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  1. #1
    Rufus
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    Böse Gewandungen. Wo ist die Grenze?

    Um es kurz zu machen: Es gibt ja durchaus ein Interesse, die klischee-bösen Charaktere durch "typische" Stilmittel von den "Guten" abzugrenzen. (Klassiker sind da ja die Farbkombinationen wie lila-schwarz, Stacheln, Masken, Trophäen,...)

    Daher jetzt die Frage: Wo wäre für euch OT die Grenze? Wann wird für euch OT der Punkt erreicht wo es unangenehm wird, oder ihr der Meinung seid dass der Con ohne jene Gewandung besser wäre (etwa wegen Außenwahrnehmung)?


    Hintergrund der Frage: Für mein Kultisten-Projekt hab ich mich auch mal an einer spitzen Kultistenhaube versucht (in dunkelgrün mit dunkelblau). Persönlich finde ich die sehr rollentypisch und stylish, andererseits aber auch ziemlich "harmlos". Als Feedback kam zuersteinmal die Assoziation "Ku Klux Klan" - sehr nachvollziebarerweise. Was mich hingegen etwas erstaunte war die Einschätzung, dergleichen deshalb aus OT-Überlegungen auf eigenen Cons wohl eher nicht zuzulassen.
    Es gibt also offensichtlich eine Kluft in den Einschätzungen. Dabei kann es gut sein kann, dass ich durch NSC-Rollen und als Cthulhu-, Warhammer 40k- und Zombie-Fan durchaus etwas "abgestumpft" bin. Daher diese Thread aus persönlicher Neugier.

  2. #2
    Gerwin
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    Geschmacksfrage:

    Ich halte wenig davon bei (bösen) Menschen auf böse Gewandung zu setzen....ausser vielleicht man spielt im Warhammer-Universum und Co. Böse Menschen werden viel tun um nicht (sofort) als böse erkannt zu werden. Ausnahme sind hier eindeutig Menschen die sich selbst gar nicht als böse empfinden...sprich "böse Berufe" die in ihrer Heimat normal sind.

    Kapuzenhaube:

    Geschmacksfrage. Ich persönlich finde eine Ablehnung wegen der Kuk-Klux Klan Assoziation eher ungewöhnlich (auch wenn man bei Spitzenhauben tatsächlich primär an so etwas denkt). Andere Dinge wie bestimmte nordische Runen, abgewandelte Hakenkreuze und Co brauche ich persönlich nicht.

    Vielleicht sollte der Haubenträger nicht gerade zum lynchen von Drow aufrufen. Aber sonst? Find ich eher ungewöhnlich.

  3. #3
    Aeshma
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    Also ich habe eignetlich eher ein Problem damit wenn die Symbolik zu nah an OT negativ behafteten Sachen sind.

    Bin z.B. auch kein Fan der Gothik-Uniformmode mit Armbinden usw...

    An Gewandung könnte ich dir jetzt nichts direkt sagen was mich stören würde. Vielleicht zerstückelte Kinder als Trophäen, oder sowas...

    Grüße
    Aeshma
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  4. #4
    Cartefius
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    Es geht also um die OT-Assoziation mit historisch vorbelasteten Konzepten? Das hängt meiner Meinung nach zu stark von Einzelfall und Setting ab, grundsätzlich würde ich da aber meine Tolaranzgrenze als ziemlich hoch einschätzen.
    Gerade im Endzeitlarp oder bei Warhammer gibt es ja häufig Anleihen an Nazi-Ästhetik, und solange es in einem gewissen Rahmen bleibt finde ich ein Spiel mit solchen Anleihen eigentlich ok. Bei meinem Danglar-Banner-Entwurf neulich waren ja gewisse faschistische Elemente in der optischen Wirkung auch durchaus beasichtigt. ;-)
    Störender finde ich da die konkrete Verwendung bestimmter Symboliken und Slogans, neulich gab es da ein Banner mit eisernem Kreuz in Schwarz-Weiß-Rot und der Unterschrift "Steiner" in Fraktur, das war mir dann doch zu plump.

