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  1. #1
    Cartefius
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    "Feenwesen" im Larp - Ein Stimmungsbild

    Hallo allerseits,

    da hier aktuell in Sachen Larpthemen ziemlich wenig los ist, dachte ich, ich könnte mal ein paar Meinungen zu einem Thema einholen, was mir in letzter Zeit im Kopf herumgeistert:

    Angefangen hat das ganze mit einem Bastelblog im Ning, bei der eine Spielerin ihren Koboldcharakter überarbeiten wollte. Ich hatte da einen längeren Beitrag mit Umsetzungsideen geschrieben, unter anderem auch ungefähr, dass ich für solche Charaktere eine exotische, aber irgendwie auch realistisch-glaubwürdige Umsetzung für wichtig halte, und dass für mich ein Feenwesen eher wie auf einer Zeichnung von DiTerlizzi oder Brian Froud aussehen sollte und nicht wie Prinzessin Lilifee.

    Der Blog ist, wie befürchtet, ziemlich schnell und ohne große Ergebnisse eingeschlafen, aber das Thema hat mich irgendwie weiterbeschäftigt. Eigentlich sind Feen und Kobolde ja ein überaus klassisches Fantasythema, und meiner Ansicht nach auch in einer Bandbreite beschrieben, die sowohl ausgefallene und kreative Umsetzungen zulässt, als auch das ganze regeltechnisch in einem Rahmen umsetzbar macht, der das übliche Congleichgewicht nicht sprengt.

    Meine bisherigen Larperfahrungen mit solchen Figuren sind allerdings extrem gering, ich weiß von einigen (nach dem was man auf Fotos sieht nicht so ganz meinen Geschmack treffenden) Redcaps, den obligatorischen vereinzelten Kreisch-und-Nerv-Kobolden, und seit neuestem von einer Spielerin, die mir erzählt hat dass sie ein solches Konzept bespielt und der ich auch eine interessante Umsetzung zutraue, das ich aber noch nicht im Spiel erlebt habe.

    Die Frage ist: Wie sind eure Meinungen zu solchen Konzepten? Habt ihr gute oder schlechte Erfahrungen mit solchen Figuren gemacht, und unter welchen Bedingungen haltet ihr sie für darstellbar?

  2. #2
    Maria
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    Wir hatten auf einem Anfänger-Con vor 2 Jahren einen Feenhof mit Koboldkönig (hier OT-Beispiel-Bilder, der Hof selbst ließ sich durch die Ausleuchtung nicht fotografieren).

    http://tinyurl.com/ceth92t
    http://www.condra.de/images/phocagal...light_2009.jpg

    Würde ich heute nicht mehr unbedingt machen, da es teilweise zu sehr in diese ausgelutschte Klischeerichtung ging. Passte aber in den Plot, der totale High-Fantasy war (Priester eines lokalen Gottes wird abtrünnig und versucht sich an Unsterblichkeitsexperimenten. Die Strafe des Gottes (Unsterblichkeit oder eher Unleben, aka. Lichking) hat den Nebeneffekt, dass der neugierige Koboldkönig, der gerade zu dem Zeitpunkt aus der Anderswelt dem Priester zusah, von der Temporalmagie erfasst wird und ab da auf einmal merkt, wie die Zeit vergeht - im Gegensatz zu seinem Hofstaat. Die Feen bitten die SC (alles Anfänger), den depressiven König aufzuheitern usw.

    Warum es funktionierte: Wir hatten die technischen Mittel, einen Feenhof zumindest für Anfängeraugen zu inszenieren: Zwei Laubsäcke Kunstblumen, zwei Großjurten, bunte Tücher, indirekte farbige Beleuchtung, Musik usw. Auf dieser Bühne wirkten dann auch die Karnevals-artigen Stoffe der Nicht-Königsfeen nicht ganz so schlimm.


    Feen als Spieler oder NSC mit ständigem und nahem Spielerkontakt sollten aber mehr leisten
    * natürlich wirken (durch Wahl Stoffe, Stil der Kleidung, da Feen und Kobolde imho immer eine "Angebundenheit" haben, sei es jetzt an Schmetterlinge/Engel - die klassichen faeries, an Tiere, oder an bestimmte Tätigkeiten)
    * kein Konfliktspiel-Konzept sein (daher gefallen mir auch keine Redcaps und keine Nerv-Kobolde)
    * erkennbares Konzept. Also man sollte z.B. sehen, was für eine Art Fee/Kobold es ist. Gutes Beispiel wäre z.B. der Klabauter (Bastelblog im Ning)
    * Seltsamkeit (schwer zu erklären, aber irgendwie muss klar werden, dass es keine Menschen sind, sondern Wesen mit einer ganz anderen Ästhetik)

