennoch gibt es Verbrecher die ich (wenn es sich vermeiden lässt) nicht verteidigen werde. Wo stehe ich denn nun? Bei den guten (wie mein Mandant dass sehen wird)? Bin ich selbst ein Verbrecher (wie der Staatsanwalt oft denkt)?

    Und wo steht der Wikingerfürst der nun einmal seine Keltensklavin dabei hat..aber dennoch gute Dienste im Lichtlager leistet? Eigentlich dürfte er diese Sklavin nicht haben...denn Sklaverei widerspricht den meisten "hellen Prinzipien". Aber er kämpft doch mutig. Und die Sklavin kann sogar gut heilen. Mischt man sich da jetzt wirklich in die Beziehung zwischen den beiden ein (so lange sie nicht zu extrem ist)? Oder ist der Herr Ritter/Paladin/Priester vielleicht doch eher froh einen fähigen Schildmann an seiner Seite zu haben so dass es egal ist wenn dieser so einige befleckte Punkte auf seiner Seele hat?

    Das ganze beginnt erst dann unlogisch zu werden wenn das Verhältnis der SC in keinen Verhältnis mehr zur lokalen Bedrohung steht. Versucht eine SL mit 10 NSCs 200 SCs auf Trab zu halten kann sich die "größte SC-Gruppe" im Regelfall aussuchen wer "mitschlachten darf". Hier könnte es auch passieren dass besagter Wikingerfürst lieber ganz schnell abreist...oder eben die Keltin freigibt.

    edit:

    Zugegeben, die Frage richtete sich eher an die Chars, die sich selber auf der Seite der "Guten" sehen.
    Ehh ja..gute Charaktere habe ich natürlich auch. Sogar sehr gute. Die akzeptieren Graustufen so lange diese es nicht übertreiben und nützlich sind. Der nette Ork nebenan wird zwar misstrauisch beäugt...aber nicht gleich umgehauen so lange er einen gewissen Sinn hat. Hört man aber aus dem Zelt des netten Orks einen hilflosen Knaben schreien...wird natürlich eingegriffen.

    edit 2

    Spieler können meiner Meinung nach nicht aus ihrer Haut und spielen zu 98% Charaktere die ihrem OT Charakter entsprechen.
    Das halte ich für so nicht richtig. Ich kenne viele Spieler die IT ziemliche Arschlöcher spielen...OT aber total nett sind. Ich kenne sogar einen Adelsspieler (der hier sicher leider nicht genannt werden will) auf denn das total zutrifft. IT ist der total arrogant, schickt seine Bediensteten wegen eines Apfels durch brühende Hitze in die Stadt...und lässt die arme Magd noch einmal laufen weil ihm der Apfel nicht gefällt. OT hat er regelmäßig ein so schlechtes Gewissen dass er sich heimlich an den anfallenden "halb OT-Arbeiten" (Kochen, Spülen usw.) beteiligt und immer dafür sorgt dass genug zu trinken da ist...damit auch ja niemand umfällt. Auch ich würde meine Freundin (wenn vorhanden ) nicht züchtigen wenn sie das Essen anbrennen lässt. Dann geht man eben nen Döner essen. Bei dem unfähigen IT-Weibsstück sieht dass schon ganz anders aus.

  10. #10
    Sirios Charné
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    Lol passend zum thema kam grad auf Kabel1 eine Szene

    Zwei Polizisten sitzen im Garten und trinken ein Bier zusammen,
    der eine bricht gern mal ein paar Knochen nimmt aber kein Schmiergeld der zweite genau umgedreht er nimmt Schmiergeld aber bricht dafür keine Knochen beide sind der Meinung das was der andere macht ist unethisch und die eigene Sache ist ok

    nun was ist gut und böse? XD

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