  5. #5
    Domi
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    Also ich bin da auch eher empfindlich mit OT-Symbolen wie Armbinden etc.
    Ich würd vom Hintergrund des Charakters ausgehen und dann (OT)-Symbole/Muster verwenden, die man nicht bewusst wahrnimmt.
    Wenn man böse sein will, weil man ein totalitäres Regime vertritt, würd ich auf eine schneidige Uniform gehen und ein Bild des allmächtigen Anführers/eine Fahne (Stichwort Personenkult) mittragen/verehren.
    Will man einen angehörigen eines Volks darstellen, dass aus zivilisierter Sicht grausam ist, sind Schrumpfköpfe und Trophäen die Wahl. (jaja, das war jetzt neu)

    Konkret: Die spitze Kapuze päsentiert dich als fantischen Kultanhänger, würde ich eigentlich gut finden, wenn ich sie nicht als Ku-Klux-Symbol erkennen würde.

    Am meisten "Angst" hab ich vor dem strahlenden Paladin, dessen ganzes Auftreten darauf abzielt, jeden anderen schlecht aussehen zu lassen, mit polierten Waffen und Sendungsbewusstsein.
    Fanatisch, effizient, übermenschlich. Hexenmeister etc. natürlich analog.
    Will heißen: wenn ich eine konsequente Haltung zu einem Thema spüre, diese aber aggressiv (missionarisch) nach außen getragen wird und mich in meiner Freiheit bedroht, dann sehe ich das als "böse".
    Und da kann Klamotte helfen, auch ohne Stacheln und so.

  6. #6
    Rufus
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    Zitat Zitat von Cartefius
    Es geht also um die OT-Assoziation mit historisch vorbelasteten Konzepten?
    Eher allgemein um die persönliche OT-Schmerzgrenze, was die Ausstattung an geht. Eben jene Features, von denen man selbst sagt "Also DAS hätte jetzt nicht sein müssen, das mißbehagt mir OT."

    Das kann natürlich die Anlehnung an historisch vorbelastete Konzepte sein, aber auch die im Auge ausgedrückte Zigarette samt heraushängendem Augapfel, madige Wunden oder aufplatzende Eiterpickel.

    Meine persönliche Schmerzgrenze was die Ausrüstung angeht wäre im Fantasy vermutlich:
    - Das Andeuten von Gewalt gegen Kinder
    - Verwenden der Symbolik von realexistierenden Extremisten/Verbrechergruppen aus OT-Sympathie oder wegen des OT-Schockeffekts

    Aber ich geh auch auf Zombie-Cons und hab mit den ideologischen Gruppierungen auf dem Fate keine Probleme. Ein bisschen ist halt auch der Punkt: Es gibt viele Stilmittel um eine Rolle "böse" herauszuputzen. Da muss man nicht gerade jene nehmen, die bei vielen Leuten OT-Bauschmerzen auslösen. Nur brauchts dazu auch ein grobes Bild, was die Leute stört.



    Zitat Zitat von Gerwin
    Ich halte wenig davon bei (bösen) Menschen auf böse Gewandung zu setzen....ausser vielleicht man spielt im Warhammer-Universum und Co.
    Klar, ist natürlich eine Geschmacksfrage, und kommt auch auf das Szenario der Con an.

    Aber auf nicht wenigen Fantasy-Cons gibt es anscheinend eine "Armee der Finsternis" bzw. "Fanatische Anhängerschaft einer finsteren Gottheit". Verhandeln ist da nicht, und soll auch nicht sein.

    Und da ist mein Eindruck, dass "die sind böse" entweder über irgendwelche freakigen IT-Aktionen veranschaulicht wird, oder über das Äußere. Persönlich würde ich mir mehr von Letzterem wünschen.