  3. #3
    Dutch
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    Meine einzige IT-Begegnung mir einer Fee habe ich als Begegnung mit einer ganz und gar organge gekleideten und fröhlich gestimmten Priesterin erlebt. Das war beim Tulderon 2010. Dass meine Gesprächspartnerin eigentlich eine Fee war, habe ich hinterher OT erfahren. Die orangen Gewandungs-Schleier haben mich während des Spiels aber unmittelbar an einen buddhistischen Mönch erinnert. Der Rest der Erscheinung hatte nicht viel Mystisch-Feenartiges.
    Das ganze sah so aus:


    Tschüs
    Michael
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

    Cons, Orgas, Aktuelle Infos: Facebook-Gruppe "Western LARP Bayern"
    Gone, but not forgotten: Buffalo Hill 1888

  4. #4
    Dossmo
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    Oh Wunder, oh Wunder, ich mag sie nicht. Bisher nur kreischbuntes, mit sinnlosen Nervzaubern um sich werfendes Polyesterglitzergesindel gesehen. Die Lurexpixies aus der Hölle. Dann doch lieber Kender, die nerven genauso widerlich, glitzern aber nicht so sehr. Ach wenn ich doch dürfte, wie ich wollte...

    Leute, ganz ehrlich, was bewegt einen dazu, sowas zu spielen? "Ich bin so knuffig und alle mögen mich?"

    In vielen Mythologien sind Feen und Kobolde und der ganze Schmu weder niedlich, noch nett. Ich meine, schaut euch doch allein mal das Rumpelstilzchen an: Brauen, Backen, Kinder stehlen.
    Kobolde, die mit dicken Knüppeln ihr Gold bewachen. DIE SIND NICHT NIEDLICH. Das sind harte kleine Mistkerle mit Knüppeln. KNÜPPELN! Die schlagen euch tot, wenn ihr den verdammten Topf voller Gold auch nur schräg anschaut. Warum seh' ich sowas nie? Warum sind immer alle zum speien niedlich...?

    D.
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  5. #5
    Maria
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    Weil niemand Mistkerle spielen will (und meiner Meinung - siehe Redcaps - nach auch nicht sollte, höchstens als Gegner)?

    Naja, es gibt aber auch sowas wie Weihnachtswichtel, diese typischen Blütenfeen (die in den meisten Köpfen verankert sind), Tinkerbell, diese schwedischen Trolle, die Heinzelmännchen usw. Also nette Versionen.

    Warum jemand das spielen wollen würde, wenn alle meine Bedingungen erfüllt wären: Reiz einer nicht-menschlichen Rolle? Perfektionismus, mal die von von Christian angesprochenen Artworks umzusetzen? Märchen-Affinität?

    Und dass es leider genug Idioten gibt, die das aus, sagen wir mal, nicht koscheren Gründen machen (wie "ich bin niedlich" "findet mich lieb" "ich will albernen Spaß durch Schadenfreude" "Macht!!" usw) , heißt nicht, dass das Konzept nicht funktionieren kann. Ich z.B. mag "gute" Kender gerne und sehe auch bei Kobolden, dass das in den richtigen Händen für High-Fantasy ne Bereicherung wäre.

  6. #6
    Gerwin
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    Ich mag es nicht sonderlich. Bin da zu sehr geprägt. Die Flatterfee von Zelda war cool. Die Fee von Peter Pan war cool. Ich habe bis jetzt noch keine Larpfee gesehen die auch nur ansatzweise diese "Magie" rüberbringt.

    Der Hauptkritikpunkt ist wohl: Die klassische Fee kann fliegen. Menschen können das nicht. Und so wie ich keine Vogelwesen mag die irgendwie nie abheben, so stehts mit Feen.

    Wenn überhaupt in Richtung Redcap, dann aber richtig fies, gemein und brutal...und auf den richtigen Cons.

  7. #7
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    Wenn man es mal hinbekommen würde das ein Feenwesen eine Andersartigkeit und einfach eine Aura der Magie ausstrahlt, dann hätte ich nix dagegen.

    Leider habe ich das noch nie angetroffen. Gewandungen waren bisher immer grausamst schlecht...

    Wenn es mal ERNSTHAFT jemand machen würde wäre es sicher interessant. Aber ich zweifle ob es zu schaffen ist.

    Grüße
    Aeshma
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    Bei Problemen gebt uns bitte im Thread "Meldungen an die Mods" Bescheid. In wirklich dringenden Fällen (oder Dingen die nicht öffentlich sein sollen) bitte auch per PM. Wir kümmern uns dann ASAP.

  8. #8
    Cartefius
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    Maria, das erste Bild finde ich schon ziemlich gut, die Sache mit dem Einsatz als NSC wäre auch so ein Aspekt: Einen schön-gruseligen Feenhof fände ich cool, der profitiert aber auch stark davon, nach einem eindrucksvollem Auftritt im Off verschwinden zu können, der typische SC hat das nicht.

    Was mich ja irgendwie reizen würde, wäre die Bandbreite: Da ist ja von arrogant-erhabenen Lichtgestalten im Stil von Galadriel, brutalen niederträchtigen Trollen und Rotkappen, naiven Blütenfeen wie Tinkerbell oder verschrobenen Hausgeistern wie Thimbletack aus dem Spiderwicks-Film ziemlich alles drin, und gerade mit einem Feenhof-Thema auch alles zusammen. Gerade die Verschmelzung von außerweltlichen Kreaturen mit abstrakten Konzepten zu seltsamen Mischwesen wie Wassergeistern, Satyren, Felstrollen oder dem verwunschenen Igel-Krieger aus der "Witcher"-Reihe finde ich kostümbautechnisch reizvoll, während auf der anderen Seite ich eine abgehobene Weltsicht jenseitig menschlicher Normen und Gepflogenheiten, die stark von Pakten, Konzepten, Tabus und Regularien bestimmt wird, auch spielerisch anspruchsvoll finde.

    Das würde aber Spiel bedeutet, dass gerade nicht aus "ich bin niedlich und alle mögen mich!" besteht, mir würde da mehr etwas in Richtung der abstrusen Kreaturen aus Hellboy (inbesondere Teil 2) vorschweben.

  9. #9
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    Nun ja, dass Feen schwer darzustellen sind durch reale Menschen, das zeigt uns bereits "Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare.
    Die Feenkönigin Titania und der Elfenkönig Oberon mit seinem Satyrhaften (laut einigen Internetangaben soll das ein Gnom sein?!) Diener Puck.
    Bekannte Persönlichkeiten aus Sagen und eben diesem Drama.

    Die werte Michelle Pfeiffer gibt eine schön zurechgemachte Frau ab, doch finde ich sie nicht überzeugend als Feenkönigin, ebenso ihre kleine Diener-Schar.
    Meiner Meinung nach ist es übrigens die gelungenste Verfilmung des Sommernachtstraums. Viele anderen lassen nicht mal etwas mystische Wirkung sehen.

    Ich fände die Ideen von Feen und Kobolden schon reizend im Larp. Aber auch ich bezweifel, dass es irgendjemandem gelingt den Feenglanz zu beweisen und eine Fee überzeugend darzustellen.
    Ich bin Künstler ich darf psychopathologische Abweichungen haben.

    Finden Analphabeten Buchstabensuppe genau so lustig wie wir?

    Unfreundlich? Ich nenne das ehrlich und direkt.

  10. #10
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    Soll auch männliche Feen geben.
    Die hier find ich gut. http://tinyurl.com/cgmlzmy

    Ich bin da ganz auf Marias Seite. Gut umgesetzt, nach den genannten Punkten, gern. Die Feen, die aufm CoM rumliefen, hinterließen bei mir eher den Eindruck "Los, fotografiert uns." IT hab ich noch nie mit Fae zu tun gehabt. Einzig auf einem LowFantasyCon hab ich als NSC mal ne Todesfee gegeben, aber das ist nicht weiter erwähnenswert, außer, daß Fae für mich nicht immer Flügel haben müssen. Geht auch ohne, dann ginge nämlich mMn auch der "Niedlich" Faktor weg.

    Beispiel:
    Waldfee
    Gnome

    Ohne Flügel, aber doch als Feenwesen erkennbar.
    Und stilecht hierdrin wohnen.

    Wobei, ich fände Kinder als Feen ganz knuffig. Also mehr so im Sinne von Puk, der halt gern Schabernack treibt. Nicht ein Con voll davon, aber ein, zwei, die auch soviel Grips haben, daß es nicht nervig oder störend ist, sondern belustigend, warum nicht. Besänftigen geht natürlich wie bei allen Feen: Mit Essen bestechen! ;o)

    LG
    Benutzer755
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