  7. #7
    Mac
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    naja. Persönlich hätte ich jetzt kein Problem mit einer spitzen Kapuze. Eben eine spitze Kapuze. An den Ku Klux Klan denke ich da erst wenn sie Weiß wäre. Aber das vermutlich auch erst dann wenn der Rest der Gewandung auch dem entsprechend gestaltet wäre.
    Zum Beispiel würde mir nicht einfallen bei Nachtgoblins an den Ku Klux Klan zu denken, es sind halt Nachtgoblins und so etwas wie den Ku Klux Klan gibt es bei Nachtgoblins halt nicht.
    Von daher, wenn es nicht zu offensiv ist, dann habe ich persönlich damit keine Probleme.

    LG Mac

  8. #8
    Cartefius
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    Aber ich geh auch auf Zombie-Cons und hab mit den ideologischen Gruppierungen auf dem Fate keine Probleme. Ein bisschen ist halt auch der Punkt: Es gibt viele Stilmittel um eine Rolle "böse" herauszuputzen. Da muss man nicht gerade jene nehmen, die bei vielen Leuten OT-Bauschmerzen auslösen. Nur brauchts dazu auch ein grobes Bild, was die Leute stört.
    Das ist eine Diskrepanz, die man häufig beim Spiel "böser" Charaktere findet: Irgendwie soll es oft finster, respekteinfößend und schockierend sein, mit reichlich Blut und Gewalt, auf der anderen Seite aber auch "clean" und ohne jemandem auf die Füße zu treten.
    Zumindest mit der häufig von "Bösewichten" geäußerten Vorstellung, man möchte realistisch und unverblümt spielen, und in seinem Spiel die Abgründe der Seele oder ähnliches ausloten, finde ich das schon irgendwie bigott: Wenn Leute mit Freude einen folternden und mordenden Drow spielen, für den andere Humanoide nicht mehr als Schlachtvieh darstellen, sich aber gleichzeitig über dargestellte Vergewaltigungen in den schrillsten Tönen ereifern, kann ich das nicht richtig nachvollziehen.

    Ich kann eigentlich mit beidem leben: Einer realistischen, wirklichkeitsnahen Darstellung mit allen Grauschattierungen, aber auch einem Verzicht auf die ganz extremen Exzesse, oder auch einer im Ganzen klar stilisierten, übertriebenenen und unrealistischen Darstellung.
    Eine Unterteilung in das politisch korrekte "coole" Böse und das politisch unkorrekte "geschmacklose" Böse hingegen finde ich wenig überzeugend.

  9. #9
    Aeshma
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    und in seinem Spiel die Abgründe der Seele oder ähnliches ausloten
    Wenn Leute soetwas spielen, um irgendetwas, was sie OT gerne mal tun wollen zu kompensieren sind sie sowieso für eine soclhe Rolle ungeeignet. Sobald da irgendwelche OT-Gefühle reingehn sollte man davon absehen. Da verweise ich mal auf meine Sig....

    Oder verstehe ich dich (deine Aussage) da falsch?

    Grüße
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  10. #10
    Gerwin
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    Ich gebe Cartefius recht. Gewisse Dinge werden einfach ohne glaubhaften Grund aus der Larpszenarie ausgeklammert (Vergewaltigungen/Folter/Sexismus) während zum Beispiel Gewaltdarstellungen häufig vertreten sind.

    Die Frage ist jedoch eher ob diese Dinge zwangsläufig "böse" sind. Aber dass wäre eine Grundsatzdiskussion. Für mich ist zum Beispiel sexuelle Gewalt und auch Sexismus in einen glaubwürdigen Larpszenario (wir erinnern uns: mittelalterliches (!) Fantasy Szenario) de facto nicht zwangsläufig böse. Unsere Vorstellungen von (genereller) Gleichberechtigung und sexueller Selbstbestimmung sind (großenteils) modern inspiriert.

    Andererseits sind gewisse Dinge einfach leichter darstellbar als anderes. Eine glaubwürdige Vergewaltigung vor einigen hundert Zuschauer....ist für einen humanistisch-modern verklärten Menschen nicht leicht. Jemanden mit einen Gummiknüppel vermöbeln schon.

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